A Song of Ice and Fire

Stellt Eure in Arbeit befindlichen oder fertigen 2D-Artworks hier aus, um sie diskutieren zu lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Euer Artwork in klassischen Techniken oder digital entstanden ist.
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Chinasky
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A Song of Ice and Fire

Beitrag von Chinasky » 3. Jul 2009, 10:19

So, jetzt will ich auch mal einen Thread aufmachen, in welchem ich das Arbeiten an einem längerfristigen Projekt dokumentieren werde. Hoffentlich! Ich hab noch keine Ahnung, wozu das gut sein wird, ob das Euch oder wenigstens mir etwas bringen kann. Aber mir war aufgefallen, daß gerade Threads zu umfangreicheren Projekten, wie z.B. der "In der Falle"-Thread von Daniel oder der "Die Bestrafung der Hexer"-Thread von lucy zumindest mir als Mitleser eine Menge gebracht haben. Und sei es nur Motivation...

Ich hab immer wieder Phasen, wo das Forum hier mir vor allem als Ideengeber dient, und in den Phasen beschränke ich mich beim digitalen Malen fast ausschließlich darauf, Overpaints zu machen - die dann immer wieder eher zu Repaints ausarten. Das heißt: ich klaue anderen Leuten die inhaltliche Idee und mache dann was eigenes draus. Häufig klaue ich zusätzlich noch einen großen Teil der formalen Idee dazu. Denen, die das Original erschufen, helfe ich dabei wahrscheinlich gar nicht so viel, weil ich meist zu weit von ihrer eigentlichen Intention abweiche. Aber für mich selbst sind es doch immer nur OPs, und so habe ich später nie das Gefühl, was eigenes geschaffen zu haben.

Das frustrierte mich in letzter Zeit, und es ist ein Grund dafür, daß ich mir jetzt mal vornehme, an einer eigenen Sache etwas länger dranzubleiben, die mich wirklich interessiert. Vor ein paar Wochen hatte mich Robolus zufällig auf Justin Gerard aufmerksam gemacht, einen tollen Illustratoren/Künstler. Der hat gerade eine Reihe von Illustrationenfür "Der kleine Hobbit" fertig gestellt. Interessant fand ich einen Gedanken, der irgendwo in seinem Blog auftauchte, nämlich sinngemäß, daß er diese Illustrationen machen wollte, bevor der angekündigte große Kinofilm zum Buch erscheint - um nicht die eigene Imagination von dem Film überrollen zu lassen. Tatsächlich ist es ja quasi unmöglich, heute noch unbeeinflußt von Peter Jacksons Trilogie Artworks zum "Herrn der Ringe" zu erstellen, und so sehr ich diese Filme auch liebe (insbesondere die ausführlichen Making off's der Enhanced Editions), so haben sie mir doch auch etwas geraubt: Meine eigenen Kopf-Kino-Bilder zu den tollen Romanen Tolkiens. Jene Bilder, die ich als Jugendlicher, der alles von Tolkien mehrfach lesen mußte, vor Augen gehabt haben muß. Diese Bilder wurden nun überstrahlt von der Verfilmung. Gandalf sieht jetzt wie der Film-Gandalf aus, die Ents sehen wie die Film-Ents aus, Aragorn sieht wie Viggo Mortensen aus und die Hobbits sind Lackaffen mit Bubigesichtern (na, wer errät, welche Rolle ich für am schlechtesten besetzt hielt? ;) ).

So einen Verlust der eigenen Bilder möchte ich bei einem anderen Romanzyklus nicht erleben. Und zwar bei dem, den ich gerade vor Kurzem in einem Rutsch durchgelesen habe bis zu seinem momentanen Stand (der Nachfolgeband ist seit fast vier Jahren angekündigt *grummel* ): Das Lied von Eis und Feuer (A Song of Ice and Fire) von George R.R. Martin. Hier dazu eine deutschsprachige Fansite:
http://www.eis-und-feuer.de/

Ich habe bislang nur die deutschsprachigen acht Bände dieses Romanzyklus gelesen, werde auch zukünftig mich erstmal auf die Folgeromane konzentrieren, so sie denn erscheinen, und eben nicht mir die schon zu seinen Werken erschienenen Comix oder eventuelle Verfilmungen (die aber wohl nicht so recht in die Pötte kommen, harhar... :twisted: ) angucken. Allein aus dem Grund, mir meine eigenen Bilder im Kopf nicht durch fremde Bilder zum Stoff überlagern und so rauben zu lassen. Nun hab ich gerade gelesen, daß kürzlich auch die Rechte am Stoff für die Umsetzung als Computerspiel verkauft wurden - es ist also in nicht mehr allzuferner Zukunft doch mit massenhaftem grafischem Content zu diesem Romanzyklus zu rechnen. Allerhöchste Zeit, daß ich anfange, meine eigenen Vorstellungen dazu zu entwickeln...
Warum ausgerechnet dieser Romanzyklus? Weil dieses Fantasy-Universum, daß Martin da erschaffen hat, mich so stark fasziniert wie nichts anderes seit Tolkiens Mittelerde. Wenn ich ehrlich sein soll, finde ich Martins Welt sogar spannender und fesselnder als Tolkins Welt. Vielleicht liegt es daran, daß der Stoff noch neuer für mich ist, vielleicht aber auch daran, daß alles bei Martin irgendwie realistischer, härter, erwachsener, schmutziger ist. Eine Fantasy-Welt ohne grüne Orks und langohrige Elfen - was für eine Wohltat! :D Eine Fantasy-Welt, die im Manga-Style umzusetzen meiner Meinung nach schlicht unmöglich ist - wunderbar!
Was mich an dieser Welt fesselt, sind die schier unbegrenzten Bildfindungsmöglichkeiten. Wer die Bücher kennt, wird mir da sicherlich zustimmen. Sowohl epische Landschaften wie intensive Portraits einzelner Charaktere kommen einem beim Lesen vor Augen, blutige Schlachtenszenen, prächtige Feste, Szenen von Einsamkeit und Verlassenheit. Alles ist drin, was mich an den Themen Mittelalter/Fantasy immer schon fasziniert hat. Und doch gibt es genügend inhaltliche Festlegungen, damit man nicht komplett in's Schwimmen gerät.

Und so will ich hier im Thread also zukünftig alles zeigen, was ich zu diesem Thema so mache. Ob es fertige Artworks werden, Scribbles, Charakterstudien oder ähnliches - alles soll hier rein. Wenn ich Glück habe, entsteht so langsam, peu a peu, ein grafischer Entwurf zu dem literarischen Entwurf Martins. Wenn ich Pech habe, versandet der Thread, weil mich zu früh der Elan verläßt. Ehrlich gesagt starte ich diesen Thread vor allem, um den Elan eben nicht zu schnell zu verlieren.

So, viel Gerede, jetzt die ersten Skizzen zu dem ersten Artwork, daß ich in diesem Zusammenhang erstellen möchte. Leider bin ich nicht mit der Daniel'schen oder Lucy'schen Gründlichkeit respektive Systematik vorgegangen, sondern habe einfach angefangen, eine Szene, die sich mir vor Augen fand, loszuscribbeln. Es handelt sich dabei um die Reise Brans in Richtung Norden, kurz bevor er sich von seinem kleinen Bruder trennt. Zu sehen sind: Hodor (ein geistig zurückgebliebener riesiger Kerl, der Bran als Diener und Träger dient) in der Mitte, mit Bran auf dem Rücken in einer Art Sitzkiepe. Recht davon ist Osha, eine gefangene Wildlingsfrau zu sehen, die sich um Rickon, den jüngsten Sproß aus dem Hause Stark, kümmert. Rickon schmiegt sich an seinen Schattenwolf Shaggydog. Im Vordergrund zu sehen ist Brans Schattenwolf Summer. Links sind die zwei Geschwister Meera Reed und Jojen Reed zu sehen - Begleiter Brans, die Kinder eines kleinen Adeligen sind, der dem Hause Stark zur Treue verpflichtet ist.

Ich habe die beiden jüngsten Stark-Söhne für mein erstes Bild gewählt, weil mir dieser Erzählstrang gefühlsmäßig besonders nah ist. Vielleicht, weil in ihm relativ wenig aus eigenem Antrieb passiert: Bran, der durch einen (fremdverursachten) Sturz zum querschnittsgelähmten Krüppel wurde, ist noch ein recht kleiner Junge, der von seinem Schicksal eher getrieben wird, statt es selbst zu bestimmen. Gleichzeitig ist er aber - was er selbst noch nicht weiß - der älteste noch lebende männliche Stark. Auf ihm ruht also mehr Verantwortung, als ihm bewußt sein dürfte. Er muß, so klein und unzulänglich er auch sein mag, die Richtung angeben. Kurz nach der hier gezeigten Szene trennt er sich von seinem kleinsten Bruder, welchen Osha unter ihre Fittiche nimmt.
So, nun endlich die Steps und als letztes der momentane Stand des Bildes:

Step1
Bild

Hab einfach losgekritzelt, das Format war weniger breit, der breite grüne Rand rechts stammt schon vom Untergrund des nächsten Steps, die "Lineart" war also auf einer separaten Ebene.

Step2
Bild
Bran zeigt die Richtung an. Mehr Platz soll zwischen die zwei Schattenwölfe, damit sich ihre Schwänze nicht unfreiwillig komisch kreuzen.

Step3
Bild
Erste Tonwerte einblocken.

Step4
Bild
Summer soll größer und bedrohlicher und weiter dran am Betrachter sein. Tatsächlich war er die allererste Figur, die mir zum Thema einfiel - und bis jetzt ist es immer noch die problematischste Figur des ganzen Bildes... Hodor diskutiert mit Bran. Ich finde das Verhältnis zwischen Herr und Diener hier interessant - Hodor ist ja eigentlich eher eine Art Trag-Tier als ein richtiger Mensch, er stellt den klassischen tumben Toren dar. Hodor ist Körper, Bran ist der ihn lenkende Geist (später übernimmt Bran tatsächlich mal kurzfristig die Kontrolle über Hodor, denn der Junge hat gewisse magische Kräfte, die es ihm erlauben, insbesondere durch die Augen und das Bewußtsein seines Schattenwolfes zu sehen - von allen Stark-Sprößlingen scheint diese Fähigkeit bei ihm am stärksten ausgeprägt). Hodor ahmt hier mehr die weisende Geste Brans nach, wie ein Kind eine Geste der Eltern nachahmt, ohne ihren Sinn wirklich zu verstehen. Das Verhältnis der beiden ist sozusagen umgedreht: der kleine Junge muß die Rolle des Erwachsenen einnehmen, der große, starke Mann ist geistig ein sehr, sehr kleiner Junge.

Step5
Bild
Hier hab ich das Bild nach rechts erweitert, damit Shaggydog nicht an den Bildrand anstößt. Er hat mit Rickon zusammen noch eine weite Reise vor sich. ;) Die Pose von Summer macht weiterhin Probleme

Step6
Bild
Bisserl weiter ausgerendert

Step7
Bild
Erste Farben. Ich hatte zuerst vor, das Bild wesentlich weiter in Graugrün-Stufen auszurendern und erst recht spät einen Farb-Layer drüberzulegen. Aber dann fehlte mir doch die Disziplin und ich hab einfach auf derselben Ebene im Modus "Farbe" drübergemalt und im Folgenden male ich dann mal im Normal-Modus, mal im Farb-Modus, mal im Farbton-Modus, frei nach Schnauze. Es gibt keine getrennten Ebenen, alles wird wie beim analogen Malen direkt auf dem Canvas aufgebracht.
Summer hält den Kopf tiefer. Im Hintergrund sind schneebedeckte Berge angedeutet, denn die Szene spielt im Norden.

Step8
Bild
Bisserl weiter ausgerendert.

Step9
Bild
Momentaner Stand der Dinge
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

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Shorty
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Beitrag von Shorty » 3. Jul 2009, 10:34

Geil das du dein Projekt hier so ausführlich vorstellst.
Bin gespannt auf die weiterführende Dokumentation.

P.S: Ich denke nicht das du mit deinen OP´s großartig klaust - eher glaube ich das deine Erfahrung ein großes + für diese Community ist.
Andererseits kann ich deinen inneren Konflikt des Aufgreifens anderer Ideen und die damit verbundene Frustration verstehen. Aber soviel, wie du hier schon präsentiert hast (als eigene Arbeiten) relativiert sich das locker.

Danke das du den Fred hier machst, China

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Neox
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Beitrag von Neox » 3. Jul 2009, 11:06

Hmhmhm ich weiss ja nicht in wie weit meine Kritik bzw Kritik im allgemeinen bei so einem Projekt angebracht ist bei dem du ja vor allem von dir aus ein Bild schaffen willst ohne den äusseren Einfluss. Zumal ich ja weiss, dass du es analog um Welten besser kannst.
Also ich finde, wie viele deiner digitalen Arbeiten, auch diesmal die Farben unglaublich unschön.
Warum ist der Himmel Lila? Ich muss ehrlich gestehn so eine Himmelfarbe noch nie gesehn zu haben, tendenzen richtung rot, klar und auch sonstige Färbungen aber ein blauer Himmel tendiert meiner Meinung nach eher richtung Cyan als Richtung Magenta.
Die Farben generell sumpfen wieder so unglaublich ins grau, was für mich persönlich immer eine Zumutung ist, das macht für mich meist den Unterschied zwischen einem Pixarfilm und einem Film von Dreamworks (ohne jetzt Goro zu nahe treten zu wollen ;) aber dreamworks filme tendieren meist eher zu grauen Schatten, und irgendwie teils leblosem shading, warum auch immer) oder eben anderen 3d Filmproduktionen.
Das ganze hat für mich einfach eine unglaubliche 80ier Jahre Ästhetik, es wirkt auf mich einfach nicht wirklich zeitgemäß, während ich zum Beispiel die von dir geposteten Illus zu der Hobbit ganz fantastisch finde, selbst die kalten töne und schatten haben dort eine Farbgebung die sie angenehmer für mich macht.
Ich bin jetzt nur mal ganz fix drüber gehuscht, kann sein dss es hier und da ein wenig zu viel des guten ist oder sicherlich auch in eine andere Richtung geht als du dir das gedacht hast, keine Ahnung aber vielleicht hilft es ja.

Bild
Zuletzt geändert von Neox am 3. Jul 2009, 11:09, insgesamt 1-mal geändert.
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unkraut
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Beitrag von unkraut » 3. Jul 2009, 11:08

das ist spannend! :)
ich hoffe, dass dein elan so lang wie möglich anhält.
deine beschreibungen und wertungen über diese romane haben mich richtig neugierig gemacht und es könnte sogar interessant sein mal ein experiment zu machen - abzuwarten was du hier noch so alles zeigst und dann die bücher zu lesen um zu testen wie weit deine illustrationen beim lesen dann meine eigene vorstellung beeinflussen. (vom herrn der ringe beeinflussen mich glaub eher die umgebungen. niemals könnte ich einen elfen wie legolas darstellen - der ist einfach ätzend :P )

dein bild find ich schon toll bisher. es macht mir spaß mich zu fragen was das mädchen im weißen kleid wohl denkt oder ob der wolf summer im vordergrund wohl etwas entdeckt hat was die anderen noch nicht bemerkt haben etc.
die gesamte szene gefällt mir jedenfalls schon sehr gut.
nur die hand der wilden frau kommt mir etwas zu steif vor um den jungen zu tätscheln. (ich weiß nicht, was sie da sonst tun sollte)

dann leg mal los und zeig noch mehr! ^^



also ich hoffe doch, dass du die op's jetzt nicht völlig begräbst - die sind nämlich wirklich sehr hilfreich! ;)

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Ionflux
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Beitrag von Ionflux » 3. Jul 2009, 13:22

Ich hab immer wieder Phasen, wo das Forum hier mir vor allem als Ideengeber dient, und in den Phasen beschränke ich mich beim digitalen Malen fast ausschließlich darauf, Overpaints zu machen - die dann immer wieder eher zu Repaints ausarten. Das heißt: ich klaue anderen Leuten die inhaltliche Idee und mache dann was eigenes draus. Häufig klaue ich zusätzlich noch einen großen Teil der formalen Idee dazu. Denen, die das Original erschufen, helfe ich dabei wahrscheinlich gar nicht so viel, weil ich meist zu weit von ihrer eigentlichen Intention abweiche.
Da wollte ich dich schon für dein beispielloses Engagement im WIP-Thread loben, und dann eröffnest du, dass das Ganze nur zum Eigennutz stattfindet! ;)
Aber mal ehrlich, ich finde, dass die OPs sehr helfen - man hat ja selbst oft eher eine Bildidee aber noch kein funktionierendes Bild. Und da hilft es eben, wenn jemand sich unbeschwert von der Idee auf das Bild konzentriert, noch dazu wenn derjenige so viel Erfahrung damit hat wie du.
Tatsächlich ist es ja quasi unmöglich, heute noch unbeeinflußt von Peter Jacksons Trilogie Artworks zum "Herrn der Ringe" zu erstellen
Wobei sich die Optik ja doch sehr an den schon vorher bekannten Illustrationen von John Howe orientiert. Insofern fand ich, dass die Filme "nahe am Buch" sind. Bei den Gesichtern der Charaktere hast du aber sicher Recht, und das ist vielleicht auch das Hauptproblem.

Nungut, zum Bild. Ich kenne leider "A Song Of Ice And Fire" nicht (Bildungslücke? :oops:), daher kann ich nichts dazu sagen, ob die Charaktere gut getroffen sind. Ähnliches gilt auch für die gewünschte Wirkung der Szene.
Von Stimmung und Optik kommt es mir derzeit aber ein wenig so vor, als spaziere da eine Familie zum lustigen Sonntagspicknick. Es sieht einfach noch nicht sehr "abenteuerlich" aus.
Und ich finde es auch schade, dass die Charaktere alle so gleichwertig dargestellt werden. Mag sein, dass das beabsichtigt ist, weil sie es eben auch in der Geschichte sind, aber insgesamt liegt der Fokus des Bildes so überall und nirgendwo. Und gerade bei der Meister/Diener-Beziehung oder dem wie du sagst wichtigen Summer könntest du das sicher noch etwas betonen. Da finde ich dann die Beleuchtung in deiner dritten Skizze fast zielführender (edit: oder in Neox' OP).
Naja, wahrscheinlich ist eben das grundlegende Problem der Gegenlichtsituationen, dass es zwar wegen dem starken Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund gut aussieht, aber bei korrekter Betrachtung der Beleuchtung der Vordergrund in einem dunklen Einheitsmurks untergeht. :wink:
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Beitrag von Ässn » 3. Jul 2009, 13:29

Also wenn das Bild ein Foto wär (an was es sich von der Ästhetik ja anlehnt), dann würde ich sagen, es ist unterbelichtet. Das Bild ist eindeutig zu dunkel. Der (mehr oder weniger unwichtige) Hintergrund ist richtig ausgeleuchtet und das zentrale Element des Bildes, die Figuren im Vordergrund verlieren sich im Schatten. dafür gibt es inhaltlich meiner Meinung nach auch keinen Grund. WEnn du zeigen willst, dass sie sich im Schatten des Waldes befinden, überstrahle doch lieber den Hintergrund, als die Figuren versumpfen zu lassen.

Die Positionen der Figuren finde ich auch noch etwas kritisch. Der Wolf im Vordergrund sieht so aus, als ob er gerade nur den Weg der anderen gekreuzt hat, weil er in eine andere Richtung läuft und aus einer anderen Richtung kommt. Außerdem ist seine Haltung noch etwas unklar. Für laufen ist seine Haltung zu uneindeutig, für einspähendes Schnuppern mit angewinkeltem Bein zu entspannt.

Die anderen Figuren sind noch sehr langweilig einfach alle nebeneinander gestellt. Vorallem der große Riese ist dabei problematisch, da zur Zeit nicht klar ist, dass er sich hinter dem Mann mit dem Sack auf em Rücken befindet, und daher die Überschneidung am Arm wie ein Fehler wirkt.

Ich würde auch noch versuchen, die Charactere der Figuren noch etwas mehr herauszuarbeiten. Wenn du dieses Fantasyuniversum so toll findest, dann zeig uns doch auch warum. Zur Zeit ist das noch alles etwas klischeehaft.

Um mal von der Kritik abzukommen: Die Körpersprache, Gestik und Mimik gefällt mir schon sehr gut.
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Beitrag von acapulco » 3. Jul 2009, 14:33

Ich kann mich Neox und Ässns Kritiken nur anschliesen. Mein Blick wandert immer, so sehr ich mich auch anstrenge in den Hintergrund. Der Tonwertkontrast ist einfach nicht so bei den Menschen, dass man sagen könnte, das ist der Fokus. So geben sie nur ne einigermaßen interessante Shape vor dem Hintergrund ab, mehr aber für mich leider nicht. Wie gesagt, ich kann den beiden nur zustimmen.

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Beitrag von Neox » 3. Jul 2009, 14:37

Ach du meine Güte das ist ein Riese und der steht dahinter, jetzt seh ich das auch o_O
Ist das dann auf seinen Schultern auch ein Riesenkind? Ok gerade nochmal gelesen, nein ist er nicht, naja dann sollte er wahrscheinlich auch noch nen gutes Stück kleiner wirken, denn derzeit ist er optisch größer als der Junge im Vordergrund, was gerade für einen kleinen schwachen Jungen irgendwie nicht passt.

Achso und bevor das hier aussieht als würde ich nur Meckern, auch ich sehe deine Overpaints jedes Mal mit großer Freude, dein Wissen und wie du es den Leuten näher bringst ist nicht nur hilfreich für denjenigen dessen bild du verbesserst sondern auch für die umstehenden, äusserst interessant und lehrreich.
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minatron
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Beitrag von minatron » 3. Jul 2009, 16:02

Ich denke einfach mal wenn er ne halbe Stunde Pause gemacht hätte wer es ihm auch aufgefallen mit den Farben, man verliert einfach nach na Zeit jegliches Gefühl fürs eigene Bild da hilft nur aufhören Zocken, Movie glotzen ,Ausgehen und nächsten Tag nochmal rüber schauen :)

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 3. Jul 2009, 16:07

Hallo an alle!
Danke schon mal für's Feedback. Alle Eure Kritiken werden aufmerksam gelesen, auch wenn ich nicht immer auf alle werde antworten können (allein wegen dem Zeitaufwand).

@Shorty: Danke!

@ Neox:
Danke für's OP! Daß meine Farbigkeit hier nicht immer ankommt und als zu schmutzig empfunden wird, ist ja nix Neues. Dennoch hört es sich hoffentlich nicht als Ausrede an, wenn ich sage, daß die Farbigkeit hier natürlich noch nicht final ist. Du hast das Ganze heller, sommerlicher, wärmer und satter gemacht. Das Licht soll schon noch kommen - auch wenn ich schon eine kühlere Farbpalette haben möchte als Du sie mir vorschlägst. Vor allem auf dem Boden möchte ich eher kühle Schatten haben. Wenn Du bei dem Bild irgendwas 80er-Mäßiges konstatierst, so paßt das ja irgendwie zu mir - ich bin halt ein Kind der 80er, das war sozusagen das mich ästhethisch prägende Jahrzehnt. Auch wenn Du es sicherlich nicht so positiv gemeint hast, sondern eher auf den Anachronismus hinweisen wolltest.

@Unkraut: Auch Dir sei Dank! :)

@Ionflux: Ja, das ist eine Bildungslücke! Aber sei unbesorgt: Bis vor ein paar Monaten hatte ich die ja selbst noch. ;) Witzig finde ich Deinen Eindruck eines Sonntagsspazierganges. Da ist was dran und ich mußte selbst zeitweise an ein Spitzweg-Bild denken mit einer Familie (es fehlt noch die Mutter mit dem Sonnenschirmchen und der Vater mit dem Zylinder :D ). In gewisser Weise belegt das die Konzeptlosigkeit, was die Stimmung des Bildes angeht. Eigentlich weiß ich überhaupt nicht, welche Stimmung ich da haben wollte. Es fing halt mit dem Vordergrundwolf an und entwickelte sich so weiter. Das ist das Manko, wenn man nicht mit System arbeitet...
Noch will ich das Bild hier nicht verloren geben, aber ich ahne schon, daß mein generelles Vorgehen vielleicht das grundlegendste Problem sein könnte, zu dessen Lösung mir dieser Thread Anstöße geben könnte.

@Ässen: Ja, zu dunkel. Das liegt allerdings wirklich daran, daß ich später mit "farbig abwedeln" und ähnlichen Farbmodi die Kontraste anziehen möchte. Die Tonwerte sind also noch nicht so, wie sie später sein sollen. Die räumliche Situation (Hodor steht am weitesten hinten) ist eins der Probleme, die mir beim Ausarbeiten immer stärker auffallen. Ob ich das durch das bessere Akzentuieren der Tonwerte noch beheben kann, weiß ich nicht. Daß mir der Vordergrundwolf Kopfzerbrechen bereitet, was seine Haltung angeht - erwähnte ich das schon? ;)

@acapulco: Ja, Ihr lenkt den Blick auf die Schwachstellen, das ist gut. Mal sehen, wie ich diese Focus-Frage geregelt kriege! In der Tat ist es ein Hin- und Her für mich. Einerseits sollen alle Figuren zu ihrem individuellen Recht kommen, andererseits sollen sie als kompositorische Masse zusammen funktionieren. Nicht so einfach...

@Neox: Hodor ist ein sehr großer Mann, kein Riese (im Sinne einer Fabelgestalt). Daß Bran, der Junge auf seinem Rücken, größer wirkt als sein Bruder Rickon (der an den Wolf lehnt), liegt daran, daß Bran älter ist als Rickon.

@minatron: Du sagst es! ;)


So, und da ich ja ahnte, daß ich hier gute Hinweise kriege, hab ich in der Zwischenzeit einfach ein anderes Bildprojekt angefangen. Inhalt diesmal: Die große Mauer, die die zivilisierte Welt nach Norden hin gegen die ominösen "Anderen", sowie gegen die Wildlinge (Barbaren) schützen soll. Wer oder was genau die Anderen sind - das läßt sich immer noch nicht genau sagen. Scheint sich um eine Art Kälte-Zombies zu handeln, deren Angriffe für den bevorstehenden langen Winter (der in dieser Welt mehrere Jahre dauern kann) prophezeiht wurden. Egal, die sind hier eh nicht zu sehen. Zu sehen sind zwei Mitglieder der Schwarzen Wächter: Jon (der Halbbruder von Rickon und Bran) und sein Freund Samwell. Jon ist für viele jugendliche männliche Leser sicherlich die stärkste Identifikationsfigur. Er ist cool und clever, er ist mutig und etwas einsam (weil er als Bastard gesellschaftlich zurückgesetzt ist), er ist ein guter Kämpfer und zeigt, daß er militärisch führen kann, und außerdem hat auch er einen Schattenwolf (der aber nicht mit oben auf der Mauer ist ;) ).

Die Mauer ist ein riesiges mythisches Bauwerk, sie besteht in ihrer Basis größtenteils aus gigantischen Eisblöcken, welche mehrere hundert Meter übereinander getürmt wurden in vorgeschichtlichen Zeiten. Eine Art Magie schützt die Mauer, aufgrund der nördlichen Lage schmilzt sie auch nicht ab. So ganz habe ich noch nicht gecheckt, ob sie auch oben aus Schnee und Eis besteht, auf welchem nur Holzbretter ausgelegt sind, sodaß sie gewissermaßen durch den Schneefall oben das hinzubekommt, was unten durch das Schmelzen im Sommer (der auch mehrere Jahre dauert) verliert. Da müßte ich jetzt direkt nochmal nachlesen. Aber in meiner Fantasie handelt es sich um einen Eiswall, der oben mit einem Stein-Saum abgeschlossen ist.
Die schwarzen Wächter sind eine politisch neutrale Militäreinheit, die eigens zu dem Zweck der Mauerverteidigung organisiert wurde. Jeder kann sich ihnen freiwillig anschließen, in den letzten Jahrzehnten aber rekrutiert sie sich vor allem aus Kriminellen, die den Dienst auf der Mauer dem Dahindarben in Kerkern oder der Hinrichtung vorzogen. Die Wächter müssen einen Eid schwören, ausschließlich für die Verteidigung der Mauer zu leben. Sie müssen auf Heirat und Familie verzichten, und wenn sie desertieren, sind sie für die gesamte zivilisierte Welt vogelfrei.
Hier also der Sketch, mal sehn, wie der sich entwickelt:
Bild
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

Mab
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Beitrag von Mab » 3. Jul 2009, 16:49

Das wird garantiert ein sehr informativer und inspirierender Thread. Ich freue mich dass du uns an dieser Thematik teilhaben lässt und hoffentlich motiviert bleibst.
Es gefällt mir sehr gut, was du hier bisher gezeigt hast und obendrein sicher ein guter Buchtipp

Was mir bei dem Mauerbild auffällt, ist, dass die Mauer, da wo sie so hell angestrahlt wird, schräg ist. Also in ihrer Horizontalen. Aber vielleicht kommts mir nur so vor, oder ist Absicht.
Ich fänds schön, wenn du den Bildauschnitt nach rechts und oben erweitern würdest, da würd ich nämlich gern mehr von der Landschaft sehen. Es sieht bestimmt auch imposanter aus, wenn man weit hinuntersehen kann.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass auf einer so wichtigen Mauer auch mehr Wächter zu sehen sein müssten.
Du hast dich sicher an die Beschreibung im Buch gehalten, aber ich kann mir schlecht vorstellen, dass es nahe der Mauer auch nicht noch ein paar andere Bauwerke gibt. Z.B Häuser für die Wächter. Die haben ja schließlich keinen Grund weit weg von der Mauer zu leben :wink:

Zu dem ersten Bild kann ich nicht viel sagen, außer dass es mir sehr gefällt. Das mit der Dunkelheit willst du ja eh noch korrigieren

Bin auf mehr gespannt

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Beitrag von Neox » 3. Jul 2009, 17:40

Dass sich farblich nichts mehr tut wollte ich auch garnich unterstellen. :)
Aber es nimmt eine Tendenz an die schon viele deiner Bilder hatten und das ist das starke absumpfen ins völlig entsättigte Grau bei den Schattierungen, wohingegen das neuere dort deutlich besser wirkt, fast kein reines Grau oder Schwarz, Schatten haben eine Farbigkeit etc. Das gefällt mir schon um Längen besser, es hat zwar immernoch irgendwie dieses schmutzige was viele deiner digitalen arbeiten haben, aber das kann ich durchaus als Stilmittel hinnehmen, ich meckere ja im grunde nur über die Farbigkeit ;)
Und das tut mir auf jedes mal fast schon leid, weil du so unendlich viel mehr Erfharung und Wissen in die hast als ich es mit meinen paar Jährchen anhäufen konnte, und dennoch trifft es mich immer wieder.
Wie gesagt deine analogen Werke sind, einfach nur gut, ich kanns mir kaum anders erklären als dass sich deine dir bekannten Farbmischtechniken nicht so einfach ins digitale übertragen lassen, evtl musst du auch einfach nur radikaler über die Vorzeichnung drüber malen, bei deinen Ölbildern werden ja wahrscheinlich auch keine Bleichstiftstriche durchschimmern wenn du mit Farbe drüber gegangen bist.
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Beitrag von digitaldecoy » 3. Jul 2009, 18:33

Ein WIP-Thread von Chinasky! Da kann ich nur in die Hände klatschen und mich über den umfangreichen Input freuen, den dieser Thread erwarten lässt.

In die Kritik zu den Bildern will ich eigentlich noch gar nicht so spezifisch einsteigen und erst Mal schauen, was Du da entfaltest. Wenn ich zu den beiden bisherigen Motiven etwas anmerken sollte, dann würde ich vielleicht darauf zielen, dass sie mir beide noch etwas "nüchtern" daherkommen. Ich verbinde mit Fantasy-Motiven immer eine gewisse Emotionalität. Oft zielt diese auf Heldensymbolik oder Erotik oder es werden traum- oder alptraumartige Stimmungen erzeugt. Bei diesen beiden Ansätzen fehlt mir bisher die klare emotionale Kernaussage. So, wie man beim Hören einer Filmmusik meist sofort sagen kann, ob gerade eine spannende eine finster/bedrohliche oder eine romantische Stimmung vorherrscht, so finde ich, sollte auch bei einem Bild ein klare emotionale Grundstimmung offensichtlich sein, die man dann durch die Bildelemente differenzieren (oder auch kontrastieren) kann.
Beim ersten Motiv, wenn es ein Reise/Abenteuer-Motiv sein sollte, würde ich viel mehr grandiose Landschaft zeigen und wenn es eine Charakterstudie sein sollte, würde ich viel näher rangehen und die Figuren stärker in funktionale Gruppen unterteilen. Beim zweiten Motiv würde ich versuchen, durch Farben und Lichteinfall eine ganz klare Stimmung zu erzeugen. Im Moment wirkt es auf mich noch ein bißchen wie eine tolle Location, die man sich aber bei unpassendem Licht anschaut (wie ein Friedhof, der nur im Zwielicht oder bei Nacht seine gruselige Atmosphäre entfaltet und bei Tageslicht eher unspektakulär ist).

Also, um das zusammenzufassen: vielleicht wäre es eine Überlegung wert, zuerst die emotionale Stimmung festzulegen, die mit einem Bild vermittelt werden soll und dann gezielt die typischen Gestaltungsmittel für die jeweilige Stimmung zu wählen. Mir persönlich leisten dazu Color-Thumbnails gute Dienste, die man am besten noch vor jeder Vorzeichnung anfertigt, weil man so freier mit visuellen Gewichten jonglieren kann.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, was hier noch an interessanten Ansätzen und Diskussionen zusammenkommt!
Besuch mich doch Mal in meinem Personal Showroom! - http://www.digitalartforum.de/forum/vie ... php?t=1604

schindermichel
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Beitrag von schindermichel » 3. Jul 2009, 20:03

Servus,

danke für die Dokumentation deines Projekts – es ist spannend das zu verfolgen.

Während ich die Malweise und Lichtstimmung deiner Skizzen echt schön finde hadere ich noch ein wenig mit dem Bildaufbau: Die Figuren sind m.E.n. etwas unglücklich zusammengestellt, besonders der Wolf im Vordergrund stört mich da. Der Blick und die Silhouette sind wirklcih super, leider geht er vor dem Hintergrund irgendwie etwas unter was noch irritierender wirkt da er durch die Position ganz vorne so "wichtig" wirkt.
Mir fehlt in dem Aufbau noch ein klares Zentrum, eine Aussage was denn nun wichtig sein könnte – die Figuren erschienen alle relativ gleichwertig, als Gruppe (die z.B. zielstrebig irgendwohin geht) wirken/funktionieren sie aber auch nicht da sie in verschiedene Richtungen streben. Ich kann mir zwar vorstellen das letzteres ein gewollter Fingerzeig auf die bevorstehende Trennung der Brüder ist, aber auch das ist nicht wirklich deutlich hervorgehoben als das es das Thema dieses Bildes sein könnte.

Da mir dein Wolf so gut gefallen hat habe ich angefangen damit herumzuspielen und einen alternativen Bildaufbau zusammengebastelt der ein wenig mehr mit Vorder- und Hintergrund arbeitet. (Alle inhaltlichen Bezüge habe ich ignoriert weil ich die Geschichte gar nicht kenne...):

Bild

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Beitrag von bukKkk » 3. Jul 2009, 22:51

Also ich hab die (im original 4) Bücher auch gelesen und sie gehören meiner Meinung nach ganz klar zu den besten Fantasy-Büchern, die man so lesen kann. Is teilweise schwer, sie wieder weg zu packen.

Ich find zwar nicht, dass die Qualität deine Bilder davon abhängt, wie nah du an der Erzählung bleibst, hatte aber grad, als ich dein Mauerbild sah, das Bedürfniss hier zu posten "So sieht das doch garnicht aus!" In zwischen hab ich meine Kurzbeschreibung wieder gelöscht, weil mir in den Sinn kam, dass das in so einem frühen Stadium vielleicht unpassend ist, und eigentlich auch garnicht so wichtig.

Der Thread ist auf jeden Fall toll und kuggs mir weiter mit an! Vor kurzem hatte ich selber die Idee mal ein paar Fan-Arts zu der Buchreihe hinzuschludern. Ich hoffe der Thread schafft es, mich entgültig dazu zu motivieren. :D
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Beitrag von FastArt » 3. Jul 2009, 23:17

So hatte endlich mal etwas Zeit um mich auch mal durch dein kleines Projekt zu lesen.. leider kenn ich die Bücher noch nicht (was sich schnell ändern wird) aber ich seh hier auch einen sehr schönen Hintergrund dem eine wunderbare Illustration gerecht werden muss.. aber ich zweifle auch nicht im geringsten daran das du das hinbekommst.. Allein bei den ganzen Kritik hier wirst du sicher gute Ideen und Wege finden um dieses Werk meisterhaft zu vollenden (werd jetzt mal keine geben da ich denke dass hier schon genügend im Raum rumschweben)

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Beitrag von Chinasky » 4. Jul 2009, 10:49

@Mab: Deine Anregung, das Bild zu erweitern, hab ich, wie unten zu sehen, schon aufgenommen. Danke für den Tip! :) Was die Gebäude nahe der Mauer angeht: Die Behausungen und Festungsanlagen, in denen die Wächter wohnen, wollte ich rechts unten unterhalb der Plattform bringen. Das ist immer das Problem mit WIPs, daß so vieles noch fehlt...

@Neox: Diese Farb-Angelegenheit ist eins meiner Langzeitprobleme und es ist gut, daß Du da immer wieder drauf hinweist! Steter Tropfen höhlt hoffentlich den Stein. :D

@ Daniel: Meinst Du, ich sollte erst verbal ausformulieren, welche Stimmung ein Bild transportieren soll? An Deine Vorarbeiten mit Color-Thumbnails usw. denke ich ja immer zuerst, wenn ich darüber sinniere, wie man systematischer vorgehen könnte. Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob ich über diesen Weg tatsächlich zu den Bildern vordringe, die sich beim Lesen vor meinen Augen automatisch einstellten. Das erste "Gruppenbild" war wirklich nach dem Motto angefangen: Das sehe ich grad vor Augen, jetzt muß ich's nur noch "abmalen". Klappt aber scheinbar nicht. Nun ist meine Überlegung, ob ich die "inneren Bilder" vielleicht noch genauer angucken sollte, bis ich mit der Umsetzung beginne - so, wie man, wenn man draußen in der Natur malt, sich ja auch den Ausschnitt, den man malen will, genauer aussucht, vor- und zurückgeht, um ein Objekt (z.B. einen Baum oder ein Gebäude) herumgeht, um den optimalen Bildausschnitt zu finden... Da bin ich momentan am suchen, auf welche Weise ich da Intuition und Systematik für mich am besten kombinieren kann.
Das Problem ist wohl, daß ich beim Lesen gar nicht wirklich Bilder, sondern Filmszenen (mit Bewegung auch der Kamera...) vor dem inneren Auge habe. Und aus denen muß dann das maßgebliche still herausgesucht werden. Hhmm...

@Casshern:
Au weia, langweilig. Wenn das der erste Eindruck ist, dann muß ich da dringend was dagegen unternehmen. Danke für diesen klaren Arschtritt! Renaissance-Bilder oder Renaissance-Ästhetik strebe ich keinesfalls an, ich muß noch genauer analysieren, wie Du auf dieses Gefühl gekommen sein könntest und schauen, was man dagegen tun kann, daß diese spezielle Ästhetik so rüberkommt.

@Schindermichel:
Hehe, geiles OP. Hat mit meiner Vorstellung nicht mehr viel zu tun, aber Du hast demonstriert, wie wichtig eindeutige Schwerpunktsetzungen für das Bild sind - und daß die in meiner Version bislang fehlen. Aus so einer Schwerpunktsetzung folgt dann das story telling offenbar automatisch, wie man bei Deiner Version sieht. dort spielt sich etwas zwischen dem einen Wolf und der Gruppe im Hintergrund ab - eine zweier-Beziehung. Während ich den Wolf, obwohl als Blickfang vorne, durchaus als Bestandteil der Gesamtgruppe haben wollte. Ich muß wohl noch mehr überlegen, was ich überhaupt erzählen will.

@bukKkk: Na, endlich ein Kenner! :) Ich habe extra nicht nochmal nachrecherchiert, bevor ich mit dem Malen/Zeichnen begann. Deswegen bin ich mir bei der Mauer auch nicht im Klaren, wie die genau aussieht. Ich weiß nur, daß sie riesig ist, mehrere hundert Mehter hoch, und unten aus Eis. Aber wie sie oben aussieht, ob da eine Stein-Krone oben drauf ist usw. - darauf habe ich beim Lesen nicht so genau geachtet. Ist interessant, wie sich da Bilder in meinem Kopf gebildet haben, obwohl ich gar nicht genau hingeschaut habe. Wieder so ähnlich wie bei einem Film, wo man ja auch erst beim zweiten Gucken näher auf die Architektur schaut (ich denke da gerade an Elronds Haus im HdR), während man zuerst nur die Handlung beachtet und die Umgebung eigentlich nur als Stimmung, nicht als Summe von Details im Gedächtnis bleibt. Ich bin momentan noch unschlüssig, ob ich zu den einzelnen Bildern nochmal im Buch recherchieren soll (wie es ein beauftragter Illustrator tun sollte, weil ja sonst die Fans meckern), oder ob ich erstmal mich auf meine Gefühle und Vorstellungen beschränke, die ich beim Lesen hatte. Eigentlich neige ich zum Letzteren, aber wenn Du konkrete Anmerkungen hast, was "falsch" ist - nur her damit! Dann spare ich mir die Recherche... :D

@FastArt:
Ja, lies die Bücher. Ich vermute, sie werden Dir gefallen, vor allem, da ich Dich als Figuren- und Charakterzeichner kenne und gerade die einzelnen Personen in diesem Zyklus die größte Stärke sind. Die wenigen Negativ-Kritiken, die ich kenne, sind in diesem Punkt dann doch immer noch positiv, und finden meist, daß Martin sich zu sehr auf die Charakterdarstellung konzentriere. Ich habe ja Großes vor und einige der Buchfiguren will ich auf jeden Fall einzeln portraitieren, muß aber dafür dann doch noch ein wenig in den Büchern hin- und herblättern, damit ich wenigstens Augen- und Haarfarbe nicht durcheinanderbringe... ;)

So, hier ein paar weitere Scribbles. Ich habe das Mauerbild zuerst etwas weitergemalt, dann aber irgendwann gedacht, daß ich noch ein paar mehr Kompositionsvarianten bräuchte. Und außerdem hab ich als inneres Bild eine vor mir aufragende Mauer gehabt, dem muß irgendwie Rechnung getragen werden.

Bild

Soweit erstmal die erweiterte Version des Bildes von weiter oben. Bei diesem Stand kamen mir immer mehr Bedenken, ob ich mich nicht zu weit von meiner ursprünglichen Idee, zwei bestimmte Charaktere oben auf der Mauer zu zeigen, entferne. Also mitten im Prozess abgebrochen (wird aber noch weiter gemalt - je mehr Baustellen, desto besser! :oops: )

Bild

Einfach mal losgescribbelt. Die Schräge der Mauer und die Rundung der Eisblöcke ist natürlich krumm und soll nur pi mal Daumen eine leichte Froschperspektive andeuten.

Bild

An einer Stelle des Buches wird ein alter Turm erwähnt, der auf einer Insel in einem See nahe der Mauer steht. Ist aber auch erstmal eher eine Stimmungs-Skizze.

Bild

Hab da ein bisserl von Jaime Jones geklaut, falls jemandem die Komposition irgendwie bekannt vorkommen sollte. Die Treppenkonstruktion ist natürlich nur so verzerrt hingepappt... ;)
Zuletzt geändert von Chinasky am 4. Jul 2009, 17:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Syrus » 4. Jul 2009, 12:49

Erinnert mich Stimmungsmäßig in einer sehr positiven Weise an Oblivion. Bekomm ich glatt Lust Cyrodiil einen kleinen Besuch abzustatten. :D

Freue mich schon wie ein kleines Kind auf deine weiteren Bilder.^^

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Beitrag von Chinasky » 6. Jul 2009, 01:13

Na, dann hoffe ich mal, nicht allzusehr zu enttäuschen.

Bild

Die Mauer will ich als nächstes bearbeiten, die Licht-Effekte, insbesondere die god- rays, sind noch nicht umgesetzt. Nun hab ich da mehrere Stunden dran rumgemalt, und bin inzwischen am Zweifeln, ob es überhaupt sinnvoll war, die Perspektive nach oben fluchten zu lassen. Elendiger Mehraufwand, das zu konstruieren, und eigentlich sieht's eher affig aus, wie da alles schief in der Landschaft steht. Die beiden Vordergrundfiguren sind auf nem eigenen Layer und werden wohl noch irgendwie passender hin- und her geschoben. Bin nur gerade betriebsblind und zu müde, um da jetzt die richtigen nächsten Schritte in die Wege zu leiten.
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Beitrag von Mab » 6. Jul 2009, 04:51

Mir gefällt die Perspektive der Mauer, allerdings wirkt mir diese Außentreppe viel zu technisch für eine Fantasywelt. Aber da ich das Universum nicht kenne, ist es vielleicht angebracht. Die Mauer ansich ist m.M.n. in dieser Variente ein wenig langweilig von ihrer Architektur. Da würden mir ein paar Wachtürme , und/oder ein (verriegeltes) Tor noch ganz gut gefallen. Aber da es ja deine Auffassung eines Universums ist, das ich nicht kenne, kann ich eigentlich nicht viel kritisieren :oops:

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Beitrag von acapulco » 6. Jul 2009, 06:04

Deine Personen fallen aus der eigentlich doch recht krassen Perspektive raus. Die haste wohl vergessen in diese mit ein zu beziehen.
Auch find ich die Lichtspots echt langweilig gesetzt. Wenn das der Fokuspunkt sein soll find ich ihn echt langweilig. Ich hätte eher die Siedlung links genommen, oder die Menschen. Dass es um die Mauer geht ist ja mal unverkennbar wie ich finde.

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Beitrag von Chinasky » 6. Jul 2009, 07:37

@Mab: Die Außentreppe muß ja irgendwie "technisch sein. Vielleicht sieht sie momentan auch deswegen so unpassend aus, weil ich nur die perspektivische Vorzeichung dafür eingeblendet habe, die viel zu harte, glatte Linien hat. Der Vorschlag mit dem Tor ist eine Idee, tatsächlich gibt es ein solches an der Stelle, die das Bild zeigen soll.

@acapulco: *an die Stirn klatsch* Du hast vollkommen recht, der Fokuspunkt ist langweilig gewählt und zwar allein deswegen, weil ich noch zu sehr gedanklich bei der Vorgänger-Version war. So verwirrt man ja den Betrachter, statt seinen Blick zu lenken. Arrghs, das muß sofort geändert werden! Danke für den Hinweis!

edit: Hab mal die Fluchtung rausgenommen und acapulcos Hinweis wegen des Focus zu berücksichtigen versucht:

Bild
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Beitrag von WhiteLady » 6. Jul 2009, 15:35

Hm, bei dieser Version ist mir nicht klar, wo das Sonnenlicht herkommt, das die Gebäude beleuchtet. Der Bezug war irgendwie vorher besser.

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