Der Aufbruch

Stellt Eure in Arbeit befindlichen oder fertigen 2D-Artworks hier aus, um sie diskutieren zu lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Euer Artwork in klassischen Techniken oder digital entstanden ist.
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Spikespine
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Der Aufbruch

Beitrag von Spikespine » 21. Feb 2010, 19:43

Hallo,

nachdem ich schon längere Zeit kein ausgearbeitetes Artwork erstellt habe, bin ich jetzt mal richtig motiviert, auch mal viel Arbeit in eine Illustration zu stecken! Den Entstehungsprozess versuche ich lückenlos in diesem Thread zu dokumentieren. Vielleicht ist es ja für den einen oder anderen interessant zu sehen, auf welchen (Irr-)wegen ich (als Nicht-Profi) zu meinem Ergebnis gelange. Ich würde mich natürlich während der Entstehung sehr über Hinweise, Kritik, Ratschläge, Lob und Tadel, Anregungen sowie Vorschläge freuen. :) Bin mal gespannt in welche Richtung das sich entwickeln wird.

Bei der Wahl des Bildthemas will ich mir viel Freiheit lassen, ist schließlich keine Auftragsarbeit. Viel Wert lege ich diesmal darauf, dass das Bild ein wenig "Storytelling" beinhaltet - in der Regel vernachlässige ich diesen Aspekt immer in der Planung meiner Artworks.

Neben dem Storytelling-Aspekt strebe ich eine imposante visuelle Bildwirkung an. Das ist natürlich sehr platt und intellektuell unanspruchsvoll, aber momentan ist das tatsächlich etwas, das mich bei der Gestaltung von Illustrationen unter anderem interessiert. Ich werde natürlich nicht in der Lage sein, eine Bildwirkung zu erzielen, die ich erlebe, wenn ich mir die Bilder nur vor meinem "geistigen Auge" vorstelle - dazu habe ich zu wenig Erfahrung. Aber ich versuche einfach mal mein bestes. Möglicherweise bringt mich der eine oder andere Hinweis auf interessante Aspekte, die ich bisher nicht beachtet hatte.


Genug erzählt, zum Bildthema:
Momentan stelle ich mir eine Abschieds-/Aufbruchssituation in einer Fantasy-Szenerie vor. Der junge Held ist gerade dabei, sich mit seinem Luftschiff auf eine abenteuerliche Reise zu machen. Seine Geliebte ist in ihrer Abschiedsgeste zu sehen. (Mein Gott, was für ein Kitsch! :D ...)

Das ganze soll sich auf einem Bauwerk in großer Höhe über einer weiten Fantasylandschaft abspielen. Ich stell mir die Architektur in der Art einer in die Höhe gebauten Stadt vor, die in eine senkrechte Felswand eingebettet ist. Und zu so einer Felswand gehören natürlich beeindruckende Wasserfälle, die die Architektur umspülen. Wasserfälle sollen außerdem in der ganzen Landschaft auftauchen.

Klingt jetzt erstmal nach ner ganzen Menge, und es ist wahrscheinlich auch einfach zu viel für ein Artwork. Aber habe einfach das Bedürfnis, mir eine richtig schwere Herausforderung zu stellen. Die Arbeit muss natürlich in Einzelprobleme aufgeteilt werden, keine Chance, da auf Anhieb draufloszumalen. Als erstes wollte ich den groben Bildaufbau und die Komposition ausprobieren. Wichtig sind wahrscheinlich grundsätzlich eine ganze Menge Variationen, aus denen ich mir dann das beste aussuche.

In James Gurney's Buch hab ich gelesen, dass Howard Pyle immer mindestens 50 Kompositionsthumbnails angefertigt hat, bevor er weiter gemacht hat. Glaub nicht, dass ich so lange durchhalte, aber ich werd auf jeden Fall mal mehr Entwurfsskizzen als für mich üblich machen!

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Hier ist die erste digital-Skizze, in drei Variationen:
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Bild

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ich hab den Eindruck, wenn das Schiff und die Charaktere weiter oben im Bild platziert sind, verstärkt sich der (erwünschte) Eindruck, dass das Ganze weit über dem Boden passiert.

Ich weiß noch nicht, ob das Luftschiff zum Betrachter hin aus dem Bild "herausfliegen" oder vom Betrachter weg in die gezeigte Landschaft hineinfliegen soll. Genau genommen weiß ich noch ziemlich wenig über das endgültige Bild. Dadurch, dass rein gar nichts vorgegeben ist, scheinen sich unendlich viele Möglichkeiten anzubieten... was natürlich die Entscheidungsfindung erschwert.


Hier noch Entwürfe für den Protagonisten:
Bild


So ähnlich hab ich mir mal das Gebäude vorgestellt, ist jetzt nicht sauber konstruiert, und auch nur der obere Teil, letztendlich soll es ja extrem hoch sein.
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Beim Luftschiff hatte ich die Vorstellung, dass das Design aussehen soll wie ein Drache. Kann sich aber auch noch ändern.
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ich habe das Gefühl, nicht alles auf einmal lösen zu können. Vielleicht gelingt es mir, ein wenig Struktur in meinen Arbeitsprozess zu bekommen.

Ich bin auf jeden Fall gespannt auf Einschätzungen. Keine Ahnung, ob man momentan schon viel sagen kann, aber wenn jemandem etwas einfällt, bin ich natürlich für jeden Kommentar dankbar. In jedem Fall mach ich aber morgen weiter, und werde den Thread hier regelmäßig aktualisieren.

Achso, und wenn jemand hinweise für Inspirationsquellen bzw Referenzmaterial kennt, das mir hier helfen könnte, kann das gerne hier gepostet werden :)

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Beitrag von Chinasky » 21. Feb 2010, 20:17

Sehr geil, ich liebe solche Threads! Bei Deinen Thumbnails, auch den digitalen, fällt mir auf, daß du in dem frühen Stadium durchaus noch entschiedener die Tonwerte unterscheiden und die Hauptmassen des Bildes betonen könntest. Mir fehlen da momentan noch die klaren Shapes.

Mach ruhig wirklich noch ein paar mehr Skizen, bevor Du Dich in die Details stürzt. Mir fällt z.B. (wohl, weil ich auf sowas immer besonders achte) auf, daß die Treppe in beiden Computersketches ziemlich genau die untere Bildkante teilt und rechts auf einer Linie mit dem Gefährt, das im Zentrum steht, endet.
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

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Beitrag von Thorsten » 21. Feb 2010, 22:34

Chinaskys erster Satz könnte auch von mir kommen. Ich bin gespannt, was da noch kommt.

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Beitrag von FastArt » 22. Feb 2010, 00:08

cool.. freu mich auch dir beim arbeiten `zuschaun´ zu können.. sieht jetzt schon sehr vielversprechend aus und mit der unterstützung von den ganzen könner-dudes hier wird das dingen sicher ein schöner hingucker.. :)

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Rilyn
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Beitrag von Rilyn » 22. Feb 2010, 00:44

Auf das Bild bin ich gespannt. :)

Hab mir zuerst die Bilder angeschaut und dann dein Eingangsposting gelesen; die digitalen Skizzen geben "nach außen" wirklich noch wenig von dem wieder, was du an Vorstellung in den Hintergrund gesteckt hast (sagt eine, deren absoluter Schwachpunkt digitale Speedpaintings sind, umhja).

Zur Treppe / dem Steg: nutze den doch für Bildtiefe. Die erste Variante mit den Lampions gefällt mir deshalb am besten. Unabhängig von der Anordnung im Bild gibt es ein schönes Vordergrundmotiv, ohne, dass du den Betrachter durch den Abgrund vom Geschehen trennst. Fürs Storytelling m.E. positiv (was ich, bilde ich mir zumindest ein, wiederum ganz gut kann ... aber ich gehöre auch zu den kranken Geistern, die mit Worten malen).

Auch in der Gebäudekonstruktion etc steckt schon viel drin, was fürs Storytelling nützlich ist. Es geht dabei nicht um ausgefeilte Details, sondern um erkennbare "Nebensächlichkeiten", die sich aufdrängen. Aufbruch / Zuhause als Gegensätze, (unbewusst) verdeutlicht durch Dinge, die damit zusammenhängen. Der Betrachter kann sich dann selbst die Geschichte denken, die du ihm "erzählst". Der imposante Hintergrund entsteht damit schon viel leichter, weil die Zusammenhänge mit den gegensätzlichen Themen - was lässt er zurück, was nimmt er mit, wie wirkt der Aufbruch / die Zukunft, wie das, was er hinter sich lässt etc - eine Menge an Inhalt und Wirkung, d.h. alles von Detailgrad bis Lichtstimmung, ausspucken.
Momentan hast du hier ein Setting, das sagt: jemand bricht mit Hilfe der Errungenschaften seiner Gesellschaft auf. Wohin, das sagt es nicht; muss es ja auch nicht, könnte aber. Wenn er z.B. einen Haufen Messinstrumente mitschleppt, sagt das was ganz anderes aus, als wenn er abenteuerlich-zweckmäßig ausgerüstet ist.
Gneuag Blah. :oops:

btw, Kitsch: in keinem anderen Land weltweit gibt es eine solche Angst vor "Kitsch" wie in Deutschland. Mach einfach. Von Kitsch ist das weit entfernt, wenn es nicht gerade rosarot und voller Rosenblütenblätter sein soll. :D

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Spikespine
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Beitrag von Spikespine » 22. Feb 2010, 23:08

Chinasky: vielen dank! Klarere Shapes habe ich in dem neuen Sketch ausprobiert. Aber es geht sicher noch klarer... morgen dann :) Das mit der Treppe an der unteren Bildkante hab ich jetzt versucht zu umgehen mit schräg fluchtenden Stufen.

danke auch Thorsten und FastArt für eure motivierenden Worte. :)

Rilyn: wow, ein paar wirklich interessante und wichtige Punkte, die du da ansprichst. Geht ja schon gut los. Deine Ausführungen zum Storytelling kann ich 100% unterschreiben. Ich versuch die so gut es geht im Hinterkopf zu behalten. Wobei ich jetzt schon relativ sicher bin, dass das ein Thema ist, bei dem ich im weiteren Prozess sicher noch ein paar mal Probleme haben werde. Gerade das einbringen von Details habe ich bisher missverstanden. Es geht im Grunde nicht darum, das Bild immer noch ein kleines bisschen feiner auszurendern, und jede Textur genau zu definieren. Die wichtigen Details sind da eher kleine Bildelemente, die dem Betrachter beim genaueren hinsehen eine Menge "Hintergrundinformationen" geben. Vielen Dank für den Hinweis! :)
Mit der Kitsch-Angst hast du sicher recht. Da mach ich mir mal keine Gedanken.


Heute hab ich eine neue digitale Skizze gemacht, und ein paar Dinge verändert. Ich glaube, ich mache noch eine ganze Reihe solcher groben Kompositions-Tests. Auch mit anderen Techniken. In dem Zusammenhang werde ich auch mal bestimmte Assoziationstechniken ausprobieren, um coole Shapes zu finden. Bei dem Thumb hier geht es allerdings auch erstmal nur um die Shapes, bzw um die Verteilung der größeren Bildelemente auf der Bildebene. Lichtsituation, Tonwertverteilung, etc. haben in diesem Fall noch nichts mit dem endgültigen Bild zu tun. Ich habe das Gefühl, dass ich auf diese Art und Weise noch eine ganze Menge für die Komposition herausholen kann, wenn ich viele solcher Tests gemacht habe. Der nächste Schritt wäre dann, das Design der einzelnen Massen zeichnerisch zu erkunden und festzulegen. Z.b. hab ich ja momentan das letztendliche Aussehen der Architektur bewusst noch völlig offen gelassen. Jetzt schon alles endgültig festzulegen wäre bei meinem Erfahrungsstand einfach zu viel auf einmal.

Bild

Momentan kippt das Bild noch zu stark. Die Massen sind links und rechts irgendwie noch zu ungleich verteilt. Morgen experimentiere ich damit, das Bauwerk weiter in die Mitte zu rücken, und dafür noch links Hintergrund zu zeigen. Sicherlich gibt es aber noch eine elegantere Lösung.

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Beitrag von digitaldecoy » 23. Feb 2010, 10:12

Ein Thread nach meinem Geschmack! :)

An Deinem letzten Sketch fällt mir spontan auf, dass Du zu viele interessante Shapes in das Bild gepackt hast. Die Umrisse der Figuren gehen verloren in dem Crescendo von zackigen und zergliederten Shapes. Eine Trennung von Brücke und Luftschiff ist visuell nicht wirklich möglich. Du kannst Dich darauf verlegen, dass Shading und Farben das später richten. Ich persönlich habe aber die Erfahrung gemacht, dass das Bild besser lesbar wird, wenn alle Bestandteile sich schon im Entwurf klar voneinander trennen lassen. Die einfachste Möglichkeit, dies zu erreichen wäre, die Shapes unterschiedlich hell zu machen und dies später einfach in der Farbigkeit und im Shading zu berücksichtigen. Außerdem könnte man auch noch mit Shapekontrasten arbeiten - rundes, bauchiges Luftschiff und feingliedrige Brücke etc. Je nach Schwerpunkt, den Du der Abschiedszene einräumen möchtest, würde es sich auch durchaus lohnen, darauf zu achten, das Design der Umgebung nicht zu aufdringlich/effekhascherisch zu gestalten, damit die intime Szene darin nicht untergeht.
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Beitrag von Rilyn » 23. Feb 2010, 15:32

Ah, perfekt ausgedrückt :)
Hatte grade überlegt, wie ich Luftschiff, Brücke und Gestaltungsgesetze in einen Satz bringe.

Von der Wirkung her "kippt" das Bild bzw die Bewegungsrichtung in der letzten Skizze eher, der Ballon zieht nur bei logischer Betrachtung nach oben. Aber er zieht auch schön weg vom Startpunkt, den Gebäuden und der Holden. (Und das Drachenschiff mag ich einfach.)
Den Start nach rechts bremst die Felswand etwas aus; lieber freie Fläche nach hinten rechts, wohin er fliegen kann? Obwohl ein Gegengewicht zur linken Bildseite her muss ... hm.

Freut mich, wenn mein Storytelling-Blah zu was Nütze ist. :)

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Beitrag von Spikespine » 23. Feb 2010, 23:23

digitaldecoy: thx. :) Stimmt, die Bildelemente lassen sich tatsächlich sehr schwer trennen. Interessanterweise war mir diese Problematik schon vorher klar, aber ich hab es trotzdem nicht gelöst. Im neuen Sketch hab ich mal deinen Vorschlag beherzigt, die Shapes unterschiedlich hell zu machen.

Der Hintergrund ist wahrscheinlich wirklich ein wenig effekthascherisch, und lenkt die Aufmerksamkeit von der Abschiedsszene. Ich werde jedenfalls noch ausprobieren, wie ich das in einer Art und Weise zurücknehmen kann, dass keine Wesentlichen Bildelemente in den Hintergrund geraten. Es ist ein bisschen unschön, sich mit dem Gedanken anfreunden zu müssen, dass man nicht alles zeigen kann, sondern klare Prioritäten setzen muss, um nicht im Sumpf des Nichtssagens zu verschwinden. Und das bedeutet leider immer, sich gegen eine ganze Reihe von schönen Dingen zu entscheiden...

Rilyn: vielleicht kann ich das Dilemma mit der Felswand lösen, indem die Gischt vom Wasserfall die Umrisse rechts ein wenig verwischt, und somit der Wand Massivität nimmt. Dann hab ich trotzdem noch ein lGegengewicht zur linken Bildhälfte.

Hab mal ein wenig mehr mit Custom-Brushes herumgeschmiert, und auch ein bisschen Farbe reingebracht, die aber auch rein gar nichts mit einem möglichen Licht/Farbkonzept zu tun hat, das ich im Kopf habe. Ich tappe momentan, wie man sieht, etwas auf der Stelle. Eigentlich sollte ich in der Anordnung der Bildelemente noch stärker experimentieren, auch mal völlig abwegige Sachen ausprobieren, um auf neue Ideen zu kommen. Gerade bin ich auf die derzeitige Lösung ein wenig festgefahren. Vielleicht brauch ich auch einfach mal ein bisschen Abstand von der Komposition und sollte mich vorübergehend anderen Baustellen im Bild widmen.

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Beitrag von rocko » 23. Feb 2010, 23:49

Och wenn du da viel mit weichen brushes und nur sanften hell-dunkel Kontrasten arbeitest geth der Hintergrund mehr als klar. Stell ich mir schon richtig geil vor :)
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Beitrag von digitaldecoy » 24. Feb 2010, 10:01

Was mir spontan noch auffällt: Du hast mit dem Ballon ein riesiges Objekt in der Szene, von dem man zwar nicht viel sieht, was aber trotzdem sehr präsent sein sollte. Eventuell findest Du eine schöne Möglichkeit, mit dem Schlagschatten des Ballons zu arbeiten. Gerade durch Schattenwurf und Lichtweinfall von außerhalb des Bildbereiches kann man Szenen sehr schön virtuell erweitern.

Ansonsten muss ich auch sagen, dass das WIP vielversprechend aussieht!
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Beitrag von kriD » 24. Feb 2010, 15:35

Momentan kippt das Bild noch zu stark. Die Massen sind links und rechts irgendwie noch zu ungleich verteilt. Morgen experimentiere ich damit, das Bauwerk weiter in die Mitte zu rücken, und dafür noch links Hintergrund zu zeigen. Sicherlich gibt es aber noch eine elegantere Lösung.
vielleicht wäre es günstiger den ballon einmal horizontal zu spiegeln, damit die Massen besser verteilt sind.

hab mir mal ein unfachmännisches OP erlaubt:
Bild
(wenn ir das so von der "stimmung" her nicht passt, weil der ballon eher nach oben rechts aufstreben soll, denn spielgel das gesamte bild einmal horizontal)



vielleicht wäre auch ein Betrachtungswinkel von weiter oben günstig. dann ließe sich die (wie ich finde ziemlich gute) idee von digitaldecoy mit den Schatten leichter umsetzen, indem man zB einen Schlagschatten auf den Boden oder das gebäude fallen lässt. Dafür müsste aus diesem Betrachtungswinkel die sonne schon ziemlich tief stehen, damit man einen schatten zu gesicht bekommt..


lg kriD

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Beitrag von Spikespine » 26. Feb 2010, 19:43

rocko, digitaldecoy, kriD: danke für eure Kommentare :)

digitaldecoy: Die Idee mit dem Schlagschatten finde ich richtig gut. Vielleicht finde ich da wirklich eine schöne Umsetzung, u.U mit tiefstehender Sonne...

kriD: Danke fürs OP!
Die Massen sind in deiner Version besser verteilt. Tatsächlich sollte der Ballon nach rechts starten, finde ich. Das kommt einfach der Leserichtung zugute. Das OP zeigt auf jeden Fall schön, wie viele Möglichkeiten es gibt, werde diese Variante auch mal im Hinterkopf behalten. Auch Variationen im Betrachtungswinkel auszuprobieren ist ein guter Hinweis. Vielleicht sieht es tatsächlich besser aus, wenn der Betrachter von etwas weiter oben auf die Szene blickt. Spontan würde ich vermuten, dass es den Betrachter "objektiver" macht, er steht über der Aktion und hat somit auch Überblick über die Szene. Ich befürchte aber, dass er nicht so stark in die Szene "eingezogen" wird... aber einen Versuch ist es wert!


Ich komme relativ langsam voran. Aber noch habe ich nicht das Gefühl, einen Bildaufbau gefunden zu haben, der meinen Vorstellungen entspricht.
Zunächst mal eine weitere Bleistiftskizze. Ich habe jetzt die Shapes von Brücke und Luftschiff noch ein wenig stärker getrennt...

Bild


und hier die Shapes digitalisiert:
Bild

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Beitrag von Rilyn » 26. Feb 2010, 21:31

Yay! Das wird ziemlich cool.

Was mir im Moment auffällt, nur ne Idee ... den "Drache" sich mehr unter der Brüche durch winden lassen, d.h. den Schwanz gewölbt nach oben und den Hals ebenso in einer geschwungenen statt geraden Form?

Die kniende Figur ist klasse, in beider Haltung steckt Dynamik. Auch den Hintergrund finde ich so sehr gelungen. Die Schlucht ist da, bringt Tiefe, und trotzdem versperrt nix den rechten Bildrand.

\o/

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Beitrag von kriD » 27. Feb 2010, 04:14

der neue Hintergrund gefällt mir noch besser als der alte! Und ich glaube auch, dass es nicht aussehen würde ihn zu spiegeln, um eine bessere Massenverteilung zu erhalten.

Rilyns Idee mit dem "gebogenen" Drachen finde ich aber gut und ich hab sie mal etwas weiter gesponnen, um sich vielleicht deines Problems der Trennung von Vorder- und Hintergrund zu entledigen.

du könntest (was du immoment schon fast hast) im Fordergrund nur runde shapes verwenden und im Hintergrund nur eckige und kantige shapes.

hab mir wiedermal ein OP erlaubt:
Bild

hab den drachenschwanz etwas verlängert und gebogen und den kopf auchnoch ein wenig angehoben. So hat man im Vordergrund nurnoch runde wellenförmige Objekte. Jetzt im Hintergrund nurnoch darauf achten, dass alles gerade und eckig ist (passt ja gut zu dem häuserstil, den du anstrebst) und gucken wie es wirkt.

war nur ne fixe idee, vlt findest du die ja gut :)

lg kriD

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Beitrag von Spikespine » 27. Feb 2010, 16:56

danke, Rilyn und kriD.

Gute Idee, mit dem sich um die Brücke windenden Drachen-Luftschiff. Es darf natürlich nur so weit gehen, dass man noch das Gefühl hat, das Schiff kann noch abheben ohne mit der Brücke zu kollidieren :)
Die Form des Luftschiffs ist im OP dynamischer, ich werde das sicherlich beim Design des endgültigen Schiffs berücksichtigen.
Auch das mit der Trennung der Shapes durch Formkontrast (rund / eckig) funktioniert im OP gut!

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Beitrag von Spikespine » 3. Mär 2010, 18:57

Hier ist ein neuer Entwurf für das Luftschiff. Ich denke, diese Proportionierung von Hals und "Ballonkorb" gefällt mir besser. Das Design geht jetzt eher richtung Chinesischer Drache. Ich hab das Gefühl, da könnten dann später ein paar lange, sehr schmale Bänder befestigt sein, die dann dynamisch hinter dem Schiff herflattern, um die Bewegungsrichtung zu verdeutlichen.

Hmm..eigentlich möchte ich auch vermeiden, dass das Teil zu sehr nach einem echten, lebendigen Drachen aussieht. Das war sicher nicht der letzte Entwurf dafür...
Bild

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Beitrag von Spikespine » 14. Mär 2010, 17:51

Ich komme momentan wegen anderer Arbeit leider wenig zum Malen, aber grundsätzlich finde ich das nicht schlimm. Immerhin bekomme ich so immer wieder einen frischen Blick auf das ganze.

Momentan stocke ich aber tatsächlich etwas. Mir ist es bisher noch nicht gelungen, ein Thumb zu machen, das mich von der Komposition und dem Bildaufbau so richtig überzeugen konnte. Die letzte Version war deutlich zu "undynamisch" - Bewegung sollte schon drin sein.
In der neuen Version ist der Betrachterstandpunkt nochmal erhöht...man soll ein wenig auf die Szene draufschauen, wie von kriD vorgeschlagen.

Aber aus irgendeinem Grund habe ich das Gefühl, dass das Bild noch nicht so gut funktioniert... Vielleicht liegt es an der relativ mittigen Positionierung der Luftschiffmasse, oder daran, dass Luftschiff und Brücke im Vordergrund ähnlich große Bildflächen in Anspruch nehmen, und somit konkurrieren... aber mir ist da noch nichts besseres eingefallen.

Solange ich kein befriedigendes Thumb gemacht habe, will ich auf keinen Fall mit einer detaillierteren Zeichnung anfangen. Vielleicht kommt mir ja in den nächsten Tagen eine richtig gute Idee...

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Beitrag von Rilyn » 15. Mär 2010, 00:54

Hmm, ob die Brücke und das Schiff wirklich so konkurrieren? Du hast im Mittel- bzw Vordergrund drei große Massen: Brücke, Schiff und Ballon. Letzterer wirkt noch größer, als er ist, weil er eine große Fläche sein wird (auch, wenn noch ein Netz drüber kommt, es ist etwas strukturell recht einfaches). Ähnlich die Brücke: Struktur steckt wieder im Detail, in der Holztextur etc, das Ganze ist eine einheitliche Konstruktion mit wenig ausbrechenden Details wie den Lampen. Das Schiff dagegen ist ein Bildteil mit Detailfülle und viel Abwechslung und rückt allein dadurch deutlich von der Brücke ab. Im Scribble kommt das sicher noch nicht so deutlich rüber.

Ich hoffe, die Anmerkung war jetzt nicht ins Blaue geraten, denn bei meinen eigenen Bildern stelle ich seltenst Überlegungen dieser Art an. :?

Der Kamerawinkel ist interessant; er zeigt viel Abschied in der Aufbruchsszene durch den Blick "zurück", weil etwas mehr von oben. Man befindet sich als Betrachter eher auf einer Höhe mit der Frau.

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Beitrag von kriD » 15. Mär 2010, 01:43

Blick zurück ist vielleicht das stichwort..

nachdem jetzt der betrachter weiter oben steht (sieht viel besser aus), wäre es auch denkbar ihn sozusagen vor die schnauze des drachen (evtl. etwas höher, sodass der ballon noch gerade zu sehen ist (oder auch nicht?)) zu setzen.
dadurch ist es dir erlaubt das bild komplett neu zu kompositionieren.
brücke von links oder brücke von rechts? etc..

auch denkbar wäre ein betrachter hinter dem drauchen, aber dadurch hat der betrachter einen blick nach vorn, was sich nicht so wirklich mit dem thema des abschieds verträgt. (hat rilyn ja auch schon angesprochen)

Habs mal versucht zu malen, ich hoffe man erkennt, wie es gemeint sein soll:
Bild
(ja, der drache sieht scheiße aus...)


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Beitrag von digitaldecoy » 15. Mär 2010, 10:08

Ich finde es schade, dass Du immer weiter von Deinem Motiv - dem Päärchen - abrückst. Je weiter Du Dich mit der Kamera von ihnen entfernst, desto mehr entfernt sich auch der Betrachter emotional von ihnen. Was vorher noch eine intime Szene zwischen zwei Menschen war, wird jetzt eine nüchterne Bestandsaufnahme von einem Außenstehenden. Außerdem beschummelst Du Dich in Deinem letzten Thumbnail was die Tonwerte betrifft. Die Brücke scheint im Nichts zu enden, weil das Haus, an dem sie eigentlich endet, so hell ist, dass es wie ferner Hintergrund wirkt. Bei der Ausarbeitung wirst Du das merken und dann wirst Du es dunkler machen und dann wird es die Shapes Deiner Szene verschleiern und das Bild wird nicht mehr funktionieren. Ich denke, das siehst Du intuitiv auch und daher solltest Du auf jeden fall noch weitersuchen.
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Beitrag von rocko » 15. Mär 2010, 14:44

Also ich fand ja das sepiafarbene thumb nr.5 am besten von der Licht-und Schattenkomposition. Ich könnte es mir gut vorstellen, wenn man noch ein bisschen näher mit der kamera ran fährt, die etwas grosse leere Fläche rechts unten füllt und die Figuren etwas aus dem Zentrum rückt. Ich mach da mal ein kleines op


edit: Ok schwere Nummer, ich sehs ein :P Näher rangekommen bin ich nicht unbedingt. Ich habe die Komposition eher versucht etwas aufzuräumen und zu vereinfachen. Vllt hilfts dir ja, ansonsten nehm ichs wieder runter wenn du magst.

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Beitrag von Spikespine » 16. Mär 2010, 22:32

Ich habe zwar aus Zeitgründen noch kein neues Thumb gemacht, möchte aber schon jetzt auf die Kommentare reagieren.

Rilyn: vielen Dank für deinen Kommentar! :) Der Hinweis zu den Unterschiedlichen Shapes ergibt Sinn, es ist wohl wirklich etwas anderes, was mich noch stört.

kriD: danke :) stimmt, ein höherer Betrachter bringt nochmal komplett andere Kompositionsmöglichkeiten ins Spiel. Ich habe also noch einiges vor mir.

Daniel: auch dir vielen Dank! Ich bin in den letzten Versionen wirklich immer weiter von dem Pärchen abgerückt. Das sollte ich auf jeden Fall wieder rückgängig machen. Vermutlich muss ich für die Lösung meines Problems nochmal richtig umdenken. Der Punkt mit der Tonwertschummelei: ich vermute, dass du auch hier absolut Recht hast - ich verstehe dich so, dass ich bei der Planung der Shapes auch die Gebäude im Hintergrund gewichtiger einbeziehen sollte, weil ich sie nicht so atmosphärisch hell lassen kann? Oder sollte ich die komplette Idee mit der Brücke nochmal überdenken?

starscream: danke! Ich habe jetzt ein bisschen nachgedacht, und muss dir jetzt völlig Recht geben: ich hab nur noch einen "establishing shot", DAS ist es was mich stört! Ich brauche mehr Spannung durch Perspektive und in der räumlichen Anordnung und Bewegung der Massen. Ich glaube, das kann ich mal als Grundlage für meine nächsten Versuche machen. Meine Motivation für das Bild ist übrigens nach wie vor überraschend hoch. Gerade weil ich nicht oft zum Zeichnen komme derzeit juckt es mich ständig in den Fingern. Und da ja dieser erste Schritt in meinen Augen der entscheidendste für das Bild ist, möchte ich eine Menge Arbeit da reinstecken. Ich erinnere mich, dass Daniel bei seiner Arbeit an "In der Falle" auch irgendwann ein Speedpaint gemacht hat, das ihn spontan überzeugt hat. Vielleicht gelingt mir auch demnächst ein solcher Befreiungsschlag. :)

rocko: hey, super OP! Die Komposition ist hier deutlich klarer und es würde ein deutlich besseres Bild ergeben, als mein letztes Thumb. Klasse, wie viel ich hier über das Funktionieren von Bildern lerne! Gute Idee, die Wasserfälle im Hintergrund zu einer einfachen hellen Fläche zu reduzieren, die hier und da unterbrochen ist. Ich werde die Erkenntnisse daraus auf jeden Fall im Hinterkopf behalten! Im Zweifelsfall ist halt simpler besser, bzw. weniger mehr...

Ich bin gerade wirklich gespannt, worauf das hinausläuft!

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Beitrag von Spikespine » 10. Jun 2010, 20:12

kleines Update: eine Tonwert-Test mit neuer Bildkomposition.

Bild


Am Wochenende hab ich hoffentlich wieder Zeit, weiterzumachen. Ich denke, ich habe mich vorläufig für diese grundsätzliche Komposition entschieden. Bin zwar nicht 100% zufrieden, aber momentan fällt mir nichts besseres ein. Endgültig ist die Entscheidung natürlich nicht.

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