The Wormworld Saga - Fan Art Thread

Stellt Eure in Arbeit befindlichen oder fertigen 2D-Artworks hier aus, um sie diskutieren zu lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Euer Artwork in klassischen Techniken oder digital entstanden ist.
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digitaldecoy
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Beitrag von digitaldecoy » 28. Sep 2012, 17:54

Ja, dazu sind die Kameraschwenks hier und da noch hackelig und mit dem Nebel haben wir es auch ziemlich übertrieben.

Die Musik ist tatsächlich nicht auf den Punkt. Also weder von der Stimmung her noch vom Timing. Aber ich bin einigermaßen zufrieden, weil ich die Musik nicht als Grundlage für den Dreh hatte, sondern alles nachträglich darauf abgestimmt habe und dafür ist es sogar noch ganz gut geworden, finde ich. Aber Mensch, was würde ich dafür geben, wenn man für sowas mal extra was komponieren lassen könnte...

Aber ich will mich mit Film ja gar nicht weiter belasten. Das war schön für einen Nachmittag und ein paar Abende am Schnittprogramm. Im Comic-Medium kommt ich immer noch besser zurecht. Ist auch weniger aufwendig. Aber ich denke, das ist eh alles selbstverständlich.
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Sue-San
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Beitrag von Sue-San » 29. Sep 2012, 16:15

Großartig! :D An so was hab ich richtig Spaß!
Zur Musik: Als ich das allererste Kapitel gelesen habe, hatte ich die ganze Zeit den Soundtrack von Spirited Away im Ohr, das erste Stück. Irgendwie summt jetzt immer diese Art von Musik im Kopf, wenn ich die Wurmwelt betrete. Aber Ravel passt auch ganz gut.

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oger-lord
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Beitrag von oger-lord » 29. Sep 2012, 17:30

You gotta identify with your situation/characters, can't just write ‘cool'. What would make YOU act that way?
Das hört sich zwar immer so schön an aber man möchte in der Geschichte ja nicht nur Klone von sich selbst produzieren.
Wenn man selbst introvertiert ist dürfen trotzdem nicht alle Personen auch introvertiert sein.
Es muss logische Gründe geben aus denen man nachvollziehen kann warum die Person so gehandelt hat und nicht anders, vielleicht ist es hilfreicher nicht von sich selbst auszugehen sondern von anderen Menschen die man gut kennt und wie die sich verhalten würden.

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digitaldecoy
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Beitrag von digitaldecoy » 29. Sep 2012, 20:31

Ich denke, dass es schwierig ist, einen Protagonisten zu schreiben, mit dem man nicht mitfühlen kann. Allerdings glaube ich, dass es einen Heidenspaß macht, Antagonisten zu schreiben, die einem selbst so richtig gegen den Strich gehen.
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schlummi
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Beitrag von schlummi » 29. Sep 2012, 22:46

Ich glaub', mir ist klar geworden, warum die bombastische Hintergründe mir nicht angemessen erscheinen. Ich schreib's mal schnell hier, denn bis zu DAFcon vergesse ich's ganz bestimmt. :D
Nach der ganzen Kritik an den Charakteren, der ich ehrlich gesagt nicht so ganz folgen konnte, fiel mir was auf. Eine Eigenschaft fehlt dem Jonas, die sich direkt auf die Umgebung, bzw. Backgrounds bezieht. Der ist irgendwie überhaupt nicht neugierig. Und WEIL die Umgebung so wunderschön ist sieht's bissl unglaubwürdig aus. Er stellt keine Fragen, er schnuppert nicht an den Blumen und er läuft nicht zu Gegenständen, zu denen ich als Erwachsener laufen würde... Z.B. In dem Wald-Kapitel, wo die beide sich morgens auf den Weg machen, laufen sie an riesigen leuchtenden Steinen vorbei. Einfach so. Als ich ein Kind war, wäre ich schneller drauf, als die Frau mich halten könnte. :D Welches Kind denn nicht? Insbesonders Jonas, der in dem ersten Kapitel als richtiger "Waldbewohner" dargestellt wird. Wenn Zauberwald sonst keinerlei Neues im Vergleich zu Normalwald bieten täte, würde ich's verstehen. Doch da gibt's doch viel mehr? Oder sehe ich wortlich den Wald hinter den Bäumen nicht? :? :)

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Beitrag von Ionflux » 29. Sep 2012, 22:52

schlummi hat geschrieben:Eine Eigenschaft fehlt dem Jonas, die sich direkt auf die Umgebung, bzw. Backgrounds bezieht. Der ist irgendwie überhaupt nicht neugierig. Und WEIL die Umgebung so wunderschön ist sieht's bissl unglaubwürdig aus. Er stellt keine Fragen, er schnuppert nicht an den Blumen und er läuft nicht zu Gegenständen, zu denen ich als Erwachsener laufen würde...
Naja. Vielleicht ist er einfach ein bisschen ängstlich und vorsichtig, nachdem er als erstes fast von einem Rieseninsekt gefressen wurde. ;)
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Beitrag von schlummi » 29. Sep 2012, 23:09

Ionflux hat geschrieben:Naja. Vielleicht ist er einfach ein bisschen ängstlich und vorsichtig, nachdem er als erstes fast von einem Rieseninsekt gefressen wurde. ;)
Naja, sein Retter und Beschützer ist ja immer noch da. Hättest Du immer noch Angst? ;)
Btw. Neugier ist kein Spass. Man(n) erforscht die umgebung gerade um die Gefahren rechtzeitig zu entdecken. Darum isses so natürlich/selbstverständlich. :)

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Beitrag von digitaldecoy » 29. Sep 2012, 23:21

@ schlummi:

Ich finde Deinen Einwand durchaus nachvollziehbar. Ich habe zwar ein paar Panels, in denen Jonas über die Umgebung staunt (in dem Bild mit dem Riesenkristall wartet Raya ja sogar auf ihn, weil er staunend davor steht) aber vielleicht sind wir da auch einfach zu weit von ihm weg, um seine Reaktionen wirklich miterleben zu können.

Ich habe in Kapitel 5 wieder ausgeprägte Reisesequenzen und ich wollte eh damit experimentieren, wie man dieses spezielle Reisegefühl erwecken kann, ohne nur Panorama-Hintergründe zu zeigen.
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Thorsten
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Beitrag von Thorsten » 2. Okt 2012, 21:56

Daniel, auch von meiner Seite noch die besten Wünsche zum Geburtstag nachträglich.

Ich kann Dir sehr genau nachempfinden, dass mein Kommentar nicht angenehm für Dich war, daher tat ich mich auch schwer damit, ihn zu schreiben. Und ich bin der letzte, der bestreiten würde, dass meine Stärken nicht gerade dort liegen, wo man die neuen Anwärter des diplomatischen Dienstes sucht. Es tut mir allerdings weh zu sehen, wie Du die Potentiale Deiner Geschichte verschenkst, zumal ich der Überzeugung bin, die Probleme zu erkennen.

Mit einem "Total genial schreiben in fünf einfachen Lektionen", wie sie den Markt überfluten, wollte ich Dir eigentlich nicht kommen. Aber es gibt ein paar Grundsätzlichkeiten, die man beachten sollte. Hätten sie sich zB nicht an diesen "Hollywood-Kniff" gehalten, würdest Du heute wohl bei Shakespeare und Cervantes an neue Aftershave-Marken denken. Hamlet war einer der größten Zweifler, die sich Schriftsteller je erdacht haben, trotzdem wollte er etwas und arbeitete darauf zu (wenn Du noch ein gutes Ende brauchst: viele Leichen auf der Bühne, wenn der Vorhang fällt, kommen immer gut. ;) )
Dieser "Kniff" steht übrigens in keinem Widerspruch zu dem, was Du erzählen willst.

Es macht mir allerdings Sorgen, wenn ich sehe, dass Deine Erzählung bisher dagegen sehr Deinen eigenen Vorstellungen widerspricht und zuweilen diese sogar konterkariert. Dabei finde ich Deine Andeutungen gut, und ich möchte Dir zurufen: "Prima, nur mach das endlich!", denn in Deinem Comic ist davon bisher leider nichts zu finden. Ich hoffe, dass es Dir gelingt, diese Diskrepanz wieder aufzulösen. Es erscheint mir im Augenblick nicht einfach, die Geschichte wieder in die Spur zu bekommen.

DschingisKHAN
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Beitrag von DschingisKHAN » 3. Okt 2012, 18:34

Also zum Film kann ich eine ganze Menge Feedback geben.

Erstmal ein riesen wow zu den tollen Bildern, die Innenszenen wirken wie Fotos, das Licht ist super.

Die weichen Blenden gehen absolut gar nicht. Harter Schnitt, harter Schnitt immer und nur harter Schnitt. Weiche Blenden gehören dem Amateur der es nicht besser weiß.

Die Musik ist Geschmacksache, meinen trifft es auch nicht, wobei ich beim FX Sound beim Schwert hochhalten sofort an Link denken musste ;)

Die Atmo fehlt, so ein altes Haus knarzt doch bei jedem Schritt.

Das sich die Kamera immer bewegt und schwenkt bringt eine Unruhe in den Film, schwenken muss einen Grund haben, zB verfolgt Person, also besser nicht schwenken! Die Kamerafahrt ist einem Schwenk vorzuziehen.

Den Protagonisten nie von der Kamera weglaufen lassen immer zur Kamera hin und seitlich vorbei. Von der Kamera weg gehen und Rücken zeigen ist ein Schlussbild, zB Cowboy reitet in den Sonnenuntergang. Ansonsten, nie den Rücken zeigen.

Mehr Großaufnahmen, mehr Details würden dem Film gut tun.

Der Schnitt kann noch knackiger sein, zB klettert er zweimal eine Leiter rauf, das ist mir etwas langweilig da passiert nichts weiter außer das er Leitern rauf klettert. Warum zweimal zeigen? Ein Schnitt ist mir aufgefallen der nicht ganz sauber ist. Beim hin und her gezoome auf Gesicht und Gebüsch wo dann das Plüschtier auftaucht bleibt kurz vorm Schnitt für ein paar Frames das Bild stehen, das macht bei mir beim ansehen einen Hacker. (Edit: Es ist die Szene in der er sich nach dem Knacksen des zerbrechenden Astes umdreht)

Ich poste das mal und schau mir den Film nochmals genau an. Hoffe das Feedback nützt dir etwas!

In der Szene in der er aus dem Haus rennt, großes rotes Tor, rennt er links aus dem Bild, Schnitt, Gegenschuss, kommt von links wieder ins Bild. Müsste eigentlich von rechts kommen. Rennt weiter Richtung Wald, Schnitt, jetzt könnte man wieder einen Gegenschuss machen und ihn in die Kamera laufen lassen (gleiche Einstellungsgröße), jedoch sieht man nur den Rücken und wie der Eyecatcher uns, dem Zuseher, davonläuft.

Ein bisschen später geht der Junge rechts aus dem Bild und kommt wieder rechts hinein. Er dreht sich also im Kreis.

Auf die Belichtung achten, gerade im Wald sind einige Stellen überbelichtet.

Wenn ich auf Dinge genauer eingehen soll oder ich sie unverständlich verfasst habe schreibe ich gerne. Ich habe mir jetzt auch die anderen Beiträge durchgelesen in denen der Film durchwegs gelobt wird. Keine Frage er ist gut geworden. Ich seh die Stärke des Films in den Standbildern, die wirklich sehr gut wirken. Die Schwäche sehe ich in Schnitt und Kameraführung.

Ich nutze auch gleich die Gelegenheit um mich als Fan des Comic zu outen, freue mich schon darauf mehr über die Welt zu erfahren und vor allem zu sehen :)

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Beitrag von digitaldecoy » 3. Okt 2012, 20:11

@ Thorsten:

Ich nehme Deine Meinung einfach mal so hin. Allerdings möchte ich Dir gerne das Feedback geben, dass Du, meiner Meinung nach, Deine Kritik zu dogmatisch anbringt. Als gäbe es nur die eine Sichtweise und die wäre alternativlos. Und die "Du könntest so viel daraus machen"-Melodramatik ist mir dann wirklich einen Tacken zu viel des Guten. Dies ist leider auch der vorherrschende Ton bei Kritikern im Internet, besonders im Bereich Filmkritik. Aber das nur am Rande.

EDIT:

Ach so, das wollte ich auch noch loswerden: Du warst mein erster richtiger Verriss bis dato. Das tat zwar ein bißchen weh aber insgeheim habe ich auch darauf gewartet, dass das mal passiert. Jetzt ist der Drops gelutscht und ich kann an die nächsten Verrisse deutlich entspannter rangehen. Gehört halt auch zum Autorendasein und auch das muss man lernen.

@ DschingisKHAN:

Danke für Deine Kritk zum Film. Die Punkte sind alle einigermaßen nachvollziehbar. Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen, dass wir alles ohne Vorbereitung an einem Nachmittag gedreht haben. Gab kein Storyboard und nichts, was auch die vielen Richtungsfehler in den Bildern erklärt. Ein erfahrener Regisseur hätte das sicher auch ohne Storyboard geregelt bekommen, aber na ja - das bin ich eben nicht. Spaß hatten wir trotzdem. Das ist immer nach Wichtigste!
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Beitrag von DschingisKHAN » 3. Okt 2012, 21:11

"Dies ist leider auch der vorherrschende Ton bei Kritikern im Internet, besonders im Bereich Filmkritik. Aber das nur am Rande."

Hey, hoffe das bezieht sich nicht auch auf mein Feedback. :)

Für einen 1-Tag Dreh ohne Vorbereitung ist da echt was tolles rausgekommen!

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Beitrag von digitaldecoy » 3. Okt 2012, 21:29

Ne ne, das wollte ich damit wirklich nicht andeuten. Ich dachte da eher an Film-Blogs und Userkommentare auf Film-Webseiten. Man bekommt da manchmal das Gefühl, es gäbe für manche Menschen nichts wichtigeres als klarzustellen, dass man es GENAU so machen muss, wie sie es für richtig halten.
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Beitrag von DschingisKHAN » 3. Okt 2012, 21:39

Ja, die streiten sich ob der Lichtreflex im Auge, wenn in einem Raum gedreht wird, viereckig sein muss oder auch rund sein kann... ;)

Finde es übrigens cool wie ähnlich sich Filmwelt und Comicwelt sind. Fehlt nur Wiggins :D

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Beitrag von digitaldecoy » 3. Okt 2012, 21:50

Wir sind froh, dass wir wenigstens Lotti für einige Sekunden ins Bild bekommen haben. Wobei das auch ein Punkt ist, den nur ein Fan zu schätzen weiß. Vom filmischen Aspekt her hätte man den Take gewählt, wo der Hund NICHT ins Bild reineiert. :)
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Beitrag von DschingisKHAN » 3. Okt 2012, 21:57

Das mit dem Hund passt schon so, er ist halt bis am Ende prominent im Bild was ein bisschen ablenkt. Aber mit Tieren hat man einen unberechenbaren Faktor :D

Ist eigentlich eine Filmische Fortsetzung geplant?
Zuletzt geändert von DschingisKHAN am 3. Okt 2012, 21:58, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Thorsten » 3. Okt 2012, 21:57

Dogmatisch? Naja, wenn Du meinst. Ich denke einfach, dass ich gute Argumente habe.
Und sorry, ums Verreissen geht es mir nicht. Verrisse kommen, wenn der letzte Vorhang gefallen ist, und ich hoffe, dass das in Deinem Fall nicht nötig sein wird. Und falls doch, kommt der Verriss nicht von mir. Ist nicht mein Job.

Wie auch immer, ich werde weiterhin gespannt beobachten, wie Dein Projekt mit der Wurmwelt weitergeht, und hoffe, dass es sich Deinen Wünschen gemäß entwickelt.

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 5. Okt 2012, 04:25

Ich hab so das Gefühl, als wenn hier zuletzt sich die Kritik ein bisserl aufgeschaukelt hat, insbesondere durch Thorstens und Jahs Verrisse. Und ja, die kommt so etwas dogmatisch rüber, gerade mit diesem Tenor: Ich hab doch die besseren Argumente.

Nun hab ich mir das letzte Kapitel nochmal reingezogen und frag mich: hä?! Wollt Ihr noch MEHR?! Daniel stellt dieses Ding allein (!) auf die Beine und paintet sich da 'nen Wolf, und dann kommen Einwände nach dem Motto: Ey, früher hast Du mal besser gezeichnet, da is voll der Rückschritt zu sehen... WTF?! Was wird eigentlich gewünscht? Eine Story, die tierisch viel Drive haben soll? Wie so'n Durschnitts-Hollywood-Film, der nach allen Regeln der Entertainment-Kunst in exakt 90 Minuten rum ist, damit bis zur nächsten Vorsellung der Kinosaal ausgefegt werden kann?
Demnächst kommt ja der Hobbit ins Kino. Lest Euch da mal die ersten Seiten durch, wie holprig und unbeholfen der gute alte Tolkien da in seine Geschichte reintapert, mit dieser absurden Szene, wie die Zwerge den bequemen Bilbo überfallen - das alles eine laaaaanggezogene Pointe... Auch ein Tolkien mußte sich erstmal warm erzählen - was wird jetzt von Daniel erwartet? Der ist in erster und zweiter und dritter Linie Maler und da isses schon ein wenig unpassend, von ihm jetzt Storytelling und Charaktergestaltung a la Shakespeare zu erwarten.
Für mich ist die Wormworldsaga eine Sehnsuchtserzählung, es geht um dieses Land, das aus Gegenlichteinstellungen und knorrigen Wurzeln und warmen Farben und kühlen Schatten besteht, aus Bildern, die man nie in der Gegenwart, sondern immer nur in der Vergangenheit sieht... Es ist eine Erinnerungs-Geschichte, Daniel erinnert sich an etwas, das gewesen sein mag oder auch nicht... Und das ist ein ganz anderer Ansatz, als wenn man jetzt Figuren nach der neuesten Figurengestaltungskatechismus-Ausgabe aufeinander losläßt und, bevor auch nur der Ansatz von Langeweile aufkommen könnte, lieber noch eine doppelte und dreifache Extraportion Konflikt da reinmischt. Ja, natürlich: Wenn Figuren etwas ganz doll wollen und vorandrängen, dann kriegt man Tempo in eine Geschichte rein. Viel Bewegung, am besten, Handlung, Handlung, Handlung, nicht so viele Adjektive, höchsten ein Adjektiv auf fünf Verben, es soll doch was passieren!...

Brauch ich persönlich nicht. Da kann ich Expendebles 2 bis 7 gucken, da hab ich Handlung. :D

Aber dieses sonnendurchflutete tiefe Einatmen angesichts eines dahinmäandernden Gewässers vor grandioser Bergwaldkulisse - das braucht Zeit und da will ich auch gar nicht husch-husch mit Handlung behelligt werden, die doch eh nur vom Schlendern ablenkt.

Warum habt Ihr so wenig Vertrauen in Daniel? Er wird ja wohl einen sehr guten Grund haben, diese Geschichte in so xxxelliger epischer Breite anzulegen, sonst würde er sich doch dieses Projekt nicht aufbürden! So wie ich das mitgekriegt hatte, ist der Comic auf 40 oder mehr Kapitel angelegt - aber wenn ich hier manche Kritiken lese, dann hab ich manchmal das Gefühl, als wüßten alle schon, wie die Geschichte aus geht. Also ich weiß das nicht. Und ehrlich gesagt ist es mir sogar egal: denn der Weg ist das Ziel, und der Weg besteht aus Bildern. Die wir hier in riesenfetten Portionen kostenfrei geliefert bekommen. Allein damit, die unterschiedlichen Einstellungen aus der Tempel-Szene zu analysieren - das ist doch ein Fest, gerade für Leute, die sich für Illustrationen interessieren, oder etwa nicht?

Ich wünsche mir, daß der liebe Daniel in den nächsten Kapitel noch konsequenter nur das malt, was ihn selbst interessiert. Sich frei macht von den ganzen Mängellisten, von den Anforderungen, die jetzt von all den Freizeit-Nationalmannschaftstrainern gestellt werden nach dem Motto: "Na, so wie der Ronaldo sollte der Schweini aber mindestens sprinten können, da ist noch viiiiel Luft nach oben!" Das geistig-künstlerische Schlendern ist nicht ganz so einfach, wenn immer diese ganze Projekt-Turbulenz im Hinterkopf dröhnt: Milestones müssen den wartenden Lesern präsentiert werden, nette Gimmicks wie der Film zum Comic, regelmäßige Blog-Einträge, um die Leute bei der Stange zu halten, dann am besten noch auf jede Einzelkritik ausführlich reagieren, damit ja nicht irgendwelche Leute sich zu wenig beachtet fühlen... all der Mist, der so viel Zeit wegfrißt, die man ja eigentlich viel lieber in das Painten stecken wollte...
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

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JahGringoo
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Beitrag von JahGringoo » 8. Okt 2012, 11:10

hach Hank. Ich hab nicht die Absicht gehabt, irgendwas zu verreissen. Ich war nur sehr offen und direkt und habe - grundschlicht aus bequemlichkeit - vielleicht die ein oder andere relativierende und beschwichtigende Höflichkeitsfloskel weggelassen.

Eine Grundlegende Sache möchte ich an dieser Stelle aber mal sagen, bevor das hier irgendwie missverstanden wird. Dieser Ganze organisatorische Aufwand mit Kickstarter und Merchandise und Verlag und Forum und Con und Kindern und noch mehr Kickstartern und Merchandis0rZ und zwischendrin noch Comics malen. Das ist schlichtweg Wahnsinn und es grenzt - gerade aus meinen Augen - an Genialität, wie Daniel das handlet. Ich weiss das durchaus zu würdigen und bewundere es zutiefst. Auch wenn es mehr eine Art abstrakte Bewunderung ist, weil sich mein Hirn ehrlich gesagt garnicht richtig vorstellen kann, wie ein einzelner Mensch das alles schaffen kann. Also jeah, Würdigung des Todes. Ernsthaft.

Das hat aber doch nichts damit zu tun, dass die Figuren optisch wie inhaltlich nicht flowen und die Story bisher einfach zu langweilig und stereotyp ist. Ich denk mir halt auch, mein Gott. Es wird soviel schleimgescheisst und gelobt in dieser Welt. Ein Lob ist immer schnell geschrieben, weil es jeden freut und einen selbst freut, weil man weiss, dass es den anderen freut. Kritik hingegen wird sich meistens stillschweigend gedacht und lieber für sich behalten. Der Daniel ist groß und mächtig und hat ein verdammt großes und verdammt mächtiges Projekt auf die Beine gestellt, für dass er (völlig zurecht) wahrscheinlich schon grob geschätzt eine Trilliarde Lobeinheiten bekommen hat. Nur wird es ihm langfristig aber nichts als ein bisschen Egoblabla bringen, wenn ihm alle sagen wie schön seine Landschaften sind und ja cool. Er organisiert das super und ich denke die meisten haben das mittlerweile kapiert und werden es ihren ganz charaktereigenen Attributen entsprechend mehr oder minder gewichtig würdigen, aber das heisst doch nicht, dass man nicht genauso gut offen sagen kann: Alter, dies und das ist einfach kacke. Punkt.

Für mich hat das überhaupt nichts mit irgendeinem verwöhnten Konsumverhalten, verzerrten Weltbildern oder überzogenen Erwartungen zu tun, sondern mit Ehrlichkeit und Differenzierung. Ich bin meiner Oma auch bins ans Ende meiner Tage dankbar, dass sie mich aufgezogen hat, trotzdem kann ich Züge an ihr auch abgrundtief nervig finden und ihr das einfach sagen. Das eine schließt das andere ja nicht aus.

Der Weg von so offener Kritik ist natürlich der unbequemere (aber der bessere und in meinen Augen der einzig richtige) Auch für den der sie schreibt. Ich zumindest fühl mich nie gut dabei, negatives über anderer Leute Dinge zu schreiben und muss mich meistens regelrecht dazu überwinden. Und wenn ich das tue, dann geschieht das nicht, weil ich mich cool und so art-director-geil fühle, dass ich über irgendwas herziehen will, sondern weil ich damit ein ECHTES Interesse an der Arbeit des anderen zeige und damit auch symbolisiere, dass mir persönlich etwas an der Qualität seiner Arbeit liegt, sonst würde ich mir garnicht die unangenehme Arbeit machen und das Risiko in Kauf nehmen mich unbeliebt und verschmäht zu machen. Sogesehen Nörgel ich Daniel zuliebe an seiner Wurmwelt rum, obwohl ich nörgeln nicht gut leiden mag.
Ich glaube eben auch, dass sich besonders durch solch wirklich BAM-in-your-face-der-vorhang-ist-gefallen-ernsthaft-direkte Kritiken und Dialoge und Reibungen eine echte Entwicklung einstellen kann.

Wie oft merkt man - wenn man die erste Gram über die harsche Kritik überwunden hat und ehrlich zu sich selbst ist - wie viel an ihr dran war und wie dankbar man ist, dass einer mal den mumm hatte, einfach zu sagen: sieht scheisse aus. Zumindest mir geht das sehr oft so, dass ich dadurch regelrecht aus meiner isolierten und einseitigen betrachtung gerissen werde und sich andere Betrachtungsweisen auftun, die die Qualität meiner Arbeit (oder meiner selbst, wie auch immer) auf vielschichtiger Ebene verbessert. Und ich finde Daniel hat harte, erbarmungslose Kritik genauso verdient, wie er aufrichtiges, lebensfrohes, glückliches Lob verdient hat.

[allgemeines Zeug ende]

und chinasky, komm. Darum, dass wir alle nach Handlung gieren und reizüberflutend mit Action zugeballert werden wollen, gehts doch auch überhaupt nicht. Bei Miyazakis Totoro passiert auch knappe zwei Stunden so gut wie garnichts, aber es ist einfach mächtig und traumhaft und wunderschön, was eben durch gewisse Grooves erreicht wird, die in meinen Augen Daniels Wormworld noch fehlen. Und wenn Daniel weiss, dass seine Story in eineinhalb Jahren total abgeht und komplex und tief und lebendig ist, dann ist das ja sehr schön, aber er ist es als Autor dieser Geschichte einfach den unwissenden Lesern schuldig, den "langsamen" Einstieg über zumindest Hinweise darauf zu geben und sich nicht drauf zu verlassen, dass einfach alle zwei, drei Jahre treu bei der Stange bleibt, bis mal was passiert.
Eigentlich ist es doch schön, wenn hier die verschworene Community ihren Senf dazu gibt, um Daniel möglicherweise dabei zu helfen, eben jene paar fehlende Grooves zu finden, auf dass er sie seiner Geschichte homogen und ohne Prostitution seiner Seele einzuweben vermag!

gutgut. Actionbla.

mit wonnevollem Gruß

Hadelan der Knoblauchbäcker

schindermichel
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Beitrag von schindermichel » 8. Okt 2012, 14:07

Hallo Gemeinde!
Ich kann die hier in den letzten Post geübte Kritik nachvollziehen und gestehe, dass ich mir, zumindest in Bezug auf das Storytelling, ähnliche Gedanken gemacht habe (Hauptfigur zu passiv, fehlendes Spannungsmoment).

Nach etwas Abstand aber bin ich der Meinung dass das vielleicht alles so sein muss. Bzw. Dass mir eine originelle Geschichte mit Characteren, die sich das Tempo nehmen, dass sie brauchen, lieber ist, als die Alternativen die uns die Populärmedien so bieten: In Episodencomic (Marvel, etc) gibt es in nahezu jeder Ausgabe ein Actionelement, egal wie aufgesetzt und unvereinbar mit der Rahmenhandlung und in Hollywoodfilmen müssen wir uns seit zehn Jahren mit den blödsinnigsten Anfangs-Action-Szenen herumplagen – und das alles nur weil irgendjemand meint die Zielgruppe hätte Aufmerksamkeitsdefizite die nur durch Lautstärke unterdrückt werden kann.

Es ist zwar wirklich schade dass man so lange warten muss um zu erfahren wie es weitergeht, und auch dass man dann jeweils nur ein kleines Stückchen weit voran kommt – aber erstens fände ich die Alternative (Daniel stellt Illustratoren an) (noch) nicht wirklich gut und zweitens wird die Geschichte ja nicht schlechter nur weil man sie langsamer konsumieren muss.
Wer einen Garten hat kennt vielleicht die Demut die einem die Natur abverlangt, mit der man ständig werkelt, aber Ergebnisse erst nach Monaten oder gar Jahren sieht.
Die Wormworldsaga ist da ganz ähnlich: Wir können quasi in Echtzeit an der Kreation dieser Geschichte teilhaben, das ist etwas ganz besonderes! Auch und gerade die Dauer ist ein Aspekt den ich inzwischen reizvoll finde: Die Saga wird mich die nächsten X-Jahre* noch begleiten – Alle 2-4 Monate wieder gibt es einen kleinen Ausflug in dieses wunderbare Universum das Daniel da kreiert! Und während die Zeit dahin geht ändere ich mich, wird sich vermutlich auch Daniel ändern und mit ihm die Wurmwelt. Den Gedanken finde ich spektakulär!

*Falls allerdings das kommt was kommen kann, dass irgendeine Computergames-Schmiede oder ein Hollywood Studio die Geschichte kauft bevor die Handlung deutlich (!) weiter ist, dann würde ich mir wünschen dass das ursprüngliche Skript irgendwie seinen Weg ins DAF findet ;-)

Grüßle,
S

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Markus
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Beitrag von Markus » 8. Okt 2012, 15:09

jahgringoo hat es schon geschrieben, gemächliche erzählweise und fehlende Action sind NICHT das problem.

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 8. Okt 2012, 19:34

@Knoblauchbäcker: Hmmm... Ich kenne diesen Miyazakis dingsbums gar nicht, muß da wohl mal wieder googeln, um meine Bildungsgräben aufzuschütten. :oops:
Und Du liest Dir vielleicht noch mal die vergangenen zwei Seiten hier durch und überlegst Dir, wie sich das so im Zusammenhang anfühlt. Da ich bei Dir eine gewisse Sensibilität voraussetze, vermute ich, daß Du dann verstehst, was ich mit "aufschaukeln" meinte.

Natürlich braucht's Lobhudeleien und Schleimkriechereien nicht. Wenn ich was nicht gut finde, dann halte ich meinen Rand oder versuche, konstruktiv zu kritisieren. In manchen Fällen geht das sogar per PM.
Übrigens behaupte ich einfach mal so dreist, dem Daniel gegenüber nicht zu lobhudeln und zu schleimkriechen. Ich hab dessen Artworks schon kritisiert, da gab's manche von Euch Newbies hier noch gar nicht... ;) :P
Wenn ich lobe - im Gegensatz zu Dir halte ich es für wesentlich schwieriger, zu loben als zu mäkeln (weil man sich dazu nämlich in die Perspektive des Künstlers hineinversetzen muß, um erstmal zu kapieren, was er wollte, statt einfach nur von dem auszugehen, was man selbst für wichtig empfinden und wollen würde, wäre man selbst jener Künstler) - dann meine ich das Lob auch ernst. Naja, aber eigentlich isses jetzt hier zu blöd, hin- und herzulabern. Du hast Deinen Punkt klar gemacht, Thorsten hat es auch (sogar mit den guten Argumenten :roll: ) Markus weiß obendrein, was NICHT das Problem ist - und falls ich Recht haben sollte, dann braucht Daniel ganz gewiß nicht den dicken Hank als sich vor ihm in die Projektilbahn scharfgeschützter Kritiken werfenden Retter. Insofern: Sorry, daß ich unser aller Zeit verplempert habe. ;)
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Beitrag von JanSOLO » 9. Okt 2012, 01:32

Für mich ist der gegenwärtige Storyabschnitt überhaupt nicht enttäuschend. Ich mag solche Stellen sogar.
Diese Welt bedarf nunmal einige Erklärungen, schließlich ist sie für uns neu. Jonas ist nunmal nicht auf dem Frankfurter Hauptbahnhof vor einen Drogendealer gelandet, welches nun wirklich keine großartigen Erklärungen braucht. Jonas ist sogar in einer Welt gelandet, die ihm selber fremd ist. D.h. Die Welt und die Gründe, warum er dort ist, muss nicht nur den Leser erklärt werden, sondern auch Jonas. Das braucht wohl mehr als nur den 4ten Teil. Schließlich wäre es auch nicht toll, wenn diese Welt als eine 08/15-Welt beschrieben wird. Diese ganzen Erklärungen noch mit Action zu unterbrechen, halte ich auch nicht für besonders schlau. Jonas wurde von Anfang an als schüchtern/ängstlich dargestellt ... Ist dann auch klar, dass er dann in einer fremden Welt mit einer erfahrenen Begleiterin die passive Rolle einnimmt.

Wie gesagt; ich mag es, wenn das Environment ausführlich beschrieben wird. Bei SciFi-Filmen mit Raumschiffen haben wir doch all zu oft gesehen, wie toll sich die Raumschiffe gegenseitig abschießen können. Dabei übertreffen sie sich gegenseitig. Aber haben wir auch gesehen, wo die Crew schläft, wie die Crew kocht und sich wäscht, wie sie sich die Zeit auf langen Hyperraumreisen vertreibt? Habt ihr mal die Toiletten von den Raumschiffen gesehen? Was läuft in der SciFi-Welt im Fernsehn? Das ist doch eigentlich schade, dass das Alltägliche in solchen Fantasiewelten zu kurz kommt. Die meisten Fantasiegeschichten, die wir als Zuschauer erleben, handeln doch immer nur von den größten Helden, den aufregensten Zeiten und den größten Ereignissen der Fantasiewelt. Und fast immer wird die Welt oder das ganze Universum gerettet. Die Lindenstraße mit Droiden und ihren Besitzern im Star Wars Universum in irgend einer unbedeutenden Zeit an irgend einen Ort ... das wäre mal geil! Und die sollen bloß nicht das Universum retten! :P
Aber nun bin ich zu sehr in meinen Geschmack abgeschweift...

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Beitrag von Markus » 9. Okt 2012, 08:33

@china: ach ich find es aber gut, dass es auch leute wie dich gibt, die sich die mühe machen, sich in daniel hineinzuversetzen, sodass sie ihn auf hohem niveau loben können.
ich verstehe die kritik auch weniger als attacken von allen möglichen seiten, sondern vielmehr als eine gemeinsame suche nach der wurzel des problems, das viele beim lesen empfinden.

@Jansolo: das mit der action ... naja.
aber witzig dass du gerade die vielen tiefgründigen Information ansprichst, die dir gefallen, weil ich im moment das gefühl hab, dass es genau die sind, die mir fehlen. Oder viel mehr die andeutungen darüber, was noch alles an unerforschtem wartet. momentan sind alle informationen, die man über die wormworld erhält entweder schon in den bildern enthalten, oder, wenn in den dialogen etwas darüber hinaus beschrieben wird, sind sie sehr klar abgegrenzt. es fehlen die ausschweifungen, die einen kleinen ausblick erlauben, aber noch nicht näher erklärt werden, bzw. die jonas noch nicht verstehen kann. Diese Andeutungen sind meiner Meinung nach aber wichtig, weil sie den leser dazu anregen, informationslücken mit eigenen Spekulationen zu füllen.
ich denke das ist so ähnlich, wie wenn in bildern teile einer figur im schatten verschwinden. daniel hat vor jahren mal, ich glaube auf einer convention, einen vortrag darüber am beispiel von frazetta gehalten. Wenn man sich nun ein bild vorstellt, irgendein Monster, das in einem Höhleneingang steht. seine beine sind zu sehen, ebenso ein teil des unterleibs und die kräftigen arme, mit denen es sich auf dem felsboden abstützt. das allgemeine grundwissen über anatomie, in verbindung mit den informationen aus dem bild lassen beim monster eine breite statur erwarten. vielleicht glitzert der hell erleuchtete felsboden vor der höhle noch in seinen augen, dann hat man eine ahnung davon wie hoch über dem boden sich der kopf befindet. vielleicht glitzern aber auch nur die zähne, oder etwas ganz anderes. viel bereiche des bildes werden der fantasie des betrachters überlassen. aber die paar informationen im bild, die arme und beine und die augen, sind notwendig, sonst sieht man nicht mal mehr die höhle, sondern nur ein zerklüftetes loch.
ich denke bei geschichten ist es genauso. momentan ist die wormworld entweder hell ausgeleuchtet, oder überhaupt nicht zu sehen, was beides nicht sehr spannend für die eigene fantasie ist.

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Beitrag von Jan » 9. Okt 2012, 08:57

@jan: Da wäre ich dabei. Super Idee! Hauptrolle ist die Reinigungskraft auf den Toiletten. Ist zwar nicht mehr alles nur mit wischmop, gibt da computer für, aber die Tanks mit den fäkalien müssen gewartet werden, die Leitungen gecheckt und Klopapier nachgefüllt werden :-)
Und da trifft sich natürlich alles, was an so einem Raumschiff Rang und Namen hat. Vom Cäptn über den Koch bis hin zum Praktikanten... :-)

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