Album "Karma"

Stellt Eure in Arbeit befindlichen oder fertigen 2D-Artworks hier aus, um sie diskutieren zu lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Euer Artwork in klassischen Techniken oder digital entstanden ist.
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Kelle
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Album "Karma"

Beitrag von Kelle » 11. Dez 2014, 09:09

Hi Forum,

Bin neu hier und brauche gleich mal eure Hilfe.
Ich hab von einem Kumpel den Auftrag bekommen, für seine EP namens "Karma" ein Albumcover zu erstellen. Ich bin jetzt nicht wirklich der mit den besten Skills aber das ein oder andere kann ich schon.
Jedenfalls ist "Karma" schon an sich schwer zu visualisieren. Hab mich, wie man sieht, für ein Yin Yan Dingens mit Hölle - Himmel Thema entschieden, finde es eigentlich auch ganz nice, allerdings fehlt meinem Kumpel da noch der gewisse Pepp.
Hat jemand eine Idee, was man noch machen könnte?
Btw: Über die Schrift hab ich mir noch nicht viele Gedanken gemacht.

Bild

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 11. Dez 2014, 14:19

Hallo und Willkommen im Forum, Kelle! :)
Solche Hinweise von Kundenseite wie "da fehlt noch der Pepp" sind ja immer gaaaaaanz toll konstruktiv.

Ich weiß nun nicht, was eine EP ist, vermutlich sowas wie eine CD oder eine Langspielplatte (LP)? Wie auch immer: wenn man einen Begriff, bzw. ein Konzept wie Karma verwendet, sollte man sich schon mal kurz damit beschäftigen, woher das überhaupt stammt. Nämlich aus der hinduistischen und der damit verwandten buddhistischen (in Indien beheimateten) Tradition. Das Yin-Yang-Zeichen stammt als Symbol dagegen aus der chinesischen, taoistischen Tradition.

Nun ist ja Asien weit weg von uns, aber stell Dir mal vor, jemand aus Japan soll ein Bild malen, das sofort an Frankreich denken läßt - und derjenige malt dann ein Bild mit Lederhosen und Weißwürsten. Weil das doch irgendwie nahe beieinander liegt, da hinten im weit entfernten Europa... ;)

Kurz: Zum Titel Karma paßt das Yin-Yang-Zeichen ungefähr so gut wie Senf ins Sektglas. Beim Stichwort Karma würde ich indisch-anmutende Grafik/Motive erwarten. Eine hübsche Frau im Sari z.B. würde besser zum Albumtitel passen als Dein Y/Y-Zeichen.

Rein formal betrachtet, sehe ich in den Überblendungen zwischen der blauen Himmels-Seite und der rotbraunen Höllen-Seite ein Problem: Da sumpft's ins Schwarzgraue ab.
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

Kelle
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Beitrag von Kelle » 11. Dez 2014, 16:22

Also EP heißt Extended Player - Ja sowas wie eine LP. Genau kenne ich mich damit auch nicht aus. Thema des Ganzen ist jedenfalls irgendwas zwischen gut und böse.
Dass es aus unterschiedlichen Kulturen kommt, war mir nicht bewusst, spielt anscheinend aber auch keine große Rolle, da ihm das "Grundgerüst" gefällt. Bin mir auch relativ sicher, dass dieses Werk nicht bis Fernost reichen wird ;)

Die Übergänge sind's also... Das ist durchaus verständlich. Irgendwelche Ideen?

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JanSOLO
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Beitrag von JanSOLO » 11. Dez 2014, 17:02

Dass es aus unterschiedlichen Kulturen kommt, war mir nicht bewusst, spielt anscheinend aber auch keine große Rolle, da ihm das "Grundgerüst" gefällt. Bin mir auch relativ sicher, dass dieses Werk nicht bis Fernost reichen wird Wink
Ja, in einer Gesellschaft, die zunehmend verblödet, sollte man seine Zeit und Gedanken wirklich nicht für das Richtige verschwenden! :pah:

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 11. Dez 2014, 20:57

Kelle hat geschrieben:Die Übergänge sind's also... Das ist durchaus verständlich. Irgendwelche Ideen?
Naja, Du könntest versuchen, ob es anders herum besser aussieht: innen hellblau, aussen rotbraun und umgekehrt. Also einfach den Inhalt des Kreises spiegeln (oder das, was drumherum liegt). Oder halt eine bessere Art des Übergangs ausprobieren, Du scheinst Dich da allein auf die Blendmodi der Ebenen zu verlassen. Letztlich ist es auch Dein Job, die Idee zu finden - wir können Dir eher helfen, wenn etwas, das Du beabsichtigt hast, nicht so funktioniert. Ist bei Kritik immer so: wir können nur die Fehler und Schwächen erkennen, würden wir zusätzliche Ideen beisteuern, die über's Handwerkliche hinausgehen, würden wir Dir ja Deine Arbeit abnehmen.

Was die Sache mit dem "nicht bis in den Osten reichen" angeht, ist JanSOLOs Reaktion für Dich vielleicht schon ein Hinweis, dass die Sache nicht ganz so einfach ist. Ich weiß nicht, wie alt Du oder Dein Kumpel seid. Aber wenn ich als halbwegs gebildeter Erwachsener ein solches Cover sehen würde, wäre mein allererster Gedanke: "Da haben mal wieder Leute tiefsinnig getan, die keine Ahnung haben, was sie so von sich geben." Das Cover würde mich nicht nur vom Kauf einer solche Scheibe abhalten - es würde mich wohl sogar davon abhalten, auch nur mal kurz reinzuhören.

Yin und Yang haben mit "Gut und Böse" nicht viel zu tun, im Gegenteil: sie sind Zeichen dafür, das die Welt ganzheitlich zu sehen sei, dass sich anscheinend widersprechende Prinzipien letztendlich immer ergänzen: Weiblich und männlich, nass und trocken, spitz und stumpf, aktiv und passiv, schnell und langsam... Scheinbar Widersprüchliches bedingt einander, das eine gibt's nicht ohne das andere. Hinter diesem Zeichen steht eine wirklich tiefphilosophische Grundidee.

Karma ist ein gänzlich anderes Konzept, welches aber auch mit Himmel und Hölle nichts zu tun hat, denn im Hinduismus und Buddhismus gibt's keinen Himmel und keine Hölle, sondern nur das Rad der ewigen Wiederkehr, den Kreislauf der Wiedergeburten: Karma bedeutet, dass nichts, was geschieht und also auch nichts, was wir tun, ohne Folgen (für uns) bleibt: was wir in diesem Leben verbocken, haben wir im nächsten Leben wieder gerade zu bügeln, oder wir werde in immer unangenehmere Existenzen wiedergeboren. Himmel und Hölle - das sind westlich-dualistische Konzepte, so wie die Idee des absolut Guten und des absolut Bösen als antagonistischen Prinzipien.

Wenn ihr mit einer Platte auf den Markt wollt, die den Titel "Karma" trägt - dann wird dieser Titel vielleicht ein paar Leute ansprechen, die so wie Ihr keine echte Ahnung von dem Karma-Konzept haben. Aber es wird genug Leute geben, die sehr wohl wissen, was Karma bedeutet. Und diese Leute werden, wenn Ihr etwas Pech habt, negativ sich zu Eurem Projekt äußern. Stell Dir zwei Mädels beim Shoppen vor: die eine sieht die CD im Shop und sagt: "Hey, Karma, das hört sich cool an und dieses Tattoo-Motiv da drauf ist ja wohl auch voll geil. Lass uns da mal reinhören!"
Und ihre Freundin, die gerade im letzten Urlaub in Indien war? Die winkt ab: "Ey, so'n Scheiß! Das ist kein Tattoo-Motiv, sondern Symbol für eine Lehre, die nix mit Karma und so zu tun hat. Wer selbst das nicht checkt, ist doof, für sowas hab ich keine Zeit. Lass uns lieber die CD anhören, hier guck mal, sieht das nicht geil aus...?!"

Tja, und somit ist Euch dann gerade ein potentieller Verkauf durch die Lappen gegangen.

Es ist immer so: wenn jemand Worte, Begriffe, Zeichen oder Symbole falsch verwendet, dann erweckt er bei denen, die den Fehler bemerken, den Eindruck, geistig eher rückständig zu sein. Es gibt einen speziellen Ausdruck dafür, der Dir sicherlich geläufig ist: Ignoranz. Ich denke nicht, dass Dein Kumpel und dessen Band als Ignoranten rüberkommen wollen, oder?

@JanSOLO: Ey Alter, grummel hier nicht mit kulturpessimistischen Slogans rum, melde Dich lieber für den nächsten Artbattle an! :P
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Beitrag von Kelle » 11. Dez 2014, 22:25

Bin leider kein Geisteswissenschaftler aber danke für die Wikipedia-like Aufklärung. Das Dingen wird auch ein Free-Release, daher wird da auch nichts verkauft. Das ist mehr für Spotify etc...

Tut aber auch nichts zur Sache. Ich brauche Tipps für das Design, keine Religiöse Aufklärung.
Die Geschichte mit dem Wechsel der Seiten im und um den Kreis werde ich mal probieren, danke dafür!

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Beitrag von Sungravy » 11. Dez 2014, 22:54

Chinasky lass mal gut sein - Der macht eh was er will.... :roll:

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Beitrag von ElementZero » 11. Dez 2014, 22:59

Naja, das ist aber Design, wovon Chinasky spricht. Sich mit der Kernidee befassen, über die bildliche Darstellung den Inhalt vermitteln. Form follows Function. Du bist einen Schritt weiter und suchst nur noch nach "wie mach ichs schön?" statt "wie designe ich es gut?".

Natürlich kann dich jeder hier verstehen - wir standen wohl alle schonmal vor einem fast fertigen Werk, welches wir dann neu beginnen mussten. Das ist nunmal scheisse, aber ich glaube mit dem Rausreden tust du weder dir als Designer noch der Band was Gutes...

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Beitrag von Kelle » 13. Dez 2014, 09:06

Können wir bitte vergessen, dass es "Karma" heißt und was dazu passt bzw. was nicht?
Es geht doch darum, dass mir nichts mehr einfällt, was ich noch machen könnte. Deswegen wende ich mich ja an ein Forum mit dem Namen "www.digitalartforum.de" und nicht an "www.symbology.de", nicht das Thema verfehlen ;-)
Die Geschichte mit der Umkehrung der Elemente innerhalb und außerhalb des Kreises war eine Idee, sieht danach aber ziemlich verwirrend aus. Trotzdem danke dafür!
Ich denke, es sind tatsächlich die Übergänge mittig oben und unten. Was kann man da machen?

Bitte vergesst nicht, dass ich kein Profi, Semi-Profi oder sonst in irgendeiner Art viel mit sowas zu tun habe. Ich bin Maschinenbauer, falls jemand dazu eine Frage hat, beantworte ich diese auch gerne ohne das gesamte Konzept der Konstruktion in Frage zu stellen ;)

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Beitrag von Chinasky » 13. Dez 2014, 18:49

Kelle hat geschrieben:Können wir bitte vergessen, dass es "Karma" heißt und was dazu passt bzw. was nicht?
(...) Ich bin Maschinenbauer, falls jemand dazu eine Frage hat, beantworte ich diese auch gerne ohne das gesamte Konzept der Konstruktion in Frage zu stellen ;)
Ich denke, Du hast einen falschen Eindruck bekommen. Wie genau Maschinenbauer ticken, können wir hier, die wir eher beruflich mit Grafik zu tun haben, schwer nachvollziehen. Wir gehen also mit einem "fachidiotischen" Blick an die Sache, und wir haben an uns selbst und bei vielen anderen "Nachwuchskünstlern" immer wieder dieselbe Erfahrung gemacht: Wenn "irgendwas fehlt" oder der Künstler nur mit ein, zwei Details nicht zufrieden ist - dann ist in aller Regel das Gesamtkonzept unstimmig. Und wenn wir von einem Anfänger/Nachwuchskünstler um Rat gefragt werden, dann konzentrieren wir uns zuerst auf das Wesentliche, nicht auf das Unwesentliche.

Ich wollte Dich mit meinen Ausführungen nicht langweilen oder Dir eine Symbolvorlesung halten - sondern ich ging auf das wesentliche Grundkonzept jeden Designs ein, dass ElementZero schon ansprach: Form follows Function. Es gehört zum Grundgerüst eines Designs, die zu transportierende Botschaft richtig, verständlich und konsistent zu transportieren. Wenn der Kunde eine Winterlandschaft wünscht für seine Weihnachtskarte - dann hat auf dieser Winterlandschaft schön rotgoldenes Herbstlaub wenig Platz, und sei es noch so genial gemalt. Wenn also jemand hier mit einem Herbstwald-Coverbild käme für ein Album mit dem Titel "Christmas" - dann wäre es zweckfrei, wenn man ihm damit helfen wollen würde, dass man die Art, wie er die Äste an den Herbstbäumen gemalt hat, korrigiert.

Die Grafik hat den Zweck, bestimmte Assoziationen zu erwecken - rotgelbes Laub erweckt keine Assoziationen mit Weihnachten...

Ich hab mal nur so aus Spaß mir Dein Motiv genommen und so umgesetzt, dass Titel und Inhalt besser zusammenpassen:

Bild

Das von mir gestaltete Motiv ist qualitativ eher minderwertig. Die Leute hier im Forum, die sich besser mit Typografie auskennen, hätten sicherlich Einwände gegen die von mir gewählte Schriftart. Und die Weise, wie ich die Schrift über die Grafik gelegt habe, verletzt an gleich mehreren Stellen meine eigenen "Standards", was das Thema Überschneidungen angeht. Außerdem ist die Art der Überblendung nicht gerade der Leserlichkeit des Motivs förderlich.

Aber ich zeigt das Bild aus zwei Gründen:

Erstens, weil es ein stimmiges Grundkonzept hat: Heiß gegen kühl gesetzt, Himmel/Wolken gegen Erde (Lava). Dazu passend das Ying Yang-Symbol und eine fernöstlich anmutende Schriftart, die auf den Betrachter übrigens weniger indisch, als eben mehr chinesisch/Japanisch wirkt. Und der Titel Dao entspricht diesen Anmutungen, ist aber vom Wortinhalt (Weg, Straße...) hinreichend abstrakt, um auch als westliche Metapher verwendet zu werden: der Weg des Lebens, der Weg des Kriegers, der Weg, auf dem sich die Liebenden entgegenkommen...

Zweitens, weil es zeigt, dass man Dein grafisches Grundschema ruckzuck abändern kann. Du kannst den Kreis in der Mitte drehen und gucken, was passiert. Du kannst die Farben intensivieren oder abschwächen und sehen, was passiert. Du kannst tausenderlei unterschiedliche Ebenen- und Schrifteffekte ein- und ausknipsen. Da brauchst Du keinen konkreten Rat von uns, ausser: Probier doch mal was anderes aus... Irgendwann paßt es dann optisch vielleicht besonders gut. Oder auch nicht, weil einfach ein zusätzliches Motiv fehlt. Ein Dracke in der Mitte oder zwei Orks an der Seite oder ein Spacemarine, der aus einem der Dots im yin-yang-Zeichen herausspäht... ;) Aber das wären dann zusätzliche Inhalte, die Dir auszudenken Deine Aufgabe ist - oder die Aufgabe Deines Kumpels, der halt selbst mal überlegen muß, was auf dem Cover zu sehen sein soll.

Ich möchte Dich hier keinesfalls vergraulen. Vertrau mir einfach: Ich weiß, was Du von uns willst. Aber ich weiß eben, dass Du das Falsche von uns willst. Wenn ich Dir nun etwas anbiete, wonach Du gar nicht gefragt hattest, dann deswegen, weil ich aus Erfahrung weiß, dass die Beantwortung der Frage, die Du uns stelltest, Dich bzgl. des Covers nicht wirklich weiterbringen wird.
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

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Beitrag von FastArt » 22. Dez 2014, 04:07

Mal abgesehn vom Inhalt: Mach die Schrift deutlicher, die ist kacke zu lesen. Und am besten keine Phtoshop-Leuchteffeckte nehmen. Ich finde sowas wirkt immer super billig. Lass die Typo einfach in weiß ohne Klimbim...

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