NonSpeedPaintings

Stellt Eure in Arbeit befindlichen oder fertigen 2D-Artworks hier aus, um sie diskutieren zu lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Euer Artwork in klassischen Techniken oder digital entstanden ist.
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brainbrush
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Beitrag von brainbrush » 23. Mai 2008, 00:19

MrKoRnitallic
Hehe ja das stimmt! Ich hab sogar schon mit dem Farbbalancetool dem Licht einen wärmeren Ton gegeben und die dunklen Flächen bläulich gefärbt aber das hat wohl nicht gereicht, ich hatte Angst mit zu viel Farbverschiebung am Ende die Farbstimmung zu vermasseln. Für Mondlicht ist der Lichtstrahl leider zu stark geraten... sollte anfangs Mondlicht sein aber wurde dann wg. genannter Gründe von mir offiziell zu Morgenlicht umgeändert *hust*

logan
Ja, Dein OP zeigt: da hätte ich wirklich mehr rausholen können! Das ist übrigens bei mir GAAANZ oft so; zu erst plane ich "irgendwas wie Mondlicht" ... mache dann am Bild rum, Stunden später ist das Bild ganz nett aber halt doch nicht mehr so ganz das wie am Anfang gedacht, dann schiebe ich das wieder auf die lange Bank und denk mir "hey, das mach ich dann am Ende" und am Ende kommt dann so ein Mischmasch raus ;-) Ich werde mir das nächste mal eine ausgedehntere "Nachbearbeitungszeit" gönnen in der ich mehr mit den Farbwerten spiele, ganz so wie Du es gemacht hast!

rockforce
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Beitrag von rockforce » 24. Mai 2008, 18:05

mal wieder ein foto abgezeichnet. keine große kunst, aber entspannend.
Bild
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myn3
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Beitrag von myn3 » 25. Mai 2008, 04:20

so hab mich mal wieder hingehockt, bin nicht zufrieden vorallem was das haar angeht aber ich hab keinen bock mehr weil mich die ganze welt mal wieder von allen seiten anscheisst -.-

Bild

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CAndrew
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Beitrag von CAndrew » 25. Mai 2008, 09:08

myn3 hat geschrieben:so hab mich mal wieder hingehockt, bin nicht zufrieden vorallem was das haar angeht aber ich hab keinen bock mehr weil mich die ganze welt mal wieder von allen seiten anscheisst -.-
oh..verständlich.
Bei dem Haar würde ich dir nen anderen Pinsel empfehlen.
Schärfe und Kontrast fehlt - Die Bild Idee finde ich gut.
Mit der Psyche zerfällt der Körper
Das Gehirn wird somit zum Mörser, der wirres Zeug durch die Sinne schießt,
aus dem neuer bunter Wahnsinn sprießt

[The Andrew Asylum] - http://www.digitalartforum.de/forum/vie ... f57a34b370

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Beitrag von Seyreene » 26. Mai 2008, 22:28

brainbrush hat geschrieben:Seyreene
Ist doch sehr hübsch geworden finde ich, gut das Du den Hintergrund so abstrakt gelassen hast, mir gefallen da die Farben sehr :-)
Vielen Dank! :)
Ich denke auch, dass der Hintergrund bei einem so starken Motiv im Voredergrund nicht zu überfrachtet sein sollte... die starken Farben sind ja auch schon etwas mutig.

Dein fertiges Bild gefällt mir sehr gut! Allein dieser Troll ist so schön verwittert. Und ja, das Licht könnte etwas wärmer sein, wenn es sich um Morgenlicht handeln soll... Aber so wie es ist, sieht es eben anders, aber genauso stark aus. :)

Falk
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Beitrag von Falk » 29. Mai 2008, 22:32

möchte hier gerne auch mal wieder ein bild posten
es ging mir darum menschliche arroganz zu thematisieren

Bild

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F3E
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Beitrag von F3E » 29. Mai 2008, 22:43

Ich muss gestehen, die nackte Dame ist nicht gerade in einer arroganten Position dargestellt. Auch der zerfressene Kinder Kadaver hilft beim transportieren deines Inhalts wenig. Einzig der Globus der im Dreck steckt, könnte etwas andeuten. Es ist zweifelsohne ein schönes Bild, aber die botschft verläuft im Sande.

Mir kommen da ein paar Fragen:

Wofür ist die Goldene Scheibe?

Warum gerade diese Körperhaltung für die Frau?

Was bedeutet die Hyäne die das Kind frisst?
Seht nur, was krabbelt denn da im Laufstall?! Seht doch mal nach! http://www.digitalartforum.de/forum/viewtopic.php?t=539

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acapulco
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Beitrag von acapulco » 29. Mai 2008, 23:16

F3E hat geschrieben:Ich muss gestehen, die nackte Dame ist nicht gerade in einer arroganten Position dargestellt. Auch der zerfressene Kinder Kadaver hilft beim transportieren deines Inhalts wenig. Einzig der Globus der im Dreck steckt, könnte etwas andeuten. Es ist zweifelsohne ein schönes Bild, aber die botschft verläuft im Sande.

Mir kommen da ein paar Fragen:

Wofür ist die Goldene Scheibe?

Warum gerade diese Körperhaltung für die Frau?

Was bedeutet die Hyäne die das Kind frisst?
Mir gefällt das Bild ungemein! Das mal vorweg.

Für mich beantworten sich eigentlich deine Fragen von selbst.

Die Goldene Scheibe. Bin ich mir nicht sicher, aber in Kirchen und so werden Christusbildnisse oder eben Bildnisse besonders wichtiger Figuren vor einem goldenen Kreis abgebildet.

Diese Körperhaltung sieht abweisend aus. Sie dreht ihren Kopf weg von der Hyäne die das Kind frisst. Dieses symbolisiert wahrscheinlich den Hunger in der Welt, oder allgemein die Kindersterblichkeit/allg. Sterblichkeit.

Die Hyäne steht, denke ich mal für die südlichen Länder, z.B. Afrika wo jeden Tag Menschen an was auch immer sterben, aber das interessiert den Rest der Welt recht wenig.
(Das ist nicht meine Meinung, passt nur zum Thema des Bildes)

Man schlage mich, wenn ich falsch liege.

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MrKoRnitallic
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Beitrag von MrKoRnitallic » 30. Mai 2008, 00:35

ich wollte mal auch hier mein bild dazwischenschmeißen :D
Bild

ist ne übung nach ref. (ich weiß, es ist kein kunststück einfach ein foto abzumalen :oops: ) und es hätte auch nicht soo lange gedauert es zu malen, aber ich hab mir einfach zu viel zeit damit gelassen, so dass ich es nicht mehr im speedpainting thread posten wollte :P

bin glücklich über jede kritik!

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lucy
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Beitrag von lucy » 30. Mai 2008, 00:56

@falk: große klasse!

@MrKoRnitallic:
wenns du kritik zu nem bild nach ref haben willst, wärs sicher nicht schlecht das foto dazu zu verlinken.
für mich sieht der baum etwas flach aus... die rundung kommt nicht so richtig rüber.
florianbiege.blogspot.com

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Beitrag von MrKoRnitallic » 30. Mai 2008, 01:12

ok, hier ist das foto
Bild
Zuletzt geändert von MrKoRnitallic am 31. Mai 2008, 21:00, insgesamt 2-mal geändert.

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F3E
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Beitrag von F3E » 30. Mai 2008, 09:08

Für mich beantworten sich eigentlich deine Fragen von selbst.

Die Goldene Scheibe. Bin ich mir nicht sicher, aber in Kirchen und so werden Christusbildnisse oder eben Bildnisse besonders wichtiger Figuren vor einem goldenen Kreis abgebildet.

Diese Körperhaltung sieht abweisend aus. Sie dreht ihren Kopf weg von der Hyäne die das Kind frisst. Dieses symbolisiert wahrscheinlich den Hunger in der Welt, oder allgemein die Kindersterblichkeit/allg. Sterblichkeit.

Die Hyäne steht, denke ich mal für die südlichen Länder, z.B. Afrika wo jeden Tag Menschen an was auch immer sterben, aber das interessiert den Rest der Welt recht wenig.
Mit dem Kreis bin ich mir nicht sicher, bei mir kam eine assoziazion mit einem Kirchlichen Element nicht. Als Kompositorisches Element ist allerdings sehr schlüssig. Mehr kann sicher der Künstler sagen.

Ich finde sie scheint eher auf etwas zu deuten, allerdings sehr kryptisch, ich habe eher den Eindruck, die Dame ist ästhetisch schön dargestellte, einwenig erinnert sie mich an Europa ohne Stier in nackt.

Bei der Hyäne kam mir auch eine Assoziazion mit Afrika, allerdings frage ich mich, warum das Kind ein weißer ist.

Alles in allem glaube ich nicht, das die Botschaft der arroganz der Menschheit schlüssig übermittelt wird.

Ich weis nicht, wo der schwerpunkt in diesem Bild für Falk liegt.

Ging es ihm darum, durch eine anfangs Thematik ein schönes Bild in Farbe Form und Komposition zu erstellen, ist er definitiv erfolgreich gewesen.

Geht es ihm allerdings primär um die Botschaft, finde ich, das er sie hätte klarer übermitteln können.

Beispielsweise so:

Geht es darum, die Arroganz der 1. Weltländer gegenüber der dritten auszudrücken, könnte er aus dem weißen Kind ein scharzes Machen. Ausserdem könnte er die Ablehnende/weisende haltung der Frau verstärken, ie vielleicht noch eindeutiger zur Europa machen, wbei man ja auch die USA einbeziehen sollte.

Um etwas dramatischer zu werden, und weniger ästhetisch könnte er bei dem Kind noch einwenig dreck und eine Blutlache zufügen.[/quote]
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Beitrag von aeyol » 30. Mai 2008, 23:23

Schönes Bild... irgendwie muss ich auch dran denken, wie sich Leute im Schein der selben Sonne[nscheibe] (wie in ihrer Eitelkeit) sonnen und bräunen, unter der andere verdursten und verhungern...
Wenn ich kein Frosch wär´, könnten Vögel fliegen.

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brainbrush
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Beitrag von brainbrush » 1. Jun 2008, 15:39

So, ich denke ich bin mit meinem ersten Alice-Bild fertig. Wer den WIP Thread meidet; ich mach gerade für mein Studium eine Illustrationsreihe zu Alice im Wunderland und dies hier ist die Szene, in der Alice die Edamer Katze trifft. Bin gespannt wie die anderen werden.

Bild

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Beitrag von brainbrush » 1. Jun 2008, 17:53

Dankeschön, wow Lob gleich direkt beim ersten Kommentar, das freut mich natürlich :-) Ja Du hast gar nicht so unrecht, ich hab mir allerdings auch besonders bei den Farben einen abgebrochen weil ich sonst immer zu matte eher langweilige Töne verwende - gut das es zumindest von Deiner Seite gesehen hingehauen hat :-)

Brainpen
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Beitrag von Brainpen » 1. Jun 2008, 22:08

Mein Dino :D

Bild

@Brainbrush
Ich finde die Farben auch sehr schön. Und Alice ist echt niedlich ! Mir gefällt auch die Atmosphäre sehr gut. Das bringt so das gewisse märchenhafte etwas noch mit rein :)

Falk
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Beitrag von Falk » 2. Jun 2008, 10:44

@brainbrush, als ich dein Bild sah, habe ich auch gleich Lust bekommen mal ein Alice im Wunderland Bild zu malen. Mir gefällt besonders dein eigentümlicher Stil, wie du die Charaktere dargestellt hast - allein, dass Alice ein kleines, rundliches Mädchen ist, find ich super. Wirklich ein tolles Bild.

@brainpen, da hättest du meines Erachtens nach ruhig etwas mutiger mit den Kontrasten arbeiten können und auch mit mehr Farben und Sättigung spielen können. Bildaufbau find ich ganz gut gelungen und ich mag das aquerellige. Leider verschwimmen die Bäume hinten zu sehr zu einer einzigen Masse und auch der Dino wirkt zwar nicht schlecht, aber anatomisch teilweise etwas weit hergeholt.






Zu meinem Bild möchte ich, für die Leute, die es interessiert, auch noch ein paar Sätze schreiben, komme leider zeitlich erst heute dazu:

Erstmal vielen Dank für eure Wortmeldungen! Ich fand eure Interpretationen sehr interessant zu lesen und kann sie alle nachvollziehen, auch Fee, die etwas anderes als Arroganz in dem Bild sieht.

Was ich vielleicht sagen muss ist, dass es mir bei dem Bild hauptsächlich darum ging einfach einige meiner Gedanken umzusetzen und weniger darum, dass ich damit andere Menschen erreiche oder gar etwas kritisiere. Ich finde es sogar richtig gut, wenn über meinen eigenen Gedanken hinaus Menschen noch etwas in dem Bild finden können. Jeder bringt schließlich individuelle Prägungen mit und sieht dementsprechend auch andere Dinge. Darum will ich auch eigentlich im Vorfeld immer nicht so viel zu einem Bild sagen, weil ich diese verschiedenen Ideen und Gedanken sehr gut finden.

Zusammengefasst waren meine Gedanken zu den einzelnen Bildelementen die Folgenden:

Wenn man sich als Mensch entscheidet einen neuen Mensch in die Welt zu bringen, dann ist das für mich diesem neuen Menschen gegenüber arrogant (ich könnte es auch Hochmut, Eitelkeit, Selbstüberschätzung usw nennen). Man kann diesen Menschen nicht fragen, ob er geboren werden möchte und alles Leid erleben will, leider kann man ihn auch nicht fragen, ob er all das Schöne erleben möchte. Trotzdem gebären Menschen Kinder und sie leben gut, oder sie werden gefressen. Letztendlich werden wir aber alle gefressen und davor können wir uns nicht wehren, sei es durch das Böse in uns selbst oder von anderen Menschen, sei es durch Krankheit, sei es durch den Tod.

Die Frau symbolisiert diese Arroganz. Sie erhebt sich über die Erdkugel und stellt sich über sie, sie ist, unterstützt durch die Scheibe (Heiligenschein) sozusagen fast gottgleich (sehen wir Menschen uns zu Recht oder Unrecht ja teilweise als Götter). Ihr Gesicht wendet sich ab von dem, was unten am Boden geschieht, sie will hin zum Licht und was unten im Staub geschieht, interessiert sie wenig. Die eine Hand hält sie ausgestreckt und offen ins Licht, weil sie sich gutherzig fühlt und andere für sich gewinnen möchte, die andere Hand ist verkrampfter und abgewendet, weil sie doch auch selbst in sich ihre Widersprüchlichkeit fühlt.

Die Scheibe im Hintergrund symbolisiet auch die Sonne (mit Sonnenstrahlen) über der Erde, das Licht. Doch auch die Sonne, die man psychologisch als etwas Festes im Leben wahrnimmt, ist vergänglich und wird eines Tages erlöschen. Darum ist ihr Glanz in meinem Bild nicht so strahlend und nicht so hell.

Die Hyäne stellt in Fabeln oft ein böses, aber auch ein schlaues, gerissenes Wesen dar. Sie ist aber auch ein Raubtier. Anfangs hatte ich überlegt, dass das Kind eigentlich von einem anderen Menschen gefressen werden muss, vielleicht wäre das besser gewesen. Aber ich habe dann sehr schnell an Kanibalismus denken müssen und deshalb fand ich die Hyäne, auch als Aasfresser, interessanter und symbolischer. Sie ist für mich ein Sinnbild für alles das, was einem an Leid durch Andere zugefügt werden kann. Und weil man solche Dinge emotional immer zuerst im Bauch spürt, reißt sie dem Menschenkind den Bauch auf. Selbständig vorwärts laufen kann man in so einer Situation, in der einem die Umstände Schmerzen bereiten, dann meistens nicht mehr, darum fehlen auch die Beine des Kindes. Es soll aber trotzdem so wirken, als schläft es friedlich und ist nicht tot und träumt von einem anderen Leben...

Den Hintergrund bildet eine urtümlichen Höhle und soll darauf hinweisen, dass seit Urzeiten solche Dinge fortlaufend geschehen.

Vielen Dank für euer Interesse!

ZuluSplitter
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Beitrag von ZuluSplitter » 2. Jun 2008, 20:34

Falk hat geschrieben:Zu meinem Bild möchte ich, für die Leute, die es interessiert, auch noch ein paar Sätze schreiben, komme leider zeitlich erst heute dazu:

Erstmal vielen Dank für eure Wortmeldungen! Ich fand eure Interpretationen sehr interessant zu lesen und kann sie alle nachvollziehen, auch Fee, die etwas anderes als Arroganz in dem Bild sieht.

Was ich vielleicht sagen muss ist, dass es mir bei dem Bild hauptsächlich darum ging einfach einige meiner Gedanken umzusetzen und weniger darum, dass ich damit andere Menschen erreiche oder gar etwas kritisiere. Ich finde es sogar richtig gut, wenn über meinen eigenen Gedanken hinaus Menschen noch etwas in dem Bild finden können. Jeder bringt schließlich individuelle Prägungen mit und sieht dementsprechend auch andere Dinge. Darum will ich auch eigentlich im Vorfeld immer nicht so viel zu einem Bild sagen, weil ich diese verschiedenen Ideen und Gedanken sehr gut finden.

Zusammengefasst waren meine Gedanken zu den einzelnen Bildelementen die Folgenden:

Wenn man sich als Mensch entscheidet einen neuen Mensch in die Welt zu bringen, dann ist das für mich diesem neuen Menschen gegenüber arrogant (ich könnte es auch Hochmut, Eitelkeit, Selbstüberschätzung usw nennen). Man kann diesen Menschen nicht fragen, ob er geboren werden möchte und alles Leid erleben will, leider kann man ihn auch nicht fragen, ob er all das Schöne erleben möchte. Trotzdem gebären Menschen Kinder und sie leben gut, oder sie werden gefressen. Letztendlich werden wir aber alle gefressen und davor können wir uns nicht wehren, sei es durch das Böse in uns selbst oder von anderen Menschen, sei es durch Krankheit, sei es durch den Tod.

Die Frau symbolisiert diese Arroganz. Sie erhebt sich über die Erdkugel und stellt sich über sie, sie ist, unterstützt durch die Scheibe (Heiligenschein) sozusagen fast gottgleich (sehen wir Menschen uns zu Recht oder Unrecht ja teilweise als Götter). Ihr Gesicht wendet sich ab von dem, was unten am Boden geschieht, sie will hin zum Licht und was unten im Staub geschieht, interessiert sie wenig. Die eine Hand hält sie ausgestreckt und offen ins Licht, weil sie sich gutherzig fühlt und andere für sich gewinnen möchte, die andere Hand ist verkrampfter und abgewendet, weil sie doch auch selbst in sich ihre Widersprüchlichkeit fühlt.

Die Scheibe im Hintergrund symbolisiet auch die Sonne (mit Sonnenstrahlen) über der Erde, das Licht. Doch auch die Sonne, die man psychologisch als etwas Festes im Leben wahrnimmt, ist vergänglich und wird eines Tages erlöschen. Darum ist ihr Glanz in meinem Bild nicht so strahlend und nicht so hell.

Die Hyäne stellt in Fabeln oft ein böses, aber auch ein schlaues, gerissenes Wesen dar. Sie ist aber auch ein Raubtier. Anfangs hatte ich überlegt, dass das Kind eigentlich von einem anderen Menschen gefressen werden muss, vielleicht wäre das besser gewesen. Aber ich habe dann sehr schnell an Kanibalismus denken müssen und deshalb fand ich die Hyäne, auch als Aasfresser, interessanter und symbolischer. Sie ist für mich ein Sinnbild für alles das, was einem an Leid durch Andere zugefügt werden kann. Und weil man solche Dinge emotional immer zuerst im Bauch spürt, reißt sie dem Menschenkind den Bauch auf. Selbständig vorwärts laufen kann man in so einer Situation, in der einem die Umstände Schmerzen bereiten, dann meistens nicht mehr, darum fehlen auch die Beine des Kindes. Es soll aber trotzdem so wirken, als schläft es friedlich und ist nicht tot und träumt von einem anderen Leben...

Den Hintergrund bildet eine urtümlichen Höhle und soll darauf hinweisen, dass seit Urzeiten solche Dinge fortlaufend geschehen.

Vielen Dank für euer Interesse!
Hallo Falk,

freut mich echt dich hier zu sehen und vorallem deine Gedanken zu dem Bild...
Ich habe es, als ich es zum ersten mal so, so "ähnlich" interpretiert, ich habe es zwar als widerspiegelung von Arroganz gesehen, aber bei der Interpreation des Bildes bin ich nicht so ins Detail gegangen wie du es bei der Entstehung dir gemacht hast.
z.B. habe ich das drum herum wie die Felsen und die Sonne ausgefallen, ich habe eher die Personen und die Hyäne, das Mädel oben soll denke ich bedeuten das Menschen, die ärmer sind, wenig kümmern und das den meisten Menschen ihr Schicksal in diesen Ländern eigentlich egal scheint und sie sich deswegen besser fühlen und denken, sie wären gott gleich...

Das wären eigentlich meine Gedanken dazu gewesen :)

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Beitrag von Bas.T » 3. Jun 2008, 21:36

Um das Bild mal abzuschließen poste ich die finale Version...vorangehend zur Erinnerung der letzte Stand meines Africabildes.

Bild

...und hier nun die finale Version mit überarbeiteten Bäumen.
Bild

BasT :)

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Beitrag von digitaldecoy » 3. Jun 2008, 22:04

Um ehrlich zu sein, ich denke nicht, dass es den Bäumen an plastischer Ausarbeitung gefühelt hat. In dem Lichtsetting haben sie als reine Silhouetten sehr gut funktioniert. Was nicht richitg funktioniert hat, war die etwas uninspirierte Form der Silhouetten und in der Richtung hast Du nichts wirklich verbessert. Was man da sieht, sieht halt nicht wirklich nach Ästen eines Baumes aus. Die sind zu lang und zu gerade und außerdem wird der linke Ast zum Bilrand hin schmaler, dabei werden Äste zum Stamm hin gemeinhin dicker.

Also, ich würde dieser Baumsilhouette noch etwas Liebe geben und dann hast Du ein wirklich schönes Bild auf die Beine gestellt.
Besuch mich doch Mal in meinem Personal Showroom! - http://www.digitalartforum.de/forum/vie ... php?t=1604

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Beitrag von Bas.T » 3. Jun 2008, 22:07

Verstehe...und muss dir Recht geben. Die dünnen "Äste" sollen eigentlich auch Lianen sein, die sich um die Stämme tummeln. Wenn man das nich erkennt muss ich wirklich noch mal ran...abgesehen vom dünner werdenden Baumstamm vorne links.

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Beitrag von Seyreene » 4. Jun 2008, 22:50

So, ich erkläre mein Bild nun auch für vollendet. Es handelt sich um Kele Okereke, den Sänger der wunderbaren Band Bloc Party.
Ich hab ein Foto von ihm aus einer Zeitschrift als Referenz verwendet und quasi nur den Hintergrund etwas abgeändert.

Bild

Eher als Studie zu sehen, würde ich sagen. Aber mit viel Spaß daran. :)

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