Kleines Bilderbuchprojekt.

Stellt Eure in Arbeit befindlichen oder fertigen 2D-Artworks hier aus, um sie diskutieren zu lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Euer Artwork in klassischen Techniken oder digital entstanden ist.
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lucy
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Beitrag von lucy » 10. Jan 2007, 16:03

@janna:
danke ! das mit den kringeln ist absicht und soll so gedeutet werden, wie du es beschreibst. =)
der erste absatz ist nen ziemlich guter punkt... ich werde das wohl lösen, indem ich zwei
offensichtlich verfeindete soldaten darstelle. dann wirds etwas klarer, da hab ich echt nicht
dran gedacht... =|

@coro:
ich bin auch ziemlich gespannt... denke ich mach erstmal einen gesamtentwurf,
sobald die zeichnungen fertig sind.
zur leserichtung: chaos ist hier gewünscht... wenn das ganze etwas unübersichtlich
wirkt, dann liegt das halt daran, dass es eine verrückte vision ist. =)

so, nr8...
hm, die haltung vom prof ist komisch geworden...das war nicht gut durchdacht.
ich glaub es muss reichen, aber mal schaun.
Bild

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aeyol
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Beitrag von aeyol » 10. Jan 2007, 16:11

*schnief* :(
Schöne Geschichte, aber das Ende ist gemein (auch wenn ich es sehr schön gemacht finde, wie sich der Kreis dort schließt).

Ich finds sehr interessant, zu beobachten, wie Du bei diesem Projekt vorgegangen bist und vorgehst und bin sehr gespannt auf die weitere Umsetzung.
Wenn ich kein Frosch wär´, könnten Vögel fliegen.

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lucy
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Beitrag von lucy » 12. Jan 2007, 10:49

danke, aeyol! =)

Bild

Bild

weiter gehts mit dem cover und dann einigen korrekturen. am besten alles heute, damit ich endlich mit den farben anfangen kann. =)

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Wutzara
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Beitrag von Wutzara » 12. Jan 2007, 10:51

10 von 10 Punkten wirklich grandios umgesetzt. Ich freu mich jetzt schon auf die Farbversion - is das jetzt komplett digital oder doch analog? Der Brush gefällt mir nämlich. Die Geschichte ist auch wirklich super - und du hast die wirklich während der Umsetzung entworfen? Großes Kino sag ich nur.

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lucy
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Beitrag von lucy » 12. Jan 2007, 12:29

@wutzara: alles digital, was es hier zu sehen gibt. (brush ist so etwas größensteuerung, opacity-steuerung und 22%flow, glaub ich.)
anfang und ende standen hatte ich sofort, aber die mitte war jetzt größtenteils improvisiert.
danke ! =)

so, das cover wird komplett "gemalt", ziemlich flächig mit 4 farben oder so. die kreise
werden später durch (vielleicht eingescannte) tropfen ersetzt. mal schaun, wie ich das
mache. also zeichnung wird komplett ausgeblendet daher etwas skizziger als sonst.
die linke seite hier wird die rückseite.

Bild


ich suche noch nen titel (bisher würd ichs wohl einfach nach dem thema "weltverbesserung" nennen,
aber ich weiß nicht.. ) und bin für vorschläge offen :D

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oleg
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Beitrag von oleg » 12. Jan 2007, 13:08

Aus erzählerischer Sicht würde ich die Seite "keine Verbesserung..." rausnehmen. Die Seite erzählt nichts Neues und bremst die Geschichte aus. Die Ärzte und Wärter + die Spritze im Bild vorher vermitteln schon ausreichend Psychiatrie-Atmosphäre.

Die Ärzte beim Setzen der Spritze und direkt danach der Schnitt zum Professor, debil/verträumt den Schmetterling beobachtend (die Raupe von vorhin? wieviel Zeit ist vergangen?), ergeben eine viel stärkere Abschluss-Sequenz.

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Patchopfer
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Beitrag von Patchopfer » 12. Jan 2007, 13:38

jau, das seh ich genauso wie oleg ;)
aber ansonsten, echt schick, ich freu mich auf mehr!
there is no spoon

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lucy
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Beitrag von lucy » 12. Jan 2007, 13:57

hmmm, hmhmhm.
also ich find die seite wichtig, weil sie halt einmal, die trostlose lage noch verstärkt. man sieht
sonst sehr wenig von der psychatrie und die anderen türen deuten an, dass dahinter nochmal
genau solche "genies" ; ) stecken. dazu die geschlossenen türen und die kalte atmosphäre, die ich
sonst nirgendwo so gut einbauen kann....ich seh dass von der dramaturgie auch eher so, dass es da nochmal
weiter nach unten geht und dann mit dem schmetterling am ende nochmal wieder etwas hochgezogen.
sonst fehlt mir ja irgendwie der tiefpunkt, der fürs ende ja schon wichtig ist, nach der ganzen weltverbesserung.
und der satz stellt nochmal sehr direkt bezug zum thema her.

und die raupe hat medizin getrunken und wird darum direkt zum schmetterling. mit dem bild dazwischen
hab ich auch etwas zeit, was hier auch nicht fehlen sollte glaube ich.

also ertsmal bleibts auf jeden fall drin, auch wenn ich mir auch nicht soo sicher bin.
find aber halt keinenfalls, dass die seite nutzlos ist-
freu mich über weitere meinungen dazu ! =)

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Beitrag von ElCazze » 12. Jan 2007, 14:13

ähm, ich kann mich oleg und maxwell absolut nicht anschließen... denn wie du schon sagst, die Atmosphäre wird unterstützt dadurch. Und ich finde auch, dass die Wärter beim vor-vorletzten Bild eher wie Matrixagenten wirken und dieser Eindruck durch die vorletzte Szene abgeschwächt wird

edit: ach ja, ich habs mir die ganze zeit schon gedacht und deswegen (weils für mich schon selbstverständlich war) nicht geschrieben: :o Supergeile Sache das Buch, ich freu mich auf die Farbe, ist jetz schon genial

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Beitrag von The-Student » 12. Jan 2007, 14:23

Ein Titelvorschlag von mir wäre: Medizin für die Welt

Wollte dazu noch kurz los werden dass mir die Geschichte und dein Buch bisher sehr gut gefällt! Freue mich ebenfalls auf die Farbversionen!

Die Seite würde ich auch nicht raus nehmen. Schliesse mich deiner Meinung da an! Die Seite unterstützt definitiv die kalte Stimmung und ist der Tiefpunkt deiner Geschichte. Was du aber überlegen könntest, die Seite als kleines Bild links oben in deine letzte Seite einzubauen. Wobei ich glaube dann würde der Tiefpunkt verloren gehen. Wäre aber auf jedenfall noc heine Möglichkeit ;)
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Beitrag von Artdek » 12. Jan 2007, 16:13

Mit dem Ende habe ich ebenfalls meine Schwierigkeiten. Zwar ist es schön, wie sich der Kreis schließt, doch es erzählt mir nur vom Wahn eines Kreises, der sich eine bessere Welt wünscht, in der er der Gott sein darf.
Persönlich rate ich gern davon ab, eine Geschichte damit enden zu lassen, dass der Held aus einem Traum aufwacht, oder in der Psychiatrie sitzt, was dem Ende des Traumes sehr ähnelt. Die Idee, dass doch alles sowieso nicht real war, ist erzählerisch tautologisch. Geschichten sind doch sowieso schon wie Träume. Bildergeschichten ahmen den Traum nach. Insofern ist es fast schon Betrug am Betrachter, der sich zunächst einer wunderbaren Idee ergibt, und sobald er sich damit identifiziert, muss er erleben, dass er wahnsinnig gewesen sein muss, soetwas schön zu finden.

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Beitrag von ElCazze » 12. Jan 2007, 16:53

Ich finde das mit der Doppelseite eine gute Idee!
Artdek: lucy muss auch mal fertig werden, ich finde für diese kleine aber feine Geschichte ist der Schluss ganz passend, es soll ja kein Epos werden.

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Beitrag von aeyol » 12. Jan 2007, 17:53

@Artdek
Wat denn, wat denn... die Gedanken sind frei. :)
Wenn ich kein Frosch wär´, könnten Vögel fliegen.

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Beitrag von Artdek » 12. Jan 2007, 20:06

Danke für die Analyse meiner Persönlichkeit, Emm. Das ist sehr aufmerksam.

Ich habe nicht jeden Kommentar gelesen und beurteilte nur, was mir die Bilder erzählen.

Wenn es fertig ist und ich dasselbe darin lese wie jetzt, dann werde ich die selbe Meinung dazu entwickeln und werde auch nicht allein da stehen. Es ist eben meine Anschauung zu Geschichten.
Ich finde die Idee klasse und visuell sehr aufregend.
Ich meine nur, dass sich für "Wahn" oder "Irrsinn der Weltverbesserung" ein besseres Bild finden lassen kann als eine Psychiatrie.
Ich meine, warum muss eine Psychiatrie sein, in der ein Wahnsinniger ist?
Wäre es nicht spannender, wenn er die Raupe in einem Café in einen Schmetterling verwandelt, oder in einem Zug oder vielleicht sogar in einem Polizeiwagen auf dem Rücksitz.
Was wäre denn, wenn es NICHT in einer Psychiatrie enden würde?

Aber im Prinzip ist es mir egal, was aus der Geschichte wird - ich beschreibe nur, was es bei mir auslöst.

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Beitrag von lucy » 13. Jan 2007, 09:16

@elcazze, the-student: danke ! seite bleibt drin.

@emm: die idee ist gut - schwachpunkt sehe ich darin dass es ja vorher schon von der letzten komplett zugestopften
seite der vision zur jetzt wieder leereren übersichtlichen seite wechselt..das würde abgeschwächt werden.
hmm, wäre vielleicht schon besser, aber das zusammen mit der tatsache, dass die zeit drängt - es bleibt wie es ist.

@artdek: hm, die argumentation gegen solche träume in geschichten allgemein finde ich nicht schlüssig.
und wie elcazze schon sagt, es soll ja kein epos werden. es gibt viele beispiele für geschichten, filme, etc in
denen das vorkommt, dass der betrachter auf diese weise erst getäuscht wird. da wird das für eine
kleine bildergeschichte/comic wohl auch zulässig sein. die these, dass der betrachter auch wahsinnig sein muss,
um gefallen an der vision eines wahnsinnigen zu finden, finde ich auch nicht zwangsweise logisch
(siehe zb emms interpretationen..) der wahn der vision kommt denke ich zudem auch vorher schon raus,
durch die darstellung des professors, den seitenaufbau, die geschichte an sich, farben werden noch hinzukommen.

ich weiß jetzt nicht genau, wieso ein cafe oder ein zug ein besseres bild für "wahn" oder "irrsinn der weltverbesserung"
sein sollten. das ganze mag nicht sonderlich originell sein, .... aber du nimmst hier gerade die beiden ersten grundsätze
der geschichte auseinander. wenn man den traum in der geschichte weglässt und das ganze auf den rückbank
eines polizeiwagens verlegt, seh ich irgendwie keine verbindung mehr zu meiner geschichte. es endet ja auch nicht nur
in der psychiatrie, es fängt auch dort an.
abgesehen davon steht die geschichte hier seit nem monat und ich muss in ca 2-3 wochen abgeben. darum werd ich
an der grundstruktur der geschichte jetzt natürlich auch nichts mehr ändern.




hab ein paar details an einigen outlines geändert !
seite1
seite2
ein paar sachen stilmässig angepasst. das ausblenden
der skizzenebene macht auch schon was aus. immer noch nicht 100% passend.. =/
das hab ich auf jeden fall unterschätzt.. also dass ich da erst noch nen paar seiten
brauchte um wirklich einen stil zu finden.
seite6
ein zusätzlicher frame wo ich die ufos andeute.
ansonsten hab ich die textschilder aus 4 und 5 rausgenommen.

--> farben ! *renn* :o

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Logan
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Beitrag von Logan » 13. Jan 2007, 11:47

Eine Kleinigkeit ist mir noch aufgefallen und zwar die Spritze. Der fehlt irgendein Bauteil, womit mit Zeige- und Mittelfinger in Verbindung mit dem Daumen Druck aufgebaut werden kann. So wie du die Spritze jetzt gezeichnet hast, würde sie wohl aus den Fingern flutschen. Es fehlen diese Plastik-Ohren am Ende (oder diese Ringe) und wahrscheinlich würde man die Spritze auch mehr mit den Fingerkuppen halten. Ist aber wie gesagt nur eine Kleinigkeit, zu deinem Stil passt deine Version genauso, man weiß ja, was gemeint ist. ;)

Bin sehr gespannt auf die Farbversion!

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Beitrag von Artdek » 13. Jan 2007, 11:49

ich schrieb

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Geschichten sind doch sowieso schon wie Träume. Bildergeschichten ahmen den Traum nach.
Dies betrifft die Vorgehensweise, Geschichten damit Enden zu lassen, dass doch alles nicht real war.

lucy schrieb
@artdek: hm, die argumentation gegen solche träume in geschichten allgemein finde ich nicht schlüssig.
Warum?

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Beitrag von Coro » 13. Jan 2007, 12:57

Wenn die Raupe von der Medizin trinkt und dann sogleich zum Schmetterling wird war dass ja kein Traum, sondern vielmehr beginnt die Geschichte nochmal allerdings hat es ne andere Verzweigung (statt dem Bäumchen kriegt die Raupe die Medizin) und diese ganzen Folgereaktionen finden nicht statt. Kann mir vorstellen der Schmetterling fliegt raus und keiner wird jemals merken, was der Professor entdeckt hat. Traurige Geschichte, allerdings haben doch Kinderbücher meist irgendeine Aussage die sie dem Kind vermitteln wollen, die von dieser Geschichte hat sich mir nicht ganz erschlossen.

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Beitrag von lucy » 13. Jan 2007, 16:01

@logan: auja.. wird geändert !

@artdek: ich seh einfach nicht den punkt, was an dem "traum im traum"-prinzip generell schlecht ist.

@coro: ne direkte aussage gibts auch nicht, es ist ja nicht mal direkt ein kinderbuch in dem sinne.
es ist einfach ne kleine bildergeschichte und nicht mehr.
da das ganze ja nicht veröffentlicht werden soll oder dergleichen, hab ich mir auch nicht überlegt,
für wen das buch jetzt direkt gemacht wird oder so.



hatte gerade die möglichkeit einer buchbinderin beim binden eines buches zuzusehen
(sowohl klebebindung als auch fadenheftung) und bin echt überrascht wie vergleichsweise
leicht es doch geht... naja, vielleicht nicht leicht, es wirklich schnell und gut hinzubekommen,
aber doch relativ unkompliziert. mal schaun wie das bald klappt... bin ja nicht so der bastel-freak,
aber ich wills auf jeden fall versuchen.

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Beitrag von Artdek » 13. Jan 2007, 18:32

@ lucy

generell schlecht ist gar nichts. Da mach dir keine Sorge, dein Projekt läuft darum nicht Gefahr, an Wert einzubüßen. Es ist tatsächlich, für die Vergleiche, die sich mir stellen, ein hervorragendes Werk.

Zum Traum im Traum:

Es gibt ein einfaches Beispiel, anhand man die Schwierigkeiten mit dem Traum im Traum erläutern kann:

Ein Mann geht des Nachts die Straße hinunter, um einen Freund an der Bushaltestelle zu treffen. Da läuft ihm ein roter Hund über den Weg. Die seltsame Erscheinung des Hundes weckt die Neugier des Mannes. Er folgt dem Hund durch den Park und die Straßen bis ans Ende der Stadt und ist bei jedem Schritt begeistert von der Besonderheit, die ihm begegnet ist. Seinen Freund allerdings hat er dabei vergessen, und der wartet noch eine Stunde in der kalten Dunkelheit, bis er endlich sein Handy herausholt, um den Mann anzurufen.
Beim Mann klingelt laut das Telefon. Der rote Hund rennt verschreckt in einen undurchsichtigen Schatten und aus den Augen des Mannes.
Der Mann will zumindest noch den Anruf entgegen nehmen, doch das lange Klingeln saugt dem Akku des Handys den letzten Saft heraus, so, dass der Freund den Eindruck bekommt, dass der Mann seinen Anruf einfach abgewehrt hatte. Darauf steigt der Freund in den gerade einfahrenden Bus und fährt davon.
Der Mann, der in dieser Nacht weder den Hund noch seinen Freund erreichen konnte, steht nun allein am Rand der Stadt.
Plötzlich wacht der Mann auf. Es war nur ein Traum. Der Mann war auf einer Parkbank eingeschlafen.

Was kann uns diese Geschichte erzählen?
Schlafe nicht auf Parkbänken ein. Oder Schlaf auf Parkbänken kann die verrücktesten Träume verursachen. Folge auch im Traum nicht einem roten Hund!?

Wäre es nicht besser gewesen, auf das Ende, bei welchem der Mann aus dem Traum aufwacht, zu verzichten?
Der Mann hätte einsam am Rand der Stadt gestanden und seine Neugier hat sein Pflichtgefühl verdrängt, so, dass er seine Freundschaft in Gefahr brachte.

Durch das Verzichten auf das "Es war halt nur ein Traum"-Ende erhält die Geschichte eine Essenz, eine Aussage, die innerhalb der "Realität" der Erzählung Gültigkeit bekommt, weil man ihre Realität als wahrhaftig versteht.
Zweifelt der Erzähler jedoch seine mühsam aufgebaute Welt selbst an, wie soll dann der Betrachter ihrem Wesen glauben schenken?

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Beitrag von lucy » 13. Jan 2007, 22:41

@artdek: oben hörte sich das schon ziemlich so an, als wärst du generell gegen dieser art der erzählung.
an deinem beispiel erkenn ich schon ein problem. aber mit ner gelungenen eingliederung des traumes muss
das nicht so sein, finde ich. wie emm es halt schon gesagt hat. ; )

als zwischenschritt mal ein paar tonwertests. ich will erst das ganz buch in klein vor mir haben bevor ich mich
den einzelnen seiten widme. und bevor ich da farbig was mache, erstmal eine grobe tonwertidee entwickeln.
wichtig ist die vision, die zunehmend dunkler und kontrastreicher werden soll. für heute ist schluss morgen
wird weiter rumprobiert, noch etwas korrigiert und dann das ganze in farbig. vorstellung ist hier halt auch,
dass es zunehmend gesättigter und farbenfroher werden soll.
Bild
am anfang und ende sind cover, hinten nachsatz und impressum, vorne vorsatz und nochmal nen blatt für titel etc.
nachsatz und vorsatz sind die verbindungen zwischen den gebundenen blättern und dem cover wie heute gelernt.
klebebindung wird gleich vermutlich noch ausprobiert mal so testweise.

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Beitrag von Artdek » 13. Jan 2007, 23:19

@lucy

Das ist allerdings richtig. Ich bin beruhigt, dass du zu wissen scheinst, was du tust.
Die Welt zu retten ist allerdings ein Wahn, und, wie gesagt, aus diesem Grund finde ich die Geschichte gut.
Ich freue mich schon sehr auf die fertigen Bilder in deinem abgefahrenen plastischen Stil. :thumb:

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