Was nun? Weiter mit Illustration?

Benutzeravatar
Kobar
Artguy
Beiträge: 1517
Registriert: 2. Feb 2008, 21:07
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: Was nun? Weiter mit Illustration?

Beitrag von Kobar » 30. Mär 2017, 11:51

Schön, dass du hier weiter schreibst. Ich finde das Ganze sehr interessant. Tipps kann ich gerade keine geben. Beim GameDesign scheinst du ja schon zu wissen, dass es eher um Worldbuilding und Konzepte geht statt optischem Design.
Nur was spricht dagegen, der Agentur zu sagen, dass man sich entweder auf Illustration oder Werbegrafik spezialisieren will? Vielleicht fängt man erstmal an, macht paar Aufträge und schaut dann weiter?
"Ratschläge erhalten sie von Mikes Großvater, der aus dem Jenseits per Hologramm mit ihnen kommuniziert."

Benutzeravatar
aeyol
Artguy
Beiträge: 2762
Registriert: 29. Mai 2006, 06:41
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Beitrag von aeyol » 30. Mär 2017, 18:55

Naja, Gamedesign ist aber auch soviel mehr, man hat viel zu schreiben und muss sich auch Gedanken um Gameplay, Balancing (Tabellen... viel Tabellenarbeit :P) und sowas machen - sollte man nicht mit Leveldesign verwechseln, auch wenn's Überschneidungen gibt. Aber diese Gamedesignstudiengänge oder -Ausbildungen decken ja meist irgendwie alle Bereiche so ein bisschen ab (GD, Programmierung, Grafik...).
Wenn ich kein Frosch wär´, könnten Vögel fliegen.

Benutzeravatar
Kobar
Artguy
Beiträge: 1517
Registriert: 2. Feb 2008, 21:07
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Beitrag von Kobar » 30. Mär 2017, 20:32

Ja, mit Worldbuilding meinte ich nicht nur Environment Design oder Hintergrundgeschichte, sondern auch diesen ganzen Balancing- und Tabellenkram. Ich habe da einen falschen Begriff verwendet.
"Ratschläge erhalten sie von Mikes Großvater, der aus dem Jenseits per Hologramm mit ihnen kommuniziert."

DerIri
Newbie
Beiträge: 13
Registriert: 28. Nov 2016, 20:48
Kontaktdaten:

Beitrag von DerIri » 25. Apr 2017, 21:12

Eine Freundin meint ich sollte am besten einfach mal nach Berlin ziehen. Kann mir vielleicht jemand dort was empfehlen? Gibt es Anlaufstellen die bevorzugt mit eher zeichnerisch versierten Leuten arbeiten? Oder Weiterbildungsangebote in dem Bereich?

Benutzeravatar
Kobar
Artguy
Beiträge: 1517
Registriert: 2. Feb 2008, 21:07
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Beitrag von Kobar » 1. Mai 2017, 20:18

Öhm was? Also hat die Freundin gehört, dass Berlin ein brodelnder Quell der Kreativität ist und deshalb musst du da hinziehen oder wie? Ich meine, wenn sie jetzt keine nützlichen und konkreten Beispiele innerhalb Berlins für dich hatte, ist das wohl eher ein nutzloser Tipp in irgendeine große Stadt zu ziehen. Jede große Stadt hat "Anlaufstellen, die auch bevorzugt mit zeichnerisch versierten Leuten arbeiten".
Nochmal in aller Deutlichkeit: Mit deinen momentanen zeichnerischen Fähigkeiten wirst du keine Arbeit finden. Versuche im Grafikdesign eine Stelle zu finden und zeichne nebenher. Wo willst du sonst dein Geld für noch eine Ausbildung herkriegen?
"Ratschläge erhalten sie von Mikes Großvater, der aus dem Jenseits per Hologramm mit ihnen kommuniziert."

DerIri
Newbie
Beiträge: 13
Registriert: 28. Nov 2016, 20:48
Kontaktdaten:

Beitrag von DerIri » 2. Mai 2017, 12:44

@Kobar Ja, du hast schon Recht. Was ich momentan zeichnerisch kann reicht nicht um damit Arbeit zu finden.
Was sie meinte ist, dass es in Berlin vielleicht leichter ist Jobs in Werbeagneturen zu finden. Ich schau mich mal um.

Chinasky
Artguy
Beiträge: 3601
Registriert: 29. Mai 2006, 10:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Chinasky » 5. Mai 2017, 03:28

Ich würde ja eher vermuten, dass in Berlin die Konkurrenz um Jobs und Stellen besonders groß ist.
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

Juri
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: 9. Jan 2017, 16:19

Beitrag von Juri » 8. Mai 2017, 09:46

Ich schliesse mich den Anderen an: In Berlin würdest du nur eines finden: das in den Medien schon ausgiebig beschriebene "Kreativ-Prekariat". Freilich gibt es da auch Leute die gut im Geschäft sind, aber allgemein ist Berlin geprägt von extremer Konkurrenz und extrem niedriger Vergütung. Die niedrigen Lebenshaltungskosten und der Hippness-Faktor bedingen und relativieren das natürlich.

Dein Problem ist kein geographisches, sondern ein mentales. Wenn dich jemand in einen Bewerbungsgespräch fragt, wo du hin willst, und du nicht klipp und klar dein Ziel schildern kannst, sondern vielmehr durchblicken lässt dass du das mit Ende zwanzig immer noch nicht weißt, dann war es das. Selbst wenn es erlogen oder schwer ist: suggeriere Zielstrebigkeit.
Bewerbe dich weiter, jedes Gespräch und Feedback daraus ist wertvoll und gibt dir Arbeitsaufträge für das nächste Gespräch. Wenn du so gar keine Ahnung hast was du anfangen musst, strebe ein Praktikum an. Baue mit aller Kraft an deinem Werbeagentur-Portfolio.

Ja, und ich sags, wenn auch nicht gerne, auch nochmal: deine Zeichnerei ist ein tolles Hobby, belass es dabei! Für dich wird kein einträglicher Beruf daraus werden.
Juri a.k.a. Schindermichel

Schmutzfink
Newbie
Beiträge: 10
Registriert: 25. Apr 2017, 13:26

Beitrag von Schmutzfink » 12. Jul 2017, 11:46

Chinasky hat geschrieben:
5. Mai 2017, 03:28
Ich würde ja eher vermuten, dass in Berlin die Konkurrenz um Jobs und Stellen besonders groß ist.
Naja, aber dort gibt es eben auch die allermeisten Jobs in der Branche.

DerIri
Newbie
Beiträge: 13
Registriert: 28. Nov 2016, 20:48
Kontaktdaten:

Beitrag von DerIri » 16. Sep 2017, 16:40

Ich dachte, es wird Zeit für ein Update: Letzte Woche habe ich ein dreimonatiges Praktikum in einer Werbeagentur begonnen. Ich arbeite erst 2 Tage in einem Vergnügungspark (in der Gastronomie) und die weiteren 3 in der Agentur. Jetzt gebe ich mir Mühe und im besten Fall krieg ich vielleicht eine Festanstellung (dann wohl Vollzeit). Dadurch, dass es nur 3 Tage die Woche sind, stehe ich nicht so sehr unter Druck und kann mich trotzdem an den Workflow anpassen.

Benutzeravatar
Sungravy
Artguy
Beiträge: 1006
Registriert: 15. Jun 2006, 10:45
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Beitrag von Sungravy » 16. Sep 2017, 18:46

Viel Erfolg!
Schenkt mir Donuts!
Website: http://www.zirkon777.de/ --- Tumblr: http://zirkon777.tumblr.com/

DerIri
Newbie
Beiträge: 13
Registriert: 28. Nov 2016, 20:48
Kontaktdaten:

Beitrag von DerIri » 26. Dez 2017, 21:07

So, das Praktikum ist jetzt seit ein paar Wochen vorbei. Der Chef hat ein sehr offenes abschliessendes Gespräch mit mir geführt. Ich werde nicht eingestellt und zwar aus folgenden 3 Gründen: ich bin zu langsam, habe kaum erkennbares Talent und es fehlt mir teilweise an technischem Wissen. Er hat betont, dass das alles seine subjektive Meinung ist und bös gemeint wars auch nicht. Es würde ein halbes Jahr dauern bis ich auf einem Level wäre der für die Agentur einen Mehrwert bringt. Während dem Praktikum wurde auch mal das Thema Bildkomposition bzw. ausgeglichene Bildkomposition angesprochen (braucht man um gescheit Layout zu machen), wofür ich scheinbar kaum Gespür habe. Ich muss mich wirklich fragen, was da drann ist. Dass ich die ganze Zeit Zahnschmerzen habe (ich muss jetzt mal ne weile eher weiche Nahrung essen) hat das ganze erschwert, aber unagbhängig davon habe ich gerade keine Lust mehr in einer Werbeagentur zu arbeiten. Besonders Typo und Layout finde ich schwer zugänglich; ich habs wirklich versucht, aber dass ich damit je mein Geld verdienen werde bezweifle ich.
Der Chef hat mich ermutigt mich weiterzubilden oder zumindest erstmal Praktikas zu machen; in Bereichen die mich interessieren. Da denke ich zum einen an 3D Gestalltung; ich mache gerade mit blender ein kleines Projekt für einen Kunden. Da muss ich mich jetzt nach möglichst kostengünstigen Anlaufstellen umsehen. Zum anderen könnte ich versuchen mal ein Praktikum in einem Tonstudio zu machen.

Juri
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: 9. Jan 2017, 16:19

Beitrag von Juri » 4. Jan 2018, 11:58

Hi Iri,

danke für die Rückmeldung, Schade, dass dir das Praktikum nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Nichtsdestotrotz könnte man es vielleicht in einen Erfolg umdeuten:
Du hast dich als junger Mensch für den Bereich Gestaltung interessiert, du hast ein Studium abgeschlossen, und stehst nun, als Erwachsener vor der Tatsache dass deine Fähigkeiten für nicht ausreichend beurteilt werden. Der Agentur-Chef meint, du kannst für ein berufliches Engagement nicht gut genug layouten, einige der Forenmitglieder hier meinen, du kannst für ein berufliches Engagement nicht gut genug zeichnen.

(Man könnte jetzt über die Qualität der Ausbildung im grafischen Bereich, bzw. darüber, wie gut hier junge Menschen auf den Beruf vorbereitet werden lamentieren, aber das ist ja nicht das Thema)

Vielleicht ist es, mit fast dreissig, an der Zeit einen anderen Weg einzuschlagen? Die Zeiten, als die beruflichen Karrieren von Menschen schon mit unter 20 zementiert waren, sind gottlob vorbei: Du bist heute nie zu alt, um dich um zu orientieren. Vielleicht ist die Gestaltung generell nichts für dich.

Denk doch mal drüber nach – freilich kann ich nachvollziehen, dass es keineswegs einfach ist, einen Herzenswunsch, inbesondere einen, in den man Jahre investiert hat, einfach fallen zu lassen – andererseits ist das keineswegs unüblich, speziell im gestalterischen Bereich.
Zudem musst du dir vorwerfen lassen, dass du in zehn (?) Jahren "Gestaltung" nur an einen Punkt gelangt bist den andere in 1 bis zwei Jahren erreichen (gestalterische und technische Fähigkeiten) – die Gründe dafür kenne ich nicht, die sind auch egal: unterm Strich bleibt stehen, dass du mit relativ leeren Händen da stehst.

Ich kenne von dir nur dass was du hier in den paar Zeilen geschildert hast – da lässt sich freilich kein fundierter Rat formulieren. Aber um hier offen und ehrlich zu bleiben, will ich dir aufgrund es wenigen, was ich hier erfahren habe, raten, auch berufliche Alternativen zum "Gestalten" anzudenken. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gebrauchsgrafik nicht "dein" Weg ist, kommt mir recht greifbar vor.

Ich wünsch dir weiterhin alles Gute! (und freilich eine gutes neues Jahr!)


(PS: aber, vielleicht war der Agenturmensch auch nur eine Meinung unter vielen Anderen, vielleicht steht dir ja der Weg in ein anderes Praktikum offen.. (Gerade unter Agenturmenschen findet man doch viele, naja, "exzentrische" Anschauungen) – du musst am Ende wissen wie viel Bedeutung du dem ganzen beimessen willst)
Juri a.k.a. Schindermichel

DerIri
Newbie
Beiträge: 13
Registriert: 28. Nov 2016, 20:48
Kontaktdaten:

Beitrag von DerIri » 9. Jan 2018, 23:19

@Juri

Du hast Recht: die Gebrauchsgrafik ist offensichtlich nicht mein Weg. Ich musste mich immer wieder selbst fragen, woran das eigentlich liegt. Ich denke es hängt stark damit zusammen, dass ich nicht das Gefühle habe etwas wirklich konstruktives zu tun ( ich blende das meiste Werbematerial und Print im Alltag aus) und zum anderen kann ich mich auch nicht hinstellen und sagen: "Hey, da fallen mir jede Menge tolle Ideen ein!" Zumindest nicht in dem Tempo, das in einer Agentur gefordert wird. Es würde mich durchaus reizen, mich an kleineren einzelnen Projekten (ohne viel Druck) zu versuchen um die Programme einzusetzen, die ich erlernt habe. Das ist an diesem Punkt aber lange nicht genug um davon ernsthaft zu leben. Ich muss eingestehen, dass ich die Qualität die von Profis (zu denen ich an dem Punkt gehören sollte) in dem Bereich erwartet wird, nicht liefern kann. Andererseits sehe ich auch darin einen Reiz etwas zu suchen, das eben nichts mit Gestaltung zu tun hat, wie du vorgeschlagen hast, und behalte das Thema als gelegentliches Hobby. Momentan gebe ich 3D noch ne Chance, da es sich noch interessant und anders genug anfühlt als womit ich bisher zu tun hatte.

Benutzeravatar
aeyol
Artguy
Beiträge: 2762
Registriert: 29. Mai 2006, 06:41
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Beitrag von aeyol » 10. Jan 2018, 12:33

Das Problem des Ausblendens kenne ich. :)

Auch bei 3D müsstest du aber richtig reinklotzen, um dich gegen Konkurrenz behaupten zu können, wenn du das wirklich beruflich machen willst. Denn da hast du das Problem, dass du schnell und effizient/routiniert in guter Qualität liefern musst, ja ebenso wie im 2D Bereich. Insbesondere wenn die 3D Modelle dann womöglich noch animiert werden sollen oder als Vorlage für eine Produktion dienen sollen, musst du halt auch wirklich wissen was du da tust, und sauber arbeiten - und ein gutes Verständnis für Anatomie und/oder Technisches haben.

Vielleicht käme für dich ja auch eine eher organisatorische Tätigkeit (also gar nichts mit Grafik) in Frage, in einer Firma, die "ab und zu" auch mal etwas Gestalterisches/Grafik braucht, was du dann auch leisten könntest.
Wenn ich kein Frosch wär´, könnten Vögel fliegen.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Alexa [Bot]