Eine schwierige Entscheidung...

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Mirage
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Eine schwierige Entscheidung...

Beitrag von Mirage » 22. Sep 2009, 19:34

Hey leute. Ich steh grad ein bisschen vor einem Problem dass sich nicht so recht lösen lassen will.
Ursprünglich wollte ich an der HAW illu studieren (Mach dieses Schuljahr mein Abi), nun Dämmert mir aber dass ich weder gut genug Zeichnen/Malen kann noch die Berufschancen so aussehen dass man nicht genausogut ALG2 beantragen gehen kann.

Nun hab ich mich n bischen umgehört und geschaut, war 2 mal in Kiel bei der Muthesius und einmal in Hamburg bei der Kunstschule Wandsbek und hab mir diverse Studienführer Durchgelesen. Weiter bin ich dadurch auch nicht, ausser dass ich in Kiel gesehen hab das Industriedesign vllt. auch was für mich wär.
Dagegen spräche dass ich in Mathe ne Niete bin, nicht allzu viel von Technik verstehe und nie wirklich Technisch gezeichnet hab.
Dafür spräche, dass ich gut ideen für Produkte entwickeln und diese schnell hinscribblen kann.
Gut, hab ich mir in Kiel die Mappen angesehen. Sowas würd ich vllt. auch hinkriegen. Da Kiel laut eigener Aussage auf der Homepage die 2.-beste Industriedesignerausbildung anbietet, dacht ich mir dann hätt ich wohl was anständiges.
Dann habe ich mir bei Precore.de die ID Prüfungsaufgaben durchgelesen. Klang für mich absolut unschaffbar.
Gut dann bei Kode geschaut. Mappen auch kein problem. Prüfung? oha...
Dafür würde sprechen dass ich ein breites Spektrum an halbwegs grundlegenden fähigkeiten habe, mich gern mit Plakaten flyern logos etc beschäftige (insbes. Logos für Death- oder Blackmetalbands), die teils Perfekt symmetrisch sein müssen. Bla ich fang an zu schwafeln.
Dagegen würde sprechen dass ich von allen seiten gewarnt werde, in die Werbung zu gehen: Stressiger Job, Brotlos, wenig Gehalt, mit 40 aufgeschlissen, ab nach Hartz4 etc.

Frage also. Was wäre mehr geeignet? Ist Industriedesign zwangsläufig an viel Technisches geknüpft? Mathe nötig? Techniksches Zeichnen nötig? Kode nullverdienerberuf mit stress pur?

Fest steht, mein Beruf soll Kreativer natur werden. Ich habe sowieso außer sprachen keine wirklichen stärken, und Sprachen wären mir zu langweilig auf dauer.

Könnt ihr mir vielleicht ein wenig den weg weisen?
Im inet findet man meist wenig was über "ein designer... öh... der designt halt sachen"

Nico

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Ässn
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Beitrag von Ässn » 22. Sep 2009, 21:59

Also erstens, wenn du nem KDler erzählst, dass er da ne Ausbildung zum Werbungsfuzzi macht kriegst du erstmal aufs Maul. Von den Profs auch. Grundsätzlich ist Kommunikationsdesign noch keine besonders konkrete Aussage. Das ist in praktischen allen Hochschule in verschiedene Bereiche gegliedert. In weit da was Pflicht ist bzw. wie sehr man sich später festlegen kann/muss hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Die Bereiche sind aber meist so Sachen wie Illustration, Typografie, Layout, Infrografik etc. Werbung wird da nicht gelehrt.

Zweitens, Industriedesign hat nicht so viel mit Mathe zu tun, aber viel damit Dinge herzustellen. Also du wirst da viel in Werkstätten stehen, mit verschiedenen Materialen arbeiten und diese verarbeiten. Die Richtungen sind an den meisten Unis jedoch sehr breit gefächert, das kann fast schon Richtung Innenarchitektur(Möbeldesign) gehen, oder auch Autodesign, aber genauso Spielzeug oder irgendwelche Haushaltsgeräte oder Werkzeuge. Verwechseln darfst du Industriedesign nicht mit ner Ausbildung zum Concep-Artist. Es geht nicht nur darum sich irgendwelche krassen Sachen auszudenken, sondern Lösungen für Probleme zu finden die Leute so in allen möglichen Situationen haben.

Drittens schlag dir diese Angst vor der Arbeitslosigkeit aus dem Kopf. Wenn man Pessimist ist sieht es zur Zeit über all scheiße aus. Da kannst du dir auch das Medizinstudium schenken, weil zur Zeit keiner neue Ärzte einstellen will. Im Endeffekt ist es überall gleich scheiße. Wenn du Optimist bist, machst du was du willst. Für die meisten Leute sind diese Studiengänge die Möglichkeit sein Hobby zum Beruf, ja gar zur Berufung zu machen. Es gibt jede Menge Leute die das machen weil sie es wirklich wollen und denen es tendenziell erstmal egal ist ob sie davon leben können oder nicht. Mann muss aber auch dazu sagen, dass man wenn man gut genug ist überall was findet. Es kommt eigentlich nur auf den Willen und auf die Bereitschaft etwas dafür zu tun. Du wirst kein Studium finden wo du dich 3-6 Jahre in die Vorlesungen setzt und danach automatisch den Arbeitsvertrag unterschreibst und genauso wirst du nichts finden wo du absolut keine Aussichten hast, zu arbeiten wenn du es wirklich willst und was dafür tust. Also frag dich, was du wirklich willst und nicht irgendwelche Statistiken, Eltern oder Freunde dir aufgrund der Berufsaussichten raten.

Und wenn du denkst dass du noch nicht gut genug bist um durch die Mappenprüfung zu kommen, bzw. wenn du wirklich nicht durchkommst, dann musst du halt etwas kämpfen. Aber es gibt niemanden, der genetisch nicht dazu in der Lage wäre es zu schaffen wenn er sich reinkniet. Also nur Mut!
ässn un jejässn wern

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Mirage
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Beitrag von Mirage » 22. Sep 2009, 22:40

Hallo Ässn,
Vielen Dank dass du dich dazu äußerst, und für die aufmunternden Worte!
Hilft mir immerhin schonmal etwas weiter. Das KoDe nicht automatisch Werbefuzzi heisst, war mir schon klar, nur war "Werbefuzzi" der Eindruck, den mir auch die Semester/Abschlussarbeiten der Hochschulen vermittelten.
Da wurden ganze WerbePlakatatacken für fiktive Firmen und Produkte losgehauen.
Hm und bei ID kann ich mir halt schwer vorstellen wie das konkret im Beruf aussieht.
Gut, Arbeiten wird man vllt. in einem Studio, aber wenn z.B. Technische geräte Designt werden, benötigt man sicher Absprachen ohne ende mit Ingeneuren und whatever else damit nacher alles passt.
Grade bei dingen wie sie immer in Mappen sind, Bohrmaschinen, Wasserhähne.....
Deswegen auch die sache mit dem Technischen zeichnen. Muss ich als Industriedesigner nach dem eigentlichen Designprozess einen "Bauplan" oder so vorlegen der 1:1 übernommen wird oder Kümmern sich da Technische zeichner etc drum?
Ich kann mir das beim besten willen nur schwer vorstellen.

(Hehe Concept artist- Das war immer mein Traum :P)

Die größte Stärke eines kreativen Studiums ist wohl gleichzeitig die Falle in die ich getappt bin nämlich die große flexibilität, nur sich bei so etwas ein berufsbild zu machen finde ich unglaublich schwer, vorallem da man bei Designstudios keine Praktika machen kann wenn man nicht mind. 4. Semester ID Studiert :(

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Beitrag von MartinH. » 23. Sep 2009, 09:44

Ässn hat geschrieben:Die Bereiche sind aber meist so Sachen wie Illustration, Typografie, Layout, Infrografik etc. Werbung wird da nicht gelehrt.
also, bei uns gibts kurse die sich explizit mit werbung beschäftigen und in denen man nicht nur son bisschen geschichte der werbung lernt sondern jede woche eigene ideen für spots, anzeigen oder kampagnen entwickelt. das fand ich im studium sogar mit die interessantesten kurse, aber ich würds nie im leben als beruf machen wollen, soweit mir bekannt sind die ganzen negativklischees der branche nicht aus der luft gegriffen.
wir haben intern übrigens keine offiziellen spezialisierungswege außer der grundlegenden wahl ob man schmuckdesign oder kommunikationsdesign studieren will.

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The-Student
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Beitrag von The-Student » 23. Sep 2009, 10:30

Also dein Berufsbild machst du dir eigentlich während des Studiums. Auch wo du später hinwillst entscheidest du erst nach ein paar Semestern. Viele Dinge die im Designstudium gelehrt werden kennt man als Student vorher noch gar nicht weil man halt andere Interessen hatte und sich nun doch mit den anderen Bereichen auseinander setzen muss. Das ist übrigens eigentlich mit das spannenste am Design Studium, völlig neue Bereiche kennen zu lernen und zu merken, hey das macht ja auch Spaß :)

Bei uns im Studium war es so, dass wir im ersten Semester KD, ID und Foto alles gemeinsam hatten. Fand ich persönlich total bescheuert da ich keine Lust hatte meine Zeit mit ID zu verschwenden, aber danach ging's aufwärts ;)
Was man also in ID macht ist weder Ideen auf Papier scribbeln noch irgendwas Mathematisches. Da werden einfach Modelle gebaut. Bis zum abwinken baut man dort 3Dimensinale Skizzen. Die Skizzenphase findet dort also nicht als zeichnen sondern bereits als bauen statt. D.h. Ässn hat vollkommen recht, du wirst da die ganze Zeit in Werkstätten stehen. Auch wenn die Werkstätten erst später im Prozess wichtig werden.

Wenn du also viel zeichnen willst, kannst du das als IDler Sicherlich auch, bist dennoch bei KD besser aufgehoben. Wenn du lieber Modelle bauen möchtest bist du bei ID am besten aufgehoben.
Ich denke insgesamt ist KD der freiere Weg, bei dem man Sicherlich auch tiefer fallen kann wenn man seinen Arsch nicht hochkriegt. Dafür kann man aber auch mehr machen und ist am Ende des Studiums breiter aufgestellt. ID hat vermutlich die Sichereren Job Chancen, ich schätze das so ein, wenn man einmal für Audi arbeitet, dann arbeitet man immer für Audi. Ich denke man ist dann bei Firmen fest angestellt und arbeitet eben NICHT in einer Agentur. Ich muss zugeben ich hab da auch nicht den Durchblick, aber so wird es mir irgendwie immer vermittelt.

Desweiteren lernt man die Sachen die man für seinen Job später braucht beim Studium und muss diese nicht vorher schon können. Technisches Zeichnen z.B., sollte man das später brauchen, wird dann auch gelehrt. Also mach dir keine Sorgen was du kannst/nicht kannst. Das Studium soll dich ja auf deinen Beruf vorbereiten, was glaubst du was man da 4 Jahre lang macht? Nur daran arbeiten Dinge noch einen tick besser auszurendern? Da geht es erst richtig los! Alles was du bis dahin gemacht hast ist dann höchstens noch Grundlage.

Bei uns gibt es auch wie von MartinH. beschriebene Kurse die sich explizit mit Werbung beschäftigen. Dabei gibt es immer eine Semesteraufgabe die mit einem Partner aus der Industrie entsteht, sowie Wöchentliche Kurse.
If today was perfect there would be no need for tomorrow!

MartinH.
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Beitrag von MartinH. » 23. Sep 2009, 11:06

Desweiteren lernt man die Sachen die man für seinen Job später braucht beim Studium und muss diese nicht vorher schon können. Technisches Zeichnen z.B., sollte man das später brauchen, wird dann auch gelehrt. Also mach dir keine Sorgen was du kannst/nicht kannst. Das Studium soll dich ja auf deinen Beruf vorbereiten, was glaubst du was man da 4 Jahre lang macht? Nur daran arbeiten Dinge noch einen tick besser auszurendern? Da geht es erst richtig los! Alles was du bis dahin gemacht hast ist dann höchstens noch Grundlage.
kann ich von meiner hochschule leider nicht behaupten. in meinen augen ist das studium echt überwiegend gut um was neues kennenzulernen, ernsthaft auf nen beruf vorbereitet wird man da (bei uns) nicht (höchstens im bereich werbung vielleicht). in sachen illustration und 3d hab ich im studium nicht so viel gelernt wie hier im forum.

schindermichel
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Beitrag von schindermichel » 23. Sep 2009, 13:00

Servus, da geb ich auch mal meinen Senf dazu:
ich bin selber KoDe´ler (Hab erst mal ne weile Überlegen müssen was du mit er Abkürzung wohl meinen könntest), habe aber berufsbedingt schon eine Reihe ID´ler kennengelernt.
Bezüglich der Berufsaussichten war die ID Richtung mehr als deprimierend. Die meißten ID di eich so getroffen habe verdienten ihre Brötchen mit ganz normaler Grafik – ein paar (sehr) wenige haben wirklich Produkte (3dimensionales) gestaltet. Richtig sichere Jobs scheint es da wohl nur noch in und um die Automobilindustrie zu geben, aber genau jene Jobs sind heiss begehrt und entsprechend umkämpft.
Richtig "technisch zeichnen" tut übrigens seit 25 Jahren niemand mehr. Konstruiert wird mittels CAD am Rechner, skizziert natürlich noch mit Stift (egal ob analog oder digital). Was da natürlich hilfreich wäre ist die Fähigkeit halbwegs korrekt perspektivisch zu zeichnen und Dinge hinreichend zu visualisieren. Davon wird man aber sicher manches im Studium lernen.
KoDe ist da m.E.n. bzgl. der Jobaussichten m.E.n. weitaus sicherer, schon alleine weil das Studium eine Vielzahl an Richtungen oder Disziplinen beinhalten kann.

Grundsätzlich solltest du aber kein Angst vor Zulassungen oder Prüfungen haben – Wenn du irgendwo hinwillst dann versuch es einfach – viel verlieren kann man dabei nicht.


PS: KoDe hat NICHTS mit "Werbung und so" zu tun. In Werbeagenturen sitzen natürlich auch Designer, aber die "Designen" da nur, die Werbung machen andere...

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The-Student
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Beitrag von The-Student » 23. Sep 2009, 13:27

MartinH. hat geschrieben:
Desweiteren lernt man die Sachen die man für seinen Job später braucht beim Studium und muss diese nicht vorher schon können. Technisches Zeichnen z.B., sollte man das später brauchen, wird dann auch gelehrt. Also mach dir keine Sorgen was du kannst/nicht kannst. Das Studium soll dich ja auf deinen Beruf vorbereiten, was glaubst du was man da 4 Jahre lang macht? Nur daran arbeiten Dinge noch einen tick besser auszurendern? Da geht es erst richtig los! Alles was du bis dahin gemacht hast ist dann höchstens noch Grundlage.
kann ich von meiner hochschule leider nicht behaupten. in meinen augen ist das studium echt überwiegend gut um was neues kennenzulernen, ernsthaft auf nen beruf vorbereitet wird man da (bei uns) nicht (höchstens im bereich werbung vielleicht). in sachen illustration und 3d hab ich im studium nicht so viel gelernt wie hier im forum.
Ich kenne bei uns noch nicht alles von daher kann ich da nicht immer was genaues sagen.

Ich denke das Studium leistet tatsächlich vor allem die Entwicklung der Persönlichkeit sowie neues kennen zu lernen und zu entdecken. Die Technischen Dinge wie Photoshop beherrschen oder 3D Programme sollen sich bei uns die Studenten selber beibringen. Es geht im Studium mehr um die Auseinandersetzung als um das Handwerk, wobei man schon auf Handwerkliche Dinge von den Professoren hingewiesen wird. Diese aber (bis auf Zeichnen, sowie ein Semester Farbe) nicht tiefergehend gelehrt werden.
Man muss sich das Wissen aber auch von den Professoren selber holen. Es kommt niemand auf einen zu und sagt einem was man machen soll, wenn man aber nach Dingen fragt erfährt man wirklich unglaublich viel. Ein Student sagte mal zu mir "Es geht im Studium darum, dass der Student sich das Wissen von den Professoren zieht" - ob das nun so toll ist weiss ich nicht, trotzdem ist es so. Wer fragt bekommt auch Antworten, auch zu Handwerklichen Dingen. Eigentlich ist alles ein riesengroßer Spielplatz auf dem man sich austoben kann, die Professoren schauen dabei zu und wenn man sie mit ins Boot holt zeigen sie einem die tollsten Spiele. (Vielleicht nicht das beste Beispiel ^^)

Wie gut man bei uns letztendlich auf den Beruf vorbereitet wird weiss ich nicht, habe aber schon das Gefühl, dass wenn ich meinen Abschluss habe ich genug Wissen und Fähigkeiten erlernt habe um im Beruf starten zu können. Zumal es bei uns auch in vielen Kursen Kooperationen mit Partnern gibt wodurch man zu mindest nicht total von der Realität abdriftet in irgendeine Künstliche Welt. Allerdings bin ich auch noch nicht weit genug um das wirklich gut beurteilen zu können, bisher habe ich dennoch diesen Eindruck gewonnen.
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Mirage
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Beitrag von Mirage » 23. Sep 2009, 18:56

Hui, da gibts ja auf einmal viele Posts!
Vielen Dank für die rege Beteiligung :)

Dann arbeite ich mal (Durcheinander) ab:
Bezüglich der Berufsaussichten war die ID Richtung mehr als deprimierend. Die meißten ID di eich so getroffen habe verdienten ihre Brötchen mit ganz normaler Grafik – ein paar (sehr) wenige haben wirklich Produkte (3dimensionales) gestaltet. Richtig sichere Jobs scheint es da wohl nur noch in und um die Automobilindustrie zu geben, aber genau jene Jobs sind heiss begehrt und entsprechend umkämpft.
Wie das? aber wer designt dann unsere Toaster, Möbel, Stereoanlagen, Klodeckel...??
Eigentlich müsste doch jede große firma nen ganzen Hort an IDlern beschäftigen.
Und obs in der Autoindustrie im mom so rosig aussieht, wag ich auch zu bezweifeln.
Trotz allem ein sehr abstraktes Berufsbild. Im Moment stelle ich mir den ID-klein-Nico bei Elektroartikel firma XXX einen MP3- Player scribblen, mit ingenieuren beraten , in 3D- Software umsetzen/in CAD umsetzen, Fertig auftrag erledigt. (natürlich nur meine grobe naive vorstellung).

Bei KoDe... Hm... klein nico sitzt in ner Agentur die z.B. für iwelche veranstaltungen Plakate macht, Homepages (wovon ich keinen schimmer hab) , Logos entwirft etc.
Es tut mir furchtbar leid aber ich kann mir einfach keine berufe vorstellen für die KoDe-ler gebraucht werden? Oder fällt Illustrator auch darunter?? verwirrung.

Im allgemeinen bräuchte ich wohl nen Anstoß was ich als KoDe-Fuzzi für Berufsmöglichkeiten hab. Hm.

Ansonsten scheinen ja alle Hochschulen unterschiedlich wissen zu vermitteln. Die einen sagen, man muss alles selbst lernen, die anderen nicht.
Gut, ist logisch gibt halt solche und solche.
Weiss jemand zufällig wie das in Kiel aussieht?

Mein Pc fängt grad an zu spinnen, vllt folgt noch ein edit...

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Ässn
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Beitrag von Ässn » 23. Sep 2009, 19:04

Du solltest dich nicht so sehr darauf konzentrieren, in welchem konkreten Beruf du später mal arbeitest. Das wissen die wenigstens vor dem Studium und meist auch noch nicht währenddessen. Frag dich viel lieber mal, was du gerne machst und zwar völlig unabhängig davon für wen du dann arbeiten könntest. Wenn du alles so sehr davon abhängig machst wo du später mal landen kannst, oder gar wo das meiste Geld liegt wirst du bestimmt nicht glücklich mit dem Studium und erst Recht nicht mit deinem späteren Beruf. Geh einfach davon aus, dass du eh ein Quereinsteiger wirst, also studier erstmal das, wo dich der studieninhalt interessiert.
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Mirage
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Beitrag von Mirage » 23. Sep 2009, 19:14

Ah PC lebt wieder und schon eine Antwort :)

Ässn: Hmm meinst du? Ich hab es immer geliebt zu Zeichnen, und am PC zu Malen/ Plakate/Logos zu machen. mit 3D habe ich mich nur kurz beschäftigt, die Komplexität der Programme hat mich aber schnell abgeschreckt.
Läuft bei mir also auf Kode hinaus, hm?

Ich will halt nur nicht vollkommen Blauäugig irgendwas Studieren, nur weil ich unbedingt Designen will.
Immerhin kennzeichnet diese entscheidung schon ziemlich maßgebend wie mein restliches leben so aussehen wird...

MartinH.
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Beitrag von MartinH. » 23. Sep 2009, 19:58

ich find den versuch sich ein realistisches berufsbild zu schaffen, bevor man einer von den hunderten wird, die KD studieren weil sie auf der schule in kunst immer ne eins hatten und gerne zeichnen, durchaus lobenswert.
ich versuchs mittlerweile eigentlich eher allen leuten auszureden und denk mir wenn ichs nicht schaffe, dann haben sie vielleicht wirklich das durchhaltevermögen und den flammenden eifer, den sie brauchen um sich gegen die ganze konkurenz durchzusetzen.

das einzige was mir vor 1-2 jahren noch als sicherer job bekannt war, ist das ingeniurwesen, aber wenn du kein mathe genie bist, kannste das knicken. wirtschaftsinformatik könnt ich mir auch noch ganz interessant vorstellen, ist aber auch nicht gerade frei von mathematischen anforderungen und inhalten.
ich hab mal kurz überlegt ob ich medieninformatik studieren soll, wenn ich mein KD diplom in der tasche hab, aber nachdem ich mir den lehrplan angesehen hab, hatte ich auch keine lust mehr.
manche sagen auch, es sei sinnvoll antizyklisch zu studieren, also jetzt das zu wählen, was mal gute jobchancen hatte, im moment aber als totale nullnummer gilt. denn wenn du jetzt überlegst etwas "sicheres" zu nehmen, bist du wieder nicht der einzige der auf die idee gekommen ist, und wenn du fertig bist, ist wieder eine ganze flut an leuten in dem bereich fertig. natürlich gibts auch fächer die einfach nie gebraucht werden und die man nur zur selbstverwirklichung studieren sollte ;).

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Beitrag von Ässn » 23. Sep 2009, 21:19

Es ging mir auch eher darum, dass man sich zunächst überhaupt erstmal überlegt was man eigentlich will und nicht damit anfängt, welche Berufe so klingen als ob man sie gut seinen Eltern verkaufen kann ;)
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Tobias-M
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Beitrag von Tobias-M » 24. Sep 2009, 10:16

Mirage hat geschrieben:Immerhin kennzeichnet diese entscheidung schon ziemlich maßgebend wie mein restliches leben so aussehen wird...
Mh, nicht zwangsläufig. Diese verkrampfte Haltung ("Ojeoje, das entscheidet über den Rest meines Lebens!") findet sich sehr oft bei jungen Menschen, die an einem ähnlichen Punkt im Lebensweg stehen. Ist aber Quatsch:
Als Kommunikationsdesigner kannst Du noch das ganze Spektrum vom Flyerbastler in einer Heimatstadt bis zum in Singapur arbeitenden Senior-Partner in einer international operierenden Agentur sein. Vielleicht begegnet Dir in den nächsten Jahren ne prima Geschäftsidee, die Du durchziehst. Vielleicht knickst Du das erste Studium und steuerst noch mal radikal um. Vielleicht wirst Du nächstes Jahr Vater oder nie. Vielleicht wirst Du vom Bus überfahren und bist von da an querschnittsgelähmt. Man weiß nie, wirklich NIE.
Da hilft nur eins: Locker bleiben. Eine realistische Chancenabschätzung und Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Wünsche ist sicherlich nötig. Aber man muss sich stets bewusst sein, dass sich alles immer ändern kann, und dass man deshalb einfach nicht zu ängstlich sein darf.

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Beitrag von digitaldecoy » 24. Sep 2009, 11:24

Ich würde das, was Tobias-M geschrieben hat, gerne noch Mal mit allem Nachdruck unterstreichen. Das Leben ist nicht planbar und jede Entscheidung trägt einen ohenhin nur ein paar Schritte weiter bis zur nächsten Kreuzung. Ich weiß nur, dass ich das was ich z.B. gerade mache niemals durch irgendeine bewusste Wahl einer Ausbildung hätte beeinflussen können. Arbeite immer mit dem was Du hast und nicht mit dem, was Du vielleicht mal haben könntest (oder werd Börsenmakler und vergiss alles, was ich geschrieben habe).

Und was die Berechnung von Berufschancen angeht: never borrow sorrow from the future!
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Beitrag von Nu-Suke » 24. Sep 2009, 12:02

digitaldecoy hat geschrieben:Und was die Berechnung von Berufschancen angeht: never borrow sorrow from the future!
never borrow sorrow from tomorrow :)


Ansonsten kann ich nur noch sagen, dass es immer darauf ankommt was DU aus deiner Situation machst. Das Studium wird dich nicht in irgendeine Ecke lenken und bestimmen was du werden sollst, sondern allein du bestimmst den Weg. Jedenfalls in diesem gestalterischen Beruf. Ich hab zB angefangen Grafik-Design zu studieren obwohl da auch noch viele meinten wie überflutet der Markt doch sei und überhaupt. Für mich wars aber der einzige Weg den ich gehen wollte , obwohl ich keine Vorstellung hatte von dem wo ich später mal lande. Nach wenigen Monaten hab ich dann zum ersten Mal Kontakt mit nem Grafiktablett gehabt was meinen Werdegang grundlegend verändert hat. Ich hab mich komplett auf Illustration konzentriert und arbeite jetzt 2 Monate nach meinem Abschluss in der Computerspielebranche. Hätte ich mir nie erträumt damals. So kanns kommen.
Also mach dir keinen Kopp was kommen kann, sondern mach worauf du Lust hast. Mach es mit Leidenschaft und arbeite hart, dann wirst du dahinkommen wo du dich wohlfühlst.

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Beitrag von Mirage » 24. Sep 2009, 16:16

Vermutlich habt ihr recht. Trotzdem halte ich es für sehr wichtig, zumindest über seine Möglichkeiten informiert zu sein.

Dumm nur, dass ich nie weiß was ich will :/

Kann man sich eig. auch für 2 vers. Studiengänge an der gleichen Hochschule bewerben?[/img]

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Beitrag von MartinH. » 24. Sep 2009, 19:11

das würd ich bei der hochschule anfragen, weil das nicht bei allen gleich sein muss. ansich ist die bewerbung ja noch keine immatrikulation, sollte also eigentlich gehen.

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Beitrag von tomi » 26. Sep 2009, 20:40

bei den meisten hochschulen wird das soweit ich weiß ausgemerzt indem die aufnahmeprüfungen auf das selbe datum gelegt werden...

ich wollte noch anmerken dass man als IDler auch alles mögliche werden kann und du dich nicht auf das mp3 player zeichnende CAD und modellbaufutzi fixieren solltest. solange man ID auf einer besseren hochschule für gestaltung bzw kunst studiert wird viel wert auf persönliche entwicklung gelegt, es wird besprochen in welche richtung du dich weiterentwickeln möchtest und je nachdem werden auch deine schwerpunkte ausgelegt. sprich wenn du sagst dir gefällt modellbau am besten und du willst irgendwann auch eher in dem bereich arbeiten wirst du dein studium über auch mehr modelle bauen als vl andere die mehr zeichnen, sich mit 3D modellen oder theoretischem auseinandersetzen.

ID ist sicherlich auch keine ausbildung zum technischen zeichner, das kann man anderswo erlernen. es gibt genügend design consultancy agenturen weltweit und auch selbstständige IDler, du wirst, wenn du dich nicht dafür entscheidest also auch nicht dein leben lang in einer firma verbringen müssen, dies ist für firmen die nicht andauernd unter innovationsdruck stehen (e.g. autofirmen...) sowieso nicht rentabel. prominentes bsp. scott robertson hat sich auf das unterrichten spezialisiert und bei filmen mitgewirkt.
ich wollte damit nur darauf hinweisen, dass die palette genau so breit gefächert ist wie bei KD, wenn auch das studium etwas anders aufgebaut ist und andere schwerpunkte bietet.

im endeffekt ist es aber so, dass wenn du nicht genau weißt, dass du im gestalterischen bereich tätig sein möchtest und alles dafür gibst, nicht viel an berufschancen herausschauen wird, sowohl bei ID als auch bei KD. ich selbst habe ganz andere sachen studiert bevor ich ich zu dem entschluss kam, dass dies das einzige studium ist in dem ich mich verwirklichen kann.

viel glück :)

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