Altersvorsorge für Freiberufler

MartinH.
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Altersvorsorge für Freiberufler

Beitrag von MartinH. » 18. Mai 2010, 21:15

Hallo zusammen, ich wollte mal in die Runde fragen auf welche Form von privater Altersvorsorge die Freiberufler unter euch setzen. Ich bin 25, mit dem Studium fertig, nicht in der KSK (und will auch nicht rein) und suche gerade nach einer privaten Vorsorgemöglichkeit.
Rürup Renten find ich prinzipiell ganz interessant. Aber ich tendiere dazu meine Strategie auf verschiedene Pfeiler zu stützen. Ich würde z.B. gern unabhängig von einer Rürup Rente noch Geld privat anlegen. Wenn man mal ehrlich ist, weis ich ja nichtmal ob ich das Rentenalter überhaupt erreiche. Und alles was man in eine Rürup Rente einzahlt ist zwar "sicher", aber auch "weg", d.h. wenn ich mit 60 tödlich an Krebs erkranke hab ich 35 Jahre lang umsonst jeden Monat über 200 Euro eingezahlt und kanns weder auf den Kopp hauen, noch vererben, noch verschenken. Das widerstrebt mir so ein bisschen.
Wie hoch würdet ihr eine angestrebte Rentensumme kalkulieren? Ich bin halt noch mehr oder weniger das typische Studentenleben gewohnt, hab ne kleine Wohnung, weder Frau noch Kind und muss 42 Jahre Inflation mit einberechnen. Da sind schon ein paar große Fragezeichen in der Gleichung. Gibts hier irgendwen, der annähernd in meinem Alter ist und da schon konkretere Infos ausgegraben hat?
Mein Versicherungsberater sagt mit konventionellen Produkten muss ich mindestens 500,- Euro im Monat in die Rente stecken. Aber ich fürchte das könnte mir irgendwann das Genick brechen. Das ist mehr als ich momentan an Miete inkl. Nebenkosten zahle.

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Neox
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Beitrag von Neox » 18. Mai 2010, 21:25

ich schliess mich dir mal an und würde darüber auch gern etwas mehr wissen! :)
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digitaldecoy
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Beitrag von digitaldecoy » 19. Mai 2010, 19:25

Die spärliche Resonanz zu dem Thema zeigt recht deutlich, dass hier eine erhebliche Lücke klafft. Ich persönlich bin nicht akut betroffen, weil ich als Angestellter derzeit noch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahle. Das ist natürlich kein weiches Ruhekissen, denn die Krise der gesetzlichen Sozialversicherung ist irgendwann unausweichlich. Nur sind die privaten Anlageformen, auf die die Politik immer wieder eifrig verweist, ja auch längst kein sicherer Hafen mehr. In Zeiten, wo europäische Staaten vor dem Staatsbankrot stehen und laut über den Untergang des Euro geredet wird kommt wohl niemand so richtig in Stimmung, Geld zurückzulegen. Die Flucht in ausländische Währungen bringt auch nichts, denn den geht es allen noch dreckiger als uns.

Etwas ketzerisch würde ich daher mal sagen, dass man sich im kreativen Gewerbe einigermaßen glücklich schätzen kann, dass man dieses, mit etwas Glück, noch bis ins hohe Alter betreiben kann. :)
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Beitrag von Steven » 19. Mai 2010, 19:50

Kann/Will noch nichts dazu sagen, da ich noch keine Zeit hatte mich selbst da reinzuknien. Aber auf meinem ZuLesen-Stapel liegt unter anderem auch folgendes Buch:
http://www.amazon.de/Altersvorsorge-für ... 3868513108
Gekauft auf Empfehlung eines Bekannten, aber ich hab noch keine Gelegenheit gehabt es zu lesen. Vielleicht kommt mir ja jemand zuvor. Bei Interesse verschick ich auch mein Exemplar als Leihgabe.

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Beitrag von MartinH. » 19. Mai 2010, 20:24

@Steven: Das Buch hab ich auch und hab es zwar nicht komplett gelesen, da sich viele Kapitel auf Sonderfälle beziehen die für mich uninteressant sind (KSK, GmbH, Kammerberufe, Firmenchef mit angestellten, usw...), aber ich hatte den Eindruck, das es keine klare Antwort enthält, was man denn machen soll.
Es gibt Anlagen mit hoher Sicherheit die wenig abwerfen (zu wenig) und Anlagen mit hohem Risiko die viel abwerfen können (oder schlimmstenfalls gar nichts). In wie weit Rürup Basisrenten einem Steuervorteile bringen wird erklärt usw., aber das meiste davon hat mir mein Versicherungsberater auch schon gesagt. Für mich ist die Frage halt sehr aktuell, weil ich es im Grunde schon lang genug rausgeschoben habe und innerhalb der nächsten 1-2 Monate etwas abschließen will. Ich teile euch dann auch gern mit wofür ich mich entschieden habe.
Die Unwägbarkeiten der Finanzmärkte und die nicht kalkulierbare Inflation sind natürlich reale Probleme. Aber ich wüsste auch keine sichere Alternative. Wenn man in ein Haus investiert, kann das auch stark an Wert verlieren, wenn z.b. die Infrastruktur in der Gegend stark verändert wird. Mit Grundstücksspekulationen kann man genauso gut auf die Fresse fliegen wie es das große Los sein kann. Und darauf das ich mal was Erbe kann ich mich ja auch nicht verlassen.
Aber kann man denn echt nur sagen "Einfach irgendwas abschließen und hoffen, dass man Glück hat und im Alter nicht auf der Straße sitzt."? Das wär deprimierend.

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Beitrag von weasel » 19. Mai 2010, 21:45

Eine Frage nebenbei: Wo wird denn die Inflation mitgerechnet? Weder das Geld, dass ich auf der Bank anlege noch irgendwo anders wird die Inflation ausgeglichen oder mitgerechnet. Das einzige was es gibt, wären die Zinsen, aber die hinken der Inflations sowieso um Längen hinterher.
Ich glaube, wenn man Inflationssicher sein möchte, wäre Gold das sicherste Mittel, dem Ganzen aus dem Weg zu gehen.

Sorry, wenns am Thema vorbeigeht.

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Beitrag von Steven » 19. Mai 2010, 22:26

weasel: Was Du suchst nennt sich "Inflationsgeschützte Anlagen/Anleihen".Wenn Du danach suchst wirst Du eine Menge Information finden.
Eine Handvoll Tagesgeldkonten liegen mit über 2% Zins über der Inflationsrate. Zumindest für die kurzfristige Anlage ist dort das Geld schonmal gewinnbringend untergebracht.

MartinH: Hm. Schade, was Du vom Buch erzählst klingt ja nicht besonders mutmachend. Wenn Du nicht "sofort" was abschließen möchtest, push ich das Thema in meiner ToDo-Liste mal nach oben und werd in den nächsten paar Wochen versuchen mich darüber auch zu informieren. Dann können wir uns darüber besser austauschen. Vielleicht kann auch ich mich dann auf eine zusätzliche Vorsorgestrategie neben der gesetzlichen Rentenversicherung festlegen.

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Beitrag von MartinH. » 19. Mai 2010, 23:23

@Steven: Tja, sofort muss nicht sein, aber ich würds schon gern irgendwann mal abhaken. Schlepp solche noch offenen Entscheidungen ungern mit mir rum. Ich hab meinen Onkel mal gebeten das Angebot was mir mein Versicherungsberater gemacht hat unter die Lupe zu nehmen. Der Fond auf den sich die Anlage stützt lief in den letzten 10 Jahren wohl super, aber mein Onkel meinte solang man das nicht auf 30 Jahre zurück nachvollziehen kann wie sich das entwickelt hat, sei das ein bisschen wenig Sicherheit für ne Altersvorsorge und überdurchschnittliche Renditen seien nur mit überdurchschnittlichem Risiko machbar. Andererseits ist bei dem Angebot ein Mindestbetrag garantiert. Wenn ich nicht zu früh sterbe hätte ich also auf jeden Fall das raus was ich einzahle.
Was auch noch so eine Frage ist, sind die genauen Vertragsbedingungen. Ich hab da vom ein oder anderen Stolperstein gelesen. Z.B. stehen in manchen Verträgen Klauseln darüber, das zu Rentenbegin der Rentenfaktor gesenkt werden kann wenn z.B. die Lebenserwartung der Menschen überraschend gestiegen ist und damit das System nicht mehr funktioniert.
Konkret vorgeschlagen wurde mir von meinem Berater "Allianz Invest Alpha Balance". Falls du darüber was interessantes finden solltest poste mal. Ich hab bei meiner Suche nichts wirklich aufschlussreiches entdeckt.

@weasel: Inflation mit einberechnen heißt aus der Inflation der letzten Jahrzehnte einen Mittelwert extrapolieren, sagen man will XXXX Euro im Monat Rente nach heutigem Wert haben, und dann rechnet man aus wie viele YYYY Euro man bei konstant bleibender Inflation brauchen würde um im Rentenalter die gleiche Kaufkraft zu haben. Ich glaub in dem Beispiel kam das dann in etwa so raus, dass wenn man 2000 Euro nach heutiger Kaufkraft haben will, man gut 5000 Euro erreichen müsste.
Gold ist so ne Sache. Momentan mag der Kurs noch toll laufen, aber man kann einfach nicht vorraussehen was noch passiert. Wenn du dich z.B komplett auf Gold stützt, in 20-30 Jahren irgendwo ne dicke Goldader entdeckt wird, oder sie es gar schaffen Gold künstlich herzustellen, dann geht der Goldpreis ruck zuck in den Keller und du hast ein Problem.

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Beitrag von digitaldecoy » 20. Mai 2010, 09:05

Wenn man sich die Goldkurse der letzten zwei Jahre anschaut, dann könnte man denken, die Kurve einer hochspekulativen Aktie vor Augen zu haben. Der Goldpreis ist allein in diesem Jahr schon um rund 200€ gestiegen. Ob Gold immer weiter steigen wird oder sich irgendwann wieder auf den "realen Preis" absenkt, kann wohl niemand wirklich abschätzen. Ich saß letztens schon mal in der Sparkasse und hab mir die Angebote für Goldkauf angeschaut und allein schon der große Unterschied zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen hat mich schon abgeschreckt. Im Grunde muss man schon auf eine Wertsteigerung des Goldes setzen, um überhaupt irgendwann im Verkauf nochmal das reinzubekommen, was man für den Einkauf bekommen hat. Also, all diese Faktoren lassen mich persönlich im Moment von Gold zurückschrecken, muss ich sagen.
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Beitrag von weasel » 20. Mai 2010, 10:38

"Gold verdient nichts." //edit bezog sich auf einen nicht mehr vorhandenen Beitrag.

Interessanter Satz. Muss es meiner Meinung nach auch nicht.
Hingegen sollte man sich auch die Frage stellen was mit dem Geld, dass anlegt, sich verzinsen lässt, etc. passiert. Nur Aktien kaufen oder Kredite verteilen ist ja nur der Anfang des Ganzen. Nächste Frage, wer bekommt diese Kredite, welche Aktien werden damit gekauft? Was passiert durch den Aktienkauf? Etc. ... Aber das geht in eine völlig andere Richtung.

Aber danke an die Antworten :)

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Beitrag von Tobias-M » 20. Mai 2010, 10:55

Ich hab meinen Beitrag gelöscht, weil ich nicht das Gefühl hab, der kompetenteste Kommentator zu sein, und bevor andere sich auf meinen nur semifundierten Rat verlassen… besser schweigen. ;)

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Beitrag von MartinH. » 20. Mai 2010, 11:54

@Tobias: Du löscht irgendwie oft Beiträge von dir. Wenn du die Entscheidung vor dem schreiben schon treffen könntest, würdest du sicher ne Menge Zeit sparen x]. Und ich würd mich nicht immer fragen was du wohl geschrieben haben könntest ;).

@weasel: Ich glaub wenn ich anfange das komplette Wirtschaftssystem verstehen zu wollen muss ich noch ein VWL Studium dranhängen und werde in der Erkenntnis wie das ganze funktioniert dann zu einem paranoiden Exzentriker. Ich glaub ich will das gar nicht wissen.
Ich will doch nur ne sinnvolle Altersvorsorge :(.

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Beitrag von Tobias-M » 20. Mai 2010, 11:59

*seuftz* ich weiß :(

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Duracel
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Beitrag von Duracel » 20. Mai 2010, 12:34

@Martin

Zukunftsplanung ist immer risikobehaftet.
Wer auf der sicheren Seite sein will, kein Geld umsonst gespart zu haben, sollte wohl in den Tag hineinleben.


Also ich sehe hier das Problem, dass du mal wieder die perfekte Anlage suchst.
Aber das ist bei Finanzprodukten nicht so einfach wie bei einem Monitor. (Und das war ja schon eine schwere Geburt)
Denn viele Sachen bedingen sich gegenseitig.
(Und dieser Tage ist das zum Glück offensichtlich. Habe mich selbst btw. zumindest ein klein wenig in die Finanzwelt eingelesen; weil ichs doch interessant fand)
Sicherheit bezahlst du mit spärlichen Zinsen oder mit Ausfallwahrscheinlichkeiten(wie deinem frühzeitigen Tod).

Ich gebe dir den guten Rat - vergiss hier einfach mal deine Angewohnheit immer das Maximum aus einer Sache herausholen zu wollen.



Ich selbst sehe es übrigens ähnlich wie Daniel - ich investiere derzeit auch weiter ausgiebig in Wissen. Scheint mir derzeit am sichersten zu sein.
Mag aber auch ein Irrglaube sein ... wer weiß schon, ob wir bald alle mit 'nem Direktlink ins Internet denken können.
Außerdem habe ich ein gutes Gefühl dabei in Familie zu investieren - mag aber auch ein naives, prähistorisches Denkrelikt sein, das heutzutage vielleicht eher eine Fehlleitfunktion ausübt.


PS: Drum spare, lerne, leiste was, dann haste, kannste, biste was!
Ziel ist, woran kein Weg vorbeiführt.

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Beitrag von MartinH. » 20. Mai 2010, 16:52

@Dura: In den Tag hineinleben ist nicht so mein Ding. Durchaus auch mal zu meinem Nachteil, aber in Finanzfragen halte ich es für sinnvoll.
Das mit dem Monitor damals hat sich definitiv gelohnt, und du hast ja schließlich dann auch den gleichen gekauft.
Ich kann das Risiko sicher nicht auf Null drücken, aber solange es um Dinge geht, die sich in Zahlen ausdrücken lassen, gibt es eine "beste Lösung" und an die will ich möglichst nah rankommen.
Das deine und meine Einstellung gegenüber Finanzfragen grundverschieden sind haben wir ja schonmal festgestellt. Und da ich meine mich zu erinnern, das du Sicherheit ablehnst und auch die Weltwirtschaftskriese toll fandest, kann ich mich in Finanzfragen nicht guten Gewissens auf deinen Rat stützen.
Familie ist so ne Sache... ich freu mich wenn es da gut bei dir läuft. Ein Kumpel von mir ist nach nichtmal einem Jahr von seiner Frau verlassen worden und wird jetzt auf Unterhalt verklagt. Ob das heute generell so eine finanziell lukrative Investition ist, wage ich zu bezweifeln, aber das tust du scheinbar ja selbst auch.

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Beitrag von digitaldecoy » 20. Mai 2010, 17:12

Zumindest beim Lotto gibt es eine eindeutig beste Zahlenkombination. :)

Eine Sache, wo man sein Geld ganz gut reinstecken kann, sind Bausparverträge. Die sind auch nicht zwangsläufig ans Bauen gekoppelt (die staatliche Föderung natürlich schon) und da die Banken da um die Kunden konkurrieren, bekommt man auch ganz gute Konditionen.
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Beitrag von Steven » 20. Mai 2010, 17:30

Eine Sache, wo man sein Geld ganz gut reinstecken kann, sind Bausparverträge.
Wuooooh! Vorsicht. Bausparvertrag ist ne nette Sache, aber auch nicht für jeden und zu jedem Zeitpunkt.

MartinH: Warst Du schon bei der Verbraucherzentrale? Ich werde mir dort jetzt halt etwas früher als geplant, einen ausführlichen Beratungstermin vereinbaren. Kostet 120€ für 1,5h.

edit:
Verdammt ich muss doch noch was zu Bausparverträgen sagen obwohl ich keine Zeit habe:
Bausparverträge sind als reine Geldanlagestrategie eine Geldvernichtungsmaschine. Mit Zinssätzen weit unter der Inflation verliert das angesparte Geld weit mehr Wert, als z.B. auf Tagesgeldkonten.
Der Vorteil von Bausparverträgen ist - zum richtigen Zeitpunkt abgeschlossen - dass man wenn man irgendwann bauen/kaufen möchte, einen Kredit zum Zinssatz des Abschlussdatums bekommt der vermutlich/hoffentlich günstiger sein wird, als der sonst übliche Kreditzins zum Kreditbeantragungsdatum.
Außerdem haben Bausparverträge Abschlussgebühren die so hoch sind, dass z.B. Verträge über 10.000€ und Einzahlraten von 100€ - was mir zB. von einem Bankberater als "gute Idee" angeraten wurde - erst nach mehreren Monaten wirklich Kapital akkumulieren. Bis dahin hat man nur die Abschluss-/Verwaltungsgebühr bezahlt.
Zum Glück ist das Durchrechnen von Bausparverträgen noch eine relativ einfache Sache, so dass man sich gut und schnell selbst einen Überblick darüber verschaffen kann, ob diese Anlage für einen Selbst Sinn macht oder nicht.
Ich schließe - vor allem nicht mit 27 Jahren - keinen Bausparvertrag mehr für mich ab. Aber sicher werde ich das tun, wenn ich irgendwann ein oder mehrere Kinder habe. Für die.

back2work.

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Beitrag von Duracel » 20. Mai 2010, 17:42

MartinH. hat geschrieben:gibt es eine "beste Lösung"
Das glaubst du ernsthaft?
Die gibt es genausowenig, wie es einen "besten Berg" gibt.
(es gibt ja nichteinmal einen "höchsten" Berg)
Und dabei kann man die mittlerweile alle sehr präzise ausmessen(Zahlen, yeah)

Ich plädiere ja überhaupt nicht für keine Sicherheit (die ich im übrigen keineswegs ablehne).


Mir fehlt hier lediglich eine klare Zielsetzung; du suchst einmal mehr die eierlegende Wollmilchsau. Die beste Private Vorsorge.
Du hast was gefunden und fragst nun, ob das schon das beste sei. Tja, gemessen an was?
Am Meeresboden, oder am Erdmittelpunkt!? Oder doch einfach an Normalnull.

Und ich hätte mich im übrigen auch mit einem anderen Monitor zufrieden gegeben und habe auch diesen hier nicht in Frage gestellt. Meine Zielsetzung war im übrigen ein ordentliches Gesamtpaket; eine gute Entscheidung, mitnichten die Beste.
Dabei wußte ich, dass deine Auswahl das zumindest sicherstellte.

Und ich werde heiraten, gerade weil ich keine Angst habe, die womöglich allernochbessere zu verpassen.
(Eine Heirat zielt übrigens klassischerweise auch auf Sicherheit ab.)



Ich sage das auch alles, weil ja schon in deinem Ausgangsposting zu lesen ist, dass du dich bereits gründlich informiert hast, was es überhaupt für Möglichkeiten gibt.
Die finale Entscheidung bleibt so oder so bei dir - die finale Entscheidung, was dir eigentlich wirklich wichtig ist.
Ziel ist, woran kein Weg vorbeiführt.

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Beitrag von MartinH. » 20. Mai 2010, 17:48

@Steven: Ja, bei der VBZ war ich schon in Sachen KSK, KV und hab da auch das Thema Rente gestreift. Der Mann da hat mir Sparbriefe/Schatzbriefe empfohlen, bzw. bei Vergleichstests die bestabschneidende Rentenversicherung zu nehmen. Mein Versicherungsberater sagte dazu, auf solchen Produkten könnte man keine Altersvorsorge aufbauen, weil sie nicht genug abwerfen. Zu den Testberichten sagte er, wenn man aus nem dicken Stapel mit solchen Testzeitschriften 2 rauszieht und vergleicht, sind mal die einen, mal die anderen Versicherungen ganz oben. Aus anderen Bereichen kenn ich das auch, das man sich darauf nicht wirklich verlassen kann. Über das Unternehmen zu dem mein Berater gehört sagen mir aber auch alle nur schlechtes x]. Die Versicherungen, die mir darüber vermittelt wurden, waren laut dem VBZ Typen aber alle OK. Ich bin vorsichtig, aber es muss ja nicht immer jeder nur ein Halsabschneider sein.
Also meine Erfahrung mit der VBZ ist mäßig gut, daher bin ich skeptisch. Aber da es immer auch nur Menschen sind die einen Beraten, und die unterschiedlich kompetent sein können, versuch du es mal ruhig.

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Beitrag von jaymo » 21. Mai 2010, 19:06

Ich möcht nur kurz einwerfen, dass ich am Thema auch interessiert und ich eher unterversichert bin. Derzeit verlass ich mich da mehr auf den familiären Rückhalt, aber das ist auch ein endliches Szenario... :well:

MartinH.
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Beitrag von MartinH. » 22. Mai 2010, 00:41

Mir hat einer meiner Kunden heut am Telefon gesagt (er ist Gewerbetreibender), das er erst mit Ende 30 anfangen will sich um seine Rente zu kümmern. Er hat 10 Jahre regulär als angestellter eingezahlt, aber das kommt mir dennoch sehr knapp kalkuliert vor. Allerdings hat er immerhin bald ein Haus abbezahlt, was ja auch was Wert ist.

Ich tendier immernoch zur Rürup Rente. Vor allem weil mir bisher noch niemand was besseres vorschlagen konnte und mir nix dergleichen bekannt ist.

Gibts hier echt so wenig Freiberufler die nicht in der KSK sind? Oder kümmern sich einfach alle nicht so darum?

Tobias-M
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Beitrag von Tobias-M » 22. Mai 2010, 09:36

Der Altersdurchschnitt ist hier einfach zu gering. 90% der Forennutzer sind ja noch nicht mal durchs Studium oder werden nie als Vollzeit-Artists tätig sein.
Ich glaube, die Rückmeldungsquote in einem anderen Forum wäre höher. Schade, dass die IO keins hat.

Steven
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Beitrag von Steven » 22. Mai 2010, 09:42

Doch hat sie. Sowohl öffentlich als auch einen nicht-öffentlichen Bereich für Mitglieder.
https://www.io-home.org/IO-Forum/index.php

MartinH.
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Beitrag von MartinH. » 22. Mai 2010, 10:27

Naja, aber das ist ja kein Illustratoren-Problem, sondern ein Freiberufler-Problem. Ob ich als Händler, Illustrator oder Programmierer für die Rente vorsorgen will ist ja ansich egal.

Steven
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Beitrag von Steven » 22. Mai 2010, 10:46

Martin:
Nachdem ich mir heute morgen nochmal alle mögliche Infos zur KSK und Versicherungspflicht für bildnerische Künstler zu Gemüte geführt habe:
Warum bist Du nochmal als Illustrator NICHT in der KSK?
Laut verschiedener Steuerberater ist eine Betriebs- & Buchprüfung für Selbstständige mindestens einmal in 10Jahren realistisch. Bei dieser Prüfung kann auch die Versicherungspflicht überprüft werden und wenn dann festgestellt würde, dass der Geprüfte Versicherungspflichtig über die KSK ist, aber nicht Mitglied ist, können Beiträge rückwirkend eingefordert werden. Plus Bußgeld.
Außerdem kann man durch Buch-/Betriebsprüfung eines Kunden auf den Radar der KSK/Rentenkasse geraten, und dann selbst geprüft werden.

Gegen diese Versicherungspflicht-Einschätzung kann man sich dann nur schnell/einfach mit einem negativ beantworteten Antragsformular zur KSK schützen. Oder langwierig im Rechtsstreit nachweisen, dass die eigene Tätigkeit NICHT-künstlerisch ist.

Aber auch dafür gibt es wieder eine Ausnahme. Denn die KSK kann die Tätigkeit zum Datum der Antragsstellung als nicht-künstlerisch bewerten, diese Entscheidung für einen anderen Zeitpunkt aber revidieren, wenn sie es als belegt sieht dass sich die Tätigkeit irgendwann in den künstlerischen Bereich verschoben hat.

Ich bleibe also bei meiner schon zuvor geäußerten Einschätzung dass man als Illustrator (der ja auch in der Liste der versicherungspflichtigen Berufe der KSK geführt wird), in die KSK muss und darüber auch Beitragsverpflichtet ist für die gesetzliche Rentenversicherung.

Hast Du das Risiko der nachträglichen Versicherungspflicht-Einschätzung in deine Betrachtungen mit einbezogen? Was passiert, wenn die KSK auf einmal von Dir rückwirkend Beiträge möchte, plus die ab dem Zeitpunkt regulären, monatlichen Beiträge. Ist dann noch das Geld für die private Vorsorge vorhanden? Was passiert, wenn Du die Beiträge zur privaten Vorsorge nicht mehr leisten kannst, weil Du nun auch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen musst? ...

Demzurfolge sind (für mich) private Vorsorgestrategien für selbstständige Illustratoren "nur" eine zusätzliche Absicherung. Und wenn ich eine wenn auch nicht sehr hoch ausfallende Basis-Rente bereits sicher habe, bin ich für die zusätzliche Vorsorge nicht auf maximale Sicherheit bedacht. Dementsprechend wird meine Bewertung der verschiedenen Vorsorge-Strategien auf jeden Fall anders ausfallen, als deine.


Anyway.. ich fang heut trotzdem mal mit dem auch von dir gelesenen Buch an und versuchs übers verlängerte WE durchzubekommen. Danach dann den Kontakt zu einem/mehreren freien Rentenberatern und dann die VBZ plus freizugängliches Material durchforsten.

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