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Artdek
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Beitrag von Artdek » 11. Sep 2007, 17:00

Seit dem Bild mit dem Ritter im Maerchenwald bin ich ein grosser Fan deiner Arbeit. Ich kann gar nicht mal genau sagen, warum ich gerade dieses Bild so mag. Es ist sicher die erhabene Stimmung, die sich im edlen Ambiente und der langsamen Zurueckhaltung des Ritters reflektiert.
Ich hoffe, du bist mal/noch dran an einer umfangreichen Geschichte. Kinder und Erwachsene werden es lieben!
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toobi
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Beitrag von toobi » 12. Sep 2007, 14:17

ich kann mich nur der allgemeinen begeisterung anschließen! habe mich sehr über deinen thread gefreut und möchte an dieser stelle einmal deine landkarte herausstellen, die ich nämlich höchst beeindruckend finden. ich arbeite schon seit einigen jahren an einem ähnlichen projekt, für das immer mal wieder kleine scribbles entstehen, seit der text endlich steht. ich werde wohl zunächst die ersten drei kapitel illustrieren und dann mal bei dem einen oder anderen verlag anfragen. an einer landkarte habe ich mich vor einiger zeit auch mal versucht und war auch eigentlich ganz zufrieden damit, bis ich deine sah :oops:
sie besitzt etwas, was meiner ganz klar noch fehlt, und das ist charakter! ich werde mich nun dahingehend noch mal mit ihr beschäftigen und dann auch was vorzeigen, sonst ists ja unfair :wink:

werde es wahrscheinlich doch zur convention schaffen und dir persönlich zu diesem thread die hand schütteln können :D
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digitaldecoy
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Beitrag von digitaldecoy » 13. Sep 2007, 15:36

Ich danke Euch für Eure netten Kommentare. Ich wollte wenigstens ein kleines Bild haben, bevor ich hier wieder reinposte:

Bild
[Paramount - Originalgröße mit Unsharp Mask Filter geschärft]

@ MarkusRosse:

Nachdem ich jetzt noch eine Weile nachgedacht habe, denke ich dass mein größtes Problem ist, dass ich mich nicht entscheiden kann, welche Qualitäten ich eigentlich in meinen Artworks wiederfinden möchte. Einerseits möchte ich Plastizität und Greifbarkeit in einer räumlich konsistenten Szene, anderseits will ich aber auch, dass das Motiv "atmet" und nicht alles komplett vorgibt. Das ist ein bißchen schizophren, denn das eine arbeitet im Grunde auf Kosten des anderen. Wo ich da die Grenze ziehen soll, ist halt im Moment mein Problem.

@ toobi:

Die Landkarte war echt ein ziemlicher Krampf. Ich habe unglaublich lange daran rumgewerkelt, bis der Look einigermaßen passte. Mittlerweile bin ich schon gar nicht mehr 100%ig zufrieden mit ihrer derzeitigen Form, weil sie mir zu "schlumpfartig" ist und ich wünschte sie mir eigentlich mysteriöser, gebrochener, abstrakter. Na ja, wie gesagt, eine Überarbeitung wird sich irgendwann ohnehin aufdrängen und dann werde ich noch Mal genau darüber nachdenken, welcher Look angemessen wäre.
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Alex
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Beitrag von Alex » 9. Okt 2007, 14:15

Ich kann mich meinen Vorrednern eigentlich nur noch anschliessen. RESPEKT!
Und wie Toobi schon sagte, deine Landkarte ist wirklich beachtenswert (mir machen schon die Keltisch/Nordischen Ornamente Probleme ;)). Da fällt mir ein, irgendwie erinnert mich, auf irgendeine art und weise, dein letztes bild aus deinem ersten post an Gustave Dorè. Naja, wie dem auch sei, meine Anerkennung hast du, klasse!

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digitaldecoy
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Beitrag von digitaldecoy » 17. Okt 2007, 23:02

So, jetzt lade ich hier erst mal meine ZBrush-Experimente der letzten Wochen ab:

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Ich mag das Programm unheimlich gerne und es hat mir in den letzten Wochen sehr dabei geholfen, kreative Energie freizusetzen, die ich durch das Malen und Zeichnen nicht so recht mobilisieren konnte. Jetzt bin ich gerade an einem Punkt, wo ich mich auf den Pinsel wieder freue und für's erste einen kleinen Schlußstrich unter das Sculpten ziehen will.
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Beitrag von *miNze* » 17. Okt 2007, 23:06

Klasse Sachen =)

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Lakai
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Beitrag von Lakai » 18. Okt 2007, 22:14

Ich will mir mal Anmaßen etwas an deinen Bildern zu kritisieren, was mir nicht gerade leicht fällt, denn ich find die meisten einfach klasse.
Ein paar mehr Kanten und ecken würden deinen Bildern gut tun,
Für mich wirken Bilder viel Interessanter wenn ein Gleichgewicht zwischen eckigen und runden Formen besteht. K Gleichgewicht ist vielleicht falsch ausgedrückt nur ausschließlich Runde Formen treiben deine Bilder immer in Richtung comic Styl. Dein 3 D Alien ist dabei ein gutes Beispiel, es wirkt für mich nicht wirklich bedrohlich, ist vielleicht auch so angedacht.
Falls nicht mach seine Stacheln richtig schön Spitz und vorallem sollten sie in der Form variieren.

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Beitrag von Goro » 18. Okt 2007, 22:38

Cooles Zeug! Mit zBrush habe ich mich noch nicht so intensiv beschäftigt...das muss ich
noch nachholen...das neue Rockt vor allem!!

Selbstportrait ist klasse geworden!

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Beitrag von Ambro » 19. Okt 2007, 16:10

just my 2 cents, Daniel...

aber gerade deine freieren nicht direkt story- oder themenbezogenen Arbeiten, sprich die Farbexperimente, finde ich ÄUSSERST ansprechend. Ich erkenne mich insofern auch wieder, dass ich bei mir ein ähnliches Problem wahrnehme, bzgl. der Art, wie festgefahren ich arbeite...

...was allerdings jetzt kein qualitativer Vergleich sein sollte, da du einfach SEHR viel besser bist als ich. ;) Ich sehe in der Sache bei dir auch eindeutig einen enormen Fortschritt... wollte ich nur mal sagen, da du auf der Seite vorher ein wenig frustriert geklungen hast...

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digitaldecoy
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Beitrag von digitaldecoy » 19. Okt 2007, 22:48

Ich danke Euch für Eure netten und offenen Kommentare. An dieser Stelle will ich auch noch Mal darauf hinweisen, dass der schöne Bronze-Shader, den ich in einigen ZBrush-Bildern verwende, von Ralf Stumpf stammt. Ebenso das "Grey Clay"-Material, welches beim Atlanter und dem Alien zum Einsatz gekommen ist. In den Materialien steckt eine Menge Feingefühl und Freude am Basteln und ich kann jedem ZBrusher nur empfehlen, einen Blick in Ralf Stumpfs Thread auf ZBrush Central zu werfen, wo er seine Materialien auch zum Download bereitstellt.

Ich merke, dass ich gerade in Schreiblaune bin, das muss man ausnutzen. Ich will in diesem Thread ja nicht nur Bilder posten, sondern auch ein bißchen meine Gedanken zu dem ein oder anderen Thema ausbreiten.

Die ZBrush-Episode hat mir sehr gut getan. Ich war, bevor ich mich mit dem Programm beschäftigt hatte, irgendwie festgefahren im 2D-Bereich. Anfang des Jahres hatte ich das auch schon Mal und damals hatte ich mich ein bißchem mit Musik beschäftigt, um auf andere Gedanken zu kommen. Ich entdecke da mittlerweile ein klares Muster. Ich beschäftige mich sehr stark mit theoretischen Überlegungen zum Thema Zeichnen und Malen und oft führen diese ganzen Überlegungen zu regelrechten Blockaden, wodurch die Praxis der Theorie hinterherhinkt. Ich habe dann oft den Eindruck, dass ich zu viel über das Thema nachdenke und zu wenig mache. Ich verspühre eigentlich immer den Drang, mich irgendwie gestalterisch auszudrücken aber gerade beim Zeichnen und Malen habe ich mir mittlerweile so viele Regeln und Ansätze konstruiert, dass das ganze dadurch oft sperrig und unhandlich wird. Unterstützt wird das Ganze dann noch durch meinen fast manischen Drang dazu, die ideale Methode zu entdecken, nach deren Offenlegung ich endlich nur noch Bilder malen muss, ohne deren Entstehungsprozess in irgendeiner Art in Frage stellen zu müssen. Na ja, irgendwann fängt diese Situation mich dann derartig an zu nerven, dass ich irgendwie ausbrechen muss.

ZBrush ist in dem Fall eigentlich der ideale Abstecher gewesen, denn ich konnte mich auf dem Wege immernoch Form- und Bildgestalterisch betätigen, ohne aber die ganzen Regeln im Weg stehen zu haben. Da ich mich noch nie intensiv mit dem Sculpting befasst hatte, hatte ich auch noch keine Gelegenheit, mir ein Korsett aus Zwangsvorstellungen zu konstruieren. Den Spaß, den ich bei der Arbeit in ZBrush hatte, habe ich in dieser Form schon lange nicht mehr empfunden. Am ehesten war das Arbeitsgefühl noch vergleichbar mit dem Malen meiner abstrakten Bilder, die ich zwischendurch immer wieder Mal male - quasi als Auflehnung gegen mein permanentes Regeldenken. Beim abstrakten Malen fühle ich mich immer wirklich entspannt und angenehm. Es ist ein angenehmes Arbeiten, die Freude entsteht nicht nur durch das Endergebnis, sondern der ganze Prozess ist ansich anregend und unverkrampft. Ich hatte das immer darauf geschoben, dass iman durch das Fehlen eines konkreten Motives einen großen Stressfaktor entfernt und es deshalb so viel leichter von der Hand geht. Daran angeschlossen hat sich dann direkt die Sorge, dass es vielleicht gänzlich unmöglich sein könnte, ein konkretes Motiv auf eine entspannte und anrgende Art und Weise zu erstellen. Ich hatte schon die Befürchtung, dass ich den wirklichen Spaß an der Malerei vielleicht nur in abstrakten Motiven finden könnte und alle konkrete Malerei darauf hinausläuft, dass man sich Stress macht.

Nun, ZBrush hat mir gezeigt, dass es nicht darum geht, ob man ein abstraktes oder ein konkretes Motiv bearbeitet sondern es geht alleine darum, welche Rolle man dem Arbeitsprozess zukommen lässt und wie stark man ihn während der Arbeit hinterfragt. Es ist wie beim Gehen - wenn man zu stark auf seinen Gang achtet, fängt man unweigerlich an zu straucheln.

Diese Einsicht hat mir viel gebracht - nicht zuletzt auch jüngst wieder die echte Lust am Malen. Der Gefahr, mich direkt wieder in meinem Regelwerk zu verstricken entgehe ich derzeit dadurch, dass ich hauptsächlich sehr kleine Bilder male, im Grunde Thumbnails. Hier habe ich die letzten mal zusammengestellt:

Bild

Die sind hier alle ziemlich genau in Originalgröße zu sehen (einige habe ich ein paar Prozent skaliert, damit sie besser auf der Page zusammenpassen). Die winzige Größe hilft mir dabei, mich auf die grundlegensten Techniken konzentrieren zu können. Im Endeffekt sind die Thumbnails nur direkt mit dem Brushtool gemalt, selten kam Mal eine Maske zum Einsatz und hier und da habe ich auch Mal einen Layer verwendet, um einen Farbauftrag nachträglich noch zu manipulieren. Im Endeffekt sind die Thumbs also sehr einfach entstanden und das ist in dem Fall ein sehr wichtiger Aspekt. Während ich nämlich in meinen abstrakten Bildern die Aufgabe dadurch überschaubarer gemacht habe, dass ich einfach das Motiv weggelassen habe und mich nur auf Pinseltrickserei beschränkt habe, habe ich mich in diesem Fall sämtlicher Möglichkeiten beraubt, Pinseltrickserei betreiben zu können und mich nur auf das Motiv konzentriert.

Während bei den abstrakten Bildern, die mir in ihrer Wirkung des Farbauftrages und vor allem in ihrer Komplexität sehr gut gefallen, die Herausforderung darin besteht, in die Abstraktion wieder das Konkrete hineinzubringen (entsprechende Bildexperimente sind auf Seite 1 zu finden), besteht bei diesen Thumbnails nun natürlich die Herausforderung darin, in den sehr simplen Aufbau in Form und Farbe wieder den Reiz des abstrakten Farb- und Formspieles zu integrieren. Man könnte das vielleicht so darstellen:

Bild

Wenn man das mittlere Bild mal als angestrebtes Ziel annimmt, dann gibt es quasi zwei Richtungen, aus denen man sich an das Endergebnis annähern kann. Das Bild in der Mitte ist in diesem Fall von links nach rechts entstanden (das linke Bild ist allerdings nicht die Ausgangsbasis für das Bild in der Mitte, ich meine das Beispielhaft) - ich hatte abstrakt rumgeschmiert und in den Zufallsformen ist dann ein Motiv aufgetaucht, welches ich konkret ausgearbeitet habe. Während mir das Endergebnis sehr gut gefällt muss ich doch sagen, dass es bei mir starkes Unbehagen auslöst, so gar keinen Einfluss auf das Motiv zu haben und daher rührt jetzt im Endeffekt auch mein gedanklicher Ansatz, das Problem von der anderen Seite anzugehen.

Der rechts->mitte-Ansatz ist dabei nicht neu für mich. Ganz im Gegenteil, es ist die meiste Zeit mein Standard-Ansatz gewesen, nur dass es nie wirklich gut funktioniert hat. Ich habe oft Bilder konstruiert, nach festen Regeln schattiert und habe dann versucht, abstraktes Detail quasi "aufzusetzen". Das Problem dabei war nur häufig, dass ich die Bilder bereits so konkret ausgearbeitet hatte, dass sie irgendwelche wild zusammengewürfelten abstrakten Details einfach nicht mehr angenommen haben und diese quasi wirklich deutlich aufgesetzt wirkten - nicht echt mit der Struktur des Bildes "verschweißt" sondern ... na ja, aufgesetzt eben. Hinzu kam dann ja noch, dass mich das konkrete Ausarbeiten mehr und mehr frustriert hat und mir der Spaß dabei verloren gegangen ist. Meine jüngsten Ansätze sind da auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Im Endeffekt muss ich jetzt an einem Workflow arbeiten, der mich in jeder Phase befriedigt und auch noch ein gutes Endergebnis erzeugt. Wie es mir dabei ergeht, darüber halte ich Euch auf dem Laufenden.

Gut, und wer jetzt argwöhnt, dass ich anscheinend wieder mal alles viel zu theoretisch betrachte ... ich denke, wirklich abgewöhnen kann ich mir das nicht. Ich werde mir immer vorbehalten, meine Arbeit zu reflektieren und mir tolle Systeme auszudenken. Das ist aber auch nicht schlimm, so lange meine Überlegungen zu einem Workflow führen, in dem ich in der Lage bin, sämtliche derartige Überlegungen auszublenden und der mich in jedem Teilschritt befriedigt und sich gut anfühlt. Und am Ende entdeckt der ein oder andere ja vielleicht Ansätze in meinen Überlegungen, die ihm bei seiner eigenen Arbeit helfen.

- - -

Ich hatte die Tage außerdem noch eine Menge interessanter Inspirationen zum Thema Detail (einige Ansätze dazu sind bereits in meinem Alien-Thread im 3D-Showroom nachzulesen) aber dieses Thema werde ich hier zu einem späteren Zeitpunkt ausbreiten - wenn ich da noch ein bißchen drüber nachgedacht habe. ;)
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Beitrag von Ionflux » 20. Okt 2007, 03:01

Ich kann nur wieder feststellen, dass Du nicht nur ein bemerkenswerter Künstler bist, sondern auch sehr wertvolle Einblicke in deine Arbeitsweise und Lösungsansätze für Probleme lieferst. Und das auf einem Präsentationsniveau, dass schon fast eines Lehrbuchs würdig ist. Für mich sind deine Ausführungen immer eine große Hilfe.

Besonders deinen Umgang mit Farben und Shapes finde ich sehr inspirierend, der tritt ja gerade in den Thumbs auch wieder zu Tage. :)

Die abstrakten Sachen sind mir da schon eher ein Rätsel - denn wenn sie auch keinen konkreten Gegenstand darstellen mögen - zufällig sind sie ja nicht. Da fließt sicher zumindest unterbewusst eine Menge Regelbewusstsein ein. ;)
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Beitrag von FastArt » 31. Okt 2007, 01:00

boaa.. der alien ist mal übelst geil.. also die z-brush dinger an sich sind echt sehr fett geworden..

Caccaduu
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Beitrag von Caccaduu » 31. Okt 2007, 23:21

ich liebe diesen reduzierten stil !
schön logisch un leicht zu verstehen....wunderschön.

danke fürs teilen.

chalcara
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Beitrag von chalcara » 4. Nov 2007, 16:32

Mal ganz ehrlich? Deine Angewohnheit alles sehr theoretisch zu betrachten hat auch einen sehr großen Vorteil: Es macht dich zu einem verdammt guten Lehrer.

Ich hab wohl mehr aus deinen Ausführungen gelernt als aus all den Kunst-Lehr-Büchern, die ich einst gekauft habe.

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Jan
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Beitrag von Jan » 5. Nov 2007, 10:20

Es wäre schrecklich, wenn du aufhören würdest alles theoretisch zu durchleuchten. Ich finde es auch nicht verwerflich, wenn man seine Arbeitsweisen und Experimente hinterfragt. Nur so kann man sich weiterentwickeln.

Du hast in letzter Zeit sehr viele anschauliche Tipps gegeben. Das über die Jahre gesammelte Wissen würde wohl problemlos für ein Buch reichen.
Vielleicht kann man ja zwischen den Zeilen erraten, worauf ich hinaus will ;-)

Ich würds mir jedenfalls sofort kaufen! :o

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digitaldecoy
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Beitrag von digitaldecoy » 11. Nov 2007, 14:09

Ich denke, es besteht kaum Gefahr, dass ich jemals damit aufhören könnte, analytisch an die Dinge ranzugehen. Das wird mich zwar auch ewig davon abhalten, komplett intuitive Kunst zu erzeugen aber man muss halt mit dem arbeiten, was man hat. :)

Hier sind ein paar weitere Bilder, die sich mit dem Thema Pflanzen und Wald beschäftigen. Da ich ein aufwendigeres Bild mit einem Waldmotiv in der Planung habe, darf man diese hier als Vorbereitung auffassen:

Bild

Bild

Bild

Das letzte Bild hier ist insofern noch interessant, dass ich damit ganz speziell einen Ansatz ausgetestet habe, den ich im vorherigen Posting theoretisch skizziert hatte. Es geht dabei um die Sythese von Zufallsformen und geplanter Vorgehensweise. Dem Bild lag ein kleines Thumbnail zugrunde, welches ich dann hochskaliert und mit abstrakten Strukturen überlagert habe:

Bild

Auf der Verbindung der sehr groben gezielten Details und den überlagerten Zufallsstrukturen ließ dann sehr gut arbeiten. Das Ergebnis ist vom Look her sehr nah an meinen rein abstrakten Bildern, besitzt aber immer noch die klar vorgegebene Struktur des Thumbnails. Ich verbuche dieses Experiment damit als Erfolg und werde wohl in Zukunft öfter so arbeiten.

Und hier sind dann noch zwei experimentelle Ergebnisse aus ZBrush, die thematisch ebenfalls in die Richtung gehen:

Bild

Bild

Was mich an diesem Ansatz sehr fasziniert ist, dass er von der Arbeitsweise eigentlich komplett abstrakt ist. Man weiß am Anfang nicht so wirklich, wo es hingeht. Man überlagert Strich um Strich und lässt sich einfach ein bißchen davontragen. Dennoch entstehen bei dieser Methode extrem konkrete Inhalte in einem fast schon irritierenden Detailgrad. Aus malerisch ästhethischer Sicht ist das Ergebnis für mich noch nicht zufriedenstellend, da zu scharf und zu clean und tecnisch. Aber ich denke, da lässt sich noch einiges dran ändern und gerade für die Gestaltung zweitrangiger Bildelemente im Hintergrund, die dennoch detailreich sein sollen, sehe ich gewisse Chancen. Wie genau man das einsetzen könnte, ohne dass es sich mit gemalten Inhalten nicht zu sehr beißt, muss ich wohl noch austesten.
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Beitrag von MartinH. » 13. Nov 2007, 02:09

Daniel, was mir bei deiner systematisch analytischen Arbeitsweise sehr gefällt, ist das sie für mich so ein Thema keinesfalls entzaubert, sondern im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass du einem damit immer wieder eine neue Tür öffnest und einem Anbietest mit auf eine spannende Reise über neue Wege zu gehen. Mich motivieren deine Experimente immer auch mehr zu experimentieren. Der Ansatz Zufallsstrukturen mit klarer Vorarbeit in gezielte Grundstrukturen zu lenken, passt wunderbar in meine bissherigen Erkenntnisse.
Was ich dir vorschlagen würde für deine zBrush Experimente: versuch mal die Elemente die du aufs Bild stempelst (z.B. Blätter und Gras) noch malerischer zu halten, so unfertig, wie das undetailierteste Element im Bild sein soll. Wenn du den Baum in Photoshop malen würdest, würdest du wahrscheinlich die Blätter der hinteren Äste nicht einzeln malen, sondern nur andeuten. Dadurch das du hier alle Blätter direkt fertig hast, entsteht diese Irritation der gleichmäßigen Ausarbeitung. Einige komplett fertige Elemente, kannst du dann immernoch akzentuiert einsätzen.

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Duracel
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Beitrag von Duracel » 13. Nov 2007, 15:09

Das ist ein interessanter Punkt den ich letztens schonmal im Gespräch mit Daniel angedacht habe.

Im Grunde gibt es ja die zwei extreme - entweder alle Details sind unabhängig von der Größe im Bild detailliert; also Details skalieren in der Größe immer mit - oder aber es gibt eine gleichbleibende Detailtiefe unabhängig vom Motiv.

Ersteres gleicht einer Art "Filter", der zwar homogenisiert, dafür aber auch "abflacht", weil er alles gleich behandelt.
Wohingegen eine permanente Mitskalierung zu eben diesen Detailwüsten in der Entfernung führt statt zu angemessener Vereinfachung; und auch nicht dem Effekt gerecht wird, dass man auf Entfernung einfach weniger Detail wahrnimmt.

Das ist auch nicht nur bei Perspektivsachen interessant. Auch wenn man funktional gleichwertige aber unterschiedlich große Objekte im Bild hat wird das Interessant. Ob jetzt zwei Menschen(einer nah am Betrachter, der andere weiter weg) oder z.b. einen Elefanten und eine Maus die gleich weit entfernt sind. Gerade wenn beide Dinge inhaltlich gleich wichtig sind, kann man nicht hingehen und alles wie aus einem Guß herstellen; nur weil die Maus eine Mindestdetailtiefe braucht (ihr kleines Ohr muß zu erkennen sein etc.pp.) kann man nicht jede Mausohrgroße Furche in der Elefantenhaut einzeichnen; denn dann wird die aufeinmal "genauso wichtig" fürs Bild.


Ich denke da gilt es stets einen Mittelweg zu finden.
Ziel ist, woran kein Weg vorbeiführt.

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Beitrag von tkwondave » 14. Nov 2007, 16:57

ich weiß echt nich, was ich noch groß sagen soll.
ich sitze hier und staune einfach. über motive, stil, aussagen etc.
mach definitiv weiter so, ich liebe deinen stil.

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Beitrag von digitaldecoy » 11. Dez 2007, 22:50

Es wird Mal wieder Zeit für ein kleines Update. Ich hab zuletzt noch ein paar grobe Landschaft-Scribbles gemacht:

Bild

Bild

Derzeit werde ich jedoch im privaten Bereich viel stärker von ZBrush eingenommen als vom 2D-Painten. Zuletzt habe ich ein paar Experimente auf dem 2.5D-Canvas gemacht:

Bild

Bild

Bild

Bild

Diese Experimente sind alle noch sehr unbeholfen und müssen es zwangsläufig auch sein, denn ich habe überhaupt keine Ahnung, wie man sich mit diesen Werkzeugen ausdrücken soll. Viele meiner Versuche bleiben aus reiner Ratlosigkeit daher auch erst Mal abstrakt:

Bild

Ich habe mich bisher noch nie durch ein Programm so herausgefordert und gleichzeitig so hilflos gegenüber den unendlichen Möglichkeiten gefühlt. Ich versuche verzweifelt, die ganzen Möglichkeiten zu sortieren und Ausdrucksformen zu finden. Ich habe irgendwie das Bedürfnis, mich in die unbegrenzte Detailfülle zu stürzen und sie irgendwie zu nutzen.

Die ganze Situation hat gleichzeitig das Potenzial mich unglaublich zu inspirieren UND mich schier in den Wahnsinn zu treiben. Es hat mich immer schon belastet, allein im 2D-Bereich so viele Möglichkeiten zu haben. Schon dort fällt es mir schwer, mich auf eine Ästhetik zu konzentrieren und ich bin ständig zwischen verschiedenen stilistischen Richtungen hin- und hergerissen. Jetzt kommt noch ein Programm wie ZBrush dazu, mit dem von der voll bemalten Skulptur bis hin zum Relief noch weitere Möglichkeiten hinzukommen und jetzt stehe ich vor der ultimativen Zerreißprobe - wie soll man bloß entscheiden, welche Form man für ein Artwork wählen soll? hier rächt sich meine jahrelange Gewohnheit, technische Handgriffe als Selbstzweck zu betrachten. In der Grenzenlosigkeit der Möglichkeiten lauert die Ziellosigkeit un leckt sich die Zähne. Ich muss unbedingt einen Paradigmenwechsel vollziehen, muss endlich das Konzept an die vorderste Stelle setzen und wäre dann in der Lage, aus der Vielzahl an Ausdrucksmöglichkeiten die richtige zu wählen. Aber so einfach ist das nicht. Was lohnt es sich heute noch zu sagen, was nicht schon gesagt wurde? Wo findet man seine Nische, wo kann man den visuellen Schatz der Menschheit noch ausbauen?

Ich brauche auf jeden Fall einen neuen Ansatz, eine neue Vorgehensweise. Ich brauche einen gottverdammten Plan!
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Andrej
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Beitrag von Andrej » 12. Dez 2007, 00:20

Da hört sich jemand angesichts seiner Ambitionen regelrecht deprimiert und verunsichert an.
Ausgezeichnet.
Auf die schöpferischen Ergüße dieser mislichen Lage bin ich schon sehr gespannt.

Das erste Speedpaint und das Abstrakte Bild, das so aussieht, als hätte man einen protzigen Sarkophag durch die Schrottpresse gejagt, find ich besonders gut.

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Beitrag von digitaldecoy » 12. Dez 2007, 10:58

Hehe, das ist ein sehr gemeiner aber auch sehr intelligenter Kommentar. :)

Tatsächlich ist ein Aspekt der Sache, dass ich mir langsam klar darüber werde, dass ich mich als kreativen Menschen neu erfinden muss. Ich brauche ganz neue Motivationen und Zielsetzungen und das ist zwar schmerzhaft aber auch sehr spannend. Von daher sehe ich das auch eher positiv.

Das letzte Bild gefällt mir übrigens auch sehr gut und das ist Teil des Problems - wie soll ich solche Elemente, bei denen ich ein positives Gefühl habe, sinnvoll in meine Arbeit integrieren ohne zum abstrakten Künstler zu werden? Ich habe nämlich schon die Ambition, gegenständlich zu arbeiten. Na ja, das sind alles Fragen, die geklärt werden wollen.
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Beitrag von jaymo » 12. Dez 2007, 13:48

digitaldecoy hat geschrieben:wie soll ich solche Elemente, bei denen ich ein positives Gefühl habe, sinnvoll in meine Arbeit integrieren ohne zum abstrakten Künstler zu werden?
Na, die Antwort hast Du da oben durch die Kombinationsbeispiele IMO doch schon gegeben. Du kannst diese intuitiv gesetzten abstrakten Elemente doch immer in Dein Motiv miteinbauen.

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Beitrag von Artdek » 12. Dez 2007, 17:13

@DD

Um eine Idee mit einem spezifischen Beispiel zu erregen: Das letzte Bild (sehr schön übrigens) könnte ein prima Kleidungsstück sein. Oder ein Wandteppich eines Königs. Oder zermatschtes Metall nach einem Autounfall.
Es gibt doch genügend Anwendungsbeispiele, die deinen gegenständlichen Zaubereien und deinen abstrakten Anschauungen innerhalb eines Bildes gerecht werden kann. Warum malst du nicht einfach mal um etwas abstraktes etwas gegenständliches herum?
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Beitrag von Chinasky » 12. Dez 2007, 19:49

Doofe Frage: Ist das Programm, mit dem Du das letzte Bild gemalt hast, nun ein 2D- oder ein 3D-Programm? Was ist dieses Zbrush, braucht man dafür bestimmte Eingabegeräte, ist das ein teure Profi- oder ein ambitioniertes Freeware-Proggramm?
Deine Ablehnung, zum abstrakten Künstler zu werden, halte ich für wenig zielführend, weil Du immer noch zwischen abstrakt und konkret/gegenständlich unterscheidest. Vielleicht wäre es besser, wenn man beides unter dem Begriff "suggestiv" oder "illustrativ" vereinigt?
Ich denke, Deine Verwirrung ob all der Möglichkeiten, welche die Programme Dir bieten, ist insofern hilfreich, als Du als jemand, der das natürlich nicht auf sich beruhen läßt, sondern loszieht und die Möglichkeiten erkundet - damit Dich in Deinen Ausdrucksmöglichkeiten und handwerklichen Skills weiter vervielfältigst. Vielleicht aber fehlt Dir aber noch der Grund, ganz bestimmte Artworks zu fertigen?
Wie sicherlich viele hier warte ich ja schon gespannt auf eine Fortsetzung der Reise des kleinen Jungen, der da im Bild verschwunden ist. Und ich warte auch deswegen darauf, weil ich eine Forsetzung Deiner künstlerischen Reise sehen möchte.

Das Stichwort, das mir hierzu einfiele, wäre: Gefühl/Emotion. Diese beiden Sachen fehlen mir bislang in Deinen Artworks. Ich verbinde mit Deinen Arbeiten immer nur ein wirklich intensives Gefühl: Das Staunen darüber, wie geile Bilder man malen kann. :D Aber ich denke, schiere Bewunderung wird Dir auf Dauer nicht als Reaktion des Publikums reichen. Ich denke mal, Du willst uns Zuschauer auch emotional bewegen.

Und dafür ist es nötig, abstrakt zu denken. Abstrakt insofern, als daß Du die formalen Mittel suchen mußt, um in uns Gefühle zu erwecken - und zwar die Gefühle, die Du auch meinst. Ich weiß nicht, ob, und wenn ja, in welchem Umfang Du Dir bei Deinen Bildern vorher überlegst, welche Emotionen Du auslösen möchtest? Suchst Du dann nach dem formalen Mitteln, die dazu am besten taugen - oder löst Du lieber die Emotionen aus, für welche Dir die formalen Mittel schon bekannt sind?

Letztlich frage ich also danach, wie Du arbeitest - ob Du Dich vom Material leiten lassen willst, oder ob Du gezielt nach dem Material suchst, mit welchem sich Deine Botschaft am besten verkünden läßt?

Dazu noch ein Gedanke (ich schreibe hier gerade etwas durcheinander, weil ich statt des analytischen Weges, den Du ja selbst schon beschreitest, mal probieren möchte, ob man assoziierend nicht vielleicht zusätzliche Aspekte finden kann): Unterscheidest Du streng zwischen Werken und Studien? Wenn ja - welche Kriterien müssen für Dich erfüllt sein, um von einem Werk zu sprechen, welches gewissermaßen verdient, in Dein Werk-Verzeichnis mit dem Adelsprädikat "opus" aufgenommen zu werden? Ich schaue mir jetzt diese Seite an, und kann dort kein solches opus finden, obwohl Du ja z.T. recht viel Arbeit investiert hast, insbesondere bei der Alien-Figur.
Aber diese Figur ist ja genaugenommen nur eine Materialübung - wenn auch eine recht intensive Übung. Sie drückt nichts aus über das hinaus, was man sehen kann. Sie erweckt keinen Eindruck: Weder einen furchterregenden, noch einen niedlichen, noch einen irritierenden, fremdartigen, erbarmungswürdigen, traurigen, heiteren... Sieht halt aus wie eine Sammelfigur (und wozu sich die Leute Nippes ins Regal stellen, habe ich noch nie verstehen können). Das soll jetzt keine Kritik sein, sondern durch Negation umreißen, was ich mit Inhalt meine, welcher m.M.n. zu einem echten Opus hinzugehört.

Wenn Du nun so schwärmerisch das abstrakte Arbeiten beschreibst, in welchem Du Dich freier fühlst - dann solltest Du vielleicht mal genauer untersuchen, ob diese Freiheit nicht noch etwas anderes beinhaltet, nämlich auch ein "Treffen des Gefühls". Gute abstrakte Kunstwerke können Gefühle wesentlich konkreter treffen als handwerklich virtuose, aber am Gefühl vorbei gearbeitete Illustrationen. Wenn ich in der bildenden Kunst überlege, wo mich Kunstwerke gefühlsmäßig besonders getroffen haben, so sind das interessanterweise häufig recht abstrakte Arbeiten: Beispielsweise Bilder von Mark Rothko, Lucio Fontana, Materialcollagen von Anselm Kiefer oder Rauminstallationen von Turrell oder Richard Serra.
Besonders beeindruckend sind die Sachen von Kiefer - Fotos seiner Werke können deren Intensivität nur schwer transporieren:
http://www.dl.ket.org/webmuseum/wm/pain ... usalem.jpg

http://farm2.static.flickr.com/1335/560 ... 7a94_b.jpg

http://www.ibiblio.org/wm/paint/auth/ki ... rrexit.jpg

Wenn ich mir diese Sachen angucke, dann ist bei mir sofort ein Gefühl von Zeit, von Vergänglichkeit, von Grausamkeit, Trauer, aber auch von Weite, von kalter Luft usw. vorhanden - alles Empfindungen, die man ja nun wirklich nicht gerade im illustrativen Sinne in diesem Arbeiten finden kann. Aber sie sind abstrakt enthalten: Durch die rauhen Oberflächen, durch die harte, spröde, brutale Behandlung der Materialien, auch natürlich durch die Kompositionen, durch die vorherrschenden Farbtöne etc..

Also meine Conclusio: Vielleicht könnte es Dir bei Deiner Zielfindung helfen, wenn Du Dir klarer machen würdest, welche Gefühle Du darstellen möchtest, statt welcher Gegenstände/Situationen.

Nur so ins Unreine gedacht...
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

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