nini's Gewächshaus

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nini
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nini's Gewächshaus

Beitrag von nini » 11. Jun 2006, 09:23

Hiermit erkläre ich mein Thread für eröffnet:

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Die Zeichnungen sind mit Kohle auf DIN A3 gekrizelt
und bei meiner 2. Aktzeichen Session entstanden.
Zuletzt geändert von nini am 20. Jun 2006, 20:12, insgesamt 1-mal geändert.

Makx
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Beitrag von Makx » 11. Jun 2006, 13:30

Für eine zweite Aktzeichen Session, sehen die aber schon ziemlich gut aus!

Ich würde dir aber raten, mehrere verschiedene Herangehensweisen zu verwenden, und dich nicht auf eine Technik einzuschießen.
Hier einige Ansätze:

- Versuche mit schnellen, durchgezogenen Strichen die Figur zu umreißen:
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Wichig ist, die Linien auf einmal durchzuziehen, denn "zusammenhängend gezeichnete Formen werden auch zusammen im Gehirn gespeichert."
Mach dir nichts draus, wenn die Firgur dann viel zu dünn/dick wird. Nicht korrigieren, sondern sofort eine neue Skizze anfangen.

- Auch sehr lehrreich: versuche den Körper als grobe Skulptur zu verstehen:
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Stell dir einfach vor, du bist ein impressionistischer Bildhauer und schlägst aus einem Holzklotz ganz grob die Formen heraus. Wenn man den räumlichen Körper stark vereinfacht, ist es leichter ihn zu verstehen und zu behalten.

- Die (etwas fortgeschrittenere) andere Variante dazu:
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Nachdem du die Figur umrissen hast, schraffierst du die Kanten mit der räumlichen Richtung folgenden Linien. (Als ob ein Kreuzgitter auf den Körper projeziert wird - diese Linien.) Als Erweiterung kannst du einige Oberflächenlinien über den Körper laufen lassen. Das kann soweit gehen, dass der Körper als Drahtgittermodell ein bloßes Zeugnis seiner eigenen Oberflächenform wird.

- Um sich nicht zu sehr von den Aussenlinien gefangen zu nehmen hilft dieser Ansatz:
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Beginne IM Körper und versuche seine Oberfläche anhand von markanten Merkmalen 'zu ertasten'. Ignoriere dabei die Aussenlinien und versuche stattdessen die INNENLINIEN zu erfassen. Du musst den Körper auf deinem Papier spüren und versuchen wie eine Zwiebel zu schälen. (Mhmm, schwer zu erklären ;) )

Dass sind jetzt nur einige er Herangehensweisen, die ich als besonders lohnenswert halte.
Dein Aktlehrer wird sicher noch mehr kennen: Aus Zylindern konstruieren, aus Ovalen konstruieren, Stichmännchen vorzeichnen, Knochen vorzeichnen, Raum Kubisch definieren und viele mehr. Lass dir bloß nicht erzählen, dein Zeichenlehrer hätte die beste Methode: jeder Aktzeichenlehrer hat seinen Favoriten - jeder einen komplett anderen.

Wichtig ist nur, dass du nicht dem "Head-Tracen" verfällst, wir es mir eine Zeitlang ergangen ist. Man wünscht sich so sehr ein gutes Ergebnis auf dem Blatt, dass man das eigentliche Ziel, die Form zu begreifen, vergisst. Man beginnt dann den Körper im Kopf auf eine Zweidimensionale Ebene zu bannen und diese dann auf dem Papier abzupausen. Dass führt nach kurzer ßbung zu sehr schönen Ergebnissen, der Lerneffekt ist aber gleich Null, weil die Form nicht erkannt wird sondern nur eine Abstrakte Linie übertragen. Wenn du beim zeichnen ein Auge zumachst, weil du verwirrt bist und den Daumensprung brauchst, dann sind das Warnsignale. Der Körper kann nur Dreidimensional und in Perspektive erkannt werden. Wie das Ergebnis auf dem Papier aussieht ist völlig egal!

Oh, und,... keep up the good work! :)

nini
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Beitrag von nini » 12. Jun 2006, 09:44

Vielen Dank,
für das Lob und für die Tips :)

werd gleich mal fleißig üben

Makx
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Beitrag von Makx » 12. Jun 2006, 17:01

ArneS.
Naja, war ja auch nur eine schnelle Skizze zur Verdeutlichung, Overpaint ((hätte eigentlich fragen sollen, ob das i.O. geht)) über ... und ähh..
Meine Aktstudien mache ich natürlich viel sorgfältiger! Vor allem am Po! :D

nini
Was ich vergessen hab: Ein sehr hilfreicher Ansatz ist es auch, von außen nach innen - von ungenau zu genau zu arbeiten. Etwa zuerst ein Oval zu visualisieren, in den das Modell "passt", dann darin je ein Oval finden, dass den Oberkörper bzw. den Unterleib umschließt. Dann Kopf und Rumpf trennen und so weiter.
Ich hatte früher oft das Problem, dass ich Figuren (sowohl from Life als auch aus dem Kopf) an einer Stelle zu zeichnen begann, und mich von da vorarbeitete. Das führte für gewöhnlich dazu, dass die Figur nicht mehr aufs Blatt/Bild passte und/oder eine unnatürliche Haltung hatte. Es ist einfach schwer anhand von einem kleinen Finger den Platz abzuschätzen, den der ganze Körper beanspruchen wird. Seit ich bei meinen Studien die Figuren immer erst umreiße habe ich auch beim freien Zeichnen viel weniger Probleme damit eine Figur "einzupassen".

Hmm, mein Beispiel ist jetzt Aufgrund schluderns und mangelnder Vorlage/Vorstellung eher madig geworden, aber ich hoffe es illustriert ganz gut, wass ich meine:
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Umm, du scheinst allerdings mit den Proportionen sowieso sehr gut klarzukommen. Ich schreibe dass nur, weil mir aufgefallen ist, dass auf keinem Bild der Körper GANZ abgebildet ist - nicht mal als Vorzeichnung...

nini
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Beitrag von nini » 12. Jun 2006, 18:11

ArneS: Danke, ich bin auch ein bischen stolz auf mich, wenn ich die mit den ersten Zeichnungen vergleiche.

Makx: Danke für den weiteren hilfreichen Tipp, ich mach zwar oft bewusst Ausschnitte, aber wenn ich alles drauf haben will, klappst meistens nicht ;)

nini
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Beitrag von nini » 18. Jun 2006, 11:10

das Motiv hab ich in ner Zeitschrift gesehen
und ich fand die Vase so toll.
Bei den Blumen selber hab ich mir dann nicht mehr so wirklich Mühe gegeben wie man sieht.

Is übrigens in Acryl gezeichnet.
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nini
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Beitrag von nini » 20. Jun 2006, 20:14

Hier ein paar Skizzen mit Fineliner,
die Schraffuren sind irgendwie total wirr.

Wenn jemand n Tipp für mich hat, raus damit :)

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Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 21. Jun 2006, 11:57

Das Acrylbild ist klasse, ich finde nicht, daß die Blumen gegenüber der Vase qualitativ abfallen! Btw.: Wenn man was farbig malt, dann heißt es auch malen, nicht zeichnen. ;)

Die schwarzweiß-Zeichnung mit dem Fineliner schwächelt erstens etwas kompositorisch: Alle Elemente, die zu sehen sind, werden von den Seitenrändern abgeschnitten, dadurch wirkt der Bildausschnitt willkürlich. Zum Schraffieren: Schwiiiiiierig. ;) Vielleicht solltest Du versuchen, verschiedene Schraffurarten mit dem Fineliner zu vermeiden. D.h. meinetwegen Kreuzschraffur und reine Parallelschraffur nicht zusammen in einem Bild. Das Gras-Element in der linken Ecke hat überhaupt keine Schraffuren, ist dafür aber sehr wild und gestisch gezeichnet - was sich mit der Pingelarbeit beißt, die Du in die Blüten rechts gesteckt hast. Ich sehe hier also eher ein Problem der Uneinheitlichkeit des Stils als ein prinzipielles Schraffur-Problem.
Zuletzt geändert von Chinasky am 21. Jun 2006, 18:17, insgesamt 1-mal geändert.
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

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Beitrag von DBot » 21. Jun 2006, 15:56

chinasky hat sicherlicht recht, aber ich wollt nochmal kurz auf die schraffur auf den halmen eingehen, hier hilft es einfach sich etwas mehr zeit zu nehmen, und statt neu ansetzende grade schraffurlinien einzusetzen(was sich bei mir auch viiel zu oft einschleicht, irgendwie ist man ja doch faul ;) ), einfach immer schön der form folgend richtige runde schraffuren zu benutzen,dann wirkt der halm auch gleich viel runder... das ist natürlich zeitaufwendig, lässt das ganze aber einfach viel wertiger und natürlicher erscheinen, denke ich...

btw, die aktzeichnungen da oben find ich ziemlich toll so ;) sehr schöner stil
Schau Sulu, die Sonne kommt raus

nini
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Beitrag von nini » 23. Jun 2006, 12:55

Ich hab mal Chinaskys Vorschlag befolgt und 3 richtig Schlechte Zeichnungen gemacht.
Beiträge dazu im PS von Markus Rosse:
http://www.digitalartforum.de/forum/vie ... 17c743b02d

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jetzt muss mir nur noch jemand sagen, was an den Zeichnungen richtig ist :)

nini
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Beitrag von nini » 29. Jul 2006, 18:12

Einige Siebdrucke

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