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Beitrag von Wincher » 28. Jan 2014, 15:43

Hallo zusammen. Ich bin als Anfänger immer mal wieder am Zeichnen und Ausprobieren von verschiedenen Techniken, habe leider in meinem Umfeld so gar keine Möglichkeit des Austauschs, vor allem fehlt mir Feedback dahingehend, wo ich als nächstes ansetzen könnte, um meine bildnerische Darstellung weiter zu verbessern. Deshalb möchte ich nach und nach hier ein paar Arbeiten hinterlassen und freue mich auf Hinweise und sonstige Eindrücke.

Derzeit arbeite ich vorrangig mit Bleistift, Kohle, Tinte/Feder und versuche mich in Ölmalerei. Die meisten Schwierigkeiten sehe ich derzeit in der Schraffur, vor allem der Richtungsfindung.

Danke im voraus.



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Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 29. Jan 2014, 00:36

Hallo Wincher, willkommen hier im Forum!

Gerade was die Sache mit der Schraffur/Richtung angeht, bist Du auf einem sehr guten Weg. Vor allem die Bart-Arabesken bei dem Dali-Portrait und die Art, wie Du die Rundung des Totenschädels modellierst, gefallen mir sehr!

Aber bitte: suche Dir eine Möglichkeit, Deine Bilder da hochzuladen, wo Du sie direkt hierher verlinken kannst*. Es hält viele Leute ab, wenn sie erst auf diese kleinen Vorschaupics klicken müssen und dann sich immer ein neues Tab samt optischem Werbungs-Müll öffnet. Ich mache das auch nur in Ausnahmefällen.

Für mehr Feedback solltest Du mehr Ansatzmöglichkeiten/Infos geben. Also erzählen, wie alt du bist, was du mit den einzelnen Bildern für Ziele verfolgst usw. usf. Wenn wir wissen, auf welchem Entwicklungslevel Du Dich befindest, was Du insgesamt und auch konkret bei einzelnen Arbeiten WILLST, können wir besser abschätzen, ob Dir das gelungen ist oder ob Du vielleicht in die eine oder andere Richtung nach optimaleren Vorehensweisen suchen solltest.




* Wie man sehen kann, geht das von Deinem Hoster aus sogar problemlos. Einfach den [ img]-Tagg verwenden: Bild
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

Wincher
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Beitrag von Wincher » 29. Jan 2014, 12:45

Mensch, Chinasky, freue mich über so schnelle Rückmeldung von Dir. Echt stark, danke. Auch für den Tip mit den Uploads.

Ich verfolge vorrangig mit dem Zeichnen das Ziel, meine allgemeine Wahrnehmung zu schärfen. Vielleicht beobachte ich gar nicht, um zu zeichnen, sondern zeichne, um zu beobachten. Schräg. Ich suche nach einem guten Gefühl für Licht und Schatten. Nur durch den Schatten oder das Licht zu formen, das reizt mich, obwohl ich der einsamen, umherschwingenden Linie nicht abgeneigt bin. Am meisten interessiert mich die menschliche Gestalt.

Offiziell zu studieren war immer mal in meinem Kopf, aber ich bleibe wohl Autodidakt, habe einiges hinsichtlich Anatomie und Perspektive studiert, gehe hin und wieder zum Aktzeichnen oder sitze irgendwo und skizziere Umgebung, Bewegungen, Vorgestelltes. Vielleicht suche ich nach der Selbstverständlichkeit, einer Art Sicherheit, etwas zu sehen und darzustellen, dabei lege ich weniger Wert auf exakte Wiedergabe der Objekte, mehr auf den Ausdruck. Ich stehe ziemlich auf Auslassungen, mag aber auch nur eine Ausrede für meine Faulheit sein, haha.

Wahrscheinlich wäre ich deswegen schon kein passender Kandidat für eine Akademie. Manches Mal wünschte ich mir vielleicht eine Art Mentor, der mich aus meiner Bequemlichkeit lockt, damit ich vielfältiger arbeite und mal Neues zwischendrin angehe bzw. immer bereit bin, auch viel verkehrt zu machen.

Das Zeichnen und hier die Schraffur will ich verfeinern und begreifen, das scheint mir Voraussetzung für meine Auffassung von Malerei zu sein, die stimmige Pinselführung, die sich ergibt, habe ich die Zeichnung 'durchdrungen'. Aber ich bin mir da nicht hundertpro sicher, ob dieser Ansatz passt, ich will's herausfinden.

Mehr im Laufe meiner weiteren Postings.



Kohle auf Papier, A3.
Zuletzt geändert von Wincher am 18. Aug 2014, 00:59, insgesamt 1-mal geändert.

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 29. Jan 2014, 15:53

Och, ich freue mich, wenn man auf die Rückmeldungen auch mal Rückmeldungen kriegt! :D Das neue Blatt (sind die aktuell, oder zeigst Du hier schon ältere Sachen?) zeigt eigentlich, dass Du schon ziemlich routiniert und gekonnt zeichnest. Bis man sowas in Kohle hinkriegt, hat man schon ein paar hundert Blätter vollgeschmiert. :D Könnte fast eine Art Studie eines Rembrandt-Selbstportraits sein.

Der Ansatz mit dem "Weglassen" ist immer wieder interessant, gerade bei sw-Zeichnungen ist es ja erstaunlich, wieviel duirch den Betrachter selbst ergänzt wird. Aber gerade bei Gesichtern kann man es sich da freilich auch zuuu leicht machen, denn wie man aus der Wahrnehmungspsychologie weiß, sehen wir ohnehin in allen möglichen abstrakten Formen immer noch Gesichter. Wenn Du jetzt darüber nachsinnst, ob Du jemanden bräuchtest, der Dir mal in den Hintern tritt, damit Du mal aus Deiner Schiene ausbrichst, was Neues wagst usw. - dann weißt Du ja anscheinend selbst schon, was Deine Comfort-Zones sind. Die kannst Du ja dann auch selbst mal aufbrechen. Wir müßten, um da Genaueres sagen zu können, wohl erstmal ein paar Dutzend Deiner Zeichnungen sehen, um rauszukriegen, wo Du Dich wiederholst, wo Du manieristisch herumtrickst, statt ernsthaft zu arbeiten. Dass solche Zeichnungen wie die letzte bei den Leuten gut ankommen, dürfte Dir klar sein. Und ich muß sagen: die Kombination sehr nuancierter Tonwerte (zwischen dem Hut-Shape und den leichten Andeutungen der Schatten auf der Wange links besteht ja eine immense Spannbreite) mit den akzentuierten Strichen (mir gefällt besonders das Ohrläppchen :) ) ist schon ziemlich geil. Erst wenn man eine ganze Reihe Deiner Zeichnungen kennen würde, könnte man erkennen, ob Du diese Kombination eher aus Verlegenheit einsetzt oder ob sie wirklich inspiriert ist vom jeweiligen Sujet/Model.

Verkaufst Du solche Zeichnungen? Falls ja: rahmst Du die vernünftig? Auf jeden Fall ließen sie sich noch besser Fotografieren, etwas anderes als eine Handy-Camera sollte sich doch wohl finden lassen und dann kann man das Blatt ja auch per Photoshop noch etwas in den rechten Winkel drehen, etc... ;)

p.s.: Ach so, wegen der Schraffur: die Kohlezeichnung zeigt eigentlich, dass Du Dir da keine Sorgen zu machen brauchst. Du hast eindeutig ein Gespür für die Oberflächen-Richtungen und gehst denen mit dem Kohlestift nach. Wenn Du bei Zeichnungen mit feineren Stiften (Bleistift etc.) genauso vorgehst, kann eigentich nicht viel schief gehen. Fleißorgien, bei denen große Flächen sorgfältig mit dünnen Stiften ausschraffiert werden, am besten mit braver Kreuzschraffur, sind eigentlich was für Schulmädchen, die sich über Fleißpunkte freuen. Du weißt, wie man mit der Kohle Tonwert-Flächen erzielt - was soll da großartig schraffiert werden? Vieleicht probierst Du statt der Holzkohle mal schwarze Kreide aus oder Rötelkreide, um mal so richtig old-school-mäßig zu werden?
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Beitrag von Wincher » 29. Jan 2014, 19:20

Hi Chinasky. Die ersten zwei Sachen waren recht aktuell, zumindest die Tuschezeichnungen. Öl und Kohle (und ja, ein etwas zu schlank geratener Rembrandt) sind etwa aus dem vergangenen Herbst. Ich habe eigentlich nicht viel mit Kohle gemacht zuvor, einfach angefangen, ich glaube, ich bin wie ein kleines Kind, ich ahme nach, was ich als sehenswert empfinde, aber fahre dann das Fahrrad sozusagen auf meine Weise. Weil Kopieren (außer zu Studienzwecken) ist nicht meine Ambition. Aber das Schwingen mit der Kohle, das Spielen mit dem Widerstand und das damit verbundene Kommen und Gehen der Linie, das hat schon was für mich, ich würde ja gerne großflächiger arbeiten.

Meine Komfortzonen kenne ich ziemlich genau, ja. Ernsthaftes Arbeiten, auch längerfristig mal, ist mir bislang nur sehr selten gelungen, obwohl mir gerade diese Arbeiten dann mehr gebracht haben als schnell hingeschmissenes Zeug. Obwohl ich schon auch der Skizzentyp bin, stöbere auch gern in fremden Skizzenbüchern, mag nicht so sehr das scheinbar Vollendete.

Zeichnungen habe ich keine verkauft. So für mich würde ich die natürlich schon gern entsprechend rahmen lassen. Ich entsorge regelmäßig mein Zeug in der Tonne. Und so wie ich manche Dinge rahmen lassen würde, und da bin ich recht anspruchsvoll... dafür fehlt mir derzeit der Klingelbeutel.

Ich müsste tatsächlich ordentlichere Fotos machen. Meine Canon 350d ist da eigentlich okay, nur verzweifel' ich regelmäßig am Licht.

Mit Rötel habe ich mal probiert, mag ich auch sehr auf leicht champagnerfarbenem Papier, schwarze Kreide klingt aber auch gut. Muss mal schauen. Habe mal eine Zeitlang große Tafelbilder für eine Schulklasse gezeichnet, sehr interessant.

Habe eben seit bestimmt einem Dreivierteljahr mal mit paar Posemaniacs begonnen. Echt alles an Flow dahingehend verloren. Werde mal eins, zwei Stunden rumscribbeln jetzt. Anatomisch auch so viel verloren wieder, kommt aber vor allem durch meine oftmaligen Einstürze, also Zeiten, in denen ich den Stift nicht in die Hand bekomme. Ich will eigentlich die Vorsicht ablegen. Die kommt dem echten Betrachten und dem Ausdruck in die Quere und versaut mir die Laune. ;)

Danke für Dein Interesse, Chinasky, im Ernst. Ich habe ja immer wieder mal hier im Forum das irrsinnig inspirierende Zeug mancher gesehen, kenne auch Deine Sachen schon länger. Ist oft echt wie ein Motor, wieder zu beginnen. So wie ich ticke, beginne ich halt jedes mal wieder von vorne.

Apropos Posemaniacs, hier ein kurzer Eindruck vom letzten Jahr:

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Beitrag von Wincher » 1. Feb 2014, 18:19

Zufrieden bin ich freilich nicht, Sargent-Studien machen mir von Beginn an schon zu schaffen, außerdem bin ich schlampig in der Vorzeichnung, ist auch nicht zu übersehen. Aber okay, ich will mal bisschen dranbleiben die kommende Zeit und einfach ohne lange rumzulabern die derzeitigen Ergebnisse mal Ergebnisse sein lassen.

0,5 Bleistift, Kohle, Calligraphypen.

Anmerkungen von Euch sind natürlich willkommen.
Zuletzt geändert von Wincher am 18. Aug 2014, 00:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von deep » 3. Feb 2014, 12:44

Hallo Winchers,

ich mag deine Arbeiten, interessant.
Hat so was Oldschoolmäßiges.
Gerade diese leicht abstrakten Sachen, wie das Bild mit Kohle, oder das SKelletkopf mit den Farben.
Find ich Stark.Oder die Frau mit den Haaren vor der Nase.

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Beitrag von Wincher » 8. Feb 2014, 15:09

Hallo deep, ich dank' Dir für Dein Feedback. Oldschool, sagst Du. Ja, ich glaub', das ist so derzeit meine Linie, obwohl ich schon auch mehr experimentieren will. An sich bin ich ja hier nicht ganz richtig, denn das Digitale steht so ungefähr am Ende der Interessenkette. Vielleicht mit achtzig dann, dass ich mir mal das neueste Tablet hole. Naja... wer weiß.

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Beitrag von Wincher » 26. Feb 2014, 23:36

Ich war richtig schön konsequent die letzte Zeit... also konsequent ... faul. Beginne demnach mit jeder neuen Linie wieder ganz von vorne. Immer wieder.

Ein paar Skizzen und 'ne schwebende Tasse. Ich sollte wieder intensiver mit Formen arbeiten, vielleicht gelingt es mir in den nächsten Wochen, mein Anatomiezeugs wieder aufzufrischen, weiter möchte ich öfter lifezeichnen gehen.


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Beitrag von Wincher » 2. Mär 2014, 21:24

Seit zwei Tagen bin ich kräftig an der Anatomie wieder dran, Bridgman, Bammes & Co. und ich merke die Vernachlässigung über die letzten Monate sehr genau, befinde mch teilweise zwischendrin in einer gefühlten Verknotung von allen möglichen Perspektiven überhaupt, zeichne wirklich unterirdisch, ungenau und zu hastig, habe sehr große Schwierigkeiten mit der vereinfachten Darstellung von räumlichen geometrischen Figuren. Ich will aber dranbleiben, solange der Saft noch da ist.

Zwischendrin ein bisschen mit Rembrandt aufgelockert und kleine Skizze während eines Waldlaufs.

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Beitrag von Wincher » 29. Mär 2014, 12:26

Ich geh' in letzter Zeit häufiger zum 'Freilandzeichnen'. Nur haben die Leute einfach zu wenig Zeit, hehe. Kaum kommt man rein in die Sache, springen sie schon wieder auf. Fazit vieler Zeichenstunden: Meinen falschen Respekt vor starken Kontrasten könnte ich mal fallenlassen. Brauche mehrmehrmehr Übung.


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wurzelsepperl
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Beitrag von wurzelsepperl » 19. Feb 2015, 22:42

Tolle Bilder!
Ich liebe Zeichnungen! :)
Leider kann ich selbst nur von Vorlagen gut abzeichnen - wenn ich was "frei Hand" zeichne, schaut's aus wie ne Kinderzeichnung... Daher kann ich dir leider nicht wirklich Tipps geben.
Aber, wie gesagt, ich find deine Bilder super.

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