Atlantis - eine schwimmende Stadt

Stellt Eure in Arbeit befindlichen oder fertigen 3D-Artworks hier aus, um sie diskutieren zu lassen.
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Triton
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Atlantis - eine schwimmende Stadt

Beitrag von Triton » 25. Apr 2012, 00:30

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Viele werden sich sicher noch an mein 3D-Modell der Innenstadt von Berlin erinnern.

Da Städte und Architektur eine Passion von mir sind und das Modelieren so einer Stadt
viel Spaß macht, habe ich vor einiger Zeit ein ähnliches Projekt angefangen um den kindlichen Schöpfungstrieb zu befriedigen.

Ich kam auf die Idee, dass bisherige Städte stark der Geographie, Topographie, der Politik und Gesellschaft und anderen Faktoren unterworfen sind.
Wie wäre es, wenn man eine komplett neue Stadt erschaffen könnte, deren Standort frei wählbar ist, deren Form einzigartig und frei planbar wäre und die weder dem Klima eines Ortes unterworfen ist, noch wertvolle Landfläche durch Zersiedelung zerstört.

Ich kam so auf die Idee einer schwimmenden Stadt. Die könnte man ja an einen perfekten Standort zwischen den Kontinenten legen. Ein Standort, der Wirtschaftlich eine Perspektive bietet, als Anlaufstelle für Schiffe oder Zwischenlandung von Flugzeugen. Als Standort von Rohstoffabbau aus den Weltmeeren, welche bis dato ja eine gewaltige unerschlossene Fläche darstellen. Nicht zuletzt als Lebensraum mit angenehmen Klima.
Da die Stadt schwimmend ist, ist es natürlich auch denkbar den "Standort" ganz einfach zu verlagern.

Und welcher (arbeits)Name läge für eine schwimmende Stadt eigentlich näher als Atlantis?


Jut, genug des gelabers. Erstmal paar Bilder (klicken für große Version):
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Das ganze soll vorallem technisch plausibel sein und mit heutigen Techniken realisierbar sein. Das höchste Gebäude der Welt ist bereits 828 m hoch (Burj Khalifa) und Gebäude die 1000 m und mehr hoch werden sollen sind bereits in Planung.
Also in diesen Dimensionen bewege ich mich auch mit den Gebäuden. Aber auch zum Aspekt der "schwimmenden" Stadt gibts viele Gedanken die ich im laufe des Threads vielleicht noch genauer ausleuchten werde.
Jeden Tag mache ich in der Regel ein paar Häuserblocks (die fast alle eigene Entwürfe darstellen und einzigartig sind). Bei 1296 dauerts also vermutlich noch ne Weile.


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z.Z. bin ich im Innenstadtbereich bei etwa 1/3 angelangt.. (Blau = fertig)



Ich möchte diesen Thread auch nutzen um generell zu Stadtmorphologie oder Stadtvisionen in Kunst und Science-Fiction ein paar Gedanken zu äußern. Und natürlich auch zu hören was ihr dazu denkt :)


Im laufe des Threads werde ich auch erklären was ich mir beim Design der Stadt so denke.

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Gwinna
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Beitrag von Gwinna » 25. Apr 2012, 09:38

Wow, echt beeindruckend! Das Konzept gefällt mir und die bisherigen Gebäude sehen auch schon cool aus. Bin gespannt auf deine Gedanken zu den Designs :)

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Beitrag von schlummi » 26. Apr 2012, 09:39

ohmanno... ich hab so was ähnliches etwa mit 12 noch aus papier gebaut... *inerinnerungenschwelge*
war natürlich nicht mal annährend so bombastisch! sieht erhaben aus. sehr schön. kriegt es später texturen oder bleibt's "edel weiss"?
wieso gehst du zu einem quadrat über und dann wieder zu nem kreis? wieso kein octogone?

ich bin kein architekt, doch städtebau fand ich schon mit 12 spannend. wenn ich zu "technischer" seite was anmerken darf, finde ich noch ein, zwei oder sogar drei verkehrsringe bei so einer hohen bevölkerungsdichte nicht verkehrt. sonst hast du immer traffic-verdichtung zu mitte. hast ja sowieso. die ringe sind nur ne milderung. ;)

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Beitrag von Triton » 26. Apr 2012, 14:32

Schön dass es gefällt und die Gedankengänge anregt. Das ist ja der Spaß daran :)

Backslapper: Die Statik ist auf jeden Fall ein großes Thema, ich werd beizeiten mal was dazu schreiben.
Über die Infrastruktur die du ansprichst hab ich mir auch schon gedanken gemacht. In der Tat sind die vier
großen grünflächen am Stadtrand genau dafür (also Flughafen, Lebensmittelanbau) gedacht. Auch dazu muss
ich mir aber noch ein paar Gedanken machen und schreib später was dazu.

Gwinna: dankeschön. Joa, ich versuche schon die einzelnen Gebäude ein wenig aufeinander abzustimmen und auch
jedes Gebäude an sich mit einer eigenen Ästhetik zu versehen. Klar dass ich mich dabei an meinen Lieblingsachitekturstilen
(Art Deco, Expressionismus, Postmoderne) orientiere.

schlummi: Naja, die extrem kompakte Ausdehnung hab ich auch gewählt, um motorisierten Individualverkehr einzuschränken
bzw. überflüssig zu machen. Ein großteil des Verkehrs in Großstädten geht ja vorallem zur Rush Hour auf Pendler zurück.
Wenn allerdings jeder von seiner Wohnung zur Arbeit oder sonst wohin nur 4 U-Bahnstationen fahren müsste und dann fast alles Fußläufig erreichbar ist - wozu braucht es da ein eigenes Auto?

Natürlich sind Straßenfahrzeuge nicht gänzlich zu verbannen, dafür sind dann die roten Hauptverkehrsachsen gedacht. (die ganzen anderen Straßen sind natürlich auch befahrbar, aber nicht für den haupttransit gedacht)

Aber auch der Verkehr ist ein riesenthema an sich, wozu ich in dem Thread auf jeden Fall noch öfter komme :)

Texturen: ich werde auf jeden Fall einige der schöneren Gebäude rausnehmen und separat Textuieren (die 2 Wolkenkratzer die ich vor einiger Zeit schon im Forum präsentiert habe stammen aus diesem Modell). Sicher wenns fertig ist auch texturen für den Untergrund und die Parks etc. Alle Gebäude zu textuieren könnte dagegen etwas schwierig werden - wenn man nur 2 Std für ein Gebäude bräuchte (und für gute Qualität braucht man/ich das mindestens), wären das etwa 3000 Std Arbeit :D

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Beitrag von Nu-Suke » 26. Apr 2012, 20:12

Interessantes Projekt, da werd ich mal mitlesen und hoffe die ein oder andere Information zu Architektur und Stadtmorphologie mitnehmen zu können für eigene Projekte ( wenn es realistisch werden sollte ).
Aber so rein vom Visuellen ist es leider noch ziemlich nüchtern und unspannend, aber fantastisch und abgedreht soll es ja auch nicht werden. Bin trotzdem gespannt was noch kommt. :)

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Beitrag von Triton » 27. Apr 2012, 00:34

Unspannend? Na es wird garantiert noch imposanter werden, keine Sorge ;)

Erwartet nicht zu schnell zu viel, ich arbeite da schon ein halbes Jahr dran und es dauert garantiert noch ne weile länger..

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Beitrag von Duracel » 28. Apr 2012, 11:01

Also eine Stadt aufm Wasser is 'ne coole Idee!
(apropos: Kennst du Richie Sowa's Plastikflschen-Insel?)

Ich habe dein Konzept allerdings noch nicht so ganz verstanden; es gibt ja schon die ein oder andere Planstadt oder solche teilverwirklichten Konzepte wie die Gartenstadt.
Wenn du aber deine Stadtgeometrie nicht den Bedürfnissen der Gesellschaft anpassen, noch sonstwelchen Bedingungen unterordnen willst, erscheint mir dein Ansatz etwas mager; wonach entscheidest du denn dann, was du wohin setzt?
Oder geht es dir im Kern darum den Kopf frei zu halten und dann einfach Gebäude zu modellieren?
Ziel ist, woran kein Weg vorbeiführt.

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Beitrag von Triton » 28. Apr 2012, 12:28

Richie Sowa's Plastikflschen-Insel
Bis eben noch nicht, aber ich werds mir anschauen.

Ansonsten will ich selbstverständlich eine Stadt nach den Bedürfnissen der Menschen versuchen zu gestalten.
Und ich greife dabei auch auf bereits vorhandene Ansätze zurück. Mein Ziel ist es aus den vielen verschiedenen
Formen das beste rauszupicken und neu zu kombinieren für ein - hoffentlich fantastisches und besseres Endergebnis.

Ich gehe im laufe des Threads auf verschiedene Beispiele ein und versuche jeweils einen Aspekt zu finden den man
dort hätte besser machen können und versuche das zu übernehmen.


Aber sonst hast du auch recht: zwar will ich eine glaubwürdige und realistische Vision kreieren, aber der
Hauptaspekt ist einfach der Spaß bei der Sache Gebäude zu entwerfen und zu arrangieren :)

obligatorischer Teaser:
Bild
Ganz links das Empire State Building, ganz rechts der zentrale Turm ist 1333 m hoch
Maßstab: 2 m/pixel

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Beitrag von Triton » 27. Jun 2012, 19:37

Danke schön :)

Bald kommt mehr/neues..

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Beitrag von feider » 28. Jun 2012, 10:36

Huia. Die Stadt sieht gut aus, aber was mir gefallen würde, wäre mehr Variation im Stadtbild.
Die Stadt wurde von Grund auf neu geplant - Entsprechend wäre es doch sinnvoll, wenn in der Stadt vieles von dem umgesetzt wird, was in anderen Städten als schön/einladend gilt. D.h. breite Straßen, direkte Verbindung von Technik und Natur (Nicht nur die beiden Parks) etc.
Aber auch ohne das bisher eine schönes Projekt, gefällt mir sehr gut :D

Kann mir das ganze auch schön in einem Open World Spiel vorstellen.. Die Flächenbegrenzung durch das Meer an den Seiten wäre ein interessantes Element.

lg
feider
Ich bitte um Tipps und Kritik für meinen Personal Showroom!
http://www.digitalartforum.de/forum/vie ... php?t=5274

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Beitrag von Triton » 28. Jun 2012, 23:00

Die Straßen sind sehr breit. Die ordinäre Seitenstraße schon immerhin 20 m. Das ist z.B. eine normale Straßenbreite in Berlin. Die großen Hauptachsen sind sogar 80 m breit.

Es wirkt halt trotzdem vergleichsweise schmal, weil die Gebäude eben deutlich höher sind als in der durchschnittlichen Stadt.

Es wird definitiv noch mehr Varianz im Stadtbild geben. Stadtplätze, Miniparks, und und.


Man, ich wünschte ich hätte mehr Zeit :D

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Beitrag von oger-lord » 30. Jun 2012, 17:52

Ich habe trotzdem den Eindruck das einiges im Schatten der großen Wolkenkratzer verschwindet und heutzutage möchte man doch eine Licht durchflutete Stadt und keinen Moloch.

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Coro
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Beitrag von Coro » 8. Jul 2012, 09:48

Wenn man machen kann was man will wozu baut man dann auf quadratischen grundflächen?
ein weiteres konzept welches ich immer faszinierend fand ist die trennung von fußgängern und fahrzeugen indem man die fußgänger eine ebene höher positioniert . sieht man häufig in so 50s
zukunftsstädten. wodurch man die leute auch aus dem schatten der häuser bringen würde. was mich interessieren würde für wieviel menschen ist die stadt gedacht? alle die hier arbeiten wohnen auch hier. das heißt es kommt zu verschiedenen tageszeiten zu verlagerung der menschenmassen, wie in so mancher amerikanischer großstadt. ist wohn- arbeits- und freizeitbereich getrennt oder sind sie in bzw übereinander?ausserdem wäre es auf so beschränktem raum doch wesentlich sinnvoller alternativen zum individualverkehr zu bieten und den transport von gütern zu automatisieren. das konzept der straße ist doch in der zukunft ein relikt

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Beitrag von Triton » 8. Jul 2012, 15:01

oger-lord
Ich habe trotzdem den Eindruck das einiges im Schatten der großen Wolkenkratzer verschwindet und heutzutage möchte man doch eine Licht durchflutete Stadt und keinen Moloch.
Das Thema Licht gehört zu den wichtigsten Dingen überhaupt und da fließen viele
Gedanken ein. Dazu werde ich extra nochmal einen größeren Beitrag verfassen.


Coro:
Wenn man machen kann was man will wozu baut man dann auf quadratischen grundflächen?
Das ist einfach das effizienteste und am leichtesten planbare. Gleichzeitig bietet es für das einzelne
Gebäude eigentlich auch die maximale Entfaltungsmöglichkeit, da die Kubatur nicht (z.B. durch spitze
Ecken im Grundstück) gezwungen wird. Allerdings sind trotzdem derartige Formen möglich auf dem
Quadratischen Grundstück.

Hinzukommt, dass ich das Quadrat - gegenüber dem Rechteck - gewählt habe, weil es keine Ausrichtung
der Gebäude vorschreiben soll.

In Mitteleuropa werden z.B. Wohngebäude sehr oft ost-west ausgerichtet, also dass die längeren Seiten
des Gebäudes nach Osten bzw. Westen zeigen. Das hängt damit zusammen dass es so wenig wie möglich
nur nach Süden (im sommer zu heiß, zu viel Sonne) bzw. nur nach Norden (im Winter zu kalt - nie Sonne)
ausgerichtete Wohnungen geben soll.

Eine schimmende Stadt bietet einem doch den Vorteil, derartige Beschränkungen ändern zu können.
Man könnte die ganze Stadt z.B. einmal am Tag um sich selbst drehen lassen, gegen den verlauf der Sonne.

Damit würde auch im "Norden" öfter die Sonne scheinen und dafür im Süden weniger. Insgesamt also
gleichmäßiger.

Außerdem ist die Stadt als ganzes ja recht symetrisch. Da fand ich auch das perfekte Quadrat als Form
für den einzelnen Block ganz angemessen.



ein weiteres konzept welches ich immer faszinierend fand ist die trennung von fußgängern und fahrzeugen indem man die fußgänger eine ebene höher positioniert . sieht man häufig in so 50s
zukunftsstädten.
Absolut! Genau mein Gedanke und genau das will ich auch hier machen.

Der einzige Grund warum man das ja nicht macht, ist nur weil es zu teuer und aufwändig wäre alle Straßen
so umzubauen. Das entfält natürlich bei einer komplett neu zu bauenden Stadt.

Hat ja an sich auch nur vorteile: der Verkehr läuft flüssiger und schneller, und auch der Fußgänger/Radfahrer-Verkehr
ist flüssiger und auch ungefährlicher. Nicht zuletzt nimmt die Lärmbelastung ab.

Zu diesem Thema gibt es in der tat fantastische Visionen aus den 20ern bis 50ern:

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ausserdem wäre es auf so beschränktem raum doch wesentlich sinnvoller alternativen zum individualverkehr zu bieten und den transport von gütern zu automatisieren. das konzept der straße ist doch in der zukunft ein relikt
Joa, wie gesagt, KFZ dürfte es sowieso nur auf Elektro-Basis geben. Und überhaupt sehe ich auch vor, nur wenig KFZ
zuzulassen (bzw. den Bedarf garnicht erst aufkommen zu lassen). Durch die kompakte Anlage sollte alles
über U/S-Bahn-Ähnliche Fahrzeuge und zu Fuß zu erreichen sein.
Natürlich sind KFZ trotzdem nicht ganz zu verbannen (Taxis, Transport/Lieferaufgaben, Einsatzkräfte.)

was mich interessieren würde für wieviel menschen ist die stadt gedacht? alle die hier arbeiten wohnen auch hier. das heißt es kommt zu verschiedenen tageszeiten zu verlagerung der menschenmassen
Grundsätzlich für etwa eine Million Menschen. Ist übrigens auch ne interessante und ziemlich weitgreifende Frage.
Zum einen würde die Errichtung der Stadt (und alleine schon der schwimmenden Plattform, ganz ohne Gebäude)
schon richtig viel Geld kosten. Das muss sich ja irgendwann refinanzieren. Dies ginge nur über die Abfuhr einer
Gewerbesteuer z.B.
Damit das überhaupt funktioniert, muss es eine vergleichsweise hohe Bevölkerungsdichte geben, da es sonst
undenkbar ist das es rentabel bzw. einfach nur wirtschaftlich stabil wird.

Allerdings ist das auch garnicht so einfach zu berechnen, wie viele Leute da nun leben können. Ich werd
das mal ausrechnen müssen, unter Berücksichtigung des Verhältnisses von Wohn- zu Gewerbe- und sonstigen
Flächen, wie viel Fläche schätzungsweise für die einzelnen Anforderungen gebraucht werden und wie viel
Flächen überhaupt letztendlich da sind (für jeden Block letztendlich die Geschossfläche ausrechnen, bzw.
gut schätzen :)).

Ausgehend von ner einfachen Übertragung vergleichbarer Städte bzw. Stadtteile mit hoher Dichte
(z.B. Hong Kong, Manhattan) wäre man so bei der Million.

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Spikespine
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Beitrag von Spikespine » 10. Jul 2012, 20:46

Ich finde das Projekt schon jetzt sehr beeindruckend. Es macht den Eindruck, als hättest du schon alles gut überlegt. Bin sehr gespannt wie es weitergeht!

Flixxx
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Beitrag von Flixxx » 4. Okt 2012, 18:12

echt coole sache
die statik ktigst du in den Griff, indem du die Hauser verbindest, und die nicht als einzelne Nadeln rumstehen.

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Beitrag von Triton » 8. Okt 2012, 20:59

Joa, ich werde demnächst mal was zu genau dem Thema schreiben. Habe da schon bischen was vorbereitet ^^

Habe ja auch Architektur studiert, also so ganz abwegig wird die Lösung wohl nicht sein :)

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Beitrag von Triton » 3. Mai 2014, 16:31

Dieses Projekt ist nicht tot, aber auch nicht richtig am leben. Durch die Arbeit und ander Dinge hab ich viel weniger Zeit als früher (und weniger Energie).

Aber nach und nach mach ich immer mal wieder etwas daran. Ich hoffe in Zukunft werde ich etwas öfter als alle 2 Jahre ein Update posten können :D

Status:
Bild
blue = finished

Ich habe einige grundsätzliche Änderungen am Layout der Stadt gemacht. Statt 2 Parks gibt es nun einen großen ringförmigen Park der um das Zentrum verläuft und den übergang zu den Quartieren mit niedrigerer Dichte bildet.

Ich habe die Atmoshphäre in solchen Parks immer gemocht, wie z.B. in Frankfurt.
Vorteil ist auch, dass man es von überall in der Stadt nicht weit dorthin hätte.
Dieser Park hätte eine beträchtliche Größe: bei einer Breite von 300 m ergäbe sich eine Fläche von 3,22 km²

Vergleich:
Central Park, NY: 3,49 km²
Hyde Park, London: 2,53 km²
Tiergarten, Berlin: 2,1 km²

Die Verteilung der Dichte und die Struktur der Gebäude ist jetzt auch weniger Chaotisch.
Ich benutze ein einfaches System aus einer Art Schachbrettmuster mit 3 Farben die für verschiedene Gebäudehöhen stehen. So wird gewährleistet, dass nicht 2 Wolkenkratzer direkt nebeneinanderstehen und jeder Block, auch in den unteren Stockwerken genügend
Licht bekommt.

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Und ein paar neue Render (klicken für größere Bilder):
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Beitrag von schlummi » 10. Mai 2014, 23:12

Triton
Finde Deine Stadt sehr beeindrückend! Und dass Du so diszipliniert dran bleibst noch beeindruckender! :)

Ich möchte einige meiner Gedanken gerne mit Dir teilen. Vllt. findest Du was nützliches drunter. ;)
Meine letzte "ideale" Städte beschäftigten mich noch als Teenager. Jetzt wie damals gehen "Stadtplaner" komischerweise immer noch von einem "Zentristischen", m.E. längst überholtem antiken Kreis. Mitm realen oder imageneren Burg in der Mitte. Schon die Römer bemühten sich diesen Knoten in der Mitte aufzulösen, den EGAL, was für geniale Logistik-Mittel zukünftig zu Verfügung stehen, in der Mitte wird es mehr davon benötigt. Und die Höhe der Gebäuden vorzuschreiben halte ich für nen krassen Regulierungswahn. So wie hier in Schwaben. Und vllt darum sind wir Stuttgart und die - New York. ;) :D

Die Schachbrettmusterung finde ich inefficient. Es sieht so aus, als ob fädelung löser wäre, doch von der Logik nimmt's mit jeder Kachel zu. Ich meine, 10 Blocks in der Tiefe wird Logistic deutlich dichter sein als am Rand. Und etwas langweilig sieht's auch aus... Ich kenne das mit dutzenden gleichen Betonschachteln, hier sind's hunderte!

Ich finde, die Städte entstehen an dieser bestimmter Stelle und mit einem Bestimmten Zweck. Ob die Gegend eine gute Verteidigungsmöglichkeit bietet, oder ein Handelshafen andere Städte verbindet. Das Fehlen dieser Grundaufgabe für einen "Idealen" (also für JEDE Aufgabe geeigneter) Stadt lässt diese Städte besonders künstlich erscheinen. ;)

Z.B. Deine Stadt wird doch bestimmt einen Hafen für Fischerflotte haben? Und dieser Hafen kann bestimmt nicht an einer x-beliebeiger Stelle entstehen. Ich meine, wenn man zum Fischen immer nach Osten rudert, wäre ja doof den Hafen im Westen zu haben. Auch mehrere (12?) Häfen wären keiine gute Idee weil man jeweils ne belastbare Verbindung bräuchte. Uneffizient. Die Stadt regelmässig drehen? hmmm...

btw. was "ideale" Plannung betrifft, bin ich mtlw. ein grosser Fan von Hexagonen geworden. Ein hexagonaler Netz hat diese extreme zwischen Seiten und Diagonale nicht und erlaubd gerade Verbindungen. ;)

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Beitrag von Triton » 12. Mai 2014, 23:20

Zentralismus: Das Zentrum einer Stadt aufzulösen ist ein fataler Irrversuch der Nachkriegsmoderne unter der wir immernoch zu leiden haben. Eine Stadt ist kein selbsttragendes Gebilde. Ob aus einer großen Siedlung ein reines unurbanes Nebeneinander wird oder eine urbane Einheit - darüber entscheidet ob es ein gut angebundene, kompaktes Zentrum gibt. Gleichzeitig hast du recht, dass eine zu krasse zentralisierung auch große logistische Probleme aufwirft. Aber das versuche ich ja zu vermeiden in dem ich die Dichte verteile. (es wirkt bis jetzt auch noch sehr unausgeglichen weil bei den Gebäuden außerhalb des Parkringes ja nur platte Platzhalter stehen)
Auch der Verkehr an sich würde (abgesehen von der Tatsache dass er nicht Automobilzentriert wäre) sich besser verteilen. Dazu habe ich mir auch schon paar Gedanken gemacht, die ich aber erst später ausführlicher beschreiben will, wenn es die grobe Darstellung der Gebäudemassen fertig ist und es an den Straßenraum geht.

Wie das aussieht, wenn das Zentrum negiert wird konnte und kann man gut an Dresden sehen wo nach der DDR an baulicher Substanz zu wenige existierte um überhaupt noch ein funktionierendes Zentrum zu haben.
Oder das Desaster des sozialistischen Zentrums in Ost-Berlin (Alexanderplatz, Karl-Marx-Alee und links und rechts davon). Dort ist tote Hose und auch 25 Jahre nach dem Fall der Mauer ist man noch mühsam dabei nachzuverdichten und die Misere auszubessern (allerdings oft mit zweifelhaften Entwürfen, was aber ein anderes Thema wäre).

Weil "Stadt" im ursprünglichen Sinn eigentlich das ist was wir heute als Zentrum ansehen, habe ich mich gefragt: braucht man denn,
wenn man so eine schwimmende Stadt von Null auf neuplant überhaupt die Sub-Urbane Suppe, den "Speckgürtel" der heutzutage um fast alle Städte wuchert? DARF man ihn überhaupt zulassen, da er verschwenderisch mit Resourcen und Platz umgeht?

Ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Meine Stadt ist im Prinzip sowas wie Berlin: ein dichtes Zentrum und eine kompakte Stadterweiterung im Sinne einer inneren Stadt - in Berlin wäre das der Wilhelminische Ring.

Natürlich ist dies dann nur für eine bestimmte Art von Urbanophilen Leuten gedacht bzw. geeignet, aber das ist auch ganz bewusst so.


Höhe der Gebäude vorschreiben: das gibts in Stuttgart und in Berlin ganz krass und auch in New York. Es wäre sehr seltsam wenn dies NICHT so wäre. Natürlich versucht jede Stadt durch die verschiedenen Mittel des Baurechts sich selbst zu Formen. Deutsche Städte haben ja in der Regel das "Problem" der Skyline garnicht. Aber New York bestimmt aktiv wo was in welcher Höhe gebaut werden darf und bestimmt so seine Skyline. Nichts anderes mache ich, nur dass ich nicht von einem organischem Baugrund ausgehe (Küstenlinien, Trampelpfade, Flussläufe) die die Grundform der Stadt beschreiben, sondern von einem technischen Konstrukt bei dem es keinen Grund gibt von einer
einfachen geometrischen Form wie dem Kreis abzuweichen (bzw den Quadraten in das ich ihn unterteile).

Die Schachbrettmusterung finde ich inefficient. Es sieht so aus, als ob fädelung löser wäre, doch von der Logik nimmt's mit jeder Kachel zu. Ich meine, 10 Blocks in der Tiefe wird Logistic deutlich dichter sein als am Rand. Und etwas langweilig sieht's auch aus... Ich kenne das mit dutzenden gleichen Betonschachteln, hier sind's hunderte!
Naja, das Muster wäre vom Straßenlevel ja nicht sichbar. Außerdem haben doch auch jetzt schon viele Städte sehr gleichförmige sich wiederholende Blockstrukturen (teilweise wesentlich größere) und wirken auch nicht "langweilig". Die Architektur der Gebäude würde schließlich sehr vielfältig sein.

Ich finde, die Städte entstehen an dieser bestimmter Stelle und mit einem Bestimmten Zweck. Ob die Gegend eine gute Verteidigungsmöglichkeit bietet, oder ein Handelshafen andere Städte verbindet. Das Fehlen dieser Grundaufgabe für einen "Idealen" (also für JEDE Aufgabe geeigneter) Stadt lässt diese Städte besonders künstlich erscheinen.
Ja, ganz genau. Denn sie IST ja künstlich :). Gewissermaßen befreit vom Diktat der Geographie und der statischen Lage und Ausrichtung.

Stell dir vor, es wäre möglich Wohnungen zu haben die keine "Nord"seite haben wo niemals Sonne hinscheint, weil die Stadt eben leicht gedreht und Sonneneinstrahlung maximiert werden kann. Oder keine Jahreszeiten wo im Winter die Sonne um 9 aufgeht und um 15 Uhr unter. Denn die Lage der Stadt kann ja geändert werden - sie schwimmt auf hoher See. Gewissermaßen kann man auch das Diktat der Jahreszeiten damit umgehen. *


Hafen: die Plattform auf der die Stadt zu stehen scheint ist ja keine einzelne feste Plattform. Statt dessen bildet jeder Block ein Ponton das selbstständig schwimmt und Hydrostatik besitzt. Im Verbund mit den anderen Pontons wird die Horizontale Stabilität erreicht, die durch 2 Ringförmige Verbindungen (ganz außen und beim inneren Ring) als ganzes zusammengehalten werden.

Diese Pontons hätten für sich genommen schon große Ausmaße. Ihre Oberfläche ragt etwa 200 m aus dem Wasser. Dies hätte den Vorteil dass mechanische Belastungen durch Wellen, bzw. das Meer an sich gering sind (=unmerklich). Außerdem bildet sich natürlich ein gewaltiger Hohlraum direkt unter der Oberfläche. Dieser Hohlraum beinhaltet neben unsichtbarer Infrastruktur auch genug Platz am Rand
z.B. für einen gewissermaßen Überdachten Hafen.

Unterhalb der 4 großen Flächen die ich bis jetzt nur als Grünflächen dargestellt habe (die letztendlich aber Funktionen jenseits von Grasflächen bekommen) ist die Mächtigkeit der Konstruktion natürlich auch wesentlich geringer, weil keine schweren Gebäude darüber stehen. Da werden dann auch die Pontons größer bzw. die Konstruktion weicht ab.



Hexagon: Ich habe wirklich lange darüber nachgedacht welche Form ich einem Block geben sollte. Der rechteckige - und letztendlich quadratische Block - ist ja auch so ein angebliches Diktat von dem man denken könnte dass es auch was besseres gibt.
Das reine städtebauliche Problem wäre die Frage wie man eine große Fläche in Blocks unterteilen kann, bei möglichst ausschließlich geraden Straßen (d.h. die nicht nach jeder Blockecke irgendwo hin abknicken müssten) und derer möglichst wenig, um Kosten für Infrastruktur und Erschließung zu sparen.

Es ist also das geometrisches Problem der Parkettierung. Da bleibt letztendlich nur ein Muster aus regelmäßigen Dreicken oder eben das quadratische/rechteckige Muster.
Bei allen anderen Parkettierungen gibt es keine geraden durchgehenden Kanten und/oder die Flächen werden ungleichmäßig zerteilt.

Dreiecke bilden aber sehr ungünstige spitze Winkel, die Bauten sehr teuer werden lassen und viel Straßenraum bei wenig Blockfläche entstehen lassen. Und eine 6-eck-Wabenstruktur sieht zwar schön aus, es gäbe aber keine geraden Straßen was Infrastrukturkosten und Transportzeiten explodieren lassen würde.

Man muss ja auch bedenken, dass diese Plattform der schwimmenden Stadt gewaltige Kosten haben würde. Es würde locker 100 Mrd. kosten nur sie zu errichten. Da geht es aus Kostengründen kaum anders, als möglichst einfache zu bauende und zu kontrollierende Pontons/Blocks zu haben. Das Quadrat ist also ideal dafür.


Vielen Dank für deinen Input. Wegen solchen Fragen mache ich das eigentlich. Macht doch spaß darüber nachzudenken und sich drüber zu unterhalten :)
Zuletzt geändert von Triton am 31. Mai 2014, 19:43, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von Triton » 12. Mai 2014, 23:33

* Ein nachtrag noch zu den Jahreszeiten.

Wenn man die Lage der Stadt immer so ändert, dass sie sich im Sommer auf der Nordhalbkugel befindet und im Winter auf der Südhalbkugel, dann gäbe es dort gewissermaßen nur 2 Jahreszeiten die sich abwechseln.

Die "Sommer" mit sehr langen Sonnenscheindauer wie wir sie auch bei uns im Sommer haben und die Übergangszeit wo es "nur" 12 Std. Sonne gäbe, während die Stadt den Äquator überquert um auf die andere Halbkugel zu kommen.

trinckle3D
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Beitrag von trinckle3D » 20. Jun 2014, 21:58

Dein Konzept ist wirklich interessant! Es gibt auch schon andere Entwürfe und Modelle für schwimmende Städte. Eines der interessantesten ist wahrscheinlich das "Lillypad von Vincent Callebaut. Vielleicht findest du da ja ein paar Inspirationen bezüglich neuer Raumgestaltung usw. Was du auch beachten musst, ist die Stabilität des ganzen, denn eine reine Plattform wird wahrscheinlich nicht wirklich einem Sturm oder ähnlichem standhalten.

Wenn du vor hast dein Modell zu "bauen", würde ich dir 3D-Druck empfehlen! Bei trinckle findest einen 3D-Druckservice der vor allem auf Architekten ausgerichtet ist, die ihre Modelle drucken. Guck vorbei! Vielleicht ist es ja auch was für dein Atlantis-Projekt...

http://www.trinckle.com/architects.php

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