Papier und Stift - psychologische Frage

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antiFog
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Beitrag von antiFog » 21. Jun 2007, 15:59

das ist ja mal ne interessante frage ... keine ahnung. wenn ich zeichne hab ich auch grundsätzlich laute musik an :)
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MartinH.
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Beitrag von MartinH. » 21. Jun 2007, 16:11

Ich denke das bisschen Stiftgekratze bringt dir weniger bei, als das dich die laute Musik ablenkt. Es gibt zahlreiche Listen mit Empfehlungen von guten Zeichnern, wo drin steht das (laute) Musik zu sehr ablenkt beim Zeichnen. Ich würd da aber nicht zuu viel drauf geben. Wenn du an sonsten wegen mangelnder Motivation weniger oder gar nicht zeichnen würdest, wär das definitiv schlimmer. Hier hör fast jeder mal Musik beim malen/zeichnen. Gab da mal nen ausführlichen Thread zu.

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SickToy
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Beitrag von SickToy » 21. Jun 2007, 22:34

Musik lenkt ab .. is leider so .. ich hab zum zeichnen ausgewählte ruhige Musik die im Hintergrund "plätschert", aber eigentlich hab ich die auch so gut wie nie an, obwohl ich da auch einen Unterschied empfinde zwischen zeichnen und malen ... ich korrigiere meine Aussage. Beim malen hab ich nix an ... beim zeichnen öfter, vielleicht wegen der unterschiedlichen komplexität des ganzen, da kann mein kleines Gehirn nicht auch noch durch Musik abgelenkt werden. Im Idealfall hat man eh alles um sich herum ausgeblendet ( geistig ) :D
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digitaldecoy
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Beitrag von digitaldecoy » 22. Jun 2007, 08:59

Ich würde mehrere Phase bei der Arbeit unterscheiden, bei denen Musik jeweils eine andere Rolle für mich spielt. In der Anfangsphase, wenn die wichtigsten bewussten Entscheidungen für ein Bild getroffen werden, höre ich meistens keine Musik, da sie mich eher ablenkt. Die Ergebnisse dieser ersten Phase sind in der Regel noch nicht auf Ästhetik ausgelegt, oder mit - anderen Worten - es sind in der Regel hässliche, unförmige Scribbles. In dieser Phase greife ich stark auf vorhandenes Wissen zurück und durchdenke verschiedene Varianten. Der Prozess ist sehr bewusst, auch wenn sich hier und da die Intuition einschleicht.

Wenn es darum geht, Emotionen und Schwung in eine Pose zu bekommen, höre ich gerne Musik, da sie hilftt, mich in die notwendige Stimmung zu bringen. In dieser Phase versuche ich quasi, das Bewusstsein klein zu halten und eher unterbewusst zu arbeiten.

Beim Rendering, welches ja mitunter sehr langwierig werden kann, höre ich Musik, um mich bei Laune zu halten. Oft suche ich mir ein ganz bestimmte Playlist für ein Bild zusammen, die ich dann so lange im Loop höre, bis das Bild fertig ist. Das gibt dem Ganzen so einen Ritualcharakter und mir hilft es, mich bei aufwendigeren Bildern immer wieder zu motivieren.

Beim Malen und Zeichnen höre ich in der Regel Filmmusik oder klassische Musik. Bei letzterer vor allem die russischen Komponisten, wobei mein Alltime-Favorit Prokofiev ist.
Besuch mich doch Mal in meinem Personal Showroom! - http://www.digitalartforum.de/forum/vie ... php?t=1604

Makx
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Beitrag von Makx » 22. Jun 2007, 13:19

Das Musik-oder-Stille-Problem hat mich auch schon beschäftigt.

Bei mir ist es tatsächlich so, dass Qualität und Leistung deutlich steigen, wenn ich ohne Musik arbeite - und zwar unabhängig von der Art der Arbeit.
Die "Gehinareale", die sich durch Musik "abschalten" lassen, finden im Hintergrund immer Möglichkeiten, die Arbeit noch zu verbessern - betreiben Langzeitplanung, behalten den Überblick, wenn man vordergründig an Details arbeitet oder durchschauen tiefere Mechaniken.

Nur ist Musik eben so wunderbar motivierend, dass ich es ohne Musik oft gar nicht schaffe anzufangen.

Deswegen habe ich mir angewöhnt, statt langer Playlists immer nur EIN Lied in den Player zu werfen, auf das ich gerade Lust habe. Sobald die Musik läuft, mache ich mich sofort an die Arbeit.
Nach wenigen Minuten höre ich die Musik gar nicht mehr bewusst, sondern bin voll auf die Arbeit konzentriert, sodass ich es erst gar nicht merke, wenn das Lied zu Ende ist. Ich ärgere mich etwas, dass ich meine Lieblingsstelle mal wieder verpasst habe und könnte eigentlich gleich noch ein Lied hören - eigentlich - nach diesem einem Strich - und den auch noch. Jetzt nochmal schauen - da drüben ist noch etwas zu machen - - und schon bin ich im "Flow", und kann gar nicht mehr aufhören.
Selbst wenn die Motivation mit der Zeit nachlässt: ein Lied - und ich bin wieder mittendrin.

Für mich funktioniert dieses System am besten - die Konzentration ist einfach voll da, und die Motivation kann jederzeit wieder aufgefrischt werden.
Probierts einfach mal aus.

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Unruhe
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Beitrag von Unruhe » 7. Jul 2007, 20:55

ich bin der meinung die musik darf nicht so viel aufmerksamkeit auf sich ziehen
am besten keine texte vorallem keine in der muttersprache aber das is kein muss.
wichtig ist mir manchmal dass man das Liedende überhören kann oder
selten eins vorhanden ist. von daher sind electro oder bessernoch ambient/chillout sets
ganz cool die sich über 90minuten ziehen. monotonie is cool.
ausserdem gibs alben bei denen der letzte und erste track der cd so geil miteinander
verknüpft sind dass es nie auffält wenn die cd zuende ist.

ausprobiert und für gute befunden hab ich folgendes.
cypress hill - IV (auch beim schreiben)
cliff martinez - solaris soundtrack
Massive Attack - 100th Window
Boards of Canada - Twoism
Buena Vista Social Club (gern auch beim essen)

hmm mehr fällt mir jetzt grad nicht ein. ziemlich offensichtlich alles.
wenn die bands wüssten wofür sie missbraucht werden :twisted:

btw http://de.wikipedia.org/wiki/Muzak
mehr bands bitte :) *seekingartists*

@sicktoy
ich liebe conan der barbar... der film hat meinen charakter definiert :?
love love love :)
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Unruhe
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Beitrag von Unruhe » 11. Jul 2007, 01:30

moin,
ich bin mir fast sicher dass es schon nen musikgeschmackthread
gibt, wo leute ihre lieblings cds geposted haben.
bin mir sicher dass hier menschen mit nem ziemlich extravaganten musickgeschmack
vorhanden sind von daher also quasi.. schnell gesagt und überhaupt und so
gebt mir den link :)

greetz
flp
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Beitrag von Christian » 12. Jul 2007, 10:24

bei Aufträgen hör ich meist keine Musik, wie andre schon gesagt haben, wegen der Konzentration. So zum Kritzeln hab ich oft nen echt schönen Stream an, gute Qualität und keine Werbung.

http://somafm.com/ --> groove Salad, der erste Stream, da läuft ambient Zeugs, Boards of Canada, Ulli Schnauss, chillige Sachen, und es gibt noch zig andre Streams da. Sahnig!

Ansonsten hör ich noch immer viel Metalzeugs, Speed, Trash, das ist morgens einfach der beste Wachmacher (zusammen mit Kippe und Kaffee) :)

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Grappa
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Beitrag von Grappa » 13. Jul 2007, 15:43

Bei mir laufen während der Arbeit manchmal auch Filme, Hörbücher oder böser Krachbumm-Metal. Hab aber festgestellt, dass ich spätestens nach 10 Minuten alle Umgebungsgeräusche ausblende (incl. sämtliche an mich gerichtete Fragen :wink: :P ...) und mich ein bisschen fühle wie ein Pinselkobold in 'ner Blase. Ich lasse den Hintergrundlärm eigentlich nur laufen, damit ich mitbekomme, wie die Zeit vergeht und nicht plötzlich feststelle, dass wieder 02:42 Uhr ist und alle schon schlafen gegangen sind. Kratzende Bleistifte sind mir noch nie störend aufgefallen.

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Beitrag von Patchopfer » 15. Jul 2007, 11:38

Also bei mir hängt es einfach von der Stimmung ab. Ich höre gerne Chillout aber je nach Stimmung auch Death Metal, Hardstyle oder Drum and Bass... wie man sieht, ziemlich gemischt und nicht wirklich eingrenzbar, es kommt das rein, worauf ich grade Lust habe!
Aber ganz ohne Musik zeichnen... nee das geht nicht :)
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Beitrag von aeyol » 16. Jul 2007, 01:15

Ja, der hier geht in die Richtung.

Gibt auch eine Audioscrobbler-Gruppe des daf (noch nicht sooo frequentiert ;) ), die ein wenig aufschlussreich sein könnte: daf bei last.fm.
Wenn ich kein Frosch wär´, könnten Vögel fliegen.

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