Mit Farbpaletten arbeiten

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Livanya
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Mit Farbpaletten arbeiten

Beitrag von Livanya » 12. Mär 2014, 15:44

Hallo! :)

Ich hoffe, ich bin hier mit meiner Frage richtig.

Normalerweise wähle ich bei meinen Illustrationen die Farben sehr spontan und schraube so lang rum, bis es mir gefällt.

Momentan arbeite ich aber an einer Geschichte, in der zwei unterschiedliche Welten vorkommen. Diese sind gleichwertig, also nicht zu unterteilen in Gut und Böse oder ähnliches.
Deswegen will ich für beide Welten eine möglichst große Bandbreite and kühlen und warmen Stimmungen vermitteln können, trotzdem sollen sie sich recht eindeutig von ihrer Farbwelt her unterscheiden lassen.

Wie geht man nun vor, wenn man zwei Farbpaletten für diese Welten erstellen will?
Ich habe sonst noch nicht wirklich mit festen Farbpaletten gearbeitet und bin mir unsicher, wie ich vorgehen soll.

Fragen, die dabei auftauchen:
Nehme ich mittlere Helligkeitswerte als Basis und helle diese später auf / dunkle sie ab?
Kann ich mit den Paletten die Farben noch mischen? Wenn ich z.B. für die eine Welt ein Marineblau nehme und für die andere ein Cyanblau, dann könnte das Marineblau ja durch Mischen mit grün am Ende auch wieder nach Cyan aussehen?

Also ich freue mich über alle Tipps, zum Erstellen und Verwenden von Farbpaletten! :) Vielleicht gibt es auch noch Fragen, an die ich noch gar nicht gedacht habe.

Meine ersten Versuche (Helligkeitswerte durch Überlagern mit Schwarz und Weiß erstellt):

Bild

Bild[/img]

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ShivOr
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Beitrag von ShivOr » 12. Mär 2014, 19:46

Mh, also in meinen Augen macht es mehr Sinn, sich einfach Gedanken über die generelle Lichtstimmung zu machen, denn daraus resultiert dann auch die Wahl der Farben. Farben ansich sind ja eigentlich relativ für das Auge und abhängig von der Umgebung in der sie auftritt, da gibt es beispielsweise sehr schöne optische Täuschungen, die das belegen.

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Beitrag von Livanya » 13. Mär 2014, 07:02

Generelle Lichtstimmung? Kannst du das genauer eklären? Vielleicht mit Beispielen?

Ich möchte nämlich eigentlich in beiden Welten unverschiedliche Tageszeiten und auch sowohl warme als auch kalte Stimmungen darstellen.

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Beitrag von ShivOr » 13. Mär 2014, 14:42

Eben wie du das Licht einsetzt, soll beispielsweise generell in der anderen Welt eine kühle düstere Lichtstimmung herrschen, wäre das unabhängig der Tageszeit, an deiner Colorchart würde das im Grunde genommen dann nur heißen, dass die Farben zu den Kalten Tönen abdriftet, was aber nicht heißt, dass z.B. ein Rot nicht nutzbar wäre, sondern man würde wahrscheinlich einfach die Sättigung runterdrehen und in Richtung Magenta gehen, um ein Rot in der kühleren Lichstimmung zu bewerkstelligen. Deswegen schrieb ich ja, dass Farben relativ wahrgenommen werden und durchaus, dich nicht auf verschiede Farben limitieren musst um eine Welt in unterschiedlichen Versionen zu bewerkstelligen.
In meinen Augen macht es jedenfalls mehr Sinn beide Welten in bestimmten Themes aufzuteilen daran, die Lichtstimmung als auch die Formenwahl zu koppeln, weil man so viel besser den Kontrast zwischen den Welten sehen würde.

Ein beispiel wäre das hier: http://youtu.be/WUhOnX8qt3I?t=48s

oder auch das Spiel hier:

https://www.youtube.com/watch?v=pSDHhERZ5HA

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Beitrag von Livanya » 14. Mär 2014, 09:34

Okay, verstehe, was du meinst. Vielen Dank für die Erklärung und die Beispiele!

Aber das ist eigentlich genau das, was ich nicht machen möchte. Es ist von der vorgegebenen Handlung her einfach nicht so, dass die eine Welt durchgehen eine kühle und die andere warme Stimmung hätte. Natürlich habe ich daran auch schon gedacht, weil das die einfachste Art wäre, einen klaren Kontrast zu erschaffen: warm - kalt, rund - eckig, hell - dunkel.
Aber das passt überhaupt nicht zum Konzept der Geschichte.

Deswegen war ja die Überlegung: Anstatt mich auf Stimmungen zu begrenzen, möchte ich mich auf Farben begrenzen. Denn bei den Stimmungen brauche ich einfach Spielraum für beide Welten.

Da ich die Illustrationen eher comichaft halten und nicht realistisch ausrendern werde, denke ich, dass der Ansatz mit den Farbpaletten eigentlich funktionieren müsste. Wollte mir nur ein paar Tipps holen, bevor ich richtig loslege.
Ich hänge mal Entwürfe und ein WIP an, damit man vielleicht eine Vorstellung bekommt, worum es geht.

Bild
Hier hatte ich ursprünglich die Idee, die eine Welt hauptsächlich mit Rot/Grün, die andere mit Blau/Gelb zu gestalten. War mir dann aber doch etwas zu beschränkt.

Bild
WIP vom Prolog, der noch unabhängig von dem Zwei-Welten-Konzept ist.

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Beitrag von ShivOr » 17. Mär 2014, 18:31

Kennst du den ein Beispiel für dein Vorhaben?

Du signalsierst mit den Farben ja automatisch Licht. Ob nun Surreal oder nicht. Wenn ich mir bei deinem Beispiel das Grass anschaue wirkt das eine fröhlicher und einladender hingegen das andere vermodert und tendenziell eher düster wirkt, was im Endeffekt genau das ist was du scheinbar meiden woltest.

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Beitrag von Livanya » 23. Mär 2014, 21:41

Ein richtig gutes Beispiel finde ich momentan leider nicht.
Vielleicht so was:
http://vechta.deviantart.com/art/Fauno- ... 67944&qo=3
http://vechta.deviantart.com/art/Forest ... 7944&qo=67
Irgendwie unterschiedliche Farben, aber beide strahlen etwas Positives aus. Klar, das eine wirkt trotzdem ernster und düsterer als das andere.

Ich verstehe, was du meinst, mit dem Licht. Vielleicht lässt sich das wirklich nicht vermeiden.

Die letzte Zeit habe ich immer wieder drüber nachgedacht und werde jetzt einfach mal probieren, die eine Welt hauptsächlich in Rot/Grün und die andere in Blau/Gelb zu gestalten. Ganz stringent werde ich das nicht durchziehen, und wahrscheinlich wird die Blau/Gelbe Welt auch insgesamt kühler wirken, aber ich probiere es jetzt einfach aus. Sonst komm ich nie weiter. Danach bin ich schlauer. :P

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Beitrag von MConDA4ever » 28. Sep 2014, 13:03

Es gibt nur kalte und warme Farben. Eine andere Unterscheidung gibt es nicht. Der Begriff Farblos ist irreführend. Etwas das wirklich durchsichtig ist gibt es nicht. Selbst Wasser wird meistens blau dargestellt. Fensterglas wird durch Spiegelung sichtbar. Ohne Licht gibt es keine Farben. Das was wir als Schwarz bezeichnen ist der niedrigste Grauwert den wir noch erfassen können. Somit gibt es die Farbe Schwarz als solches nicht. Das gleiche gilt für weiss. Es ist der höchste Grauwert den wir erfassen können. Es gibt tatsächlich nur Licht und Dunkelheit im Universum. Dazu noch die Materie und in den Atomen gespeicherte Energie.

Diffuses Licht, Scharfe und weiche Schatten. Etwas das bunt ist wirkt lebendig.

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Beitrag von Kobar » 28. Sep 2014, 17:56

MConDA4ever hat geschrieben:Es gibt nur kalte und warme Farben.
....
Nein.

Eine Farbe selber wirkt nur im Kontrast und davon gibt es mehrere. Du könntest behaupten, dass der Warm-Kalt-Kontrast der effektivste Farbkontrast ist (wenn man Hell-Dunkel-Kontrast von den Farbkontrasten abzieht)



Ich weiß nicht genau, was du mit deinen ganzen Rants hier bezweckst, aber ich werde mir deinen Showroom demnächst sehr genau anschauen... Ich bin gespannt!
"Ratschläge erhalten sie von Mikes Großvater, der aus dem Jenseits per Hologramm mit ihnen kommuniziert."

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Beitrag von vanderhorst » 28. Sep 2014, 22:13

hallo Livanya,

meiner Meinung nach ist die folgende Reihenfolge am Sinnvollsten. ( Eigentlich das selbe was Shivor schreibt :? )

1. Lichtstimmung (nur mit Graustufenwerte so ca. 4 )
2. Colorkeys ( Farbe und Sättigung )
3. 1+2 verbinden ( Graustufenwert aus 1 gibt dabei die maximale Sättigungsvarianz schon vor)

Bild

Bei dem obigen Beispiel sieht man von links (1) nach rechts (4).

(1). Lichtstimmung (Tages und Nachtszene )
(4). Colorkey ( Blau max Sättigung )+Lichtstimmung
(3). Colorkey ( Blau geringe Sättigung )+Lichtstimmung
(2). Colorkey (Gelb geringe Sättigung )+Lichtstimmung

Natürlich handelt es sich um ein sehr einfaches Beispiel und es sollte auf jeden Fall mehr Farbvarianz und Sättigungsvarianz angestrebt werden, aber mit dieser Methode kannst du ausprobieren in wie weit deine gewählten Farben in der jeweiligen Szene funktionieren.

Wenn du den H S B Regler verwendest hast du ein gutes Werkzeug für diesen Arbeitsablauf

1. B Hell/Dunkel Thumbnails malen
2. H Farbe wählen
3. S Sättigung wählen

Im unteren Beispiel siehst du ein Paar einfache Test mit dem Workflow.
Wenn man zufrieden ist, kann auch mit Texturen-,Kantenschärfe-,Detail-,Flächenkontrast usw. gearbeitet werden.
Bild

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Beitrag von MConDA4ever » 1. Okt 2014, 11:13

Kobar hat geschrieben:
MConDA4ever hat geschrieben:Es gibt nur kalte und warme Farben.
....
Nein.

Eine Farbe selber wirkt nur im Kontrast und davon gibt es mehrere. Du könntest behaupten, dass der Warm-Kalt-Kontrast der effektivste Farbkontrast ist (wenn man Hell-Dunkel-Kontrast von den Farbkontrasten abzieht)



Ich weiß nicht genau, was du mit deinen ganzen Rants hier bezweckst, aber ich werde mir deinen Showroom demnächst sehr genau anschauen... Ich bin gespannt!
Seit wann sind hell und dunkel Farben?

Es gibt nur warme und kalte Farben, weil der Mensch die Welt um sich herum mit Erfahrungen verbindet. Rote Töne suggerieren Wärme durch Feuer. Kälte durch blau, wegen Wasser und Eis.

Du kannst gerne meinen Showroom besuchen. Ich lerne immer gerne dazu durch konstruktive Kritik. ;)

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ShivOr
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Beitrag von ShivOr » 2. Okt 2014, 21:58

weil der Mensch die Welt um sich herum mit Erfahrungen verbindet. Rote Töne suggerieren Wärme durch Feuer. Kälte durch blau, wegen Wasser und Eis.
Naja, das ist wie oben beschrieben ebenfalls relativ in der Malerei. Da ein fast desaturiertes Blau in der jeweiligen Szenarie Warm wirkt z.B. .

Vanderhorst
Ja so in etwas meinte ich das.

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