Welchen Weg als "Digital Artist" einschlagen?

Antworten
NightCrawler
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: 23. Jan 2015, 23:17

Welchen Weg als "Digital Artist" einschlagen?

Beitrag von NightCrawler » 11. Mai 2015, 11:26

Ich habe bald mein Abitur abgeschlossen und weiß nicht genau was ich in Zukunft machen möchte. Naja, zumindest bin ich mir nicht sicher in welche Richtung ich mich fortbilden soll. Ich selbst möchte irgendetwas in Richtung Design/Artwork tun (Concept-Artist, freiberuflicher Künstler). Leider sehe ich nicht viele Optionen als entweder eine Menge Geld für eine Kunsthochschule auszugeben oder eben mich selbst fortzubilden, indem ich für ein Jahr oder mehr täglich 8-12 Stunden im Selbststudium verbringe.

Das Problem ist natürlich, dass ich in 5 Jahren nicht auf der Straße landen (oder weiterhin Zuhause rumgammeln) möchte und mir bewusst bin, dass die Konkurrenz (vor allem Dank unserer internationalen Mitstreiter) in diesen beiden Bereichen enorm hoch ist. Ich bin aber sehr determiniert diesen Weg, sogar wenn ich gerade genug verdienen werde um über die Runden zu kommen, einzuschlagen und kann mir schwer vorstellen irgendetwas anderes zu machen.

Ich weiß von Künstlern, die ihr Geld ausschließlich auf Deviant Art oder ähnlichen Seiten machen. Vielleicht gibt es hier ja welche, die ihr Brot mit Kunst/Design verdienen. Welche Empfehlungen würdet ihr einem Jungspund wie mir geben?

Benutzeravatar
Kobar
Artguy
Beiträge: 1483
Registriert: 2. Feb 2008, 21:07
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Beitrag von Kobar » 13. Mai 2015, 17:45

Du beantwortest deine Frage schon selbst: Wenn du gut genug bist, kannst du selbst ausschließlich von deviantart-Postern leben. Wenn du nicht gut genug wirst, suchst du dir eben eine reiche Freundin ;)
Zum Thema Kunstuni:
http://www.digitalartforum.de/forum/vie ... 11#a154857

kurz: Such dir ein Illustrationsstudiengang und wenn du es schaffst reinzukommen, wird alles richtig gewesen sein, was du bis dahin gemacht hast. Jahre des Selbststudiums, Grafiktechnischer Assistent, Drogen oder sonstwas.
"Ratschläge erhalten sie von Mikes Großvater, der aus dem Jenseits per Hologramm mit ihnen kommuniziert."

NightCrawler
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: 23. Jan 2015, 23:17

Beitrag von NightCrawler » 15. Mai 2015, 18:32

Ich kann das gar nicht richtig einschätzen, wie gut man denn sein muss um anständig zu verdienen. Gibt es hier welche die ihr Geld ausschließlich mit DeviantArt machen?

schindermichel
Senior Member
Beiträge: 398
Registriert: 17. Mär 2008, 16:15

Beitrag von schindermichel » 18. Mai 2015, 07:53

Guten Morgen,

über deviant-Art und derlei neumodischen Kram kann ich als Fast-Opa nichts sagen, aber ich kann dir zumindest sagen, dass das "gut sein" im künstlerischen Sinne beim Brotwerwerb gar keine soo große Rolle spielt wie man als Gestalter meinen könnte.

Klar, wer professionell illustrieren möchte, muss halbwegs professionell illustrieren können, d.h. in gewissen Standards über eine gestalterische Sicherheit verfügen mit der man gestellte Aufgaben lösen kann. Die Fülle des Internets und die Ballung an irrsinniger Qualität täuscht aber in meinen Augen darüber hinweg, dass es auch eine Menge anderer Aspekte gibt die entscheidend zum Erfolg in Sachen Brotwerwerb beitragen: Termintreue, Zuverlässigkeit, Soziale Fähigkeiten, Geschäftssinn, Fleiss, Beharrlichkeit – In manchen Bereichen der Illustration sind derlei Aspekte deutlich wichtiger als die reine Qualität der bildnerischen Arbeit.

Einiges davon kann man lernen, für anderes muss man einfach der Typ sein. Und je nach Zielsetzung (Selbständigkeit oder Angestelltenverhältnis) braucht mehr von dem Einen oder dem Anderen.

Ich persönlich finde die Frage entscheidender ob du eine bildnerische Tätigkeit beruflich ausüben willst – ob das später Concept/Games/Film-Arbeit oder die Gestaltung von Joghurt Bechern sein wird, könnte dir, wenn du ein wirklich besessener bist, erstmal egal sein. Speziell in einer Ausbildung kristalliert sich am Ende irgendwas heraus, Türen öffnen sich und man kann entschieden in welche Richtung es geht. Wenn du ein Selbststudium vorhast musst du natürlich ganz allein entscheiden und steuern wohin es gehen soll oder kann.

Hast du denn bereits Erfahrung im Zeichnen und Malen? Oder würdest du quasi bei Null anfangen? Ich gestehe, dass ich oft skeptisch bin, gegenüber den hier ab und zu mal geschilderten Vorhaben bin, jetzt mal was mit "Concept-Art" zu machen, obwohl man vorher nie nen Stift in der Hand hatte.
Die meisten Illustratoren/-innen suchen sich den Job nicht bewusst aus. Alle Kinder malen gerne, Illustratoren sind diejenigen, die nie damit aufgehört haben. Die, die immer gezeichnet und gemalt haben, mit 12, mit 16 und mit 18 Jahren. Die, die immer ein natürliches Bedürfnis hatten Bilder zu malen, und zwar fertige Bilder, nicht nur Ideenskizzen eines Bildes dass man später mal machen möchte.

Der "Markt" ist voll von diesen positiv-Verrückten, wenn man selbst dazu gehört liegt die Berufswahl schrecklich nahe und man muss da gar nicht so viel überlegen – wenn man nicht dazu gehört muss man eben einiges aufholen (Was nicht unmöglich ist, aber eben etwas schwerer, als wenn die Zeichnerei quasi angeboren ist)

schindermichel
Senior Member
Beiträge: 398
Registriert: 17. Mär 2008, 16:15

Beitrag von schindermichel » 18. Mai 2015, 07:59

PS: achja: zum "Anständig verdienen":

Das kannst und musst du dir abschminken. Ein ordentlicher Verdienst ist ohne Frage möglich, aber nicht die Regel. Unter Selbständigen in Deutschland können nur eine Minderheit (ca. 30%?) den Lebensunterhalt ihrer Familien allein erwirtschaften, als Angestellte verdienen auch nur die wirklich Erfolgreichen "anständig".
Hier eine recht belastbare Umfrage:
http://www.io-home.org/io-data/poll/pdf ... ge2013.pdf

Es gibt tausend Berufe, die weitaus weniger Qualifikation erfordern, in denen man deutlich (!) mehr Geld verdient (Versicherungsmakler? Bankkaufmann?) Wenn der Verdienst eine wichtiges Entscheidungskriterium für dich ist, musst du dir bewusst sein, dass du damit allerhöchstwahrscheinlich nie "reich" werden wirst. Dafür "kauft" man sich halt nen geilen Beruf ;-)

Benutzeravatar
Triton
Artguy
Beiträge: 1482
Registriert: 31. Mai 2006, 01:13
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Beitrag von Triton » 19. Mai 2015, 01:17

Naja, wenn du schonmal weißt dass du beruflich etwas in der Richtung Gestaltung/Illustration/Visualisierung machen willst ist das schonmal ne gute Ansage.

Ich wusste das damals nicht so genau. Mich haben noch so viele andere Dinge interessiert, z.B. auch das ganze Reich des Ingenieurswesens.
Oder die unterscheidung 2D-Sachen zu machen oder eher 3D.
Aus diesem Grunde hatte ich mich für ein Architekturstudium entschieden, wo alles meiner Meinung nach ziemlich gut zusammenkommen müsste.

Als Architekt arbeite ich allerdings dennoch nicht. Aber das ist auch garnicht entscheidend.
Bei vielen Studiengängen "endet" man (vorläufig, heutzutage ist sowas nie endgültig ;)) in einem anderen Job, aber fast immer hat einem
das was man im Studium gelernt hat dort hingebracht und hilft auch weiter im Berufsalltag.


Aber wie nun Geld verdienen?
Ein Studium ist sinnvoll. Ob dies nun an einer Universität stattfindet oder im Selbststudium. Letzteres ist sicherlich schwieriger zu finanzieren,
da man irgendwelchen Geldgebern dann klar machen muss dass man in der Zeit nicht nur rumgammelt und es auch zurückzahlen kann.
Für ein reguläres Studium gibts natürlich Bafög und derlei Dinge. Viele arbeiten auch in irgendwelchen, meist themenfremden Job und bessern
so während des Studiums das Geld auf (ich kenne auch Leute die komplett alles alleine verdient haben, aber das ist dann eigentlich
schon Schwarzarbeit, weil der offizielle "Vollzeitjob" das Studium ist..).

Was man "danach" macht ergibt sich meistens relativ simpel. Entweder durch Verbindungen die man während des Studiums aufbaut, oder schlicht
durch eine Jobsuche weil man dann weiß was man kann und dem Arbeitsmarkt was anzubieten hat.



Noch ein Satz dazu: der Vorteil eines regulären Studiums ist auch dass man im Arbeitsmarkt etwas vorlegen kann. Viele Leute vergessen,
dass es beim Studium nur zur Hälfte darum geht, Dinge zu lernen. Die andere Hälfte ist, an diese Zettel zu gelangen auf denen
"B.A., B.Sc., Dipl., M.A., M.Sc." oder "Dr." steht. Damit weißt man einem Arbeitgeber einerseits nach dass man sein Handwerk versteht
und andererseits dass man das Durchhaltevermögen besitzt, sowas zu schaffen.

Benutzeravatar
Kobar
Artguy
Beiträge: 1483
Registriert: 2. Feb 2008, 21:07
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Beitrag von Kobar » 19. Mai 2015, 17:51

schindermichel hat geschrieben:Ich gestehe, dass ich oft skeptisch bin, gegenüber den hier ab und zu mal geschilderten Vorhaben bin, jetzt mal was mit "Concept-Art" zu machen, obwohl man vorher nie nen Stift in der Hand hatte.
Daher auch meine etwas flapsige Antwort. Du hast natürlich mit allem Recht, was du über den Geschäftssinn sagst und dass das die Rezeption der Illustrationen ungemein beeinflusst.

Um ehrlich zu sein, glaube ich auch nicht, dass man ohne ein gewisses Standing auf deviantart so viele Bilder verkaufen kann, dass man davon leben könnte.
Ein Goro war schon vorher bekannt (ich nehme auch an, dass es max. ein Zubrot für ihn ist) und dann kann ich mich an eine Zeichnerin aus dem Forum erinnern, die den Animestil ziemlich gut imitiert hat. Da hängt natürlich auch eine gewisse Szene dran ... Wieviele Poster kann man eigentlich in ein Zimmer hängen?

Eigentlich muss man bloß Photoshop-brushes erstellen und man kann 100.000 Dollar verdienen:
http://www.wired.com/2014/08/this-illus ... ntbrushes/
Ist doch ganz einfach, oder?
Auf solche Erfolgsgeschichten kann man nicht aufbauen. Das meiste läuft immer noch klassisch über Aufträge und wer-kennt-wen statt.


Ich wollte das nur abkürzen, da man ja erstmal anfangen muss, etwas zu machen.
Wenn heute jemand sagt, dass er unbedingt Concept-Art'ler werden will, dann hat er sich meiner Meinung nach auf einen etablierten Zeichenstil festgelegt, der auch einfacher zu vermarkten ist. Wenn man im Laufe der darauffolgenden Übungen merkt, dass man keine wirklich innovativen oder stimmungsvollen Designideen hat, dann kann man (so meine Hoffnung) immer noch gut zeichnen.
Wer weiß, was von dem Concept-Art'ler in ein paar Jahren übrig bleibt? Ich weiß aber, dass Zeichenskills dir immer Türen öffnen werden, auch wenn du nochmal auf etwas anderes umschwenkst wie z.B. 3D Animation oder Storyboarding!
Der Sinn für Komposition, dreidimensionale Darstellung, Farben, Formen wird dich in dem Bereich immer begleiten.


Nightcrawler, du musst für dich überprüfen, ob deine Aussage, dass du mit wenig Geld auskommst, wirklich stimmt oder nur die typische Standardfloskel ist. Denn eigentlich dürfte nach diesem Statement kein "aber" kommen und mit Fleiß und einer gewissen geschäftlichen Komponente (das meiste ist wie von schindermichel erwähnt erlernbar) wirst du schon nicht verhungern.

Es gibt auch Hochschulen ohne Studiengebühren in dem Bereich, aber das kriegst du auch alleine raus.


btw. Feng Zhu rät zu Industrial Design als Studienfach für den ambitionierten Conceptdesigner.
"Ratschläge erhalten sie von Mikes Großvater, der aus dem Jenseits per Hologramm mit ihnen kommuniziert."

schindermichel
Senior Member
Beiträge: 398
Registriert: 17. Mär 2008, 16:15

Beitrag von schindermichel » 21. Mai 2015, 09:45

Kobar hat geschrieben:btw. Feng Zhu rät zu Industrial Design als Studienfach für den ambitionierten Conceptdesigner.
Ich habe ja schon so einige Industrial Designer getroffen, eigentlich haben nur zwei (von einer ganzen menge) ihr Studium für ihren beruf verwendet, der eine bei einem bayerischen Autohersteller, der andere als Selbständiger für einen bayerischen Autohersteller (den anderen). Alle anderen machen Grafik, Konstruktion oder ganz was anderes.

Um die Ausbildung im Bereich Illustration und Visualisierung habe ich die ID´ler immer beneidet – ich habe Kommunikationsdesign studiert, wo das deutlich kürzer kam – dadurch aber wenigstens einen Beruf erlernt in dem ich heute, neben der Illustrationsgeschichte, auch arbeite und Geld verdiene...

Mir persönlich scheint es immer so, dass in der allgemeinen Wahrnehmung des Berufs "Concept-Designer" nach meinem Dafürhalten der "Designer" zu kurz kommt. Die Fähigkeit schöne Bilder zu malen ist in dem Beruf, übertrieben gesprochen, nur Beiwerk, der Entwurf, das Konzept dahinter ist letztlich das Entscheidende.
Und auch wenn Illustration und Design sehr nahe beieinander stehen und sich gegenseitig oft bedingen – gutes und erfolgreiches Concept-Design ist nicht unmittelbar abhängig von der illustrativen Qualifikation, sehr wohl aber von der Design-(=Konzept) Arbeit dahinter. Ich denke schon das man das in einem Designstudiengang (ID, KD, Grafikdesign, o.Ä.) besser lernt als in einem reinen Illustrationsstudiengang.... Insofern wäre ich da ganz bei Feng Zhu, bis auf den Zweifel den ich grundsätzlich an der Zukunftsfähigkeit der ID Ausbildung habe... da gibt es einfach nicht wirklich viele Jobs....(Falls es mit der Concept Art nicht klappen sollte)

Benutzeravatar
aeyol
Artguy
Beiträge: 2642
Registriert: 29. Mai 2006, 06:41
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Beitrag von aeyol » 21. Mai 2015, 20:20

Lern doch Interfacedesign, das wird immer gebraucht, nicht nur in der Gamesbranche. ;)
Wenn ich kein Frosch wär´, könnten Vögel fliegen.

NightCrawler
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: 23. Jan 2015, 23:17

Beitrag von NightCrawler » 27. Mai 2015, 15:04

schindermichel hat geschrieben:Guten Morgen,

über deviant-Art und derlei neumodischen Kram kann ich als Fast-Opa nichts sagen, aber ich kann dir zumindest sagen, dass das "gut sein" im künstlerischen Sinne beim Brotwerwerb gar keine soo große Rolle spielt wie man als Gestalter meinen könnte.

Klar, wer professionell illustrieren möchte, muss halbwegs professionell illustrieren können, d.h. in gewissen Standards über eine gestalterische Sicherheit verfügen mit der man gestellte Aufgaben lösen kann. Die Fülle des Internets und die Ballung an irrsinniger Qualität täuscht aber in meinen Augen darüber hinweg, dass es auch eine Menge anderer Aspekte gibt die entscheidend zum Erfolg in Sachen Brotwerwerb beitragen: Termintreue, Zuverlässigkeit, Soziale Fähigkeiten, Geschäftssinn, Fleiss, Beharrlichkeit – In manchen Bereichen der Illustration sind derlei Aspekte deutlich wichtiger als die reine Qualität der bildnerischen Arbeit.

Einiges davon kann man lernen, für anderes muss man einfach der Typ sein. Und je nach Zielsetzung (Selbständigkeit oder Angestelltenverhältnis) braucht mehr von dem Einen oder dem Anderen.

Ich persönlich finde die Frage entscheidender ob du eine bildnerische Tätigkeit beruflich ausüben willst – ob das später Concept/Games/Film-Arbeit oder die Gestaltung von Joghurt Bechern sein wird, könnte dir, wenn du ein wirklich besessener bist, erstmal egal sein. Speziell in einer Ausbildung kristalliert sich am Ende irgendwas heraus, Türen öffnen sich und man kann entschieden in welche Richtung es geht. Wenn du ein Selbststudium vorhast musst du natürlich ganz allein entscheiden und steuern wohin es gehen soll oder kann.

Hast du denn bereits Erfahrung im Zeichnen und Malen? Oder würdest du quasi bei Null anfangen? Ich gestehe, dass ich oft skeptisch bin, gegenüber den hier ab und zu mal geschilderten Vorhaben bin, jetzt mal was mit "Concept-Art" zu machen, obwohl man vorher nie nen Stift in der Hand hatte.
Die meisten Illustratoren/-innen suchen sich den Job nicht bewusst aus. Alle Kinder malen gerne, Illustratoren sind diejenigen, die nie damit aufgehört haben. Die, die immer gezeichnet und gemalt haben, mit 12, mit 16 und mit 18 Jahren. Die, die immer ein natürliches Bedürfnis hatten Bilder zu malen, und zwar fertige Bilder, nicht nur Ideenskizzen eines Bildes dass man später mal machen möchte.

Der "Markt" ist voll von diesen positiv-Verrückten, wenn man selbst dazu gehört liegt die Berufswahl schrecklich nahe und man muss da gar nicht so viel überlegen – wenn man nicht dazu gehört muss man eben einiges aufholen (Was nicht unmöglich ist, aber eben etwas schwerer, als wenn die Zeichnerei quasi angeboren ist)
Hey,

wenn ich kein grundlegendes Interesse an Kunst hätte, dann würde Ich sicherlich so eine waghalsige Entscheidung nicht in Erwägung ziehen. Habe eigentlich mein Leben lang gezeichnet, jedoch nicht annähernd genug als dass ich mich bereits jetzt schon eine Professionelle Tätigkeit in diesem Bereich in Erwägung ziehen könnte. Großer Nachteil den ich habe ist, dass ich lediglich aus dem Kopf gezeichnet habe als ich jünger war und dadurch keine schnellen Fortschritte gemacht habe, was dann wiederum zu Frust geführt hat. Mir wurde immer gesagt ich wäre talentiert, leider habe ich bis vor kurzer Zeit nicht verstanden, dass harte Arbeit viel wichtiger ist als jegliches Talent.

Heute weiß ich, dass es ohne Kenntnisse im Bereich Anatomie, Gestik, Komposition etc. natürlich zu keinen wirklich guten Ergebnisses kommen kann. Ich zeichne momentan 8-10 Stunden am Tag, meist solange bis die Druckstellen an meinen Händen zu sehr weh tun als dass ich weitermachen kann (ich halten meine Kullis zu hart, sind Billigdinger bei denen man zudrücken muss damit eine Linie zu sehen ist). Form (3-Dimensionelles Denken) beherrsche Ich mittlerweile ziemlich gut (natürlich bei weitem nicht gut genug). Momentan konzentrierte ich mich auf Gestik und Rythmus, in denen ich in den letzten 2 Tagen gute Fortschritte gemacht habe. Bevor ich mich an das Malen wage, möchte ich zumindest in der Lage sein den menschlichen Körper aus jeglicher Perspektive in jeglicher Variation und Pose zeichnen zu können.

Ich bin von mir selbst überrascht, dass es mir so viel Spaß macht. Zur Schulzeit kam mir das Zeichnen meist wie eine Qual vor, da ich mich oft versucht habe zu zwingen etwas zu zeichnen und ich noch jede meiner Zeichnung wertgeschätzt habe. Momentan ist Zeichnen das einzige woran ich denken kann, von dem Moment des Aufwachens bis zum Schlaf. Ich kann die Anatomiestudien die ich plane kaum erwarten, sogar wenn ich jeden Muskel beim Namen lernen muss. Ich weiß noch wie mein Vater mir sagte er musste mindestens 1000 Zeichnungen im Monat machen an seiner Kunstschule, früher habe ich gedacht es wäre Wahnsinn soviel zu zeichnen, jetzt verstehe ich dass es nicht einmal ansatzweise genug ist um der Konkurrenz mitzuhalten.

Ich habe sehr viel meiner Lebenszeit mit Videospielen, Filmen und rumgammeln verbracht. Ich versuche immer noch zumindest ein Film am Tag zu sehen, aber was Videospiele angeht habe ich das Interesse fast vollständig verloren (Gott sei Dank). Ich habe mein soziales Leben ziemlich eingeschränkt und deshalb mehr als genug Zeit für das Zeichnen.

Ich werde das volle Risiko eingehen, solange üben bis ich gut genug bin für irgendetwas. Am liebsten würde ich Geschichten erzählen, also Visual Novels produzieren. Ich weiß natürlich, dass dafür immenses Kenntnis in allen Bereichen erforderlich ist, weshalb ich für alles andere offen bin, egal ob Concept Art oder Illustration. Was ich auf keinen Fall tun möchte ist Fineart oder Architektur. Auch Animation fände ich eher öde, wobei die Jobaussichten in dem Bereich in Deutschland sowieso eher mager sind, soweit ich das einschätzen kann.

Gibt es hier wirklich niemanden der sein Geld ausschließlich mit Digital Art verdient? Kennt jemand ein deutsches Forum mit Leuten die das ganze professionell ausüben?

schindermichel
Senior Member
Beiträge: 398
Registriert: 17. Mär 2008, 16:15

Beitrag von schindermichel » 27. Mai 2015, 23:14

Hi nightcrawler,
Ich werd aus deinen Vorstellungen nicht ganz schlau. auch ist mir nicht ganz klar was du unter "digital Art" verstehst. Ich verdiene die Hälfte meines Einkommens mit "digital Art" (digital erstellte Illustrationen), habe aber große Zweifel, dass das die "Art" ist die du meinst.
"Digital" ist nur ein Medium, das heißt letztlich gar nichts (zumindest nichts sehr genaues), ich denke du kommst weiter, wenn du versuchst dich an den Branchen oder Bereichen, in denen kommerzielle Illustration möglich oder sinnvoll ist, zu orientieren.
Dein Vorhaben, zu üben ist auf jeden Fall mal der richtige Weg. Darüberhinaus wäre es sehr sinnvoll, eine genaue Vorstellung zu gewinnen was (welchen Level, welche Befähigung) du erreichen willst, bzw. erreichen musst um daraus einen Beruf machen zu können. Und auf welche Weise ein Beruf aus der Sache wird: Schule, Studium, Praktikum, alles auf eigene Faust?
Wenn dir die Concept-Art Schiene interessant erscheint, warum versuchst du nicht alsbald ein Praktikum In einer Games Firma zu machen? Um mal in die Sache rein zu schnuppern? Zur ersten Orientierung stell ich mir das als sehr hilfreich vor...

Ps: beim üben des Handwerkszeugs stehen dir z.b. Hier ein paar sehr aufgeschlossene User sicher mit Rat zur Seite, mach einen showroom auf und bitte um Kritik und Anleitung, ein bisschen was kommt immer rum...

NightCrawler
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: 23. Jan 2015, 23:17

Beitrag von NightCrawler » 28. Mai 2015, 01:46

schindermichel hat geschrieben:Hi nightcrawler,
Ich werd aus deinen Vorstellungen nicht ganz schlau. auch ist mir nicht ganz klar was du unter "digital Art" verstehst. Ich verdiene die Hälfte meines Einkommens mit "digital Art" (digital erstellte Illustrationen), habe aber große Zweifel, dass das die "Art" ist die du meinst.
"Digital" ist nur ein Medium, das heißt letztlich gar nichts (zumindest nichts sehr genaues), ich denke du kommst weiter, wenn du versuchst dich an den Branchen oder Bereichen, in denen kommerzielle Illustration möglich oder sinnvoll ist, zu orientieren.
Dein Vorhaben, zu üben ist auf jeden Fall mal der richtige Weg. Darüberhinaus wäre es sehr sinnvoll, eine genaue Vorstellung zu gewinnen was (welchen Level, welche Befähigung) du erreichen willst, bzw. erreichen musst um daraus einen Beruf machen zu können. Und auf welche Weise ein Beruf aus der Sache wird: Schule, Studium, Praktikum, alles auf eigene Faust?
Wenn dir die Concept-Art Schiene interessant erscheint, warum versuchst du nicht alsbald ein Praktikum In einer Games Firma zu machen? Um mal in die Sache rein zu schnuppern? Zur ersten Orientierung stell ich mir das als sehr hilfreich vor...

Ps: beim üben des Handwerkszeugs stehen dir z.b. Hier ein paar sehr aufgeschlossene User sicher mit Rat zur Seite, mach einen showroom auf und bitte um Kritik und Anleitung, ein bisschen was kommt immer rum...
Digital Art habe ich erstmal so allgemein gehalten, da es ohnehin egal ist was ich tun will bevor ich das grundlegende Handwerk nicht beherrsche (und da digital einfach der Standard heutzutage ist). Ich weiß auch nicht ob mir ein Praktikum etwas bringen wird, wenn ich selbst noch zu viel lernen muss um irgendetwas anzuwenden. Und von dem was ich so gelesen habe sind Studiengänge auch nicht wirklich das optimalste, vor allem da man alles was man braucht auch im Internet finden kann und kein Geld für private Schulen hat.

Ein Showroom wäre für mich umständlich, da ich zur Zeit lediglich traditionelle Werkzeuge benutze und keine Lust habe ständig Fotos hochzuladen. In ein paar Monaten sollte wohl sicher was kommen, wenn ich Fragen habe. Momentan gibt es aber keine wirklichen Verständnisprobleme.

Könntest du mir vielleicht zeigen was du so für Illustrationen machst? Nur damit ich eine Idee davon habe, mit was man so Geld verdienen kann.

schindermichel
Senior Member
Beiträge: 398
Registriert: 17. Mär 2008, 16:15

Beitrag von schindermichel » 28. Mai 2015, 15:01

Servus,
ich denke du solltest dein urteil über Schulen auf die Probe stellen. Ich habe da selbst keinen Überblick, aber es würde mich sehr, sehr wundern, wenn man Illustration nur auf "teuren Privatschulen" lernen kann – Moment, fix nachgesehen: die HAW in Hamburg kostet pro Semester ca. 300 EUR – das ist sicher nicht teuer. Und dann gibt es noch viele viele Fachhochschulen an denen man Designstudiengänge belegen kann – manche davon kann man evtl. deutlich illustrativ ausrichten, kommt sicher stark auf die Hochschule und die Dozenten an.

Ich persönlich halte "Studiengänge", sofern es solche sind die genau das Lehren, was man lernen will, für durchaus optimal – meiner persönlichen Meinung nach deutlich besser als jedes Selbststudium. Aber das ist meine Meinung, da draussen gibt es tausend Quereinsteiger die sicher das Gegenteil behaupten würden.

Aber ohne Frage bietet dir das Internet einen enormen Wissenschatz von dem man profitieren kann.

Viele meiner Illustrationen kannst du auf meiner Webseite sehen:
http://www.juergengawron.de/
Die Seite habe ich seit Jahren nicht aktualisiert...das steht gaaaanz weit oben auf der Liste der dringend zu erledigenden Dinge.

NightCrawler
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: 23. Jan 2015, 23:17

Beitrag von NightCrawler » 28. Mai 2015, 16:44

schindermichel hat geschrieben:Servus,
ich denke du solltest dein urteil über Schulen auf die Probe stellen. Ich habe da selbst keinen Überblick, aber es würde mich sehr, sehr wundern, wenn man Illustration nur auf "teuren Privatschulen" lernen kann – Moment, fix nachgesehen: die HAW in Hamburg kostet pro Semester ca. 300 EUR – das ist sicher nicht teuer. Und dann gibt es noch viele viele Fachhochschulen an denen man Designstudiengänge belegen kann – manche davon kann man evtl. deutlich illustrativ ausrichten, kommt sicher stark auf die Hochschule und die Dozenten an.

Ich persönlich halte "Studiengänge", sofern es solche sind die genau das Lehren, was man lernen will, für durchaus optimal – meiner persönlichen Meinung nach deutlich besser als jedes Selbststudium. Aber das ist meine Meinung, da draussen gibt es tausend Quereinsteiger die sicher das Gegenteil behaupten würden.

Aber ohne Frage bietet dir das Internet einen enormen Wissenschatz von dem man profitieren kann.

Viele meiner Illustrationen kannst du auf meiner Webseite sehen:
http://www.juergengawron.de/
Die Seite habe ich seit Jahren nicht aktualisiert...das steht gaaaanz weit oben auf der Liste der dringend zu erledigenden Dinge.
Aber was genau kann man von irgendwelchen Dozenten die wahrscheinlich selbst nicht gut genug waren um sich in der Industrie durchzusetzen lernen, was man in Literatur und Internet nicht lernen kann? Vor allem müsste ich dann zunächst umziehen, wahrscheinlich ein Nebenjob haben um mich finanziell auf den Beinen zu halten, mich vollständig um den Haushalt kümmern inklusive Einkauf etc.
Das ist einfach so viel Zeit die verloren geht, dann noch die An und Rückfahrt zur Uni. Wer weiß wie schnell die Dozenten die ganzen Themen überhaupt durchnehmen? Mir braucht niemand was von Form und Stillleben erzählen wenn ich das ganze schon längst durch habe. Wie viele Stunden bleiben mir dann Netto zum üben und lernen? Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher was genau die Vorteile eines Studiums wären, zumindest in meinem aktuellen Standpunkt.

Hast du denn irgendwas studiert?

schindermichel
Senior Member
Beiträge: 398
Registriert: 17. Mär 2008, 16:15

Beitrag von schindermichel » 28. Mai 2015, 22:11

Du scheinst ja recht entschieden zu sein, dass dein Weg der des Autodidakten ist. Dann mach es so und sieh zu wo es dich hinführt. Viel Erfolg, auch in der Industrie!

NightCrawler
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: 23. Jan 2015, 23:17

Beitrag von NightCrawler » 1. Jun 2015, 09:58

schindermichel hat geschrieben:Du scheinst ja recht entschieden zu sein, dass dein Weg der des Autodidakten ist. Dann mach es so und sieh zu wo es dich hinführt. Viel Erfolg, auch in der Industrie!
Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Habe gelesen, dass manche nur lächerliche 3 Stunden am Tag zeichnen und ein professionelle Karriere in Erwägung ziehen. Also wenn das der Fall ist, dann sollte ich bei meiner Leistung keinerlei Probleme haben, wobei ich mir definitiv bewusst bin, dass manche schneller lernen als andere.

Habe ein kleines Problem. Da ich mein 21 Lebensjahr vollendet habe und ein Selbststudium nicht als echte Fortbildung anerkannt wird werde ich wohl meine Versicherungsbeiträge selbst bezahlen müssen. Bedeutet ich versuche entweder ein echtes Studium oder mache das bisschen Geld mit Illustrationen (da ich keine Zeit in etwas anderes als das zeichnen/malen investieren möchte).
Ich würde gerne irgendwo studieren, aber wie gesagt, was ich so gelesen habe ist Deutschland nicht wirklich der beste Ort dafür. Zudem weiß ich auch nicht genau was ich machen möchte. Ich tendiere zu Concept Art, jedoch will ich eigentlich meine eigenen Konzepte designen und keine Vorgaben von irgendwelchen Art Directors bekommen, die sicherstellen müssen, dass das Design so Mainstream wie möglich bleibt damit die Publisher ihr Geld machen. Ich würde am liebsten meine eigenen Welten, Charaktere und Geschichten in Szene setzen, was dann jedoch am ehesten in einem Graphic Novel umzusetzen ist. Aber für ein Graphic Novel braucht man Jahrzehnte Erfahrung, und die habe ich nun mal nicht. Ich habe auch das Gefühl, dass es schwieriger ist als Concept Artist eingestellt zu werden, als sein Geld im Freelancing im Bereich der Illustration zu machen.

Was ich eigentlich will ist zeichnen und malen, am liebsten den ganzen Tag. Ich will nicht reich werden, solange ich genug Geld mache um über die Runden zu kommen (um ehrlich zu sein, weiss ich nicht wirklich was ich mit überflüssigem Geld anfangen würde) bin ich absolut zufrieden.

schindermichel
Senior Member
Beiträge: 398
Registriert: 17. Mär 2008, 16:15

Beitrag von schindermichel » 1. Jun 2015, 10:39

Hi Nightcrawler,

Du solltest dich fragen auf welcher Grundlage du zu deinen Urteilen kommst: "Deutschland nicht der beste Ort für Ausbildung", "Dozenten die nicht gut genug waren um es in der Industrie zu schaffen" – vergiss bei deinen Äusserungen nicht dass das was du da beurteilst alles schon da ist, sozusagen im "Markt" etabliert ist: Die Ausbildungsstätten, die Dozenten, die in der Branche und mit ihrem Wissen Geld verdienen - dem Gegenüber stehst du, der nach deiner eigenen Aussage noch gar nichts vorweisen kann, ausser dem nachvollziehbaren Wunsch, später mal machen zu wollen was du willst...

Ich denke, auch deine Vorstellung vom Berufsalltag, z.B. bei der Kreation einer Graphic Novel sind nicht ganz stimmig. Egal welche (kreative) Ausbildung du wählst, es wird niemals jemand zu dir kommen und dir ein zertifikat verleihen auf dem steht, so, jetzt bist du "fertig" und du kannst nun das oder das tun...
Du solltest deine Graphic Novel genau jetzt anfangen. Und wenn die erste fertig ist, machst du die zweite, und dann die dritte. Und jede wird besser werden als die vorhergehende. Das geht ein Leben lang so weiter – ein Illustrator ist nie fertig oder erfahren genug. Marschier los und lerne auf dem Weg das Laufen.

Und völlig unabhängig von deinen eigenen Projekten: ich halte nahezu JEDE Form von organisierter Ausbildung für besser als ein Selbststudium: Erfahrung, Strukturen, Lehrpläne, und am allerwichtigsten: Kommunikation mit echten Menschen, Lehrern und Kommolitonen  – in meinen Augen ist das durch das Internet alleine (Insbesondere, wenn du dich auf "deutschsprachiges" beschränken musst/willst?) in keiner Form aufzuwiegen.

Deine Wünsche und Vorstellung sind alle prima – und der Verwirklichung deiner Vorstellungen (Eigene Konzepte und Geschichten, Graphic Novels) steht rein gar nichts im Wege. Völlig egal ob oder was du später einmal arbeiten wirst. Wenn du das wirklich willst, dann machst du das eben nachts, während du tagsüber dem Broterwerb nachgehst. Du musst es eben nur machen.

Grüßle,
S
Zuletzt geändert von schindermichel am 3. Jun 2015, 00:07, insgesamt 1-mal geändert.

NightCrawler
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: 23. Jan 2015, 23:17

Beitrag von NightCrawler » 1. Jun 2015, 12:57

schindermichel hat geschrieben:Hi Nightcrawler,

Du solltest dich fragen auf welcher Grundlage du zu deinen Urteilen kommst: "Deutschland nicht der beste Ort für Ausbildung", "Dozenten die nicht gut genug waren um es in der Industrie zu schaffen" – vergiss bei deinen Äusserungen nicht dass das was du da beurteilst alles schon da ist, sozusagen im "Markt" etabliert ist: Die Ausbildungsstätten, die Dozenten, die in der Branche und mit ihrem Wissen Geld verdienen - dem Gegenüber stehst du, der nach deiner eigenen Aussage noch gar nichts vorweisen kann, ausser dem nachvollziehbaren Wunsch, später mal machen zu wollen was du willst...

Ich denke, auch deine Vorstellung vom Berufsalltag, z.B. bei der Kreation einer Graphic Novel sind nicht ganz stimmig. Egal welche (kreative) Ausbildung du wählst, es wird niemals jemand zu dir kommen und dir ein zertifikat verleihen auf dem steht, so, jetzt bist du "fertig" und du kannst nun das oder das tun...
Du solltest deine Graphic Novel genau jetzt anfangen. Und wenn die erste fertig ist, machst du die zweite, und dann die dritte. Und jede wird besser werden als die vorhergehende. Das geht ein Leben lang so weiter – ein Illustrator ist nie fertig oder erfahren genug. Marschier los und lerne auf dem Weg das Laufen.

Und völlig unabhängig von deinen eigenen Projekten: ich halte nahezu JEDE Form von organisierter Ausbildung für besser als ein Selbststudium: Erfahrung, Strukturen, Lehrpläne, und am allerwichtigsten: Kommunikation mit echten Menschen, Lehrern und Kommilitonen  – in meinen Augen ist das durch das Internet alleine (Insbesondere, wenn du dich auf "deutschsprachiges" beschränken musst/willst?) in keiner Form aufzuwiegen.

Deine Wünsche und Vorstellung sind alle prima – und der Verwirklichung deiner Vorstellungen (Eigene Konzepte und Geschichten, Graphic Novels) steht rein gar nichts im Wege. Völlig egal ob oder was du später einmal arbeiten wirst. Wenn du das wirklich willst, dann machst du das eben nachts, während du tagsüber dem Broterwerb nachgehst. Du musst es eben nur machen.

Grüßle,
S
Ich kann nur das wiederholen was ich von Leuten höre die sich in der Branche befinden. Ein Graphic Novel anzufangen macht keinen Sinn bevor ich nicht all meine Grundlagen auf die Reihe bekomme. Was bringt es mir jetzt Stunden in etwas zu investieren was mich wahrscheinlich nur schleppend voran bringen wird? Ich muss ein professionelles Niveau erreichen und zwar so schnell wie möglich, weil ich keine andere Wahl habe.

Wie ich schon sagte, ich lasse mich gerne belehren. Wenn es gute Lehrer gibt, wer sind sie und wo finde ich sie? Und was werden sie mir konkret beibringen? Und natürlich beschränke ich mich nicht auf den deutschsprachigen Raum, ich frage hier nach, weil ich hier lebe und mir niemand Erfahrungswerte innerhalb Deutschlands geben kann, der nicht auch hier studiert hat.

schindermichel
Senior Member
Beiträge: 398
Registriert: 17. Mär 2008, 16:15

Beitrag von schindermichel » 1. Jun 2015, 13:37

Hi Nightcrawler,

Nun, ich bin in der "Branche" tätig und du kannst meine Aussagen ja gegenüber den von Anderen abwägen.
Und ja, selbstverständlich wird deine erste GraphicNovel vorraussichtlich kein Knaller werden, weder künstlerisch noch kommerziell – ist das aber ein Grund sie nicht zu schreiben/zeichnen? Ich behaupte Nein.
Noch mehr: Bewusst provokativ behaupte ich, deine Bedenken bzgl. deiner Fähigkeiten sind nichts als eine Ausrede, weil du einerseits die Arbeit und andererseits das Scheitern scheust. Letzteres sollte dir aber keine Angst machen – je weiter deine Entwicklung geht, desto weiter wird dein Horizont bzgl. deiner eigenen Unzulänglichkeiten. Ich wiederhole mich, aber du kommst als Zeichner nie an irgendein Ziel. Es ist sinnlos auf irgendeinen Zeitpunkt einer besonderen Qualifikation zu warten.

Ich bin schon zu lange aus dem Hochschulwesen raus um dir dazu irgendwelche Auskünfte geben zu können, früher war
www.precore.net
mal eine passable Plattform um sich über Designstudiengänge (und ähnliche) auszutauschen.
Ansonsten solltest du deine Ansprüche reduzieren, dir selbst und auch potentiellen Lehrern gegenüber. Du musst Dozenten so sehen: Zum jetzigen Zeitpunkt weiß und kann Jeder dahergelaufene Dozent mehr als du, also hast du (noch) die Möglichkeit von jedem etwas zu lernen.
Wenn du an einen Punkt kommst, an dem du selbst merkst von einer Person nicht mehr viel sinnvolles lernen zu können, dann bist du soweit, dass du die Frage, wo findest du jemanden der dir mehr beibringen kann, leicht selbst beantworten kannst.

Grüßle,
S

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder