Video-Tutorials von Michael Komarck?

Chinasky
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Video-Tutorials von Michael Komarck?

Beitrag von Chinasky » 29. Jan 2011, 17:29

Hi!
Seit gestern hab ich 'nen neuen Artist an der Spitze meiner "best Illustrators"-Chartliste, und zwar Michael Komarck, den ich bist dato tatsächlich noch nicht kannte. :shock: Dieser Typ haut mich um, wie kann man so schweinegut und dabei noch so explosiv produktiv sein? Außerdem hat der Schuft schon diverse Bilder zu ASOIAF gemalt, was mich zusätzlich frustriert... :cry:
Nun frag ich mich, wie man von dem möglichst viel know-how klauen kann. :twisted: Insbesondere würden mich ausführliche Video-Tutorials zur Enstehung seiner Arbeiten interessieren. Gibt's die, und gibt's die auch hierzulande zu kaufen/zu bestellen, ohne daß man sich extra eine Kreditkarte besorgen muß, um in den USA online zu bestellen (nicht, daß ich schon in den USA fündig geworden wäre, aber ich ahne, daß die Wahrscheinlichkeit dort höher sein dürfte...)?!
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Beitrag von IronCalf » 30. Jan 2011, 11:58

Cool, und gleich auf der Startseite ein Bild von einer meiner literarischen Lieblingsfiguren - Anomander Rake - sofort erkannt, ohne dass ich den Bildtitel gelesen hätte.

Ich glaub nicht, dass es Videomaterial gibt... trotzdem nice find!
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Beitrag von Hexodus » 30. Jan 2011, 12:37

Videos von ihm kenne ich nicht, doch eindeutig arbeitet der Typ massiv mit 3D-Overpaintings.
-~ http://www.augenpulver-design.de Illustration, 3D-Grafik, Computeranimation und 3D-Visualisierung~-
http://www.fantasybuch.de «- Alle Fantasy- und Science-Fiction Bücher auf einen Blick.

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Beitrag von Chinasky » 30. Jan 2011, 13:57

@Hexodus: Kannst Du das näher erläutern? Meinst Du, er baut sich bestimmte Szenen in 'nem 3D-Programm zusammen und malt da dann drüber? Hast Du Beispiele, wo das Deiner Ansicht nach besonders deutlich wird? Daß er Fotovorlagen nutzt, dessen bin ich mir auch sicher, allerdings frag ich mich halt, wie nahe er sich an die Vorlagen hält - bei den meisten seiner Artworks liefe das darauf hinaus, daß er erstmal einige Energie in das Fotoshooting verwendet, denn die Posen/Perspektiven/Lichtsituationen sind ja nun nix, was man mal zufällig über Google-Bilder findet. ;)
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Beitrag von aeyol » 30. Jan 2011, 14:05

Um ehrlich zu sein war ich mir auch nicht sicher, ob Dein Startbeitrag hierzu so ganz ernst gemeint war, Chinasky. Für mich haben die Bilder auch diese typische Fototexturen/3D-Paintover-Optik, und so eine Lichtsituation ist in 3D doch viel leichter hinzukriegen als bei einem Foto, oder?
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Beitrag von MartinH. » 30. Jan 2011, 14:08

bin ehrlichgesagt auch verwundert das du den gut findest chinasky. für mich sehen die sachen auch sehr nach fotokollagen aus. ob 3d oder foto ist letztendlich egal. ich denke auch da ist mehr über als abgemalt und das er die fotos selbst macht kann schon sein. klar kann der was, keine frage, aber wär jetzt keine arbeitsweise auf die ich selbst lust hätte.

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 30. Jan 2011, 15:07

@aeyol: Hhmmm - für mich als jemanden, der keine Ahnung von 3D hat, ist das eine schwierig zu beantwortende Frage. Ich finde die meisten Bilder nicht nur deswegen gut, weil sie so "fotorealistisch" sind (ein Merkmal, daß ich momentan immer mehr zu schätzen lerne), sondern auch, weil sie mich farblich, von der Lichtregie und der Figurenregie sehr ansprechen. Das Ergebnis überzeugt mich da einfach - und ich möchte wissen, wie sowas geht. Wenn's mithilfe von 3D-Progs und Fotos einfach geht - umso besser! :) Momentan hab ich eben gerade im Job genau die Aufgabe, solche (bzw. ähnliche) Fantasy-Illustrationen zu erstellen und kacke da teilweise ziemlich ab, weil ich - so meine momentane Vermutung - zu wenig auf solche "Cheating-Methoden" wie das Verwenden von Fotos, 3D-Progs, fertigen Strukturen usw. zurückgreife. Außerdem sieht man, wenn man sich seine Arbeiten genauer anschaut, daß ziemlich viel eben doch rein aus der Imagination entstanden sein muß. Beispiel, daß mir zuerst einfällt, ist ein Char aus ASOIAF, der auf einem aus Schwertern zurechtgeschmiedeten Throh sitzt. Zumindest den Thron wird er sich ausgedacht haben...
Bei den Figuren frage ich mich häufig, ob er da Aktmodelle genommen und nachträglich mit KLamotten behängt hat?! Dann wäre da auch seeeehr viel "Aus-dem-Kopf-Anteil" dabei. Oder hat er seine Modelle auch in entsprechenden Outfits posieren lassen?Woher nimmt man sowas?
Ich frag mich halt, wieviel Aufwand hinter so einem Artwork steckt (und, damit zusammenhängend, eben auch, was so ein Artwork am Ende wohl kostet).

@MartinH.: Erstmal möchte ich ja wissen, wie genau seine Arbeitsweise aussieht. Dann, in einem zweiten Schritt, könnte man überlegen, was man sich davon abgucken kann und was nicht. Für mich sind ja Abgabetermine, Zeitdruck usw. noch relativ neue Erfahrungen und so kreisen meine Gedanken in meiner eh raren Freizeit momentan vor allem um die Frage, welche Shortcuts es geben könnte, bestimmte Ergebnisse zu erzielen. War ich früher gegenüber Erich Schreiners Einstellung eher skeptisch, kann ich sie inzwischen immer besser nachvollziehen. ;)

Generell ist mir eine "Arbeitsweise" immer nur Mittel zum Zweck. Am Ende soll ein tolles Bild rauskommen. Schon Vermeer hat mit der camera obscura gearbeitet. ;)

Was mich bei ihm besonders antörnt, sind übrigens die Feuer-Darstellungen, sowohl die Flammen selbst, als auch der Effekt, wie durch Feuer verursachtes Licht auf die Figuren fällt. *auchkönnenwill*
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Beitrag von aeyol » 30. Jan 2011, 15:30

Oh, ich wollte jetzt 3D-(basierende) Artworks keinesfalls mit meinem Beitrag abwerten oder gar schmähen. :D
Ich behaupte auch nicht, dass es grundsätzlich ein Leichtes wäre, damit gut aussehende Bilder zu fabrizieren, das ist natürlich auch Quatsch, mit dem Werkzeug muss man ja auch umgehen können, klar.
Ich habe bei den Figuren teilweise eher das Gefühl, dass die Modelle entsprechende Klamotten getragen haben, die dann aber noch durch weitere gemalte Details/Ornamente ergänzt wurden.

Das Design des Throns finde ich jetzt beispielsweise aber nicht so spektakulär. Überhaupt, bei seinen Arbeiten sind beleuchtungstechnisch schöne Sachen dabei, aber bei vielen Bildern seh ich auch das Problem, dass die zusammengestückelt wirken und wo die Beleuchtung wieder gar nicht funktioniert. Die besseren Bilder hatte ich erst danach angeklickt. :D Vielleicht haben die bei ihm ja auch unter Zeitdruck oder schlechter Bezahlung gelitten.
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Beitrag von Chinasky » 30. Jan 2011, 15:57

Ja, klar, da sind auch weniger gute Sachen dabei. Mir scheint übrigens, daß er die Galerien zu den Sammelkartenbildern chronologisch geordnet hat - die ersten Bilder sind meist die weniger spektakulären Exemplare. Und ab und an hast Du Recht, daß da einiges zusammengestückelt wirkt. Aber - hüstel - auf dem Niveau möchte ich auch mal zusammenstückeln können! :D

Du hast Recht, daß der Thron jetzt nicht spektakulär ist - aber er war für mich ja nur ein Beispiel dafür, daß viele (auch wichtige) Details offensichtlich weder fotografiert noch in 3 D vorgefertigt sind. Das Bild selbst finde ich jetzt auch nicht so den Hammer (während ich z.B. seine Cersei Lannister als NOCH sexier empfinde, als ich sie mir vorgestellt hatte - obwohl, oder wohl WEIL er da eine Fotovorlage verwendet haben dürfte). Aber mir fallen bei ihm ja auch andere Bilder, insbesondere Coverarts, bzw. Innen-Illustrationen von Büchern auf:

Bild
Das zum Beispiel. Diese gelbhäutigen Viecher dürften pur gemalt sein, ebenso wie der Rest des Hintergrunds. Die beiden Helfenfiguren mögen Vorlagen gehabt haben - aber bestechen ja auch insbesondere durch ihr Outfit, beispielsweise durch die Metall-Aufsätze auf dem Gewand des Magiers. (Er hat es m.M.n. eh drauf, diesen speziellen Metall-Effekt zu erziehlen, da hat er eine ähnliche Virtuosität wie bei der Flammen-Darstellung gefunden). Ich frag mich, ob er da tatsächlich noch für beide Figuren Fotovorlagen hatte, bzw. wie detailliert und speziell auf dieses Bild zugeschnitten sie waren.

Anderes Beispiel:
Bild Wo seht Ihr da Fotovorlagen? Eventuell bei der Figur, und vielleicht hat er auch einen kleinen Plastikdrachen, den er je nach Motiv aus der entpsrechnden Pose fotografiert... Aber sonst? Allein, wie er den Rhythmus der Lanzenspitzen einsetzt...

Eins meiner Favoriten:
Bild
Drache, jaja, mag ich natürlich. Aber, was mir vor allem auffällt: die Perspektive verbunden mit der Lichtsituation. Wie viel 3D-Unterstützung ist da bei der Architektur mit im Spiel? Und was ist mit den Verkürzungen beim Drachen? Wer käme auf die Idee, den Schwanz so zu platzieren, wie er hir dargestellt ist? Oder den langen Hals so perspektivisch zu stauchen? Dazu dann das Überstrahlen des Sonnelichts von rechts, die Reflexe auf dem Wasser, die Beleuchtung der Reiterin... Da sind soviele Hingucker für mich dabei, da ist an soviele Details gedacht worden - und ich frage mich, wie man sowas verfahrenstechnisch organisiert. Deswegen fragte ich ja auch nach de Tutorials. Klar: jeder Arbeitsschritt ließe sich wohl einzeln nachvollziehen. Aber am Ende muß ja auch das GEsamtergebnis stimmen... Hhm, *grübel* ...

edit: Noch ein Beispiel, wie er da auch kompositorisch einiges wagt.
Bild Auf soe ine Farbigkeit muß man erstmal kommen!

Letztes Beispiel für kompositorische Raffinesse:Bild Man beachte die Geschoßbahnen, wie sie die Figuren einrahmen!
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Beitrag von MartinH. » 30. Jan 2011, 17:31

wie gesagt, klar ist der gut. sag ich gar nix gegen. du hast auch teils echt schöne bilder rausgesucht, ich hatte mir vor allem die magic illus angesehen. das was du da mit der ellenlangen abkürzung umschreibst sagt mir gar nix.

mal zu dem bild:

Bild


wasser ist 3d, komplett würde ich sagen. burg ist mindestens zum teil 3d. eher minimal übermalt. die wolken sind fotos, schon etwas mehr übermalt. der drache ist mindestens zum teil 3d würd ich vermuten, sieht man in meinen augen am bildrechten flügel. ich frag mich grad warum die burg durch den mantel der frau durchscheint... aber egal.
für die pose kann er gut ne fotoref gehabt haben. solche rüstungsdetails vorzubauen wäre denkbar in zbrush (damit meine ich nicht wirklich die auszusculpten sondern eher wie andrew jones das ding in einem video nutzt um grob shapes zusammenzusetzen.)
auf dem drachen liegen vermutlich einige fototexturen. rost, stein und baumrinden lassen sich oft gut verwenden würde ich schätzen. auf cgtextures.com findest du sowas.
für posen allegemein wäre auch immernoch denkbar poser zu verwenden. ich hab das mittlerweile auch ein paar mal gemacht und hatte dabei das gefühl das man dadurch mehr bei den posen ausprobiert und ich letztendlich einen stärkeren dynamischeren ausdruck hinbekomme als wenn ichs von hand konstruiere. aber jemand der sowas kann wie z.b. henrik fetz wird das zu recht nicht nachvollziehen können. es bleibt ne krücke.
ich denke was den foto einsatz angeht solltest du dir nochmal mehr mullins bilder ansehen. der hat auch viel fotos verwendet, nur hat er das ganze dann oft nicht so super detailliert ausgerendert. so kann man besser erkennen was wo drin steckt. ich denke der komarck kaschiert das etwas aktiver. ich könnte mir aber gut vorstellen das er auch so wie mullins ganz viele stellen im bild erstmal mit fotos füllt die er dann komplett übermalt, einfach um nicht auf glatter fläche zu beginnen. hab ich auch schonmal gemacht, kann echt hilfreich sein.
z.b. bei dem hier: http://www.komarckart.com/cov_44.jpg
da könnte der am hals des drachen mit nem foto von irgendwas angefangen haben und das so lang bearbeitet und übermalt haben bis das endergebnis rauskam. fotos können gut helfen beim assoziieren von details.
und was das drachenfeuer angeht, da bin ich mir sicher das es verzerrte fotos sind. feuer gibts glaub ich auch bei cgtextures.
bei den farbigkeiten wird er viel mit blendmodi und texturen arbeiten vermute ich. man kann ja z.b. ne textur mit schwacher deckkraft im modus farbton oder overlay aufs bildlegen um mehr varrianz in ansonsten platte flächen zu bringen. dann noch mit ner ebenenmaske ausmaskieren und akzente setzen oder den effekt zurücknehmen...
und ich bin mir ziemlich sicher, das er auf ner irrwitzig hohen auflösung malt und da eigentlich noch relativ grob rangeht, die runterskalierten finals aber nur noch details im pixelbereich zeigen, weil die striche kleiner sind als die verbliebenen pixel.

warum machst du es dir eigentlich so schwer, schreib ihm doch einfach ne mail, sag ihm das du seine arbeiten toll findest und dich interessiert wie er vorgeht :).

Noren
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Beitrag von Noren » 30. Jan 2011, 17:55

Martin war schneller. :lol:


Das ist vielleicht einfach auch ein "Generationen"-ding. ;)
Ohne Zweifel hat er was drauf, kann auch sicher malen und setzt vor allem auf Effekt, in dem er z.B. die Tonwerte und Farben sehr frei so hindreht, wie es fuer ihn passt. Innerhalb dieser Flaechen wird es dann allerdings schnell monochrom. Dadurch ergibt sich ein kollagenartiger Look. (Mal ganz davon abgesehen, dass das meiste wohl auch kollagiert ist. ) Gleichzeitig setzt er auf harte Kanten.

Beim Bild ganz oben koennte der Hintergrund z.B. durchaus auf 3d basieren und zwar auf recht simplen Modellen. Die "Geister" koennten gemalt sein, aber auch auf Zbrush Zspheres2 (diese bubblige Oberflaeche) und Fotos (Gehirn) basieren, die dann uebermalt wurden. Wenn man mal eine 3d-Basis hat, dann kann man da mit relativ wenig Aufwand glaubhafte Abwandlungen druebermalen. Das gleiche gilt fuer die Applikationen auf den Figuren. Bei den Geistern faellt auf, dass in eine ansich monochrome Flaeche Farbtupfer reingedreht wurden. Allerdings wirken die eher zufaellig und 2d, sind also nicht beim Malen der Details entstanden, sondern wurden nachtraeglich druebergelegt.
Bei der rechten menschlichen Figur fragt man sich dann noch, ob jemand eine Pose so gezeichnet haette, vor allem was den Kopf und den hinteren Arm angeht.

Oder das Bild mit dem Drachen vor der Burginsel ueber dem Meer.
Das finde ich vom Konzept her auch sehr wirkungsvoll, aber in der Ausfuehrung wirkt es dann etwas zusammengeschustert. So lange es funktioniert und nicht mehr Zeit oder Geld da ist, ist das ja auch voellig ok.
Ob da jetzt Vue d'esprit, (ist fuer Dich vielleicht interessant mal anzuschauen ) und/oder andere 3d-software oder Fotos fuer den Hintergrund verwendet wurden, sei mal dahingestellt.

Der Generationenkonflikt, den ich etwas frech erwaehnt habe, liegt vielleicht darin begruendet, dass die Arbeitsweise von vielen hier im Thread, aber auch im Forum vielleicht naeher an dem hier gezeigten liegt als an dem eher traditionellen linearen Einebenenworkflow, den Du Dir in Deinen Lehrjahren ja zwangslaeufig angeeignet hast. Zumindest ist sie ihnen vertraut. Und witzigerweise geht es ja manchem hier im Forum darum davon etwas wegzukommen und gerade die Basics und die "Handarbeit" zu lernen. Deshalb vielleicht die etwas unterschiedliche Wahrnehmung der Bilder. Wenn ich den wieder recht monochromen Drachen aus dem letztgenannten Bild einmal wegnehme, dann sieht der Hintergrund eben etwas "billig" fuer mich aus. Erstmal ganz automatisch, vorbelastet von zuvielen aehnlichen Kollagen, die ich schon gesehen habe. (Nicht dass die grundsaetzlich etwas schlechtes sind und auch hier muss ich natuerlich hinterfragen, ob das gerechtfertigt ist und wie wohl der unvoreingenommene Betrachter das sehen wuerde.)
Es gibt halt diesen ganz speziellen Look, wenn nachtraeglich irgendwelche Teile durch grobe Overlays und Einstellungsebenen zusammengebastelt werden, die eigentlich nicht zusammengehoeren, mal besser, mal schlechter. Das ist ja auch ein ganz dankbarer Einstieg in die Bildbearbeitung und vielleicht hat auch so mancher hier so angefangen und ist entsprechend vorbelastet.

Jetzt hast Du natuerlich schon viel Erfahrung mit den digitalen Medien gesammelt, aber vielleicht praegt die "lineaere" Herangehenweise Deine Denk- und Arbeitsweise mehr als man meinen wuerde. Es waere mal interessant zu sehen, was Du aus ein paar zusammengesuchten Fotoelementen zusammenbasteln kannst, erstmal ohne im Detail zu uebermalen, denn das kannst Du ja schlafwandlerisch. (Gerne mit Vorskizze, aber durchaus auch vom Zufall geleitet. ) Wenn Du auf diese Weise schon ein erstes befriedigendes Ergebnis erreichst und DANN die Chinasky-Power auspackst und entsprechend uebermalst, dann solltest Du locker auf Ergebnisse kommen, die dem hier gezeigten gleichen.

ErichSchreiner
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Beitrag von ErichSchreiner » 30. Jan 2011, 18:37

Vom Komarck gibts keine Tutorials. Ich hab den auch in meinem Favoritenordner abgelegt. Der ist überall mit dabei: AEG, Sony, WhiteWolf, WOTC, etc...

Wenn man sich die älteren CardArt bilder ansieht, bemerkt man einige elemente, die er öfter als einmal verwendet hat. Und die sind aus dem Daz3d / Poser Bereich (die drachen denke ich sind auch aus diesem bereich; millenium drache oder so ...).

Außerdem arbeitet er wohl mit FotoRefs (seinen eigenen oder sonst welchen), weil die poser-gesichter nicht zu gebrauchen sind. dann verwurschtelt er mit filter bearbeitete fotos gerne im hintergrund.

wieviel 3d er sonst noch verwendet, oder welche programme er nutzt weiß ich nicht. ich hab aber mal bei einem von sonys ADs nachgebohrt, und der hat mir gesagt, dass er's auch ohne diese hilfsmittel kann. hab auch paar bilder gesehen (meistens creatures), die er sicher per hand erstellt hat.

kompositorisch und farblich ist er verdammt gut ... und um das zu erreichen helfen die besten programme nix :)

der look scheint jedenfalls zur zeit recht angesagt zu sein.

falls du daz3d mal testen willst, gibts da glaub ich ne version für umsonst ... und die basis-figuren sind auch für de nada zu haben. sind im grunde ja nur digitale holzpuppen ... aber sehr praktisch.
http://www.daz3d.com/

was auch hilft wären photoshop tutorials, die sich eher mit bildbearbeitung beschäftigen (freistellen, masken, color corrections etc)

und evt noch ein 3d programm für architektur / perspektive. wenn man da etwas plan hat, kann man schnell detaillierte hintergründe und szenen erstellen, die dann entsprechend per hand weiterbearbeitet werden können.

das spart alles zeit - und genau deshalb machts der Komarck so, wie er's macht. weil im fantasy / scifi bereich immer schlecht gezahlt wird. für die bilder für aeg hat der sicher nicht viel bekommen. würde er da alles per hand auf dieses niveau bringen wollen, würde er nur draufzahlen.

gruß

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Beitrag von Chinasky » 30. Jan 2011, 19:08

Hey, vielen Dank für Eure aufschlußreichen Kommentare! Vielleicht bin ich wirklich viel zu sehr in meiner traditionellen Herangehensweise gefangen und erkenne die von Euch genannten "Tricks" einfach nicht. Ihm direkt zu mailen habe ich mir schon vorgenommen, möchte mich aber vorher halt noch etwas näher mit den Sachen beschäftigen und brauche für so eine Mail auf Englisch auch etwas "Bedenkzeit". ;) Habt Ihr denn so eine ungefähre Schätzung, wie lang er für ein solches Artwork brauchen könnte?
Die Art, wie er Farben/Farbakzente einsetzt, finde ich übrigens sehr angenehm, gerade auch dieses Monochrome - ich hab das nicht als "simple Lösung" verstanden, sondern als bewußte Reduzierung und künstlerische Entscheidung. Andererseits hab ich gerade kürzlich auf Sick Toys Tipp hin mir mal Daarkens Sachen angeguckt und da ein, zwei Trailer für seine Videos angeklickt. In einem erwähnte er, daß er, um Zeit zu sparen, immer SW anfängt, weil er keinen Nerv hätte, sich die ganze Zeit Gedanken um die Farben zu machen... Und später wird dann also auf die SW-Sachen offenkundig Farbe "nachgetragen" - wobei er zu farblich ähnlichen Ergebnissen kommt wie Comarck. Hhhmmm...
Na, laßt Euch nicht abhalten, hier weiter über denkbare Vorgehensweisen zu fachsimpeln, ich lese da seeeehr aufmerksam mit... ;)
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Beitrag von ErichSchreiner » 30. Jan 2011, 19:25

der normalo bekommt für ein aeg bild 175 dollar ... komarck evt etwas mehr.

für die cover gibts sicher mehr geld, weiß aber nicht genau, wie viel.

für eins von seinen star wars galaxy bildern (300-400 dollar) schätze ich mal 5-6 stunden (weiß nicht, ob die schon auf seiner homepage sind), für cover, je nach bezahlung, wohl entsprechend länger.

und, zumindest bei star wars galaxies, hat er farbsketches abgeliefert ... kann also nicht sicher sagen, ob er in sw anfängt ... für das verarbeiten von fotos, 3d elementen und handgemaltem wäre es aber sicher einfacher, so zu beginnen (obwohl gerade einige von den offensichtlichen kollagen nicht danach aussehen). evt rückt er ja ein paar infos auf deine email raus. wäre sicher interessant zu wissen.

und generell gesagt: am anfang zahlt im fantasy / scifi bereich wohl jeder drauf, und einige wenige (wie der komarck) kommen weiter. das geht aber nur, weil der eben eine gewisse qualität abliefert, die sicher mehr wert ist, als das, was zB AEG bereit ist, zu zahlen. wenn man aber die qualität des artworks dem honorar anpasst, bekommt man nie besserbezahlte aufträge - dilemma :)

ich arbeite mich grad selber in ein 3d programm ein, hab also noch nicht wirklich viel ahnung. hier mal ein kürzlicher test:

so kommts (zur zeit noch) aus modo raus:

Bild

nach ner halben stunde in ps:

Bild

wenn man ahnung hat, ist das erste bild auf ca. 2 stunden zu machen, schätze ich mal (modelling, texturieren, etc...)

ob und wie man die daz3d dummies mitintegrieren kann und wie zeitaufwändig das ist, werd ich demnächst mal testen ...

gruß
Zuletzt geändert von ErichSchreiner am 30. Jan 2011, 19:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Chinasky » 30. Jan 2011, 19:44

Wo finden sich denn diese star wars galaxy Bilder? Auf der von mir verlinkten Homepage hab ich da jetzt nix gefunden, oder bin ich eventuell gerade mal wieder blind? ;) Beim Googeln bin ich aufdie hier gestoßen. Die sind ja nicht sooo doll. Hhmm...

Und was ist ein aeg bild?

Ah, danke für Dein Beispiel mit dem Sarkophag-Bild. Hab jetzt gleich mal ein paar der Progs gedownloadet, die es bei Deinem Link kostenfrei gab. Nun fragt sich nur, wann ich mich in das alles einarbeiten soll... Wochenenden, hehe! :D
Zuletzt geändert von Chinasky am 30. Jan 2011, 19:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von ErichSchreiner » 30. Jan 2011, 19:49

AEG: alderac entertainment group. Sind die älteren auf seiner homepage unter card art. für die macht er wohl nix mehr, weil er wo anders sicher mehr geld für seine arbeit bekommt.

die star wars galaxy bilder kann ich leider nicht zeigen, weil ich die vom AD nur als beispiele bekommen hab, und auf seiner homepage sind die noch nicht. sind aber auch bilder für ein online sammelkartenspiel. werden bei 1500x1500px erstellt, und bei 500 im spiel verwendet. also vom aufwand ähnlich eines bildes für legends of five rings (AEG).

**

sorry, bei deinem link waren eh einige dabei, die ich gemeint hab. sind halt keine cover, deshalb wohl geringere bezahlung und weniger spektakulär :)
Zuletzt geändert von ErichSchreiner am 30. Jan 2011, 19:54, insgesamt 1-mal geändert.

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 30. Jan 2011, 19:52

Danke für die Infos! :)
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ErichSchreiner
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Beitrag von ErichSchreiner » 30. Jan 2011, 20:01

kein problem :)

artvandeley
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Beitrag von artvandeley » 31. Jan 2011, 14:15

Ist wohl nicht nur ein Generationending, Hank, sondern auch den enger werdenden Zeit-und Geldmargen geschuldet.
Fragt doch mal Tobias Mannewitz wieviel Zeit er normalerweise für durchaus aufwändige Artworks überhaupt noch hat, selbstverständlich für einen Witz an Geld ( gemessen an der Vorlaufszeit solcher Projekt und Geldbudgets)- Umso erstaunlicher wie hochwertig seine Sachen dann noch rüberkommen.

Letztendlich nimmt man das was funktioniert, völlig egal ob das 2D,3D oder Collage beinhaltet, Hauptsache es liefert die qualitativen Ergebnisse in der gegebenen Zeit.
Letztendlich wie ihr ja schon sagt ein andere Art zu arbeiten, Farbe und Komposition sowie erzählerische Dichte gibt´s ja ( noch ) nicht auf dem Schieberegler.

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 1. Feb 2011, 00:22

Interessant, daß Du ausgerechnet Tobias M. erwähnst. Dessen tolle "Aera"-Arbeit hab ich mir in den letzten Tagen auch recht genau angeschaut und neidisch bewundert. Und daß/wie er z.B. 3D-Progs mit eingesetzt hatte, als die Intros für Anno 1404 entstanden, wurde ja auf der vorletzten Con erklärt.
Ich glaube auch nicht ganz, daß es sich hier nur um eine Generationenfrage handelt. Sonst würde ich die Ergebnisse von Comarck ja nicht gut finden. Obwohl... In seiner Bio schreibt er irgendwas davon, daß er 1989 mal kurz auf einem art college war - genau das Jahr, als auch ich zu studieren anfing. Ist also MEINE Generation. ;) Nur war er wohl etwas fixer Richtung Illustration unterwegs.
Daß der Mann Fotos mit einsetzt und wohl auch 3D-Progs, hab ich mir ja auch selbst gedacht. Gerade, WEIL ich ja inzwischen so'n bisserl weiß, was (wieviel) man aus'm Kopp und Strich für Strich so hinkriegen kann. Nur das WIE interessiert mich halt bei ihm. Da geht's auch um die Konzeption gerade der größeren Artworks. Mag ja sein, daß man da erstmal Fotocollagen bastelt, um zu sehen, was paßt. Aber es muß ja am Ende alles perspektivisch, lichttechnisch, farblich zusammenpassen, es muß inhaltlich stimmen, und dann muß auch noch Dynamik mit rein... Und das alles berücksichtigt er m.M.n. ziemlich gut, jedenfalls in seinen größeren Arbeiten. Ich mache halt gerade die Erfahrung, daß solche "Hilfsmittel", wie das Verwenden von Fotovorlagen mich manchmal sogar eher belasten. Bis man mal für die Bildidee, die man hat, das richtige Foto findet, beispielsweise eine bestimmte Handhaltung oder ein Gesicht, das von der richtigen Seite beleuchtet und mit der richtigen Perspektive gezeigt wird, dauert das bei mir ewig. Und dann baut man das ein und es haut doch nicht so gaaanz richtig hin, und man muß es ja auch doch noch so stark abändern, daß man die Fotovorlage erstens nicht mehr erkennt und zweitens auch nicht das Gefühl hat, diese Stelle falle aus dem Gesamtbild heraus... Das dauert und ist nervig und ich hab den Eindruck, da immer eher Zeit zu verplempern...
Naja, aber das geht jetzt alles schon zu sehr offtopic. Ich guck jetzt erstmal, ob nicht eins der hidden features beim PS doch ein gaaaaanz hinten in den Menüs versteckter Regler für die erzählerische Dichte ist. Für sowas würde man dann doch gern einen saftigen Updatepreis berappen, oder? ;)
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Beitrag von TituS » 1. Feb 2011, 01:11

ich erinnere mich noch an nen workshop bei dem aleksi briclot ein robocop redesign vorgenommen hat mit noch paar anderen. alle bis auf ihn haben direkt drauf los gemalt und innerhalb 10 minuten schon den ersten halben character fertig gehabt. man sah deutlich, dass sie die engen deadlines gewohnt waren und aus der concept art richtung kamen, bei der es meist nur darum geht, in kurzer zeit jede menge variationen rauszukloppen. nach 2 stunden hatten sie ca 3 charaktere ausgerendert. allerdings waren es auch eher generische sachen, die man von denen gewohnt war. es sah alles ähnlich aus, wirkte austauschbar, hätte von jedem x-beliebigen spiel/ film sein können und man hat sich nach nem kurzen blick satt gesehen.

aleksi hingegen mit seinem illustrationsbackground fing an fotomaterial zu sammeln. verschiedene posen, details, gesicht des schauspielers, etc und hat es sich neben sein canvas gelegt und verwurschtelte alles in einer postervorlage. sprich, nach ner halben stunde, während die anderen bereits einen char final hatten, sah man bei ihm nur ne schreckliche fotomontage und paar notizen, was er sich beim konzept alles gedacht hatte. dann fing er an die pose vom poster zu verändern, hat alles übermalt, vereinfacht, das foto vom kopf genutzt, um die shapes mit eigener lichtsituation einzublocken und nach 2 stunden hatte er ein finales artwork. im gegensatz zu den anderen war dies designtechnisch meilenweit interessanter, wirkte wirklich wie eine neuauflage von robocop, lebte von vielen details, die er vom original aufgegriffen hatte und das ganze hatte auch einen höhreren ausarbeitungsgrad. vom eigentlichen poster war ncihts mehr zu sehen.

ich kann auch gerne mal nach den fotos vom redesigncontest schauen und sie dir schicken, wenns dir wichtig ist.

was ich damit aber sagen möchte. fotos/ vorlagen können erst mal als inspiration und ideenfindung dienen. ruckzuck ist die weiße fläche gefüllt, man kann alles herumschieben, ideen austesten und fängt somit beim malen nciht bei null an (angst vor der weißen fläche).
zudem können dir fremde vorlagen helfen, nciht immer deine gleichen muster abzuspulen.
ich kenns nur aus eigener erfahrung bei meinen 3d figuren. z.b. hab ich irgendwann aufgehört referenzen für faltenwürfe anzuschauen, weil sich paar standardlösungen eingebrannt hatten, welche ich dann schnell auf die figuren mübertragen konnte. das war für mich ein zeitgewinn, hat mehr spaß gemacht, da ich direkt drauf los malen konnte, aber hatte auch den nachteil, dass ich selten auf andere lösungen gekommen bin, sondern meist der faltenwurf gleich aussieht. deswegen arbeiten viele concept artists bei der ideenfindung auch mit assoziativen techniken, um die immergleichen ideen aus dem gehirn zu umgehen und es einfach mal fließen zu lassen, damit was neues entstehen kannt, an das man von selber nciht gedacht hätte.
zusätzlich können dir die vorlagen dabei helfen einen höhren detailgrad zu erreichen, weil du materialien, formen, etc vor augen hast, bzw sie bestenfalls direkt ins bild integrieren und weiterverarbeiten kannst. auch spielt die ausleuchtung z.b. beim kopf keine rolle. du kannst es doch ohne probleme ändern. der große vorteil ist, du hast die likeness direkt - musst also nicht erst unnötig rumtesten, um nen bestimmten typ zu treffen. und dank einer schon vorhanden beleuchtung kannst du diese ohne weiteres wegen der sichtbaren facial planes wechseln. aber die form ist doch schon gegeben, alles passt zusammen und du kannst dich komplett auf die lichtsituation fokussieren.

ich denke, dass es einfach nur etwas umdenken erfordert. du kannst natürlich im vorfeld deine illustration planen bis du ein konkretes bild im kopf hast. dann wirds natürlich schwer dafür entsprechende vorlagen zu finden - du weißt ja eigentlich schon genau, was du willst und kannst loslegen. versuch mal mit einem konkreten frauenbild auch diese dame im wirklichen leben zu finden....da stirbst du eher einsam, behaupte ich :).
wenn du aber nur ein grobes bild im kopf hast, kannst du ganz unbefangen mit vorlagen spielen und sich dieses bild entwickeln lassen. und dann machst du "nur noch" alles passend :)
Zuletzt geändert von TituS am 1. Feb 2011, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Chinasky » 1. Feb 2011, 08:44

Sehr interessante Überlegungen, Titus! Ja, die Fotos von dem Workshop würden mich wirklich interessieren. Allerdings haben mich auch da schon wieder die Berichte über die kurzen Zeitspannen geängstigt. In zwei Stunden drei finale Chars ausgerendert? :shock: Bei mir ist nach einer halben Stunde außer einem wolkigen Gekrickel i.d.R. auch noch überhaupt nix zu erkennen, wahrscheinlich sähen da die Ergebnisse von diesem Alexi Bricot (kannte ich natürlich auch noch nicht, den Namen...) dagegen schon wieder um Welten "fertiger" aus.
Naja, es bleibt für mich in diesem Job wohl noch 'ne ganze Weile spannend. :)
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

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Beitrag von artvandeley » 1. Feb 2011, 12:09

Ach, mach Dich mal nicht verrückt, mir geht das mit dem Gekrakel/wolkigen Sch... auch nicht anders. Und ich lebe immer noch ( Automatix:" Naja, leben?")
Nur das mit den Vorlagen solltest Du nicht so verstehen, dass Du genau diese Referenz, die Du da eingeplant hast auch findest. Lieber ein wenig freier damit umgehen und schauen wohin die Reise geht.

Innerhalb gewisser Grenzen ist das ja auch bei Aufträgen möglich.
Ich hab mal eine Workshop bei Alfons Kiefer gemacht, einem begnadeten Fotorealisten, der aber wirklich gar nichts ohne ganz genaue Fotovorlage gemalt hat. Das Zeug hat er dann meistens selber in der richtigen Lichtstimmung, Winkel, Brennweite fotografiert, sprich: vor einem Tag hat der gar nicht erst angefangen. Sicherlich eine andere Generation, aber letztendlich doch interessant wie sich die Arbeitsweisen ändern und auch weiter ändern werden was natürlich auf die Sehgewohnheiten abfärbt.

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Beitrag von schlummi » 1. Feb 2011, 12:18

ich finde schloss-drachen bild nicht so gut... was stimmt mit mir nicht? es wirkt auf mich flach, collage-artig... diese steife poser-puppen... bei der steile steigung sitzt die frau wie auf nem parkbank... die flügel, "default-drachenhaut" texturiert, sind durch absolute schärfe absolut statisch... "library"-bryce wasser, schloss, stein... da, wo mit nem dynamischen umhang bissl dramatik reinkäme, sehe ich "prinz charming" seidentuch...
auf "klasse" seite ist ne wirklich interessante komposition. da ist der mann wirklich beeindruckend bei allen seiner bilder. farben, licht... erstmal WOW! und dann sehe ich aufm werewolf bild so lieblos hingeklatschte steintexturen am fenster... :?

Chinasky
gelbe viecher sind 3d. ich wage zu behaupten z-brush. seine menschen sehen verdächtigt nach librarys von 3d.sk
wenn ich ErichSchreiner's preise annehme, wäre ein-mann-aufwand für so ein bild viel zu hoch. bei solchen jobs kriegt man von dem kunden viel "rohmaterial". z.b. figuren, gegenstände ausm spiel in 3d oder renderings. so dass man das alles nicht selbst machen muss. dann geht's zeitmässig bezahlbar.

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Beitrag von TituS » 1. Feb 2011, 13:28

@ china

keine sorge, bis auf aleksis figur waren alle schwarz weiß und hatten frontale posen. die jungs machen ja auch den lieben langen tag nichts anderes.... bei illustrationen geht es ja um andere bereiche und man steckt viel zeit in narrative dinge, farben, komposition - die ca-jungs rotzen einfach nur interessante shapes raus :)

ich guck mal wegen der fotos und schreib dir ne mail....

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