Adobe Software nur noch als Abo

maldietrich
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Adobe Software nur noch als Abo

Beitrag von maldietrich » 7. Mai 2013, 20:20

Bin ich die einzige die sich maßlos aufregt ab CS7, Adobe Software, allen voran Photoshop, nur noch in der Cloud als Abo bekommen zu können??
http://blogs.adobe.com/conversations/20 ... t-max.html
http://www.adobe.com/at/products/creativecloud/faq.html

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aeyol
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Beitrag von aeyol » 7. Mai 2013, 20:25

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JanSOLO
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Beitrag von JanSOLO » 8. Mai 2013, 11:34

Welche Personengruppen würden das Angebot wie nutzen? Das frage ich mich? :?

Es gibt schließlich Leute, die...

...eine Version des Bildbearbeitungsprogramm 10 Jahre nutzen können, weil es technisch ausreichend ist.
...nur mit PS Malen und die neusten Funktionen der Bildbearbeitung nicht brauchen.
...mit PS Bildbearbeitung betreiben und die neusten Funktionen als nützlich empfinden
...nur PS und vielleicht ein weiteres Adobe-Produkt brauchen, weil sie keine OpenSource Alternative finden.
...usw

Für mich ist es schwer das zu analysieren, wann sich das Abo lohnt.
Ich habe das Gefühl, dass es sich nur für Leute lohnt, die immer das Neuste haben wollen und für Leute die nur kurzzeitig die Software brauchen und intensiv damit arbeiten. Was ist aber mit den Privatleuten, die beispielsweise nur Zeit haben 4mal im Monat etwas mit PS zu malen?

Mit dem Einzelabo hat man in knappe 3 Jahre die aktuelle Vollversion von PS finanziert.
Mit dem Jahresabo aller Apps hat man die CS 6 standard mit 2 Jahren (im Sonderangebot) oder mit 3 Jahren (im Originalpreis) finanziert.
Mit dem Jahresabo aller Apps hat man die CS 6 master mit 4 Jahren Abo (im Sonderangebot) noch nicht ganz finanziert oder mit 5 Jahren Abo (im Originalpreis) noch nicht ganz finanziert.

Das sind aber nur Beispiele, die relativ wenig aussagen, weil es ja auf das Nutzungsverhalten ankommen wird. Z.b. könnten sich zwei Einzelabos parallel bei manchen eher lohnen als das Jahresabo aller Tools, da es ja je nach Zweck auch opensource Alternativen gibt. Hier stellt sich also die Frage, wie viel Adobe Software wird wirkllich gebraucht? Z.B. könnte jemand von Illustrator nur soviel nutzen, dass er auch mit Inkscape zurecht gekommen wäre. Ein andere würde von Illustrator wiederrum soviel Nutzen, dass er mit inkscape nicht ausgekommen wäre.

Das ist alles so schwer abzuschätzen. Auch der Vergleich, ob es für den Kunden günstiger oder teuerer wird, lässt sich nur schwer abschätzen. Z.B. die Upgradekosten, die es früher gab, müssen auch berücksichtigt werden. Und dann gab es ja immer unterschiedliche Preise der Software zu verschiedenen Zeiten.
Durchschnittlich wurde PS alle 20 Monate geupgradet. D.h. mit dem Einzelabo könnte man mindestens 2 Versionen von PS ausgiebig benutzen.

Wie werden sich die Profis verhalten? CS 3-6 solange wie möglich benutzen oder Angebot nutzen? Eine Statistik wäre nicht schlicht, wo man ablesen könnte, wie lange die Nutzer bei ihrer gekauften Version geblieben sind, bis sie eine neuere Version sich zugelegt haben.

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aeyol
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Beitrag von aeyol » 8. Mai 2013, 12:08

Interessant ist das Abo für Indesign, wo Abwärtskompatibilität ein Fremdwort ist.

Ansonsten klar, interessant ist es schon, immer mit der aktuellen Software arbeiten zu können. Aber ich habe auch den Eindruck, dass sich das Abo eher für Firmen anbietet als für Privatanwender.

Und braucht man als Privatanwender wirklich Photoshop?
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schlummi
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Beitrag von schlummi » 8. Mai 2013, 12:57

So sieht der nächste Schritt zu wahrem Kommunismus aus. Das verhasste Privateigentum auf Produktionsmittel wird endlich überwunden. Sehr schön, das wir es wirklich noch erleben dürfen. Es ist absolut ernst gemeint.

Zu Indesign würde ich noch Flash anreihen. Bzgl. Versionen-Inkompatibilität.

Mich hat Adobe schon 2 mal zum Thema abgefragt. Immer habe ich Cloud abgelehnt. Doch es gab wohl genug Menschen, die das toll fanden. In USA lief das schon seit v.5.5, glaub ich. Der Zukunft kann man nicht weglaufen... ;)

schindermichel
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Beitrag von schindermichel » 8. Mai 2013, 21:45

@JanSOlo:

Da legst du gleich ein ganze Hand in die ewige Adobe-Wunde: In meinen Augen hat Adobe es einfach verpasst (oder nicht nötig gehabt) mit ihren Flagschiffen eine klare Produkt-Stratgie zu verfolgen: Photoshop ist inzwischen eine eierlegende Wollmilchsau, die ja wirklich viele Dinge super kann, aber auch Altlasten von vor 10 Jahren mit sich herum schleppt. Ich behaupte mal dass ich Photoshop auf eine sehr vielfältige Weise nutze (Für Collagen, Fotobearbeitung, Malerei, Webgestaltung, etc), und trotzdem habe ich das Gefühl nur 50% dieses Monstrums wirklich zu nutzen.
Photoshop ist Standard und eigentlich unumgänglich, trotzdem ist es einfach zu "groß" – evtl. wäre ein Paket aus verschiedenen, spezialisierteren Anwendungen kunden- und auch innovationsfreundlicher. (Alleine eine durchgängige Befehlssystematik in der sog. "Adobe Suite" wäre schon mal ein echter Luxus)

Die neue Preisgestaltung via ABO ist in meinen Augen nichts anderes als der eiskalte Griff in den Kundengeldbeutel – zu einem Zeitpunkt an dem es keine nennenswerten Alternativen oder Schlupflöcher gibt.
Ich überlege nun schon länger – ich sehe für mich KEINE Chance dieses Abo zu umgehen und ich muss jetzt vermutlich deutlich mehr für meine Software ausgeben als in den letzten Jahren. Das treibt mich nicht in den Ruin, aber schön ist definitiv anders – und wenn Softwarekosten schon mal steigen sinkt auch gleichzeitig die Bereitschaft parallel Alternativen zu testen — ein Teufelskreis.

ich habe ca. jeden zweiten Upgrade-Sprung mitgemacht, in letzter Zeit nur noch unwillig, weil sich an der Design-Collection (PS, InDesign, Illustrator) so gut wie kaum nennenswertes verbessert hat und die Upgrade-Zyklen subjektiv immer kürzer wurden.

Ich war mal ein echter Adobe (Photoshop) Fan, inzwischen wünsche ich mit doch sehnlichst eine echte Konkurrenz für diese Krake.

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Remake...?
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Beitrag von Remake...? » 9. Mai 2013, 10:00

Hmm. Ich hatte bisher 3 PS Versionen. Die erste war PS7 und die anderen waren CS Versionen. Mir reicht das als private Person völlig, nur alle X Jahre eine neue Version zu leisten. Mit dem Abo ist das für mich einfach viel zu teuer.

Zudem habe ich Phasen, bei dem PS mal nen Monat liegen bleibt, weil ich Bock auf was traditionelles habe. Aber mit dem Abomodell muss man sich anscheinend mindestens einmal pro Monat anmelden, da sonst PS deaktiviert wird. Das ist doch dämlich ...

schindermichel
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Beitrag von schindermichel » 9. Mai 2013, 10:07

Hallo Remake,

es würde nur "deaktiviert" bleiben wenn du keine Netzverbindung hesrtellen kannst. in dem Moment wo der Konatkt zur Adobe Lizensierungsmaschine hertgesetllt ist läuft es ja wieder.

ich frage mcih wirklich welche Modelle Adobe für Privatanwedner bereithält? Ein Abo zu solchen Preisen ist für den Hobbybeztrieb doch völlig weltfremd?

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Remake...?
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Beitrag von Remake...? » 9. Mai 2013, 10:13

Ah ok, dann habe ich da etwas missverstanden. :D

Nun, für Privatanwender würde es immer noch Photoshop Elements geben. Habe ich persönlich aber noch nie benutzt, kenne da den Unterschied leider nicht.

Sneer
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Beitrag von Sneer » 11. Mai 2013, 23:00

Es gibt sicher viele Firmen, die davon provitieren, kleine Firmen und Freelancer dürften wohl weniger begeistert sein. Wer sein Mißfallen ausdrücken möchte, es gibt eine Petition dazu:

https://www.change.org/petitions/adobe- ... odel#share

Rinu
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Beitrag von Rinu » 25. Sep 2013, 10:58

Meiner Meinung nach ist das ein Riesenmist mit der Creative Cloud.

Chris Oatley und Matt Kohr (ctrl+paint) haben eine sehr interessante Diskussion zu dem Thema in diesem Beitrag http://chrisoatley.com/photoshop-cc/ (als Podcast zum anhören). Im Gegensatz zu anderen "Diskussionen" haben sie auch die negativen Dinge daran hervorgehoben.

Eines der Probleme die ich mit dem Modell habe, ist die Tatsache, dass man sich nicht "rauskaufen" kann aus dem Abomodell. Wenn man in 10 Jahren entscheidet, dass man Adobe-Software nicht mehr braucht und den Vertrag kündet, kann man die Software nicht mehr verwenden und auch die eigenen alten Projektdateien nicht mehr öffnen. Das ist eine faktische Abhängigkeit von Adobe für den Rest des Lebens.

Was passiert, wenn Adobe mal Konkurs geht oder verkauft wird und die entsprechenden Server abgestellt werden? Dann kannst du in der Kreativindustrie deine Firma innert 30 Tagen zumachen, weil du nicht mehr arbeiten kannst.

Was, wenn sie die Preise in einigen Jahren verfünffachen? Was, wenn die in 5 Jahren aktuelle Version auf deinem Rechner nicht mehr läuft? Das meine ich mit der Abhängigkeit von Adobe.

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Maidith
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Beitrag von Maidith » 26. Sep 2013, 13:25

Rinu hat geschrieben:Meiner Meinung nach ist das ein Riesenmist mit der Creative Cloud.

Chris Oatley und Matt Kohr (ctrl+paint) haben eine sehr interessante Diskussion zu dem Thema in diesem Beitrag http://chrisoatley.com/photoshop-cc/ (als Podcast zum anhören). Im Gegensatz zu anderen "Diskussionen" haben sie auch die negativen Dinge daran hervorgehoben.

Eines der Probleme die ich mit dem Modell habe, ist die Tatsache, dass man sich nicht "rauskaufen" kann aus dem Abomodell. Wenn man in 10 Jahren entscheidet, dass man Adobe-Software nicht mehr braucht und den Vertrag kündet, kann man die Software nicht mehr verwenden und auch die eigenen alten Projektdateien nicht mehr öffnen. Das ist eine faktische Abhängigkeit von Adobe für den Rest des Lebens.

Was passiert, wenn Adobe mal Konkurs geht oder verkauft wird und die entsprechenden Server abgestellt werden? Dann kannst du in der Kreativindustrie deine Firma innert 30 Tagen zumachen, weil du nicht mehr arbeiten kannst.

Was, wenn sie die Preise in einigen Jahren verfünffachen? Was, wenn die in 5 Jahren aktuelle Version auf deinem Rechner nicht mehr läuft? Das meine ich mit der Abhängigkeit von Adobe.
Ganz genau. Deswegen ist das Cloud-Modell für'n Arsch.

Ich habe vor Jahren Photoshop CS3 gekauft, und werde es so lange verwenden, bis es mit gar nix und niemandem mehr kompatibel ist, also vielleicht noch 5-10 Jahre.
Danach benutze ich ein anderes Programm, z.B. scheint Manga Studio eine tolle Alternative zu sein - und nicht mal teuer, selbst mit Versand und Zoll! Vor kurzem habe ich es direkt vom Hersteller in den USA gekauft und male jetzt fleißig damit, und liebe es.
Vielleicht gibt es gerade wegen den Nachteilen der Cloud in ein paar Jahren noch mehr ernstzunehmende Alternativen zu Adobe-Programmen!

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 4. Okt 2013, 12:16

Die Cloud ist ja so sicher... :D
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

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Beitrag von Chris! » 4. Okt 2013, 18:31

Wobei man fairer weise eingestehen muss, dass die beiden Sachen wahrscheinlich nicht viel miteinander zu tun haben: ich glaube nicht dass Adobe den entwendeten Quellcode der Creative Cloud oder die Kreditkarten-Daten in der Creative Cloud abgelegt hatte (Zumal die Haupt-Kritik an der CC ja nicht die Cloud-Anbindung als solche ist, sondern das Abo-Modell).

Aber Schadenfreude ist natürlich trotzdem was schönes :D

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ShivOr
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Beitrag von ShivOr » 4. Okt 2013, 19:33

Naja einer der lächerlichen Begründungen war ebenfalls, dass sie die Raubkopien eindämmen wollen und geholfen hat es natürlich kein Stück, wenn man sich etwas im Netz umschaut findet man haufenweise gecrackte Photoshop CC Versionen und mit dem Abomodell werden wohl auch mehr Leute darauf zurückgreifen.

Schade das es bisher noch keine gute Alternativen gibt. Illuststudio wäre zwar ein Anfang gibts allerdings nur in Japn, wenn ich mich nicht irre.

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 4. Okt 2013, 19:59

Chris! hat geschrieben:ich glaube nicht dass Adobe den entwendeten Quellcode der Creative Cloud oder die Kreditkarten-Daten in der Creative Cloud abgelegt hatte (Zumal die Haupt-Kritik an der CC ja nicht die Cloud-Anbindung als solche ist, sondern das Abo-Modell).
Das Abo-Modell setzt aber praktisch doch voraus, daß man denen seine Kreditkarten-Daten gibt, oder? (Ich bin in der Hinsicht ein Hinterwäldler und benutze keine Kreditkarte...)
Einmal bezahlen - am besten in der steinzeitlichen analog-cash-Variante ;) - ist halt was anderes als ein Abo.
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

Chris!
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Beitrag von Chris! » 4. Okt 2013, 20:16

ShivOr hat geschrieben:Schade das es bisher noch keine gute Alternativen gibt.
Ja, das ist echt schade.
Chinasky hat geschrieben:Das Abo-Modell setzt aber praktisch doch voraus, daß man denen seine Kreditkarten-Daten gibt, oder? (Ich bin in der Hinsicht ein Hinterwäldler und benutze keine Kreditkarte...)
Einmal bezahlen - am besten in der steinzeitlichen analog-cash-Variante ;) - ist halt was anderes als ein Abo.
Da ist natürlich was dran. Aber wenn man sich eine Creative Cloud Prepaid-Karte für das Monats-Abo an der Supermarkt-Kasse kaufen könnte, würde das das Abo-Modell wirklich "besser" machen?

Chinasky
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Beitrag von Chinasky » 5. Okt 2013, 00:44

Chris! hat geschrieben:Aber wenn man sich eine Creative Cloud Prepaid-Karte für das Monats-Abo an der Supermarkt-Kasse kaufen könnte, würde das das Abo-Modell wirklich "besser" machen?
Bin mir da nicht so sicher. Ich hab mir diese Diskussion angehört, auf die Rinu verlinkt hatte. Für Einsteiger dürfte das Abo-Modell erstmal interessant sein und wenn die Preispolitik so, wie momentan geplant, moderat bleibt, lohnt sich das Abo sicherlich für einige. Daß jeder, der professionell mit den Progs arbeiten will, das Abo nutzen muß, ist natürlich kacke. Das Argument aus der Diskussion, daß diese Tendenz, die Leute auf Abos zu verpflichten, statt die Software zu verkaufen, auch was mit der Softwarepiraterie zu tun haben könnte, ist allerdings auch nicht von der Hand zu weisen.

Man sollte da vielleicht erstmal ein Weilchen abwarten, wie sich die ganze Sache entwickelt. Zum Öffnen von Dateien eine ältere PS-Version behalten und das Abo in ein, zwei Jahren (je nachdem, wann man unbedingt das Gefühl hat, die neuen Features zu brauchen) ausprobieren... Bleibt die Frage nach der Abwärtskompatibilität von Dateien...

Also ich werd mir das Abo nicht so schnell zulegen - da lass ich die early adopters oder wie man die nennt, mal voranstiefeln und das Terrain erkunden. :D

Zu den anderen Adobe-Anwendungen kann ich nicht viel sagen, da ich die praktisch nie nutze.
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

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JanSOLO
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Beitrag von JanSOLO » 5. Okt 2013, 16:12

Das Mittelalter kommt wieder.

Das ist im Grunde nix anderes als der mittelalterliche Feudalismus mit seinem Lehnwesen.
Statt ein Feld vom Lehnsherr zu pachten, was man zum Leben gebraucht hat, pachtet der Vasalle von heute die Software, die er braucht. Ein moderne Nutzungsvertrag ersetzt die Lehnstreue, die dann auch die Abgaben an den Lehnsherr regeln. Übrigens war die Lehnstreue dafür da, damit der Bauer sich in Abhängigkeit vom Lehnsherrn setzt.

:wink:

bloodpanic
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Beitrag von bloodpanic » 5. Okt 2013, 23:08

Die Sache ist einfach die - die Kunden an denen Adobe das Geld verdient, sind diejenigen die schon immer geupdatet haben.
Große Agenturen und andere Unternehmen, bei denen es auch teilweise eine Prestige-Sache ist,
immer mit der aktuellsten Technik zu arbeiten. Spätestens alle 2 Jahre neue Macs (auch weil das Leasing ausläuft)
und natürlich auch immer die neueste Software. Weil man das auch seinen Kunden erzählen kann,
die wissen das Adobe state of the art ist. Dann führt man die durch seine schicken Designer Büros
und kann erzählen "natürlich arbeiten wir nur mit den neuesten iMacs und der aktuellsten Adobe Software,
viel hilft viel blablabla"

Aber woher wissen die Menschen das? Woher weiß jeder dass Adobe state of the art ist, dass adobe der ubershit ist,
dass sie die geilste Software machen, warum haben sie so einen hohen Bekannheitsgrad?
Wieviele Softwarefirmen haben einen vergleichbaren Bekanntheitsgrad?
Vor allem wenn sie so extrem spezialisierte Produkte herstellen?
Mein Vorwurf: Adobe unterstützt schon seit Jahren aktiv die Software-Piraterie,
wenn sie nicht sogar selber die Cracks online stellen, unterstützen sie es zumindest
soweit dass sie praktisch nichts gegen Piraterie unternehmen und die Methoden mit denen sie einen Schutz vorgaukeln,
spielend einfach zu umgehen sind.

Und wie profitieren sie davon?
Das Geld steckt wie gesagt dort, wo sie es eh herkriegen. Und die Piraterie bringt das Produkt zu denjenigen,
die es sich niemals leisten könnten/wollten, die es dadurch noch cooler finden und die fleißig an der Mundpropaganda
arbeiten und das Produkt und den guten namen Adobes pushen und überall verbreiten.
JEDER weiß was Photoshop ist und die meisten wissen auch dass Adobe dahinter steckt.
Nicht weil jeder weiß womit Profis arbeiten - aber weil jeder jemanden kennt der es sich irgendwo illegal besorgt hat,
und damit in high-end produktion seine Urlaubsfotos pimpt. Weil jeder irgendwann gehört hat
"Yeah man, das ist krasses zeug, damit arbeiten die profis, kostet mehrere tausend euros der shizzle,
da brauchste kein talent oder können, macht alles das Programm, ist wie CSI alta. Aber ich habs,
weil ich saucool bin, und weiß wie man an den besten stoff rankommt"
So rollt man das Feld von hinten auf und verteidigt seinen guten Namen an allen Fronten,
wenn alle irgendwann gehört haben dass Adobe das beste ist, dann ist Adobe auch das beste, sagen ja schließlich alle.
Und dann kann und will sich auch kein Profi mehr erlauben NICHT mit Adobe zu arbeiten, man will ja nicht dass
irgendwer dann sagt "Wie jetzt, du arbeitest mit Corel? Quark? Wasn das? Dachte du wärst Profi?
Kauf dir doch erstmal richtige Software bevor du mir was von Profi erzählst"

Das Konzept macht Sinn. Nun hat man sein Produkt an die Bedürfnisse der wichtigsten Klientel angepasst,
die sich eh schon immer Melken ließen, werden jetzt noch effektiver gemolken,
die Image-Maschinerie läuft gleichzeitig immernoch auf hochtouren (man müsste meinen dass es durch die Cloud
schwieriger wird die Software zu cracken, es ist aber immernoch lächerlich einfach und war schon quasi zeitgleich
mit der Kaufversion online) und alles was dazwischen ist, also freiberufliche Kreative, kleinere Unternehmen usw.,
können/müssen sich entweder leisten mitzuziehn oder haben eh noch nie mit legaler Software gearbeitet.
Alle anderen die sich das Abomodell nicht leisten wollen/können, die aber auch kein Bock
auf den illegalen Mist haben - tja, die haben pech gehabt, aber den verschwindend kleinen Teil braucht Adobe auch nicht,
da heißt es dann "friss oder stirb".

Ich möchte damit keinesfalls Softwarepiraterie gutheißen, empfehlen, unterstützen oder sonstiges,
ich denke nur dass es irgendeinen Grund haben muss, dass man an jeder Ecke Adobe Produkte runterladen kann,
und Adobe quasi NICHTS dagegen unternimmt und sich auch nicht groß sorgen darum zu machen scheint,
daher macht das für mich doch irgendwie Sinn, wenn ich mir ansehe wohin Adobe gleichzeitig mit seiner Verkaufsstrategie steuert.

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ThomasVeil
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Beitrag von ThomasVeil » 6. Nov 2013, 18:48

Kommt noch dazu das Anfänger sich an die Crack-Versionen gewöhnen, und sobald sie professioneller werden dann dabei bleiben - und sich deren Firmen dann die Vollversionen zulegen. Das ist denen bei Adobe auch ziemlich bewusst, denk ich. Sonst würden die, falls sie Anfänger ausschliessen, auf lange sicht gegen Open Source an Boden verlieren.

Hatte letztens mal bei Gimp vorbei geschaut. Das sieht dem Photoshop schon zum verwechseln ähnlich. Zumindest "von Aussen". Die können wohl jetzt PSD's öffnen. Und haben sogar Puppet-Warp und so fortgeschrittene Funktionen.

Zur Zeit experimentieren die auch mit Crowd-Funding für spezielle Funktionen. Wie einem Symmetrie-zeichenmodus. Das wäre schon cool. Bei den Brushes haben sie auch so einiges was PS nicht zu bieten hat - wie animierte Pinsel.
Bei den Pinseleinstellungen und den Ebenen haperts dann doch. Hat jemand mehr ausführliche Erfahrung?

Mir wäre es 10 mal lieber mein Geld monatlich an Gimp zu geben... dann haben selbst arme Künstler sogar noch was davon, und nicht nur Adobe-CEO's.
webseite: http://www.oxpal.com - mein patreon projekt: https://www.patreon.com/oxpal

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Beitrag von Thorsten » 7. Nov 2013, 18:14

ThomasVeil hat geschrieben:Kommt noch dazu das Anfänger sich an die Crack-Versionen gewöhnen, und sobald sie professioneller werden dann dabei bleiben - und sich deren Firmen dann die Vollversionen zulegen. Das ist denen bei Adobe auch ziemlich bewusst, denk ich. Sonst würden die, falls sie Anfänger ausschliessen, auf lange sicht gegen Open Source an Boden verlieren.
Dazu passt, dass Adobe ausgediente Programmversionen offen ins Netz stellt, alle Downloadschranken abbaut, Seriennummern gleich beigibt, Anfragen von Fachjournalisten dazu ignoriert, und dann, wenn die frohe Botschaft sich verbreitet hat, die Nutzung scheinheilig verbietet. Ich kann mir nicht helfen, ich werde den Eindruck nicht los, dass diese "Raubkopien" von Adobe gewollt sind. Mein Bauchgefühl schreit: "Unlauterer Wettbewerb!" Aber mein Bauch ist kein Anwalt.

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Duracel
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Beitrag von Duracel » 10. Nov 2013, 17:50

JanSOLO hat geschrieben:Das Mittelalter kommt wieder.

Das ist im Grunde nix anderes als der mittelalterliche Feudalismus mit seinem Lehnwesen.
Statt ein Feld vom Lehnsherr zu pachten, was man zum Leben gebraucht hat, pachtet der Vasalle von heute die Software, die er braucht. Ein moderne Nutzungsvertrag ersetzt die Lehnstreue, die dann auch die Abgaben an den Lehnsherr regeln. Übrigens war die Lehnstreue dafür da, damit der Bauer sich in Abhängigkeit vom Lehnsherrn setzt.

:wink:

Sehr guter Vergleich! Vielen Dank dafür, du hast damit mMn den Nagel auf den Kopf getroffen und ich liebe es, wenn solche Querverweise aufgedeckt werden. Auch gerade, weil damit weitergehende Probleme aber auch Lösungen in der Geschichte zu finden sind.
Oder es auch einfach dabei hilft, die Welt besser zu verstehen und vielleicht auch das "tiefe Mittelalter" nicht mehr ganz so "von oben herab" betrachtet wird.
Ziel ist, woran kein Weg vorbeiführt.

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Beitrag von schlummi » 10. Nov 2013, 18:41

@Duracel
Duracel hat geschrieben:
JanSOLO hat geschrieben:Das Mittelalter kommt wieder.

Das ist im Grunde nix anderes als der mittelalterliche Feudalismus mit seinem Lehnwesen.
Statt ein Feld vom Lehnsherr zu pachten, was man zum Leben gebraucht hat, pachtet der Vasalle von heute die Software, die er braucht. Ein moderne Nutzungsvertrag ersetzt die Lehnstreue, die dann auch die Abgaben an den Lehnsherr regeln. Übrigens war die Lehnstreue dafür da, damit der Bauer sich in Abhängigkeit vom Lehnsherrn setzt.

:wink:

Sehr guter Vergleich! Vielen Dank dafür, du hast damit mMn den Nagel auf den Kopf getroffen und ich liebe es, wenn solche Querverweise aufgedeckt werden. Auch gerade, weil damit weitergehende Probleme aber auch Lösungen in der Geschichte zu finden sind.
:D
Auch wenn ich den Vergleich nicht zutreffend finde, nehmen wir an, es wäre so. Offensichtlich fallen Dir irgendwelche Merkmale auf, die mir nicht auffallen. Es würde mich sehr interessieren welche Lösungen aus der Geschichte in diesem Fall zutreffend wären? :?

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Kobar
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Beitrag von Kobar » 10. Nov 2013, 22:46

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Erinnert mich auch irgendwie an die ganze Saatgutdebatte... Nur dass "freies" Saatgut (siehe Gimp) in unserem Falle doch etwas leichter zu beschaffen ist.
"Ratschläge erhalten sie von Mikes Großvater, der aus dem Jenseits per Hologramm mit ihnen kommuniziert."

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