DIGITALART - Was?

MartinH.
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Beitrag von MartinH. » 5. Okt 2007, 13:16

Meiner Meinung nach gibt es zum Programme lernen nichts besseres als Trial & Error. Also wenn du dir z.B. die Photoshop Trial runterlädst, nimm dir der reihe nach jedes tool vor und probiere es aus. Klar könnte man dir das auch alles im einzelnen erklären, aber ich bezweifle das du dir das dann auf Dauer merken könntest. Die selbstgewonnenen Erkenntnisse hingegen prägen sich gut ein und werden schnell zu intuitiv abrufbarem Wissen.
Die Hilfe die man von anderen braucht geht meist eher in die Richtung "wissen wonach man suchen muss". Ich hab z.B. bei einem Kurs im Studium erfahren das man in InDesign CS 2 für Textrahmen eigene Grundlinienraster definieren kann. Als ich das wusste hatte ich es schnell gefunden, aber von alleine wäre ich da wohl nie drüber gestolpert. In Photoshop kommst du allerdings sehr weit, indem du einfach die Tool Palette mit den kleinen Symbolen und die ganzen Menüs der Reihe nach ausprobierst. Wenn du irgendwas dann gar nicht checkst, dann kannst du immernoch hier Fragen. Aber wenn ich dir jetzt schreibe "mit dem Gradienten Tool kannst du eine Linie ziehen entlang der dann ein Gradient mit den von dir eingestellten Eigenschaften angelegt wird", dann bringt das meiner Meinung nach nichts. Es wär effektiver sich über Dinge zu unterhalten, die man nicht so leicht durch ausprobieren rausfindet. Wie z.B. das das Fingerpainting Feature vom Smudge tool verbuggt und unberechenbar ist und desswegen nicht funktioniert, wenn man Strength auf Pen-Pressure setzt und das das Smudge tool viel performanter wird und neue Effekte erzielt, wenn man das Spacing aus stellt. Für solche Sachen hatten wir mal einen Tips und Tricks Thread. Ich weis aber nicht, ob das noch im alten Forum war.
Ich würde dir raten einfach mal mit der Photoshop Trial (oder Student Edition, die ist ja verhältnismäßig günstig) stumpf ein Dutzend Tutorials nachzumachen. Schrifteffekte, Photoretuschen, wie macht man einen Planeten aus Filtern, usw. Davon sind 95% zwar später völlig nutzlos und sehen katastrohpal scheiße aus, aber damit lernst du wahrscheinlich neue Tools und Arbeitschritte kennen und vor allem lernst du, das oft der weg zum Ziel über umwege führen muss, an die man gar nicht gedacht hätte. Das schult das systematische Denken und hilft dir später bei eigenen Projekten auch mal ein paar Schritte im Vorraus und um zwei Ecken denken zu können.

Photoshop
Bald ist Weihnachten ;).

MartinH.
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Beitrag von MartinH. » 5. Okt 2007, 13:44

Ja, aber dann musst du sie auch konkret Stellen.

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Beitrag von digitaldecoy » 5. Okt 2007, 14:09

alex_d und MartinH. haben vollkommen Recht - ohne Fragen gibts auch nichts zu sagen. Ich würde schon alleine deshalb immer auf eine Frage bestehen, da sich viele Probleme oft schon von selbst lösen, wenn man nur die richtige Frage gefunden hat.

Zum Thema Gradienten:

Ich persönlich halte Gradienten für ein sehr wichtiges und beachtenswertes Gestaltungsprinzip. Das große Problem ist, dass viele den Begriff "Gradient" mißverstehen als Farbverlauf bzw. das Gradient-Werkzeug in Photoshop. So ist das aber überhaupt nicht gemeint.

Als Gradient würde ich jegliche Form von Übergang zwischen zwei oder mehreren Qualitäten jeglicher Art bezeichnen. "Qualitäten" wären in diesem Zusammenhang Dinge wie - klar - Farbe, aber auch Größe, Weichheit, Anzahl, Trockenheit, Länge, etc.

Schaut man sich die Welt an, dann steckt sie voller Gradienten. Das Licht sorgt für zahlreiche Gradienten - den Farbverlauf im Himmel, den Farbverlauf im Shading auf Objekten, die Farbverläufe von weichen Schatten. Die Witterung sorgt für einen breit gefächerten Gradienten vom soliden Felsen, über den Felsbrocken, über Steine, über Schotter, über Kiesel, über Sand, über Silt bis hin zu Ton:

Bild

Um Mal bei diesem Beispiel direkt zu bleiben - wo ist hier jetzt der Gradient? Der Clou ist, dass hier gleich mehrere Gradienten gleichzeitig zu beobachten sind. Der erste Gradient ist die Größe - sie nimmt immer weiter ab. Der zweite Gradient ist die Anzahl - sie nimmt immer mehr zu. Dann kommen noch weitere Gradienten hinzu wie z.B. Farbe - von einfarbig nach mehrfarbig bis zurück zu scheinbar einfarbig (Sandkörner haben alle unterschiedliche Farben, mitteln sich aber visuell zu einer Gesamtfarbe). Nächster Gradient: Schroffheit - die Gebilde werden immer runder. Nächster Gradient: Haptik - vom knallharten Felsen, über den glatten Kies hin zum weichen Sand.

Oder hier:

Bild

Gradienten, die ich hier vorfinde:

Farbe: dunkelblau, türkis, weiss, dunkler Sand, heller Sand, Vegetation
Haptik: flüssig, aufgeschwemmter glatter Sand, trockener feiner Sand, gröberer Sand, Erdboden/Pflanzen
Kinetik: ruhig bewegt, strömend bewegt, brechende Wellen, schwappendes Wasser, fließender Sand, unbewegter Sand, wiegende Pflanzen
Optik: glatt reflektierend und transparent (Wasser), aufgewühlt schaumig diffus (Brandung), glattgestrichen halbreflektierend (nasser Sand), diffus zerklüftet (trockener Sand), komplex transluzent und vielförmig (Pflanzen)

Die ganze Welt ist voller Gradienten. Ich würde dazu neigen zu behaupten, dass die Natur von ihrer grundsatzlichen Struktur her zur Ausbildung von Gradienten neigt. Die oben abgebildete Reihe von Steinen z.B. entsteht durch den Verwitterungsprozess auf der Erde im Zusammenhang mit der Schwerkraft. Wer sich das geologische Profil einer Landschaft vom höchsten Gipfel bis hin zum Meeresstrand anschaut, wird sehen, dass die oben gezeigten Objekte (Felsen, Steine, Kies, Sand...) in einer bestimmten Sortierung vorliegen. Felsen sind häufig im Gebirge und werden zum Meer hin immer seltener (weil sie durch Erosion und die Flußläufe nicht so schnell und weit transportiert werden). Je kleiner sie Steine, desto weiter werden sie zum Meer transportiert. In das Meer selbst gelangt am Ende nur Sand und feinere Teilchen (Silt, Ton). Wer glaubt, dass der Sand am Meer durch den Wellengang vor Ort entsteht, der täuscht sich. Der größte Teil stammt aus den Gebirgen und wird ständig durch Flüsse antransportiert und durch Strömungen abtransportiert und an die Küsten verteilt.

Aber das ist schon zu viel Geologie

Worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, dass der Verlauf von Gradienten in der Regel von den natürlichen Gesetzmäßigkeiten bestimmt wird. Oben habe ich die Gesetztmäßigkeit beschrieben, nach der sich Felsen und Steine auf die Landschaft verteilen (stark vereinfacht natürlich). Aber zahlreiche andere Gradienten formen sich ebenfalls nach Gesetzmäßigkeiten.

Tierfell kann z.B. an exponierten Stellen lang und struppig sein und geht dann an geschützeren Stellen über in weicheres, kürzeres und oft auch andersfarbiges Fell.

Blätter sind außen am Baum oft heller, weil sie frisch nachgewachsten sind. Zum Inneren des Baumes hin werden die Blätter größer und dunkler (bei Nadelbäumen oft gut zu beobachten).

Auf Feldern kann man oft beobachten, wo der Boden nährstoffreicher ist. Dort wachsen die Halme höher oder schneller und fallen dann zu allen Seiten ab.

Es geht mir darum, dass man mit Gradienten die Gesetze der Natur zum Audruck bringen kann. Ein Tier, welches überall exakt gleich langes und gleich gefärbtes Fell hat, sieht nicht so gut aus, wie eines mit natürlich gewachsenem Fell. Diese Gesetze sind ein Teil der Schönheit der Natur und Schönheit ist es, die wir im Endeffekt darstellen wollen. Ein Berghang sieht um so viel schöner aus, wenn die Felsen nicht einfach wahllos rumliegen, sondern wenn sie logisch sortiert sind.

Klar, das Salz in der Suppe sind dann die Ausbrüche von der Regel. Der Findling, der an der Küste liegt oder die behaarte Warze auf einer nackten Hautpartie. Aber auch für diese Ausnahmen von der Regel gibt es Gründe (Im Falle des Findlings z.B. Gletscher, die ihn an diesen Ort transportiert haben) und ganz wichtig dabei ist, dass die Besonderheit erst dann einen echten ästhetischen Reiz hat, wenn sie von der Regel konstrastiert wird. Ein Findling, der mitten in einer wahllosen Anordnung von Felsen liegt ist im Endeffekt nicht so interessant, wie ein Findling, der an einem Ort liegt, wo die natürlich Ordnung eigentlich gar keine großen Steine vorsieht (was man dann in der Umgebung entsprechend visualisieren sollte).

Ich will jetzt gar nicht dazu auffordern, bei jedem Bild alle Naturgesetze zu prüfen und abzubilden oder Motive rein nach Checkliste zu gestalten. Aber genau wie der goldene Schnitt ein natürliches ästethisches Prinzip ist, sollte man auch das Prinzip der Gradienten als ein System begreifen, welches zur Schönheit eines Motives beiträgt, wenn es richtig angewandt wird. Es ist eine weitere Möglichkeit, den Dingen Sinn zu verleihen.

Nur Mal als Beispiel, wo ich bewusst selbst schon Gradienten in Bildern angewandt habe:

Bild

Für die Axt vom Firelord aus meinem Bild 'Rise of the Firelord' habe ich mir die beiden Extreme "heißes, geschmolzenes Metall" und "kaltes, hartes Metall" vor Augen gehalten und habe versucht, über den Verlauf des Axtgriffes einen Gradienten zwischen diesen beiden Punkten zu erzeugen. Dabei waren folgende Gradienten für mich wichtig:

Farbe: Gelb/Orange - Orange mit dunkleren Flecken - dunkel mir Orangen Flecken - dunkel
Material: selbstleuchtend - selbstleuchtend mit matten Flecken - metallisch leicht glänzend mit selbstleuchtenden Rissen - metallisch glänzend mit hellem Specular.

Das gleiche Gradientenpaar findet sich dann außerdem noch in der Lavaumgebung wieder.

Klar, man hätte das auch malen können, ohne einen Gedanken an Gradienten zu verschwenden. Ich wollte hier aber tatsächlich gezielt mehrere Zustände der Axt (fast geschmolzen bis hin zu ausgehärtet) darstellen um eine zeitliche Komponente in das Bild zu bringen. Zeit ist nämlich vielleicht der ultimative Gradient.

Ich würde mich freuen, wenn es mir gelungen wäre, meine Ansichten zu dem Thema einigermaßen verständlich zu machen und hoffe, dass in Zukunft vielleicht etwas differenzierter mit dem Thema Gradient umgegangen wird.

EDIT

Ein Gedanke, der mir gerade noch in den Sinn kommt ist, dass die Sache mit den Gradienten auch viel mit Konstrasten zu tun hat. Gradienten sind quasi die Übergänge zwischen Kontrasten, die irgendetwas gemeinsam haben. Vielleicht (vorsicht - wilde These) könnte man auch sagen, dass ein Kontrast (muss jetzt nicht Farbe sein, kann auch Größenkonrast, Schärfekontrast etc. sein) dann besonders gut funktioniert, wenn zwischen den Kontrastpartnern auch ein Gradient denkbar wäre, dieser aber ausgelassen wird. Hmm, da muss ich nochmal eine Weile drüber nachdenken...
Zuletzt geändert von digitaldecoy am 5. Okt 2007, 14:33, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitrag von aeyol » 5. Okt 2007, 14:27

@digitaldecoy
aaachso! *pling*

@simplicitas
Solange Du Dir PS noch nicht leisten kannst, schau Dir mal kostenlose Software aus dieser Liste an: Painting Software-Empfehlungen
Für strukturierte Oberflächen kannst Du natürlich mit mehreren Ebenen arbeiten, in die Du abfotografierte oder sonstwie erstellte Strukturen einfügst und die noch mit einem alternativen Ebenenmodus versiehst (PS ist dafür nicht von Nöten, andere Software kann das auch). Aber Du kannst Dir ja auch eigene Pinselspitzen erstellen, mit denen Du bestimmte Strukturen erzielen kannst. Hab gerade keine Zeit das zu erklären, hängt ja auch davon ab welche Software Du nun letztendlich benutzen wirst. Vielleicht weißt Du das ja auch schon. ;)
Wenn ich kein Frosch wär´, könnten Vögel fliegen.

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Beitrag von digitaldecoy » 5. Okt 2007, 14:28

Merkst Du was, simplicitas? Deine Verwirrung ist anscheinend so groß, dass Du nicht Mal in der Lage bist, eine klare Frage zu stellen.

Also, ich zumindest habe Deine Frage nicht verstanden. Meinst Du, Du kannst sie noch etwas deutlicher formulieren?

Ich meine, Du willst anscheinend wissen, wie man eine Struktur/Textur in Photoshop malt, Deine gemalte Krabbe oben hat jedoch schon eine Struktur, die Du offensichtlich gemalt hast. Also, wo ist Dein Problem?
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Beitrag von digitaldecoy » 5. Okt 2007, 14:39

Na also, das ist doch Mal eine verständliche Frage. Allerdings auch eine sehr umfangreiche. Im Endeffekt fragt Du nämlich, wie es möglich ist, alle visuellen und haptischen (-> wie es sich anfühlt) Eigenschaften eines Objektes auf dem Papier (oder dem Canvas) abzubilden.

Nun, da spielen eine ganze Menge Dinge mit rein. Du musst die Plastiziät des Objektes durch eine richtige Beleuchtung herausarbeiten. Du musst das Oberflächenverhalten eines bestimmten Materiales immitieren - wie sich Highlights darauf bilden etc. All diese Eigenschaften zusammen ergeben ein Gesamtbild, welches wir dann visuell interpretieren. Um einen Einstieg in diese komplexe Materie zu finden, empfehle ich Dir das berühmte Tutorial von Prometheus ANJ

Dort wird z.B. beschrieben, wie man bestimmte Oberflächeneigenschaften visualisiert.
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Beitrag von digitaldecoy » 5. Okt 2007, 15:40

In dem verlinkten Bild sind, meiner Einschätzung nach, eine Menge Foto-Elemente verwurstet. Aber ja, man kann sowas auch malen.
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MartinH.
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Beitrag von MartinH. » 5. Okt 2007, 15:58

Sehr wertvolle Erkenntnis. Du musst einfach mehr machen.
Wenn ich dir einen Tipp geben darf:
http://www.digitaldecoy.de/forum_digita ... ;f=2;t=727
Alles durchlesen, alles abmalen :).

kaktuswasser
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Beitrag von kaktuswasser » 5. Okt 2007, 16:26

Daniel: interessanter Gedanke bezüglich Gradienten. Ist es nicht so, dass im Prinzip jeder Kontrast als Gradient darstellbar wäre? Dann würde die stärke eines Kontrastes sozusagen durch die "Gestauchtheit" oder Skalierung des Gradienten beschrieben werden.

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Beitrag von Duracel » 5. Okt 2007, 17:25

Warum so kompliziert? Gradienten sind einfach schlicht der Kontrast zum Kontrast ... eine Veränderung der Dinge ohne darauf zeigen zu können wo sie stattfindet.
Wenn Kontrast "hard edge" ist, dann ist der Gradient "no edge"(bzw. die Kanten sind auf möglichst niedriger Ebene; das Gradienttool verschiebt es bis in den atomaren Pixelbereich). Und wenn einem Zeichnung und den Zwischenraum ausfüllende Gradienten im Bild zu langweilig sind, dann packt man an manche Stellen zum Kontrast noch "soft edges" hinzu.


Ich würde übrigens widersprechen wollen, dass man "einfach mehr machen" müsse ... wer immer nur im Kreis läuft kommt nirgends an. Wer allerdings auf Dauer stillsteht, dem geht es ähnlich. ;)
Vielleicht hilft uns da folgendes bekanntes Zitat aus dem Faust die Sache etwas klarer zu betrachten:

"Was du ererbt von deinen Vätern hast
Erwirb es, um es zu besitzen."


Es liegt immer eine Diskrepanz zwischen dem vermeintlichen Wissen durch Informationsaustausch und dem wahrhaften Wissen aus eigener Erkenntnis.
Und meiner Erfahrung nach kommt man nicht umhin sich möglichst viel des Allgemeinwissens selbstständig im Arbeits-/Lern/Entwicklungsprozess zu verinnerlichen.
So ist es nur natürlich, wenn man die Dinge für sich neuentdeckt; und auch wenn es gesamtgesellschaftlich ein alter Hut sein mag und die Leute abwinkend feststellen, dass es das schon vor 100 Jahren gab ... wer sein Fundament aus Halbwissen aufbaut läuft Gefahr, dass der Turm auf halber Höhe instabil wird. Deswegen wird derjenige, der hoch hinaus will, nicht umhin kommen, stetig einen Blick auf die profan Ebenen zu werfen oder gar im Boden zu wühlen und alte Leichen auszugraben(wie seinerzeit unser guter Leonardo); was die Mitmenschen in den meisten Fällen verpönen.
Ziel ist, woran kein Weg vorbeiführt.

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Beitrag von MartinH. » 5. Okt 2007, 18:07

simplicitas hat geschrieben:Das schaff ich doch nie o.O
zudem hab ich kein 3D Programm^^, was man allerdings bestimmt nicht braucht.
Doch, du musst und kannst es schaffen. Du hast alles was du brauchst. Open Canvas oder Artweaver und ein simpler runder Pinsel mit Deckkraft die über den Stiftdruck gesteuert wird, sind alles was du brauchst. Ein Grafiktablet hast du nehm ich an.
Und von den noch aktiven Bildlinks in dem Thread ist kein einziges dabei, für das ein 3D Programm eingesetzt wurde oder nötig wäre.
Du musst jetzt einfach nur deine Faulheit und vor allem Ehrfurcht vor der Materie überwinden und die Dinger abmalen. Da die Aufgabe prinzipiell ziemlich öde ist, wirst du den geistigen Leerlauf wahrscheinlich automatisch damit überbrücken, das du die Lichtsituationen und Materialeigenschafen logisch durchdringst (vor dem Hintergrund des Basiswissens aus dem Art Tutorial von ANJ|Prometheus).
Überleg mal wie viel Zeit und Arbeit Digitaldecoy in seinen Post gesteckt hat. Dafür kann man so einige Kugeln malen. Es ist unhöflich immer nur zu Fragen, aber dann nicht selber ranzuklotzen.

In deinem nächsten Post will ich eine Kugel sehen, sonst les ich ihn gar nicht erst :P :D.

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Beitrag von IronCalf » 5. Okt 2007, 19:23

Das war ja ein aufregender Nachmittag :D

DanieL: wieder mal sehr philosophisch und schön. Von dir gibts jetzt ja schon einige Posts dieser Art (immer mit diesen geilen anschaulichen Beispielen) in verschiedenen Threads - die müssten wir mal alle zusammentragen.

MartinH: Ja, geiler Thread - der wurde aber hier im neuen Forum auch schon weitergeführt glaub ich (ganz am anfang mal.. ich such ihn dann später)

Edit: Hier ist er: Material World
Vergesst niemals, dass sich auch der stärkste Mann aufs Kreuz legen lässt. Diesen Fehler machte Gott, als er auf die Erde kam.

Art must be "A" work or its not art. Art won't shine your shoes, fuel your car, or feed your cat.
Therefore: ART HAS NO REASON TO EXIST, OTHER THAN THAT IT BE WELL MADE. - Stapleton Kearns
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Mein Personal Showroom: http://www.digitalartforum.de/forum/vie ... 0&#a117960

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Beitrag von MartinH. » 5. Okt 2007, 19:32

@IronCalf: Ja, stimmt, Danke. Hab ihn rausgesucht:

http://www.digitalartforum.de/forum/viewtopic.php?t=524

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Beitrag von jaymo » 6. Okt 2007, 13:35

Besonders wichtig ist es, die Dinge nicht nur mit den Augen oder dem Gehirn anzufassen. Besonders eindrucksvoll war das für mich beim Modellieren mit tatsächlicher Masse. Man begreift (im wahrsten Sinne) dabei Volumen viel besser und nachhaltiger. So würde ich empfehlen, jedes theoretisch erlangte Wissen sofort in möglichst unterschiedlichen Experimenten praktisch anzuwenden. Reine Praxis ist dabei ebenso ineffektiv wie reine Theorie. So lässt sich Duras Zitat sicherlich auch verstehen.

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