Ein Tropfen im Mainstream ~~~ \o/ ~~~

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digitaldecoy
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Ein Tropfen im Mainstream ~~~ \o/ ~~~

Beitrag von digitaldecoy » 7. Aug 2006, 22:16

Wir haben hier eigentlich immer - aber besonders in den letzten Tagen wieder - eine Menge Bilder und Links zu den abgefahrensten Artworks, die man sich vorstellen kann. Die stilistische Bandbreite reicht von klassisch aufgeräumten, über technisch innovativen bis hin zu total abgedrehten Artworks. Wenn man es wirklich drauf anlegt, kann man jeden Tag einen neuen Stil und ein neues großartiges Artwork entdecken, welches jedes Mal eine ganz neue Richtung auftut, in die man sich bewegen könnte. Ist das nicht großartig?

Hier aber äussert jemand Bedenken:
At this time particularly some principles, and a clear intellectual understanding of what it is you are trying to da, are needed. We have no set traditions to guide us. The times when the student accepted the style and traditions of his master and blindly followed them until he found himself, are gone. Such conditions belonged to an age when intercommunication was difficult, and when the artistic horizon was restricted to a single town or province. Science has altered all that [...] (and) it is unlikeley that such conditions will occur again. [...] Where formerly the artistic food at the disposal of the student was restricted to the few pictures in his vicinity [...] now there is scarcely a picture of note in the world that is not known to the average student. [...] Not only European art, but the art of the East, China and Japan, is part of the formative influence by which he is surounded; not to mention the modern science of light and colour that has had such an influence on technique. It is no wonder that a period of artistic indigestion is upon us.
"künstlerische Magenverstimmung" - hören wir hier etwa Kritik an der Bilderflut aus dem Internet? Nein! Das Zitat stammt von Harold Speed und er schrieb diese Zeilen 1917 in seinem Buch "The Practice and Science of Drawing". Bei den technischen Neuerungen, von denen er da spricht, handelt es sich um den farbigen Buchdruck. Würde Harold Speed das Internet von heute erblicken, würde vermutlich auf der Stelle sein Kopf platzen! :)

(wem das bekannt vorkommt - ich habe das Thema bereits vor zwei Jahren auf der Convention angeschnitten)

Aber es ist doch interessant zu lesen, dass bereits Anfang des letzten Jahrhunderts jemand laut darüber nachgedacht hat, wie der Wandel der Medienlandschaft die Entwicklung junger Künstler beeinflussen kann - positiv wie negativ. Und wenn der farbige Buchdruck bereits derartige Bedenken auslösen konnte, dann sollten wir uns in unserer heutigen Zeit erst recht unsere Gedanken machen, würde ich Mal sagen.

Wie oft habt Ihr in Foren-Threads schon Sätze gelesen wie "OH MY GOD!!!!! THIS IS SOOOO GOOD! I'M JUST GONNA KILL MYSELF!!!!" oder ßusserungen ähnlichen Inhaltes? Welche Gefühle bleiben bei Euch zurück, wenn Ihr gerade Mal wieder einen völlig neuen Stil entdeckt habt? Wo ist bei Euch die Grenze zwischen Inspiration und Depression? Wie entscheidet Ihr, in welche Richtung Eure eigenen Arbeiten gehen sollen, welches Eure Vorbilder sind? Hat man darauf überhaupt einen Einfluss oder bildet sich der eigene Stil nicht sowieso "von ganz alleine"? Kennt Ihr das Gefühl, sich klein und gewöhnlich zu fühlen angesichts des kreativen Molochs da draußen?

In diesem Thread - den ich jetzt einfach Mal ganz frech mit diesem Anfangspost starte, ohne meine eigenen ßberlegungen direkt vorzulegen - wünsche ich mir eine Diskussion über Einflüsse, Stile und Ziele. Jeder von uns ist ein Tropfen im Mainstream und als solcher wird man ganz schön durchgeschüttelt. Wie geht man damit um? Wie steckt man sich persönliche Ziele und wie kommt man trotz der vielen Ablenkungen am Straßenrand weiter auf seinem Weg?

Ich persönlich habe ein ziemlich langes Teilstück innerhalb meiner Entwicklung noch ohne das Internet und mit Anregungen aus wenigen Büchern und Filmen zurückgelegt. Ich interessiere mich daher besonders für Meinungen von jungen Nachwuchskünstlern, die direkt von Anfang an mit der ganzen Fülle an Einflüssen konfrontiert sind, denn sie sind wohl diejenigen, die das dickste Fell haben müssen, um sich nicht total zu verirren in den vielen Möglichkeiten.

Also, in guter alter Tradition unserer umfangreichen Diskussions-Threads bin ich gespannt auf Eure Gedanken!
Besuch mich doch Mal in meinem Personal Showroom! - http://www.digitalartforum.de/forum/vie ... php?t=1604

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Beitrag von jaymo » 7. Aug 2006, 22:36

Ich bin noch so benommen vom Guildwars Concept Art Thread, ich kann darauf jetzt nicht antworten... o_0

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Beitrag von Artdek » 8. Aug 2006, 00:00

Spannend. Diesen Gedanken hatte ich vor kurzem auch: "Was tun bei der Menge?" - "Wolang im Labyrinth?"
Ich muss dazu sagen, dass ich nie Mentoren hatte, nur Ehrgeiz. Jemand zeichnet in deiner Klasse besser als du? Lerne, noch besser zu sein. Das dumme daran: Sobald ich der beste war, hab ich mich getrost mit der Gewissheit zuückgelegt, der Beste sein zu können, wenn ichs nur will. Dabei ist das einzige Talent, das ich wirklich habe, meine schnelle Lernbegabung.
Mit Stilen halte ich es einfach: Ich mach, wie's mir gefällt. Wenn es den Inhalt trägt, dann ist es genug. So bleibt viel Zeit für den Inhalt übrig. Das fiel mir bei meinem letzten Comic auf - ein Illustrationsprojekt an der Uni. Mein Dozent wollte ständig Bilder sehen, während ich zu Hause fleißig an den Handlungssträngen getüftelt habe, die ihn allerdings keinen Deut interessierten. Er verstand sich mit Handlung einfach nicht. Für ihn war Handeln ein Bild zu malen, in dem gehandelt wurde. Wenn es zufällig seinen Geschmack trifft, hielt er es für ein gutes Bild. Das schlimme dadran: Er selbst kann gar nicht gut zeichnen. Er konnte also weder gut zeichnen noch gut erzählen - wie konnte er wissen, was gut ist und was nicht?! Meine Story war außergewöhnlich, verzwickt aber witzreich. Ich hab mir viel Mühe gegeben, etwas zu machen, was es noch nicht gab und so sehr ich auch gesucht habe, ich habe Inhaltlich nichts anderes gefunden. Wo war da mein Idol?
Mein Dozent auf keinen Fall - er war eher lästig und bremsend. Die Erzählung basierte auf einer Kurzgeschichte von mir. Aber ich kann mich erinnern, als ich sie schrieb, da schrieb ich sie für die Bühne. Ich wollte, dass sie in Inhalt und Komplexität ansteigt, bis man kaum noch Luft hat zum Reden. Ich habe da Komiker wie Otto oder Jim Carrey im Kopf gehabt und wollte wie sie auf der Bühne ein Publikum begeistern.
Dann ist da noch der Zeichenstil. Nun, weil die Geschichte(n) so abgedreht war(en), aber nicht unmöglich (und das ist eine wissenschaftliche Tatsache), brauchte es meiner Meinung nach (damit Inhalt und Form ein gefühltes Ganzes ergeben) auch einen abgedrehten Stil. Der durfte aber nicht putzig sein (wie Mickey-Disney) oder cool (wie ßon Flux) - es musste umöglich sein, aber möglich aussehen. Das einzige, das ich für diese Attribute in Erinnerung hatte, war "Day of the Tentakel". Was ich also tat, war das Spiel heraus zu suchen und Figuren und Hintergründe abzuzeichnen, bis ich den Stil irgendwie drauf hatte (was nicht so lange dauerte, wie ich es zuerst befürchtete). Was war hier geschehen? Ich hab von (meine) alten Meistern gelernt. Sie haben mir Mut gemacht, bestimmte Dinge nicht genau zu zeichnen oder andere zu schwingen und wieder andere zu lassen, wie sie geschehen sind und daraus was zu machen. Es geht also nicht ohne Idol.
Der Vorteil des neuen Jahrtausends ist jedoch - und ich glaube fest daran, dass es ein Vorteil ist - die Fülle an frei wählbaren Vorbildern. Musste man vor langer Zeit noch weit reisen und ein Bild des Meisters zu studiern, so läßt man sich heute auf den Laptop laden. Der Meister ist ständig dabei und kann auch ständig ein anderer sein.
Ich bin noch jung (im Vgl. zum durchschnittlichem Sterbealter meines Geschlechts) und noch kein Mentor trat in mein Leben. Allenfalls Tippsgeber und Richtlinienansager. Wer sagt, dass das falsch ist? Hier bewegen wir uns im Forum und plötzlich prasseln die Meinungen von unzähligen fähigen Leuten aus ggf. aller Welt auf uns ein. Das wäre eine kollektive Intelligenz, wie es sie ein Rembrandt nicht hatte. Warum sollte man sich hier nicht trauen, die Wahrheit zu schreiben? Man würde sich und andere betrügen.
Wichtig ist für mich, meinem Gefühl freien Lauf zu lassen und mich nicht zwanghaft an Normen zu halten, die dem, was aus mir heraus will, entgegen stehen.
Wer bei weit einsehbar leerer Straße an einer roten Ampel stehen bleibt, ist selbst schuld. Drauf geschissen auf unsinnige Regeln.
Und jede Idee ist es wert, genannt zu werden.
Es muss ja nicht allen sofort gefallen. Mozart hat seiner Zeit auch viel gemacht, das er liebte und war mit seiner Begeisterung darüber allein. Den damals verachteten Figaro spielt man aber heut in aller Welt. Dann hört euch seinen vermeintlichen Rivalen Salieri an. War ständig bemüht, sich an die Regeln der Musik zu halten. Heraus kam ein umfangreiches Werk, das keiner mehr kennt.
Was will ich damit sagen?
Das Beste kommt aus einem selbst, und nicht aus einem Buch oder einer Internetseite.
Wer angesichts der Fülle an großartigen Arbeiten den Mut verliert, der hat nie Mut gehabt.
Und das Geld?
Nicht jeder kriegt, was er verdient. Zumindest nicht zur gleichen Zeit oder in der erwarteten Form...

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Beitrag von MartinH. » 8. Aug 2006, 02:37

Wie oft habt Ihr in Foren-Threads schon Sätze gelesen wie "OH MY GOD!!!!! THIS IS SOOOO GOOD! I'M JUST GONNA KILL MYSELF!!!!" oder ßusserungen ähnlichen Inhaltes? Welche Gefühle bleiben bei Euch zurück, wenn Ihr gerade Mal wieder einen völlig neuen Stil entdeckt habt? Wo ist bei Euch die Grenze zwischen Inspiration und Depression? Wie entscheidet Ihr, in welche Richtung Eure eigenen Arbeiten gehen sollen, welches Eure Vorbilder sind? Hat man darauf überhaupt einen Einfluss oder bildet sich der eigene Stil nicht sowieso "von ganz alleine"? Kennt Ihr das Gefühl, sich klein und gewöhnlich zu fühlen angesichts des kreativen Molochs da draußen?
Das mich gute Bilder depremieren kommt ganz selten vor, was mich depremiert sind die Fehler in meinen eigenen Bildern, die ich nicht ausgemärzt bekomme. Dieses Gefühl klein und unbedeutend zu sein hab ich momentan sehr stark, damit käm ich aber noch klar. Was für mich viel schlimmer ist, ist das ich gar keine Lust mehr aufs malen oder zeichnen hab. Das bedrückt mich, weil ich nicht weiß wie ich die Lust daran zurück bekomme.
Um Stile und Vorbilder mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Das meiste was ich an meinen Bildern als Stil sehen kann, sind Fehler die ich regelmäßig mache. Die will ich erstmal überwinden, dann werde ich mir verschiendeste Vorbilder suchen und erforschen wie ich mir verschiedene Stile aneignen kann. Ich hab natürlich auch jetzt schon Vorbilder wie z.B. Frazetta oder Mullins, aber ich orientiere mich noch nicht an ihnen.

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Shu
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Beitrag von Shu » 8. Aug 2006, 09:59

Ich kenne das schon, dass mich zum Teil Arbeiten von einigen Künstlern deprimieren können. Vor allem wenn ich mir vorgenommen habe etwas mehr in eine bestimmte Richtung zu machen und ich dann feststellen muss, nachdem ich mit meinem Bild fertig geworden bin, dass es genau der gleiche Stil ist, wie bei dem Bild davor... ein Stil den ich, wenn ich ihn bei jemand anderes sehen würde, langweilig finden würde.
Imho habe ich so gut wie alles, was ich bisher im Bereich Malen oder Zeichnen gelernt habe durch Hilfe des Internets, durch Foren und das studieren der Bilder von anderen Künstlern gelernt. Das Interesse wurde allerdings durch das malen mit ßlkreide in der Schule geweckt, und irgendwie bin ich froh darüber, dass ich, bevor ich mit dem digitalen Malen angefangen habe zuerst mit ßlkreiden gemalt habe.
Als ich dann die vielen Künstler im Internet entdeckte, war ich zwar erschlagen aber hauptsächlich begeistert von der Qualität der arbeiten. Damals war ich fasziniert von Leuten wie Linda Bergkvist, ich wollte unbedingt in diese Richtung gehen und habe wahrscheinlich auch das ein oder andere von ihr gelernt. Mittlerweile hat sich mein Geschmack wohl um 180 Grad gedreht. Ich würde fast jedes Bild eines Jon Foster des eines Bildes von Linda Bergkvist vorziehen. Ich würde sogar sagen, dass mich ihre Bilder langsam etwas langweilen, klar ein großes technisches Können hat sie, und ich bewundere es wie sie versucht es anderen Leuten weiterzugeben, aber irgendwie sind die Motive und das was sie mit ihren Arbeiten rüberbringen will immer das gleiche. Ganz anders sehe ich da die Arbeiten eines James Jean beispielsweise, eine Fülle an Kreativität, wo ich mich ständig in den Arsch beißen möchte.
Letztendlich versuche ich meinen Stil immer mehr zu formen, und bestimmt sind da viele Künstler, die Einfluss darauf hatten/habe, aber ich will irgendwann einen eigenen sicheren Stil haben, bei dem ich weis, was ich machen kann und was nicht.
Stfu eastern european punk.
Or what ever wack language that is.

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Beitrag von jaymo » 8. Aug 2006, 11:00

Das Schlimmste an der Flut an Bildern ist für mich, dass ich immer mehr Mühe habe, zu einer Bildidee zu gelangen, die ich für umsetzungswürdig halte, da ich bei jedem Motiv den Verdacht hege, dass es das schon gibt oder ich es schon irgendwo so ähnlich gesehen habe. Zumal man es dann oft von genialen Leuten gesehen hat, die die Vision meist besser umsetzen konnten, als man selber dazu in der Lage ist. Mit diesem Verdacht trocknet auch gerne der eigene Pool an Ideen und das Vertrauen in diese aus.

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Beitrag von acapulco » 8. Aug 2006, 11:51

jaymo hat geschrieben:Das Schlimmste an der Flut an Bildern ist für mich, dass ich immer mehr Mühe habe, zu einer Bildidee zu gelangen, die ich für umsetzungswürdig halte, da ich bei jedem Motiv den Verdacht hege, dass es das schon gibt oder ich es schon irgendwo so ähnlich gesehen habe. Zumal man es dann oft von genialen Leuten gesehen hat, die die Vision meist besser umsetzen konnten, als man selber dazu in der Lage ist. Mit diesem Verdacht trocknet auch gerne der eigene Pool an Ideen und das Vertrauen in diese aus.
Und wie ich das kenne. Ich trau mich dann aber auch ehrlich gesagt nicht, dass einfach nachzuarbeiten, was ich schonmal gesehen habe, sondern versuche die Idee zu verwerfen, oder einfach umzuarbeiten. Meist kommt dabei nur Schrott raus.

Ich finde das schlimme an sovielen Bildern, wie ich täglich hier, auf CGSociety und ConceptArt.org sehe, vergehen die eigenen Ideen wirklich. Man sieht Sachen und denkt sich 'Boah, das wollte ich immer schon machen, die idee ist genial.', und da ist wieder die 'Das gibts schon'-Barriere. Ich glaub ich muss einfach dreister werden.

Zu meinem eigenen Stil kann ich nur sagen:
Ich mach das, was ich mag. 'Heile-Welt'-Bilder malen. Sowas mag ich. Mach ich zwar noch net gut, aber es geht ja voran. Ich versuche auch, nicht immer nur ein Motiv zu malen, sondern viel unterschiedliches um endlich mal ein Gefühl für alles zu bekommen. Manchmal hilft das Internet doch sehr, weil man schnell und einfach Referenzen holen kann. Wie hinderlich wäre es, erst in die Stadt rennen zu müssen und sich Bildbänder oder ähnliches kaufen zu müssen.

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Beitrag von Big_O » 8. Aug 2006, 12:01

OH MY GOD!!!!! THIS IS SOOOO GOOD! I'M JUST GONNA KILL MYSELF!!!!
Wenn ich sowas lese, und ich lese es leider viel zu oft, möcht ich kotzen. Bild

Das is in meinen Augen entweder unprofessionelles Geek-Gejubel von irgendwelchen Pubertätsjunkies oder peinliches Understatement von anderen "Könnern" und versaut mir persönlich den Spaß am Bild.

Ansonsten sehe ich die Bilderflut eher als Indikator dafür, dass mittlerweile die meisten "Konzepte" nicht für ein wirkliches "Konzept" stehen, sondern reiner Selbstzweck sind, was ihren Nährwert beträchtlich verringert.

Zwischen all dem Fast-Food gibt es aber auch wieder ein echtes gesundes und sattmachendes Leckerli zu entdecken und die Zahl dieser seltenen Lichtblicke hat sich in den letzten Jahren eigentlich weder vergrößert noch verkleinert.

Insofern beeindruckt mich die Masse an visuellen Reizen von Jahr zu Jahr weniger, da das meiste ohnehin nur technische Effekthascherei ist und man die wirklich guten und inhaltlich soliden Werke immer noch mit der Lupe suchen muss.

Ich persönlich kann keine Mullins-Kritzelkrackel-Custombrush-Landschaften mehr sehen, bekomme Pickel beim millionsten Sinnlos-Dynamischen Monsterscribbel und klicke das meiste ohnehin weg.

Wenn alles zugemüllt is, muss man das Messitum bekämpfen, indem man seinen Sinn für Selektion ein bißchen verstärkt und ab und zu auch mal was wegwirft.
"Mit Dir ist es ein bißchen so wie mit den Wasserflöhen - wenn sie in den Teich zurückkehren ist das Wasser in Ordnung." - Digitaldecoy

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Beitrag von Kassandra » 8. Aug 2006, 12:33

Mir gehts da anders als den meisten hier. Die vielen guten Bilder online machen mich nicht depressiv, sondern lassen mich eher abstumpfen. Früher hab ich mich durch die Elfwood-Galerien geklickt und gedacht "Boah, so möcht ich auch zeichnen können" (sehr viel früher ;), jetzt gefällt mir fast kein Bild mehr, das bei Epilogue angenommen wird, GFXartist hat hauptsächlich hübsche Frauen, was auch langweilig ist, und ab und zu finde ich gerade noch auf Conceptart ein oder zwei Bilder, die mir wirklich voll und ganz zusagen und an denen ich nicht einfach vorbeiscrolle.
Trotzdem empfinde ich die Bilderflut eher als inspirierend. Wirklich gefallen tun mir zwar wenige, aber wenn ich ein bisschen in Galerien herumsurfe, dann steigt bei mir der Drang mich selbst hinzusetzen und kreativ zu sein. Je mehr Input, desto mehr Output.
Der Qualitätsunterschied zwischen meinen Bildern und denen der Pros zieht mich auch nur selten runter. Ich zeichne, um mich zu verbessern, und in 10/20 Jahren kann ich vielleicht auch solche Bilder machen. Jeder gute Künstler hatte seinen eigenen Lernweg, eine andere Ausgangsposition, anderen Input, da kann man auch nicht wirklich vergleichen.

Das einzige, das mich durch den großen Stilinput wirklich an meinen Bildern stört, ist mein 'weiblicher' Stil. Aber da halt ichs auch eher so, dass der eigene Stil sich entwickelt und man ihn zwar ändern kann, aber trotzdem gewisse Tendenzen hat, die sich nicht so einfach verrücken lassen.

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Beitrag von Artdek » 8. Aug 2006, 12:36

Vielleicht wäre es gut, ein Internet-Plug-In zu entwickeln, mit dem man alle Sachen, die nicht gefallen aus dem Datennetz löscht. ßhnlich dem Artbattle-Vote-Out.
Man sieht ein Bild (egal, welches und wenns Werbung ist) und klickt auf Delete. Wenn eine bestimmte Anzahl User erreicht wird, dann wird das Bild gelöscht...
Okay, blöde Idee. Aber Weggucken hilft bestimmt auch nicht.

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Beitrag von Ellie » 8. Aug 2006, 12:40

Hallo,

so als Noobie kann ich sagen, ich bin einfach viel zu neugierig um mir Gedanken zu machen, wo ich selbst stehe. Am Anfang halt, so wie ganz viele andere Leute auch, die sich mit einer Sache beginnen näher zu beschäftigen.

Und ich liebe Stöbereien in Galerien, zu sehen, was andere Leute so machen und was das wiederum mit mir macht. Anfangs hat mich so ziemlich alles Bunte beeindruckt, inzwischen habe ich herausgefunden, daß es nicht mein Weg ist jemanden kopieren zu wollen. Und überhaupt beurteilen zu lernen, welche Bilder fachlich gut umgesetzt sind und wo Leute faken und cheaten, das finde ich ungemein spannend herauszufinden, wie die welchen Effekt hinbekommen haben.

Ich fühle mich in diesem Strom von Möglichkeiten wie eine kleine Nußschale, die sich forttragen lässt und die Geschwindigkeit und Turbulenzen geniesst. Das Problem eine Bildidee festzuhalten habe ich auch, eben die Entscheidung zu treffen, wie wichtig mir die Umsetzung ist. Ganz oft bin ich im ersten Moment begeistert und im nächsten finde ich das langweilig oder uninteressant.

Ich glaube, das wäre auch nicht normal permanent DIE Bildidee parat zu haben. Ideen, an denen ich festhalte, wachsen langsam, brauchen ihre Reifezeit und dann wollen sie erst raus.

Und ich denke, man darf nicht vergessen, daß im Internet tausende Menschen ihre Bilder zeigen, hinter denen wiederum tausende Arbeitsstunden stecken. Und klar sind darunter geniale Leute, die nicht nur einen zeitlichen Vorsprung haben, sondern auch die Art Talent, die ihre Arbeiten herausragen lassen (richtiger Stil, richtige Zeit, richtiger Ort). Wie kann mich das so depremieren, daß ich die Lust verliere? Frusten tu ich mich selbst, wenn ich zu hohe Erwartungen an mich stelle oder mich in Abkürzungen und Sackgassen wiederfinde.

LG,
Ellie

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OrcOYoyo
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Beitrag von OrcOYoyo » 8. Aug 2006, 17:09

Was am Internet oft deprimierend ist, ist zu sehen was viele schon erreicht haben, man selber eher am Anfang steht und sich fragt ob man da auch mal hinkommt oder irgendwo im Mittelfeld landen wird.
Die Anforderungen sind um einiges größer geworden weil man sich jetzt nicht mehr lokal vergleichen muß sondern die ganze Welt als Maßstab hat.
Daß man da auch mal aufgeben will ist mir nicht fremd.

Ich bin zwar nicht mehr so jung habe aber sehr spät erst mit dem malen begonnen und drum auch hauptsächlich über das Internet gelernt.
Daß ich mich in der Fülle der Möglichkeiten verirre sehe ich eigentlich nicht.
Auch eine "künstlerische Magenverstimmung" sehe ich nicht auf uns zukommen, der Weg wie man sich selbst findet hat sich geändert und passt jetzt auch besser in unsere Zeit als einem einzelnen Meister nachzueifern.
Der eigene Stil stellt sich meiner Ansicht nach irgendwann selber ein wird sich aber mit der Zeit auch wieder leicht verändern.

Das Internet ist eher ein Quell an Inspirationen und Stilen die man in seine Bilder und eigenen Stil einfließen lassen kann und einem hilft sich weiterzuentwickeln.
Auf der einen Seite behindern einen die Ideen die man schon umgesetzt gesehen hat und man sie drum nicht mehr verwenden will.
Die helfen einem aber vielleicht auch neue Ideen zu finden auf die man nicht gekommen wäre weil man sich mit den "standard" Lösungen zufrieden gegeben hätte.

Meine Gedanken hierzu.

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Duracel
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Beitrag von Duracel » 8. Aug 2006, 17:29

Mir gehts grundsätzlich eher wie Kassandra. Man stumpft ab, helle Begeisterung zeigt sich nurnoch sehr selten; stattdessen saugt sich mein Interesse an den Sachen in einem Bild fest, aus denen man was lernen kann. Ein Bild als Ganzes kann einen nichtmehr so ohne weiteres begeistern, aber hier 'ne soft-edge, dort eine Farbnuance, hier ein kompositorisches Mittel und wieder dort eine geschickt funktionierendes Storyelement.
Aber mir macht es auch Spaß, Fehler wahrzunehmen und zu verstehen etc.


Ok, einen Schritt zurück.
Ich bin im Gegensatz zu Daniel wohl ein Kind der digitalen ßra. Aber ich selber habe nie unter der theoretisch vorhandenen Vielfalt gelitten.
Als ich noch schlecht war und Warcraft-Fanart gezeichnet habe, habe ich Profis wie Samwise von Blizzard garnicht in Frage gestellt. Die waren einfach kein Maßstab; deren Können war nicht nachvollziehbar, gedanklich unerreichbar. Und deren Bilder haben einfach funktioniert.
Da gab es keine technischen Schwächen, da gab es einfach nur coole Orks.
- Stattdessen war ich innerhalb der kleinen Fanschar an deutschschprachigen Starcraft oder Warcraft Beigeisterten ein guter Zeichner. Aber auch die haben an meine Arbeiten nie den Anspruch gestellt professionell sein zu müssen; und tuen es genaugenommen auch heute noch nicht und vergrößern mittlerweile nur die Anzahl an beeindruckten Leuten.
Kurze Später als ich den Link zu goodbrush.com auf feng Zhu's Seite entdeckt habe, habe ich den Kommentar "can you believe it's photoshop" garnicht verstanden, weil ich mir ohne weiteres vorstellen kontne, das das in Photoshop gemacht wurde - technisch war es ja ziemlich nachvollziehbar und man hat ja ganz klar gesehen, dass es in Photoshop gemacht wurde(ich hatte bei dem Satz damals eher photorealismus erwartet).
Und der Typ hat halt auch einfach Dinge gemacht, die meinen Horizont überstiegen - ich war mir nicht bewußt, was der da tut, ich habe nur das Ergebnis gesehen und mich dann zum Lernen an Sachen orientiert, die ich mir nur ein paar Schritte vorraus waren.
Das war auch eine Zeit, da hab ich zwar gesehen, was für supergute Leute es gibt, aber war mir wie man in dem "wie seit ihr angefangen-Thread" erkennen kann, nichtmal bewußt, dass man Anatomie können muß; es mußte halt nur irgendwie so aussehen als ob; es reichte einfach, wenn andere erkennen, was gemeint sein soll. Die Leute haben entsprechend auch nicht gesagt "hey, der hat zu kurze Beine" sondern "hey, ein Ork - ich fänds cool, wenn du ihn noch grün anmalen würdest".


Tatsächlich habe ich den Anspruch an meine Arbeiten immer selber gestellt ungeachtet dessen, was um mich herum noch so war. War jemand viel besser, dann war er einfach da und gut, war jemand etwas besser, dann war er auch etwas älter und ich geduldig, war jemand schlechter, dann war ich besser und gut.
An Leute, die nur knapp vorran waren, hab ich mich hinten dran gehangen und mich aber schon mit dem Blick weiter nach vorne orientiert und irgendwann nach und nach biegen die Leute in die Boxengasse ab und ehe man sich versieht ist man mit den Guten auf Tuchfühlung.
Manchmal brescht einer von hinten heran und irgendwann schaut man wieder in den Rückspiegel und stellt fest, das er das Tempo nicht halten konnte.
Und ich weiß, wenn ich mit der Konstanz weiterarbeite, sind auch Artvandeley und Mullins irgendwann eingeholt(wenn man deren zukünftige Entwicklung hier mal ausklammert), arbeite ich bei Blizzard oder mit Peter Jackson zusammen und werde mich beizeiten nach höheren Zielen ausrichten, die mir derzeit in ihrer Wertigkeit vielleicht noch nicht bewußt sind, oder über die ich mir einfach keine Gedanken mache, weil sie aus meiner Sicht derzeit einfach nicht in Frage kommen.
Klingt vermessen, aber wenn ich auf meine Entwicklung zurückschaue ist es einfach nichtmehr weit hergeholt. Ich bin heute auch weit besser, als der Daniel, den ich vor Jahren neu kennengelernt hatte - und damals war ich noch Welten von ihm entfernt und hätte mich nicht im Traum mit ihm messen wollen.

Es gibt nur wenige Leute, mit denen man sich irgendwie über lange Zeit einpendelt, und die dann zu guten Freunden werden. Da wäre eben Daniel, der sich ebenso beharrlich und konstant entwickelt und wenn man auch manchmal dicht auffahren kann, so reicht es doch lange nicht für ein ßberholmanöver, und immer wieder rechtzeitig ist er für eine Tempoverschärfung gut; und ich denke, dass ich erst mit einigen Jahren Berufserfahrung wirklich aufschließen kann. Da wäre Stephan, der mir seit Jahren doch immer genau einen Schritt vorraus ist und wo ich mich frage, wie er das nur immer wieder schafft, bei sowenigen Posts hier im Forum ^^. Und Lucy, der irgendwann kurz nach mir auftauchte und sich nicht minder durch Beharrlichkeit auszeichnet und den ich mittlerweile auch garnichtmehr abschütteln will und gegen den ich irgendwie noch nie artbattlen mußte, obwohl er seit Jahrem dabei ist. ;)
Und noch Neox, de mir irgendwie mein 3D-Penadant zu sein scheint. :D Quasi die perfekte Symbiose - da weiß ich, dass er mir in 3D schonungslos überlegen ist, und ich ihm wohl umgekehrt in 2D und trotzdem sind wir irgendwie immer gleichweit was das KnowHow anbelangt.





Ich hatte selbst auch nie das Problem, dass ich nicht wüßte, wo ich hin stilistisch hin wollte. Weil ich irgendwie garkeinen stilistischen Anspruch an meine Bilder habe. Ich will nichts bestimmtes, ich will was Gutes; Ein Stil war nie mein Ziel, mein Stil hat sich vielmehr aus meinen inhaltlichen Zielen entwickelt. Und Mullisn Bilder find ich nicht deswegen so spannend, weil sie diesen typischen Stil haben, sondern weil sie die Technik nicht verbergen und man in ihnen lesen kann wie in einem offenen Buch. Und dann ist es auch noch ein dickes Buch, das man immer wieder aufschlagen kann und man findet immer wieder eine Passage, die einem vorher nicht aufgefallen ist; diese gedankliche Herangehensweise schätze ich einfach, und ich glaube das ist auch, warum meine Bilder mittlerweile eine ähnlich stilistische Ausprägung angenommen haben. Ich halte Artvandeley zwar für den besseren/gefälligeren Illustrator, aber er malt auch irgendwie so diplimatisch wie er sich im Forum verhält.


Mein Fazit: Wenn man konzentriert an sich arbeitet, dann hat man weder die Zeit noch das Interesse Unmengen an irrelevantem Input zuzulassen. Wirklich interessant für einen sind eh nur die Dinge, die gerade einen Zugang zu einem finden - und das sind nicht viele. Ich spiele kein Computer mehr und ich gucke mir auch keine Quatsch-Videos auf i-tube an. Ich weiß, dass mir das auch Spaß machen würde, aber das reicht nicht aus, um mich zu reizen.
Die Dinge machen erst dann Spaß, wenn man sich differenzierter mit ihnen auseinandersetzt - da gilt es Prioritäten zu legen, und irgendwie habe ich es bisher immer geschaft dies soweit zu tun, dass mich das Internet nie überfluten konnte. Stattdessen stehe ich unten an einem Staudamm ohne Ambitionen mich oben hinzustellen und das viele Wasser zu sehen; und gelegentlich ruft mal wieder jemand herunter "hey, das mußt du dir einfach anschauen" - und ihnen zuliebe guck ich dann manchmal was mit. :)
Ziel ist, woran kein Weg vorbeiführt.

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Beitrag von Big_O » 8. Aug 2006, 17:40

Telefon für Duracel, Peter Jackson is dran, er fragt, ob Du nächste Woche schon was vorhast..... :wink:
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Beitrag von jaymo » 8. Aug 2006, 17:55

Ein Tropfen im Mainstream und eine Zunge im eigenen Arsch.

SCNR

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Beitrag von digitaldecoy » 8. Aug 2006, 19:07

Ich finde sehr interessant, welche Tendenzen sich aus den bisherigen Beiträgen erkennen lassen. Ihre Probleme mit der Bilderflut aus dem Internet scheinen alle in irgendeiner Form zu haben aber jeder scheint auch schon seine persönliche Abwehrstrategie parrat zu haben. Ich denke, Abstumpfung ist eine ganz natürliche Reaktion, die ja auch auf anderen Gebieten der Reizüberflutung Anwendung findet.

Was ich sehr interessant finde ist, dass bisher niemand wirklich geäussert hat, dass er seinen Stil bewusst beobachten oder lenken würde. Ich hätte gedacht, dass diese Frage viel verbreiteter ist, denn der persönliche Stil hat ja schon einen entscheidenden Einfluss darauf, wo und wie die eigenen Arbeiten eingesetzt werden können - wenn man es Mal ganz nüchtern kommerziell betrachtet.

Diese Frage quält mich eigentlich ständig - ich frage mich andauernd, welche "Features" man wohl stilistisch anstreben sollte. Und da merke ich halt extrem, dass die Antwort auf diese Frage maßgeblich davon abhängt, welche Vorbilder man gerade zuletzt gesehen hat. Ich kann z.B. 100%ig voraussagen, dass wenn ich mir Justin Sweet anschaue, ich anschließend der ßberzeugung bin, dass ich eine lockerere Arbeitsweise wählen muss. Dann schaue ich mir vielleicht die Kunststoffwelten von Prometheus|ANJ an und bin ganz zuefrieden mit meinem ikonisierten und gesättigten Shadings, ein Blick in Mullins Ordner überzeugt mich dann wieder, dass mehr "Luft" in meine Bilder kommen muss - vorzugsweise durch geschickten Einsatz von Custom Brushes. Und die Reihe lässt sich endlos weiterführen und fängt irgendwann wieder von vorne an und aus allen Richtungen wird am Ende an der eigenen ßberzeugung gezerrt.

Das absurde daran ist aber, dass das alles nahezu keine Auswirkung auf den eigenen Stil zu haben scheint. Wie der eigene Stil aussieht, kann man sehr schön beobachten, wenn man unter Zeitdruck ein ganz bestimmtes Motiv darstellen muss. Dann fällt nämlich aller Zweifel und alles Sinnieren von einem ab und man reißt die Sache runter und der Stil findet sich automatisch. Ja, ein klares Ziel scheint ohnehin die Wunderwaffe gegen alle Unsicherheiten bei der Stilfindung zu sein. Wenn man ein klares Ziel vor Augen hat, scheinen solche Fragen einen beinahe nicht mehr zu beschäftigen.

Ist das also vielleicht die Wunderwaffe gegen die verwirrenden Einflüsse - ein klares Ziel vor Augen? Aber wo bekommt man das her? Nicht jeder verspührt den Drang, sich mit all seiner Energie einem größeren Projekt zu widmen, welches dann klare gestalterische Aufgaben mit sich bringt, im Zuge deren Lösung man seinen Stil feilen kann, ohne darüber nachzudenken.

Wenn man es genau betrachtet, dann sind es aber meistens genau jene Artworks, die einen am meisten begeistern können. Jene, die ein klares Ziel zu verfolgen scheinen und wo der Stil nur ein zwangsläufiges Phänomen ist, nicht aber der Mittelpunkt. Vielleicht sollte man sich eher daran ein Beispiel nehmen, an dem zu Grunde liegenden Konzept und nicht an der Oberfläche. Ich denke, darin liegt auch der Nutzen begründet, den man aus Auftragsarbeiten zieht. Man hat eine klare Aufgabe und muss sie umsetzen. Keine Zeit für stilistisches Geplänkel und wenn etwa ein bestimmter Stil angefragt wird, dann wird die Stilfindung zum praktischen Problem mit praktischen Lösungen und nicht zum Gegenstand abgehobener ßberlegungen und Selbstzweifel.

Müssen sich alle also einfach Projekte suchen, an denen dann konzentriert gearbeitet wird? Kann man sich ein einziges Bild vielleicht sogar als Projekt denken und sich so gegen äußere Einflüsse abschirmen? Es wurde hier schon öfters geschrieben, dass der eigene Antrieb unter den fremden Einflüssen leiden kann. Wurde in diesen Fällen vielleicht zu viel darüber nachgedacht wie man etwas malen soll, anstatt die Frage nach dem Warum anzugehen?

Wieder viel zu viele Fragen. Ich schwimme irgendwie noch zu sehr an der Oberfläche mit meinen Gedanken.

@ Dura:

Ich denke, dass es genau dieses vergleichende Denken ist, was einen angesichts der überwältigenden Masse an "Konkurrenten" im Internet in den Wahnsinn treiben kann, wenn man nicht aufpasst. Ich glaube auch nicht, dass es ein Maß gibt, nach dem man einzelne Artists direkt vergleichen kann. Im unteren Bereich, wenn es um die Basics geht, mag das noch einigermaßen gehen (den Unterschied zwischen jemandem, der die Perspektive gelernt hat und jemandem, der es nicht hat, ist recht eindeutig zu sehen). Einen Mullins und einen Artvandeley zu vergleichen, ist aber IMHO nicht möglich. Auf welcher Basis wollte man das tun? Ich denke, der Knackpunkt dabei ist, dass man sich, will man einen bestimmten Level erreichen, stets spezialisieren muss. Bestimmte Stile lassen sich z.B. gar nicht vergleichen - nach welchen Kriterien auch?
Besuch mich doch Mal in meinem Personal Showroom! - http://www.digitalartforum.de/forum/vie ... php?t=1604

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Beitrag von Duracel » 8. Aug 2006, 19:08

Edit: Daniel dazwischengekommen ... najo, das hier erstmal als Kommentar zu Jaymo:

Soll ich jetzt glauben das wird eh nichts, nur damits nicht arrogant wirkt auf Leute wie dich, Jaymo? Ich bin halt optimistisch, was meine Zukuft anbelangt, weil ich sehe, wie ich mich entwickelt habe und weil ich selbst feststelle, dass diese Entwicklung keine Anstalten macht abzuflachen; vielmehr bin ich täglich überrascht, was sich für immerneue Erkenntnisse die Materie verdichten.
Und mit ein Grund darin liegt, dass ich mich eben nicht durch die Informationsflut beirren lasse in dem was ich tue und kann.
Du wirst wohl nicht so eh als Conceptartist für Peter Jackson arbeiten; aber es ist ja auch nur mein "Traumjob"(wenn man ausklammert, dass jeder Job auch einfach Arbeit macht);
vielleicht ist der Vergleich mit der Boxengasse also nicht ideal - einige biegen auch einfach ab und fahren woanders lang.

Und ich denke es ist durchaus interessant für viele zu lesen, dass es eben auch ein probates Mittel ist, sich einfach nicht einschüchtern zu lassen von Dingen, die einem "noch" über den Kopf wachsen. Selbstvertrauen kann einem so manchen Weg ebnen.
Ich weiß ja nicht, wie es dir als Jugendlicher ging, aber wenn ich deine Redekünste als "Unterhalter" als Indiz hernehme, wurdest du vermutlich nie wirklich unterschätzt - oder wenn man bei Daniel berücksichtigt, dass ihm sein Selbstvertrauen auf dem Schulhof in Form von barem Geld zugeworfen wurde.
Ich selbst war als Jugendlicher doch eher schüchtern. Ich hatte nie Probleme mit irgendwem, aber so richtig was zugetraut hat man mir eigentlich nie; ich war eher ein unbeschriebenes Blatt; ich konnte weder toll Fußballspielen, noch toll comicszeichnen oder toll unterhalten ... ich konnte Mathe, na toll. Ich hab mir mein Selbstbewußtsein hart erarbeiten müssen; und ich habe immerwieder erkennen müssen, das dieses Vetrauen ganz oft der Schlüssel zum Erfolg ist. Und mit diesem Selbstbewußtsein bin ich heute in der Lage vorranzumaschieren statt irgendwo im Gedränge unterzugehen.

Und genau darum geht es hier doch im Thread. Wie unterscheidet man sich von den vielen andern Tropfen? Dadurch, dass man sich eben nicht der falschen Bescheidenheit zuliebe kleinredet.
Es geht nicht darum, "wie gut" man genau ist, sondern an sich zu glauben. Eine Hürde ist da um genommen zu werden. Und ich habe schon viele Hürden genommen, deren Oberkante vor 5 Jahren nichtmal in mein Sichtfeld ragten. Warum sollte mich nun bei Hürden, deren Höhe ich klar messen kann nicht davon ausgehen, dass ich sie beizeiten schon auch packen werde?


Vermessen wäre allerdings, würde ich Politiker werden wollen - dafür kann ich nicht gut genug lügen. ;)

Oder um es mit deinen Worten zu sagen - bevor ich meine Zunge in anderer Leute ßrsche stecken - dann doch lieber in meinen, dann bleibts wenigstens in der Familie.
Ziel ist, woran kein Weg vorbeiführt.

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Beitrag von Ellie » 8. Aug 2006, 19:28

Hallo Duracel,

:D also ich finde das schon ok, wie Du dich selbst einordnest und Du bist einfach durch und durch analytisch und fast schon besessen perfektionistisch.

Digitaldecoy,

ich glaube, deine Schwierigkeit liegt daran, daß Du beruflich zeichnest und malst. Du bist darauf angewiesen den Makrt zu sondieren, ich nicht, ich kann mir Zeit lassen wie ich lustig bin.

Es gibt aber einen Mainstream, den ich wahrnehme. Nehme ich Linda Bergkvist und schaue mir ihre älteren Bilder an, dann spüre ich ihren Wunsch, etwas in dem Bild auszudrücken, spüre die Sehnsucht nach wunderschönen und traurig-morbiden Frauenwesen. Ich vermute, das hat sie überhaupt angehoben aus der Masse.

Schau ich mir die letzten Werke an, so werden sie seelenloser, dafür aber perfekter in der Ausführung. Es scheint, als wäre es eben diese Perfektion und Fehlerlosigkeit, dach der verlangt wird und der Stil soll nicht unbedingt sichtbar sein, weil er die Zielgruppe einengt.

Ich sehe selbst in meinen Sachen die "Ellie", und das nicht nur wegen meiner typischen Anfängerfehler, sondern wie eine Handschrift bin ich da mit drin. Selbst wenn ich Sachen kopiere bleibt diese Persönlichkeit von mir erhalten.

Meine Vermutung ist, daß im kommerziellen Bereich das bestreben vorrangig ist, eben diese Persönlichkeit auszumerzen, bei Duracel fehlt sie z.T. gänzlich und es bleibt nur die technische Perfektion zurück, weil der Markt danach verlangt. Das hat ja auch Vorteile, es macht Illustratoren leichter austauschbar, wenn ihren Werken nicht mehr anzusehen ist, wer sie gezeichnet hat oder allenfalls ganz leicht.

Kann es sein, daß das der Grund ist, der dich bedrückt? Zu wissen, daß man jeden Stil kopieren könnte, wo es wichtiger ist korrekt zu reproduzieren (oder auch neu zu erschaffen) als sich selbst ausdrücken zu können? Und sich dann, jedenfalls stelle ich mir das vor, fast zum eigenen Feind wird, da man sich ja aus den Bildern möglichst komplett herausnehmen muß um sich gut verkaufen zu können?

LG,
Ellie

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Beitrag von jaymo » 8. Aug 2006, 19:34

Duracel hat geschrieben:Soll ich jetzt glauben das wird eh nichts, nur damits nicht arrogant wirkt auf Leute wie dich, Jaymo?
Was soll das denn bitte heißen? Es geht gar nicht darum, wie weit Du bisher gekommen bist oder kommen kannst. Ich will Dir Deine konsequente Weiterentwicklung auch gar nicht absprechen. Aber wie kann man sich nur so umfangreich selbst in den Himmel loben und mehrfach selbst krönen, ohne sich vor Scham zu krümmen? Das ist mir unbegreiflich. Unter Selbstvertrauen und Zuversicht versteh ich zumindest etwas anderes. Arroganz ist gar nicht so schlimm. Aber Arroganz muss man sich auch leisten können.

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Beitrag von OrcOYoyo » 8. Aug 2006, 20:09

@Daniel
Was ich sehr interessant finde ist, dass bisher niemand wirklich geäussert hat, dass er seinen Stil bewusst beobachten oder lenken würde. Ich hätte gedacht, dass diese Frage viel verbreiteter ist, denn der persönliche Stil hat ja schon einen entscheidenden Einfluss darauf, wo und wie die eigenen Arbeiten eingesetzt werden können - wenn man es Mal ganz nüchtern kommerziell betrachtet.
Mir war es nur wichtig die Bilder die ich im Kopf hatte irgendwie, für andere und mich selber, sichtbar zu machen. (vielleicht ist das ja auch das klares Ziel (von mir) von dem du oben geschrieben hast)
Ich hab Anfangs einfach drauf losgemalt und der Stil den ich zur Zeit habe hat sich einfach ohne bewußtes Zutun entwickelt, kommerzielle Gedanken waren mir zu dem Zeitpunkt eher fremd.

Ich glaube auch wenn ich jetzt anfangen würde realistischer zu malen würde trotzdem mein Stil irgendwie sichtbar sein und ich könnte da gar nicht groß was lenken.

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Beitrag von Artdek » 8. Aug 2006, 21:01

Zitat Mozart: "Nun weiß ich nichts neues mehr, als das eine alte Kuh einen neuen Dreck geschissen hat."

Hey Duracel! Du fährst in den vorderen Rängen!? Einige vor dir, manche neben, viele hinter dir? Vergiss nicht, dass die Welt rund ist und man auch dort hinten ist, wo man vorn zu sein glaubt. Gönn dir ne Atempause, denn wenn du kurz mal anhältst, dann wirst du nicht gleich zurückgeworfen. Vielmehr kannst du wiederentdecken, warum du eigentlich unterwegs bist.

Respekt vor der Spezialisierung.
Ich bin immer wieder beeindruckt, was der Erich Schreiner hier durch die Fenster schmeißt; ein Berg von Scribbles und Figuren und Bewegungen. Obwohl ich nicht das Gefühl habe, dass sich viel in der Art und Weise geändert hat (zugegeben, es geht auch erst knapp zwei Monate so), aber ich kann mir vorstellen, dass er schnell geworden ist.
Das gleiche sehe ich bei Duracel. Er ist schnell. Ich hab sein Tutorium bewundert in der Machart und Kürze, die ich bis dahin nicht beherrschte und wenn ich es nicht jeden Tag mache, dann verlier ich auch schnell wieder den Mut, dem Gefühl zu folgen, das zu trainieren der täglichen ßbung Sinn war. ßhnlich stets mit dem Klavierspiel: Ich spiele seit Jahren und bin keinen Deut besser geworden, weil ich eben nur gelegentlich Spiele. Die kurze Zeit reicht gerade aus, die entsprechenden Synapsen zu reaktivieren. Ihre dauerhafte Nutzung würde ihre Erweiterung zur Folge haben, doch ab einem bestimmten Zeitpunkt reicht mir die neu entdeckte alte Begabung.
Duracel hat schon recht: Man muss daran glauben, dass das, was man tut gut ist. Aber noch mehr: Man muss es wissen, dass es gut ist. Ergo: Man muss wissen, was einem gefällt, und vor allem, warum es einem gefällt.
Es genügt nicht, sich Bilder o.ä. anzusehen und zu sagen: Boah, geil! Ich bring mich um, wie geil! - Da lernt man nichts aus dem Gesehenen, oder?
Wie bei dem Hasen im Wald, den man plötzlich entdeckt: "Woah, ein Hase! Nein, wie schön!" - und weg ist der Hase und man geht weiter...!? Nichts gelernt! - Vielmehr muss man sich fragen, was denn der Grund der eigenen Reaktion ist. Was hat es mit dem Hasen auf sich, was macht er hier und wie kommt es, dass ich ihm begegne? Warum gefällt es mir?
Wer jetzt sagt: "Weil's schön ist.", und das schon mehrmals sagte und auch wieder sagen wird, der wird auch nichts anderes zustande bringen, als schöne Sachen.
"Hey, schönes Bild! ... Nächstes!"
Wenn ich mir Bilder (mit Muße) betrachte, dann sehe ich schöne Bilder, ja, aber vor allem auch spannende Bilder, ekelhafte, gruselige, bewegende, rührende, witzige, belehrende, rätselhafte, stimmige, gemütliche, klobige, heftige, abstoßende, dramatische, oder usw.
Ich suche nach Attributen, die das Bild beschreiben. Wenn ich ein treffendes finde, dann suche ich nach seinen Gründen. Je mehr Gründe mir ein Bild liefert, desto länger will ich es betrachten, weil ich mich in der Welt des Bildes verlieren möchte.
Technische Brillianz ohne Inhalt ist nur ein kommerzieller Vorsprung. Dann macht man eben Poster von Theaterspielen und CD-Cover von Regiobands oder das Portrait einer Freundin für den Freund, der schon bald Schluss machen wird und bekommt sein Geld und isst davon und geht davon ins Kino und fährt davon und bezahlt den Strom für den Computer davon und glaubt, man wird besser, nur weil man vor lauter ßbungen verlernt, andere Dinge zu tun.
Respekt vor der Spezialisierung.
Ich hab damit Probleme.
Aber es ist gut zu wissen, dass es Spezialisten gibt, an die man sich wenden kann.
Ich glaube, ein Könner ist auch immer eine Beruhigung für alle, die nicht vom Fach sind.

Edit:
Fällt mir noch dazu auf - diese Schriftensammlung, die das Forum bietet... Ein Multilog über das Know How der Expression. Sonderbar, aber ich mag es sehr.
Mich würde interessieren, wie man dies in hundert Jahren betrachten wird.

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Beitrag von stephan » 8. Aug 2006, 22:17

pf, wie koennt Ihr Euch nur ueber Stile Gedanken machen? Ich krepier immernoch an den Basics. :well: hmm, ernsthaft. Sobald ich Zeit hab zu ueben, mach ich mir Gedanken darueber, was ich wohl falsch anpacke oder uebe Anatomie, Perspektive und all so nen Kram. Bzw. ich nehme mir vor das zu tun und gebe dann nach 10 Minuten auf und zeichne doch nur wieder ne Seite voller Koepfe :B
Denn, wie Daniel schon sagt, sobald man unter Zeitdruck steht und ein Ziel zu erfuellen hat, muss das ganze spielerische Rumgetrickse uebern Haufen geworfen werden und bei mir entsteht dann nur unsicherer Murks.

Ich glaub die Bilderflut und das erschlagende Koennen von anderen, besonders das was ich hier auf der Arbeit von anderen erlebt habe, haben mich verrueckt gemacht :o

Daniel, erinnerste Dich noch an den "Digital Decoy Design Task" oder so? Du hast so ziemlich am Anfang des Forums mal ein extra Subforum eingerichtet, bei dem einem woechentlich ein Ziel gesetzt wurde, das innerhalb einer bestimmten Zeit umgesetzt werden musste. Das hab ich in letzter Zeit haeufiger vermisst. Das war doch eigentlich ein klasse Ding. Und das war ne Superuebung sein Koennen auch unter Druck mal unter Beweis zu stellen. Vielleicht kann das in abgewandelter Form mal wieder angefangen werden? Dem Dura, dem ja sein Concept Thread eingeschlafen ist, wuerd's auch helfen :)

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Beitrag von digitaldecoy » 8. Aug 2006, 22:41

@ Ellie:

Dein letzter Absatz ist bemerkenswert. Ich würde die Sache vielleicht sogar so rum drehen, dass man mit Stilen vielleicht deshalb gerne rumspielt, weil man sich nicht festlegen möchte. Man möchte angesichts der unendlichen Möglichkeiten vielleicht nicht sagen "ich male meine Bilder jetzt so, wie ich sie halt male und setze damit meine Ideen um!". Vielleicht fehlen einem einfach die Ideen, in deren Dienst sich der eigene Stil stellen könnte? Vielleicht mogelt man sich mit endlosen Stilexperimenten um die Ideenfindung herum?

Dann aber wieder die Tatsache, dass der eigene Stil sich ganz eigenständig entwickelt und von jedweden Experimenten nur geringfügig verändert wird. Ganz so, als würde sich die ganze Verwirrung nur an der Oberfläche abspielen und gar keine existentielle Bedeutung haben - Verwirrungen des logischen Denkens, welches am Ende gar keine so große Rolle spielt, beim Malen?

Ich versuche verzweifelt, die Variablen in dieser Gleichung zu bestimmten. Was steht links vom Gleichheitszeichen und was rechts?

Es tut mir leid, dass ich im Moment nichts anderes als Verwirrung stiften kann, aber irgendwie kann ich den Themenkomplex noch nicht so richtig greifen und abgrenzen.
Zuletzt geändert von digitaldecoy am 8. Aug 2006, 22:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Duracel » 8. Aug 2006, 22:42

Ja, irgendwie fühl ich immoment wie unterm Weinachtsbaum - ich weiß garnicht, welches Geschenk ich zuerst aufmachen soll. Derzeit habe ich an sovielen Dingen meinem Spaß gefunden. Posenscribbels, Kompositionsscribbels, Proprotionsscribbels; Anatomiekram von A bis Z. Dann kam noch der Artbattle dazwischen und diverse Jobs. Bis vor ein paar Wochen bestanden meine Scribbleseiten auch nur aus Köpfen, trotz dass ich es lange leid war ist es doch immer wieder darauf hinausgelaufen.
Der concept-Thread ist aufjedenfall in der Hitnerhand, und wenn ich für den Blizzard-Contest anfange, werd ich ihn auch wieder ausgraben.

Das sind halt auch solche Sachen, die Kritik die ich dort bekommen habe hat mir inhaltlich erstmal alles gesagt, und bis jetzt hab ich einfach nciht die Zeit gefunden das "umzusetzen". Und einfach weitere scribbels kann ichd a nicht reinsetzen. ^^
Ziel ist, woran kein Weg vorbeiführt.

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